Das war er also wieder. 2/3/4. Der 23. April.
Tatsächliche Beachtung findet er kaum. Die Buchmessen im Frühjahr und Herbst klammern ihn praktisch aus und die Bibliothekare der Republik müssen auch keinen übermäßigen Andrang fürchten.
Aus diesem Grund hier ein Tribut an das Buch.
Ältere Generationen schlagen jedes Exemplar in Papier ein. Bücher werden geschätzt.
Claudia Voigt beschreibt es im aktuellen Kultur-SPIEGEL wie folgt: „Ein gelesenes Buch ist ein persönlicher Gegenstand. Deshalb verleiht man es auch nicht. Nicht auszudenken, der nächste Leser ginge damit ähnlich um wie man selbst.“
Dem zustimmend, erinnere ich auch an den Aspekt der Gemeinsamkeit, respektive der Reise, die man innerhalb des Themas durchläuft und welche schließlich im Eigentums-Denken und –Verhalten resultiert. Das Buch fungiert demnach also nicht nur als Gebrauchsgegenstand an sich, sondern als „Reisebegleiter“, als Freund.
Lieblingsbücher
Über Lieblingsbücher kann man nicht streiten. Hierbei stehen jene der Musik tatsächlich diametral gegenüber. Musik ist kategorisierbar, divers wahrnehmbar, diskutabel.
Literatur nicht.
Literatur ist ein positiver Verstärker des Lebensgefühls. In meinem Fall darf sie gern neurotisch, sanguinisch oder gern auch richtungsweisend vorgeprägt sein.
Der schönste deutsche Bildungs- (und Entwicklungs)roman ist und bleibt für mich „Die Blechtrommel“. Günter Grass, bei aller Umstrittenheit, versteht es wunderbar präzise, authentisch und geistreich zu erzählen. Doch auch seine Schilderungen bezüglich Verflechtungen historischer Ereignisse sind einmalig.
Seine ambivalente Symbolik wurde vielfach erfolgreich übernommen. Unter anderem von Salman Rushdie, einem Autor, der von größerer Bedeutung für den indischen Subkontinent nicht sein könnte. Neben „The Satanical Verses“ kommt sein intensiver und historisch relevantester Roman „The Midnight’s Children“ häufig nicht zur Erwähnung.
Verheerend, wie ich finde. Schließlich ist Rushdie der Danny Elfman der Musik. Einer, dem alles, selbst massentauglich, gelingt.
„Die bezaubernde Florentinerin“ bildet somit den Komplementärkontrast zu „Alice im Wonderland“ auf dem Spektrum der zeitgenössischen Kunst.
Es sollte mehr gelesen werden. Die literarische Entwicklung unserer Zeit ist in besonderem Maße interessant. Das Medium Buch ist hierbei zeitlos.
Und im Anschluss direkt die aktuelle Lektüreliste des Monats April
- immer wieder gern: Günter Grass’ „ Die Blechtrommel“
- ebenso gern: die Bhagavad Gita
- Jed McKenna – „Verflixte Erleuchtung“
- Und: inspiriert durch eine fundierte Retrospektive der Coen-Kunst, des geschätzten Judaisten Michael Tillys Ausarbeitung zum „Judentum“