Wasser trocknet auf dem Rücken, alles bewegt sich in Zeitlupe, nur die Blätter der Bäume beugen sich bei jedem kleinen Windstoß als wären sie kichernde Mädchen, die es fürchten, beim Klatschen erwischt zu werden. Das Wasser schimmert blau und man kann glitzernde Ovale ausmachen. Reflexionen der Sonne. Die Wasseroberfläche ist glatt und souverän. Das Element ruht in sich und lädt zum Tragen ein.
Der eigene Körper ruht auf dem weichen Stoff eines Handtuchs, auf warmem Stein. Alles trocknet. Haare, Haut. Mit geschlossenen Augen versucht man zwischen Geräuschen zu differenzieren. Wie hören sich die Pfoten des Hundes an, die den Stein berühren? War das möglicherweise das Umschlagen der Buchseite des Partners?
Ab und an gleitet ein Fuß ins Wasser ab. Um zu prüfen, ob es noch da ist.
Die Atmung ist lang und tief. Bauchatmung. Wohlbefinden.
Der Begriff „Sonnenanbeter“ schießt durch den Kopf. Er erschließt sich. „Anbeter“ – kann nicht einzig wahre Macht sein, was uns wärmt und am Leben erhält?
Surya Namaskar. Einige Wiederholungen. Wohlbefinden.
Gedanken schweifen ab in die zwei Richtungen, die sie als einzige kennen: Vergangenheit und Zukunft. Sanft wird ihnen in jene Richtung geholfen, die ihnen guttut, die sie beruhigt – Gegenwart. Beobachten, ohne zu analysieren. Atmen. Meditieren.
Die Blätter bewegen sich nun nicht mehr. Es ist windstill. Die letzten Wolken ziehen an der Sonne vorüber. Als würden sie einer Königin Platz machen. Die Königin dehnt sich. Sie streckt ihre Arme weit nach vorn, sodass sie Wasser, Gras, Boden, Handtuch und meinen Rücken erreichen. Dem Streicheln darf man sich nicht zu lang aussetzen. So muss man den Moment abwarten, der es erlaubt sich der Sonne zu entziehen und bis dahin die Wirkung ihrer Strahlen geniessen.
