4.11.2010

In Anhang an Schamonis Beitrag zur Gegenwartskultur Deutschlands, eine Frage, die mich schon lange beschäftigt und bisher nicht geklärt werden konnten.

Niklas Luhmann vertritt interessante Ansätze, die meinen Überzeugungen jedoch nicht entsprechen. Ist Liebe tatsächlich nur ein Konstrukt der Epoche der Romantik (R. Precht) und mit Eurozentrik belastet?

 Und in diesem Zusammenhang, was kostet Liebe tatsächlich? Was ist deren Gegenwert in unserer Gesellschaft? Ist es wahr, dass die westliche Gesellschaft sich in hierarchische Strukturen, ausgehend vom Prinzip der Macht (Dumont), unterteilt?

Und ist es eine „kalte Welt“ in der wir leben? Inwiefern ist sie kalt?

Zu starke Individualstrukturen? Wie war es damals? 2000 v.Chr.? War es anders? Sind wir nicht alle mit Sinnsuche und der Interpretation von Geschichte und Gegenwart beschäftigt? Impliziert „leben“ das nicht? Für Rationalisten wie  Deisten. Für Optimisten wie Pessimisten. Für Radikale wie Liberale.

Mit den Gegebenheiten und dem Erfahrungsschatz der heutigen Welt umzugehen, erfordert Kraft und Vertrauen in dieselbe. Worte können hier nur hinreichend beschreiben.

Treffender formulieren es Töne, Synkopen, Melodien, Farben, Formen, Figuren - Kunst.

Auf welche Art sollte eine Kontingenzbewältigung stattfinden?

Vor diesem Problem stehe ich gerade. Und neben mir, viele andere.

Wo findet man Halt? Wie findet man Halt? Bei wem findet man Halt?

Im Glauben? Im Alltag? Im Sport? Im Zynismus? In einzelnen Personen? In Genussmitteln?

Ist eine erfolgreiche Kontingenzbewältigung der Preis den wir zahlen müssen, um lieben zu können? Oder beinhaltet sie vielmehr jemanden zu finden, den man tatsächlich lieben kann?

Schamoni stellt eine Frage, die zu beantworten sich als äußerst komplex erweist.

Ist es eventuell so, dass wir nie universelle Sätze aufstellen können, sondern lediglich anhand von immer neuen alltagsnahen Beispielen unser Leben erklären können?

In der Philosophie gibt es Prinzipien, die nicht in Frage gestellt werden können um Sachverhalte zu erklären. Im Leben sind diese Prinzipien nur rudimentär vorhanden (in Beschreibung lokaler Gesellschaften oder Staaten), so scheint es.

Ergo: Ist das Leben unlogisch?

Darüber gilt es nachzudenken. Ich melde mich wieder.

 

Geschrieben von Natalie um 14:59
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