"M.A.rvellous M.A.niacs. That's who we are. Masters of Arts. Precisely whack. Repping the buildings we grew up in, the streets we loathed at, promoted ourselves, diminished fears and chopped souls. Subculture is the hole to crave you in its cradle forever. Establishing a self is what we try to avoid the most. Nevertheless, knowing that particular self is what we desire the most." - N. Gies
In den Straßen der halben Jugend unterwegs. Die Menschen, ihre Ebenbilder des vergangenen Jahrhunderts, so vertraut. Mottenmenschen. Ein Rhythmus geht von ihnen aus, definiert ihr Sein. Die ihnen immanente Dynamik beeinflusst, was uns umgibt. Eine Wärme ist auszumachen, Licht treibt uns an. Die Straßen mit Erinnerungen gepflastert. Geplatzte Träume reihen sich neben Erfolgserlebnissen, Jugendsünden und Hoffnungen ein. Die Autorität der ersten Person, damals noch unbewusst, ist heute präsent. Soziologische Theorien paraphrasieren die eigenen Gefühle beim Erleben des in-den-Hintergrund-Gerückten. Der Mond scheint hell.
Spannungsfelder haben sich gelöst. Freiheit trat an jene Stelle. Das Gefühl des Lebens als Determinismus existiert nun im Imperfekt.
"You have to show them that you're really not scared. They're playing with your life, this ain't no truth or dare." - M. Jackson
Die neue Welt, als komplexer Lebensraum, hält zum Vergleich her. Die Tatsache, einst sei eine Verschiebung des Trends festzustellen gewesen, wirkt absurd. "Neue" und "alte" Lebenswelt sind lediglich in ihrer Vagheit zu gebrauchen. Die Frage des Lebens stellt sich erneut. Ein gezieltes Erleben von Ereignissen linearer Abfolge oder Chaostheorie? Selbstwissen als Dualismus, obsoleter Ansatz oder undefiniertes Phänomen?
"I am sporadic movement. You are sporadic movement." - CKY
Sämtliche Erfahrungen begleiten auf dem Weg zum Tod in unbestimmter Zukunft. Sich stets dem Aussagesatz des Lebens stellend, das nun ein Ende erfahren kann, ist auf dem Weg zuträglich, kann diesen sogar erleichtern. Leben als Akkumulation bloßer Ereignisse bestimmter Erfahrungsinhalte, gegliedert in Etappen, senkt die Furcht vorm verlorenen Dasein, vorm assimilierten, aufdoktrinierten Charakter. Subkulturen helfen, den Weg durch die Nacht zu finden. Vorbei am Mond, in alle Richtungen ausschwärmend. Menschen als Motten, zum Licht auffliegend.
"Wenn all die Motten tanzen gehen, im heißen Wind sich wild vergnügen. So dekadent und wunderschön, sich in ihr Eigenbild verlieben, will ich die Leiber brennen sehen, frei von Liebe, frei von Lüge. Denn was brennt wird untergehen, die Dekadenz im Feuermeer verglühen." - Ewigheim
Und dennoch konfrontiert mit den Mechanismen, die unser Leben als solches ausmachen. Kein Ablassen. Ein zwangloser Zwang. Zur Entscheidung, zur Individualität. Sind wir individuell? Bin ich individuell? Menschen, die am Bahnhof vorbeiziehen. Selten Hierophanie-Erlebnisse gehabt. Im 5 Jahres-Takt. Bahnhofswartehallen, Flughäfen und Postämter fördern Eliades Empfindungen. Dann wieder: Was sich zeigt, konstituiert eine Realität, fernab der bisher Erlebten. Das 'Jetzt' als neo-spirituelle Ereignisparade auf dem Weg zu dem, was wir später 'leben' nennen werden.
"Alle sind betroffen. Problem. Problem." - Zitronen
Es gibt noch viel zu tun. Viele Herausforderungen zu meistern, Probleme als solche zu identifizieren, Wege zu beschreiten, die aus Bequemlichkeit gemieden worden und Fehler zu machen, die sich im Nachhinein als Weisheit herausstellen. Persönlich, gesellschaftlich, politisch. Wir stehen auf. Wir greifen zum Werkzeug, das so lang zu unseren Füßen lag, getreten und belächelt wurde. Ich prognostiziere 2011 als Anbruch des Jahrzehnts der Orthopraxis. Wir glauben, was wir tun. Und wir tun, was wir glauben.
"Ich weiß nicht, ob du willst oder nicht und ich sag dir eins, die Cobra hält, was sie verspricht."- FS