Über die Welt und alles, was sie zusammenhält

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Neid und andere unschöne Gefühle

Geschrieben von Nedina am 26.07.2007 um 10:53
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Ich wäre so gerne.... Ich hätte so gerne..... Ich würde so gerne...... Der Konjunktiv erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Warum sagen wir nicht stattdessen: Ich bin so gerne.... Ich habe so gerne.... Ich mache so gerne? Warum sind wir nicht mit dem zufrieden, was wir haben? Warum wollen wir immer alles?

Wir vergleichen uns mit anderen, um uns selbst definieren zu können. Und bei diesen Vergleichen haben wir mit uns meist keine Gnade. Das fängt beim Aussehen an, geht über Männer und Freunde und hört beim Beruf auf. Aus verschiedenen Teilchen puzzeln wir uns unser Idealbild zusammen.

Frau Schwarzer und Co. mögen mir verzeihen, aber: Früher hatten es die Frauen leichter. Früher hieß es: Entweder.....oder. Familie oder Beruf. Suchen oder gefunden haben.  Heute heißt es: Ich will alles. Familie und Beruf. Auch wenn wir etwas gefunden haben, sind wir weiterhin auf der Suche. Früher mussten Frauen sich entscheiden. Heute können sie sich entscheiden. Und wie wir uns auch entscheiden: Glücklich macht es uns nicht. Entscheiden wir uns für die Familie, schreien wir nach Selbstverwirklichung, Freiheit und Unabhängigkeit. Entscheiden wir uns für den Beruf schreien wir nach Nestwärme, Mutterliebe und Geborgenheit.

Deshalb wollen wir immer alles. Weil wir denken, nur dann glücklich sein zu können. Wollen alles ausprobieren, um zu wissen, was uns glücklich macht. Aber manchmal muss man einfach Entscheidungen treffen. Und versuchen, mit ihnen glücklich zu sein. Glücklich sein über das, was man hat. Und nicht unglücklich sein über das, was man nicht hat.

Gestern, morgen – nur nicht heute......

Geschrieben von Nedina am 26.07.2007 um 10:50
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Im hier und jetzt zu leben fällt uns schwer. Früher war schließlich alles besser. Unbeschwerte Kindertag. Probleme waren noch Problemchen und Männer noch kleine Jungs. Alles war einfacher, leichter. Aus heutiger Sicht erscheinen uns die damaligen Probleme nichtig, doch waren sie das wirklich?

Wer weiß, wie viele unschuldige Schulanfänger durch das Tragen der orangefarbenen Verkehrswacht-Mützchen ein lebenslanges Trauma davon getragen haben. Oder durch Pudelmützen mit Riesenbommeln. Oder durch marineblaue oder rostrote Nickipullis. Oder durch selbstgestrickte Pullunder. Oder.... Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Heute können wir darüber lachen. Heute ist es für uns eine schöne Kindheitserinnerung. Aber damals? Natürlich denken wir heute schmunzelnd daran zurück, wie wir uns auf den ersten Parties in der Ecke herumgedrückt haben und am liebsten unsichtbar geworden wären. Wir haben Höllenqualen ausgestanden, nur um uns nicht anmerken zu lassen, dass unserer Meinung nach Bier noch grausliger schmeckt als Tütenwein mit abgestandener Cola. Was heute die gute alte Zeit ist, war damals harte Realität. Doch wir verherrlichen die Vergangenheit gerne, um uns die Gegenwart erträglicher zu machen. Probleme gab es in unserem Leben schon immer. Doch wir haben es uns zur Gewohnheit gemacht, uns ausschließlich an die schönen Momente zu erinnern.

Und reicht das Vergangene nicht mehr aus, um uns die scheinbar unerträgliche Gegenwart zu erleichtern, flüchten wir uns in Zukunftsträumereien. Was ist in einem Monat, einem Jahr, zehn Jahren? Wir malen uns unsere Märchenhochzeit aus (natürlich ohne betrunkene Trauzeugen, peinlich gekleidete Großtanten und debile Alleinunterhalter). Wir träumen vom beruflichen Aufstieg, wenn endlich unsere Qualitäten erkannt werden (natürlich lassen wir dabei die 50-Stunden-Woche und die dadurch zerrüttete Beziehung außer Acht. Wir denken an die 500 bis 1000 Euro mehr im Moment, aber nicht daran, dass uns die Zeit fehlen wird, diese auszugeben). Wir träumen von unseren zukünftigen Kindern (sämtliche Kinderkrankheiten, vollgemachte Windeln und die Unsummen die „Pekip“- und „Wie finde ich den richtigen Kindergarten“-Kurse verschlingen ausgenommen). Wir träumen und träumen und denken: Früher war alles besser. Oder später wird alles besser.

Wir verweigern uns dem hier und jetzt. Entweder sollen wir es genießen oder sofort damit anfangen, dass es sich ändert. Verschieben wir es nicht auf morgen. Denn das hier und heute werden wir in zehn Jahren als die gute alte Zeit betiteln. Trösten wir uns damit: Mit der Zeit werden die heutigen Probleme zu Problemchen. Und wenn die Jungs irgendwann zu Männern werden, soll uns das auch recht sein.

Über die Welt, die uns in den Rücken fällt

Geschrieben von Nedina am 26.07.2007 um 10:22
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Geschichten, die das Leben schreibt. Da sind Nina und ihre Mutter. Ein Leben lang versuchen sie, eine harmonische Mutter-  Tochter - Beziehung aufzubauen – erfolglos. Die Versuche scheitern an Ninas Unvermögen mit der Mutter über ihre Homosexualität zu reden. Erst nach deren Tod erfährt Nina, dass auch die Mama einst eine Frau liebte. Doch da sind sie schon vorbei, „Die schönsten Jahre“. Oder Franziska, die sich die Suche nach dem Mann, der ihrer Jungfräulichkeit ein Ende setzt, zum Lebensinhalt gemacht hat – ergebnislos. Bis sie Heinrich trifft. Mit ihm kehrt sie zwei Wochen lang „Der Welt den Rücken“, verliert dabei ihre Jungfräulichkeit und gewinnt eine Portion Lebensweisheit.

 Leben, die Geschichten schreiben. Im Erzählband „Der Welt den Rücken“ beschreibt Autorin Elke Heidenreich Menschen und ihre Welt – wie sie ihr den Rücken kehren und manchmal von ihr die kalte Schulter gezeigt bekommen. Menschen wie Du und ich, wie er und sie kämpfen mit den alltäglichen Problemen und Hindernissen des Lebens. Mit Problemen, die nicht die Welt bedeuten, um die sich ihre Welt aber dreht. Probleme, die Elke Heidenreichs Figuren das Leben schwer machen, die den Leser aber bestens unterhalten – dank des augenzwinkernden Humors der Autorin. Nichts für Leser, die Literaturstoff erwarten, aus dem Träume sind. Hier ist es der Stoff, aus dem das Leben ist. In einer frischen, unkomplizierten Sprache zeichnet Elke Heidenreich die Lebenslinien ihrer verschiedenartigen Charaktere. Dabei führt sie die Feder nicht immer geradlinig: Viele Kurven und überraschende Wendungen lassen beim Leser keine Langeweile aufkommen. Vielmehr findet er sich in so mancher Situation wieder - Situationen, in denen man der Welt den Rücken kehrt und vielleicht eine Bauchlandung macht. Und mit Problemen kämpft, die die Welt nicht braucht. Aber Geschichten wie diese braucht sie.

 Elke Heidenreich. Der Welt den Rücken. Carl Hanser Verlag. München 2001. 191 Seiten.

 

 

Die Bahn kommt

Geschrieben von Nedina am 26.07.2007 um 10:19
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 Wer Kontakte knüpfen möchte oder die Nähe seiner Mitmenschen sucht, der sollte mit der Bahn fahren. Vorzugsweise am späten Freitagnachmittag – denn da ist Körperkontakt garantiert. Die Aktentasche des Investmentbankers in den Kniekehlen, den Rucksack des Interrailers im Kreuz, den Haarknoten der Ordensschwester im Gesicht – was will man mehr? Da wundert und ärgert es auch nicht, dass die Bahn die Preise mal wieder erhöhen möchte. Besondere Erlebnisse haben nun mal ihren Preis – da müssen ein paar Euro mehr für Tickets und Bahncard schon drin sein. Allerdings lässt das Vergnügen Bahn oftmals auf sich warten. Doch keine Sorge, die Bahn kommt – meistens jedoch zu spät.

WG gesucht

Geschrieben von Nedina am 26.07.2007 um 10:13
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Haben Sie schon einmal ein WG-Zimmer gesucht? Glauben Sie mir, es ist ein Abenteuer. Und man erlangt die Erkenntnis, dass Klischees nicht immer Klischees sein müssen, sondern durchaus den Tatsachen entsprechen können.

 

Öko-Kommune mit Batiktüchern an der Wand, Räucherstäbchen auf dem Tisch und einem Nickelbrille tragenden, langhaarigen Pädagogen als Mitbewohner? Es gibt sie wirklich. Zwangs-Kommune, deren Bewohner sich vor dem Essen die Hände reichen und „Piep, piep, piep, wir ham uns alle lieb“ aufsagen? Die die gemeinsamen Essenszeiten strenger einhalten als ihre Eltern? Es gibt sie wirklich. Zweck-Kommune mit Namensschildchen auf den Joghurtbechern? Mitbewohner, die man gerade mal so oft sieht wie seinen Steuerberater? Es gibt sie wirklich. Ich habe sie gesehen. Alle.

 

Lässt sich eine WG auftreiben, die weder ein „Schroht und Korn“-Abo besitzt, noch die Polizei alarmiert, weil man den Mitbewohner auf dem Flur trifft, stellt sich die Frage: Männer oder Frauen? Grundsätzlich bin ich der Meinung: Männer sind die besseren Mitbewohner. Sie führen keinen Zicken-Krieg, sind nicht neidisch auf das schickere Outfit, schönere Haare, bessere Figuren.... Sie blockieren nicht stundenlang das WG-Telefon, füllen den Kühlschrank nicht literweise mit Buttermilch (weil’s schön macht) und stillem Mineralwasser (weil’s satt macht).

 

Aber: Mal schnell im Eva-Kostüm auf die Toilette hüpfen? Sich Tipps für das beste Make-Up holen? Lästern? Tratschen? Bodylotion ausleihen? Da muss dann doch eine Frau her. Die pinkelt auch nicht im Stehen. Hinterlässt ihre Bartstoppeln nicht im Waschbecken. Höchstens die Haare im Abfluss. 

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