Liebe Spenderinnen und Spender, liebe Freunde, Freundinnen und Bekannte,
00:15, 9.04.2008
.. 0 Kommentare
.. Link
die Zeit vergeht wie im Fluge und es ist kaum zu glauben, dass ich nun schon ein halbes Jahr auf der Südhalbkugel bin. Ich habe das Zwischenseminar hinter mir, wo mir sehr bewusst wurde, dass die Halbzeit gekommen ist. Dieses Treffen mit allen Freiwilligen in Argentinien war eine wunderbare Möglichkeit, sich mit den anderen auszutauschen und die erste Zeit intensiv zu reflektieren. Es war sehr schön, zu hören, wie andere Volontäre die Dinge sehen und was sie für Erfahrungen machten.
Ich kann nun mit Sicherheit sagen, dass ich angekommen bin. Ich habe das Land kennen und lieben gelernt und die Menschen in mein Herz geschlossen. Mein Spanisch wird immer besser. Ich denke schon überhaupt nicht mehr nach beim sprechen und verstehe fast alles. Das macht das Leben hier wesentlich einfacher. Wir hatten am Anfang des Jahres viele Besprechungen. Das gesamte Team hat die Jahresplanung der Zentren gemacht und es wurden Ziele gesetzt, welche wir bis Ende des Jahres erreichen möchten. Wir haben uns die Rollen der Mitarbeiter vor Augen geholt und sie bestimmt. Für mich war es sehr interessant zu erfahren, nach welchen Strategien gearbeitet wird. Auf der Arbeit fühle ich mich sehr wohl und akzeptiert. Ich arbeite weiterhin mit den Jugendlichen sowie auch in den talleres (Workshops) mit unseren Kleinen. Es macht mir immer noch sehr viel Spaß, dort zu arbeiten und ich erfreue mich an der Zeit, welche ich mit diesem Menschen verbringe. Ich bin einfach rundum glücklich mit meinem Leben hier und genieße es in vollen Zügen. Viele Freunde sagen:„ Du bist schon eine richtige kleine Argentinierin geworden“. Soweit zu meiner derzeitigen Lage im Projekt und meinem Leben hier. In diesen Rundbrief möchte ich jedoch auf das Land und die Leute, wie man so schön sagt, eingehen. Auch die Kultur darf dabei nicht fehlen. Ich berichte hierbei aus eigenen Erfahrungen und so wie ich diese Dinge kennen gelernt habe. Mit der Zeit ist mir bewusst geworden wie gerne ich in Florencio Varela lebe. Es ist einfach perfekt. Man hat alles in der Nähe, ist jedoch nicht direkt in der Metropole. Das Leben hier ist ruhiger und man ist viel näher an der Armut dran und kann sie somit leichter kennen lernen. Auch wohnen die Arbeitkollegen nicht weit entfernt und dadurch war es mir leichter möglich, einen guten, intensiven Kontakt aufzubauen. Capital Federal (das Zentrum von Buenos Aires) ist auch sehr schön, jedoch jedes Mal, wenn wir dort sind, mit Stress verbunden. Die Menschenmassen, welche sich durch die Strassen schieben und diese europäische Art, die sich doch sehr klar abhebt, gefallen mir einfach nicht. Ich denke, dass es mir, aufgrund dieser, meiner Meinung nach, sehr anonymen Metropole, auch schwer fällt, Kontakte zu knüpfen. Freundschaften zwischen Männern und Frauen sind fast unmöglich (dazu später). Es sei denn, man ist mit einem Pärchen befreundet. Eine Freundschaft unter Frauen oder das Kennen lernen einer Frau bringen meist Rivalitäten mit sich. Ich habe mir hier einen Freundeskreis aufgebaut, der zum größten Teil aus unseren Arbeitskollegen und anderen Volontären besteht. Ich würde gerne mehr Zeit mit Einheimischen verbringen, diese kennen zu lernen fällt mir und auch vielen anderen jedoch nicht leicht. In meinem Urlaub, einer Reise durch verschiedene Provinzen, habe ich einiges von Argentinien gesehen und dies hat mir die Vielfältigkeit dieses wunderschönen Landes näher gebracht. Ein Land voller traumhafter Orte. Jedoch alle total verschieden. Ich habe Misiones gesehen, was im Nord-Osten des Landes liegt. Dort besuchte ich die weltberühmten Wasserfälle von Iguazu. Ich kam mir vor wie im Paradies. Ein so traumhaftes Naturschauspiel, wo sich im Dschungel das Wasser viele Meter in die Tiefe stürzt. Leider wollen viele Menschen diesen Ort besuchen und deshalb ist der Naturpark sehr touristisch und überfüllt. Trotzdem muss man diesen Ort gesehen haben, wenn man in Argentinien war. In Misiones ist die Sprache eine ganz andere. Sie sprechen viel weicher. Da sind wir mit unserem Lunfardo (spanischer Dialekt im Großraum Buenos Aires) direkt aufgefallen. Die Menschen kamen mir noch viel gelassener und ruhiger vor. Die Landschaft und das Klima sind auch sehr verschieden. Die Erde in Misiones ist rot und die Landschaft viel bergiger als hier im Großraum Buenos Aires. Dazu das tropische Klima und der Dschungel, herrlich. Dann waren wir noch in Salta. Dies liegt im Nord-Westen Argentiniens. Wieder eine ganz andere Landschaft und Kultur, umgeben von Bergen, einer sehr trockene Luft und einer noch viel offeneren Kultur. Dort waren wir in einer Bar und haben die offene Art der Menschen zu spüren bekommen. Es wurden Gitarren ausgepackt und die Menschen haben aus voller Seele gesungen und getanzt. Herrlich, dieses komplett andere Leben kennen zu lernen. Es ist sehr schön, nun noch einen tieferen Eindruck von dem Land bekommen zu haben, in welchem ich zurzeit lebe. Das Leben der Argentinier ist sehr locker. Das ist schon an der Begrüßung deutlich zu erkennen. Man begrüßt sich hier mit einem Küsschen auf die rechte Wange, was im Gegensatz zu dem Handschlag in Deutschland viel wärmer ist. Egal, ob es nur ferne Bekannte sind; es wird sich so begrüßt. Das spiegelt ihre offene Art wieder. Auch sind die Argentinier sehr gesellig. Zu jeder Zeit setzen sie sich zusammen und es wird Mate getrunken. Man sitzt zusammen quatscht und geniest den Augenblick. Wenn man einen Bekannten auf der Straße trifft, wird erst einmal der neuste Tratsch ausgetauscht. Diese lockere Art überträgt sich auf die Pünktlichkeit der Menschen. Eine halbe Stunde warten ist mindestens drin, wenn man selbst pünktlich ist. Man nimmt sich Zeit für die Dinge die einem wichtig sind. Die Menschen hier sind im generellen ein wenig chaotisch und was die Organisation angeht, sagen wir nicht ganz so ordentlich. Wenn es jedoch darum geht, auf irgendetwas zu warten, sei es an der Bank oder an der Bushaltestelle, dann geht es ganz geplant zu. Überall werden Schlangen gebildet und daran hält sich jeder. Egal ob die Schlange sich einmal um den ganzen Block zieht. Es wird sich ordnungsgemäß am Ende angestellt und wenn es sein muss, zwei Stunden gewartet. Die Essgewohnheit hier ist auch eine ganz andere als in Deutschland. Morgens gibt es bei den Argentiniern ein paar Plätzchen und Mate. Zum Mittagessen meist auch nur eine Kleinigkeit, manchmal warm, aber oftmals auch kalt. Nachmittags zur merienda (Nachmittagsimbiss) wieder Plätzchen. Das richtige Mahl des Tages findet abends statt. Mit der ganzen Familie gibt es so gegen 22 Uhr eine warme Mahlzeit. Es sitzen alle zusammen und es wird ausgiebig gespeist. Das Essen hier ist grundsätzlich immer in irgendeiner Art mit Fleisch verbunden. Gibt es kein Fleisch, wird nicht gekocht. Oftmals gibt es am Wochenende unter Freunden oder auch in der Familie ein asado (Grillen). Dabei werden pro Person 1 ½ Kilo Fleisch eingeplant. Salat wird kaum gegessen. Wenn Beilage, dann ein kleinwenig Brot. Im Generellen werden hier sehr viele Kekse gegessen und alles was zu sich genommen wird, außer das Abendessen, ist viel süßer als in Deutschland. Sei es die gaseosa (Sprite, Cola, etc.) oder irgendeine Marmelade. Alles ist mit Zucker voll gepumpt. Auf der Arbeit wird dann in den schon sehr süßen Kakao noch mehr Zucker reingepackt. In den Armenvierteln wird auch besonders wenig Obst und Gemüse gegessen. Dafür dann um so mehr Süßkram. Noch zwei sehr populäre Dinge hier sind die facturas und Dulce de Leche. Facturas sind Teilchen, sehr lecker, günstig und zum Frühstück genau das richtige. Dulce de Leche ist eine Karamellcreme, ein sehr süßer Brotaufstrich, welcher aber auch in Facturas, Kuchen, Eis und Plätzchen zu finden ist. Die Sprache der Argentinier ist mir sehr ans Herz gewachsen. Spanisch gefällt mir sehr gut. Der Sprachgebrauch ist ein ganz anderer. Die Emotionen werden sehr stark ausgedrückt und es wird sehr viel beschrieben. Hier werden Dinge ausgesprochen, wo ich als Deutsche denke:“ Mein Gott, so etwas würde ich niemals sagen“. Dies ist hier jedoch ganz anders gemeint. Schimpfwörter gehören hier in einer ganz normalen Konversation dazu und sind auch nicht böse gemeint. Es werden Wörter benutzt, die bei uns nur im äußersten Streit rausrutschen. In den ärmeren Vierteln, wie zum Beispiel bei mir auf der Arbeit, ist „Hey Hurensohn, wie geht’s?“ keine Seltenheit und in jedem zweiten Satz kommt ein anderes Schimpfwort vor. Aber auch unter unseren Freunden ist „Arschloch, was ist, machen wir heute was?“ im ganz normalen Sprachgebrauch zu finden. Wörter dieser Art gibt es hier un montón (haufenweise). Es ist nicht einfach, sie zu lernen und zu verwenden, denn man muss ein Gefühl entwickeln, wann sie verwendet werden. In manchen Situationen kommen sie falsch rüber oder werden nicht richtig verstanden. Auch aufgrund der Betonung haben sie unterschiedliche Bedeutungen. Nun komm ich mal auf Musik und Tanz zu sprechen. Die Musik Nummer eins unter den Jugendlichen ist Cumbia. Die Sänger sind meist sehr jung und singen oft von Problemen unter der ärmeren Bevölkerung oder von der Liebe. Aber teilweise auch einfach sinnloses Zeugs. Diese Musik, die ich mit Schlager- oder Karnevalsmusik in Deutschland so etwa vergleichen könnte, hört man überall. Egal ob auf der Strasse, aus den Autos, in den Geschäften und in der Disco. Anfänglich hat mir diese ungewöhnliche Musik nicht gefallen. Mittlerweile jedoch, wo ich weiß, wie man dazu tanzt, gefällt sie mir immer besser. Reaggeton ist auch eine sehr verbreitete Musikrichtung hier in Lateinamerika. Es erinnert ein wenig an Hip Hop, ist aber noch mehr Sprechgesang. Auch gibt es Folklore und Salsa, dies jedoch verstärkt im Norden des Landes. Der Tango ist natürlich sehr bekannt, jedoch eher unter der älteren Generation verbreitet. Dann gibt es noch den rock nacional, welcher mich sehr anspricht. Was mir hier positiv an der Musikkultur auffällt, ist, dass ca. 90% in der Landessprache gesungen wird. Aber natürlich gibt es auch englische Musik sowie auch Techno. Der „Weggeh-Rythmus“ ist hier ein ganz anderer. Wenn man in die Disco geht, braucht man vor 2 Uhr erst gar nicht los, da diese bis 2:30 Uhr alle wie ausgestorben sind. Um 3 Uhr fängt es sich langsam an, zu füllen. Aufgrund dessen ist man nach einem Discobesuch auch nie vor 8 Uhr morgens zu Hause. Getanzt wird fast immer zu zweit. Es wird sich an die Hände gefasst und los geht´s;). Es werden Drehungen gemacht und verschiedene Schritte. Dadurch lernt man sehr schnell Wesen des anderen Geschlechts kennen. Oft wird auch sehr körperbetont und eng getanzt. Wo mich auch diese andere viel offenere Art beeindruckt hat, war an Karneval. Frauen, die so gut wie gar nichts anhatten, zogen tanzend durch die Strasse. Aber nicht nur Frauen, sondern auch Kinder. Im Alter von fünf Jahren, nachts, in einem sehr aufreißerischen Outfit, durch die Strasse zu tänzeln, naja, andere Kultur halt….Durch dieses Erlebnis ist mir klar geworden, warum die Südländer so gut tanzen können. Sie bekommen es von Kind auf eingeprägt. Durch den Tanz wird wieder diese offene Art an den Tag gelegt. Was den Tanz und die Ansprechweisen in der Disco angeht, sind die Argentinier sehr direkt und viele sehr aufdringlich. Oft hört man schon nach fünf Minuten die Frage:„ Darf ich dich Küssen?“. Es ist sehr schwierig, eine Freundschaft zu Männern aufzubauen. Wenn man sie kennen lernt, wollen sie alle nur das Eine. Eine Freundschaft zwischen Männern und Frauen ist hier eher eine Seltenheit. Diese Art ist vielleicht auch eine Grundlage dafür, warum die Frauen oftmals schon sehr früh Kinder bekommen. In den ärmeren Gegenden ist dies noch häufiger der Fall. Zu dieser offenen Art kommen natürlich noch viele Faktoren hinzu, welche zu dieser Sache beitragen. Oftmals fehlen Aufklärung und ein vernünftiges Vorbild. Ich mein, wenn die Mutter schon mit 15 Jahren ihr erstes Kind bekommen hat, wie sollen sich die Kinder denn dann anders orientieren. Seit Generationen wird das frühe Kinder kriegen durch die villas (Armenviertel) getragen und dadurch kommt es, dass viele Kinder schon Kinder bekommen. Hier ist es keine Seltenheit, dass ein 18 jähriges Mädchen schwanger ist, aber auch mit 14 Jahren bringen schon einige Kinder wieder Kinder auf die Welt. Einige Jugendlichen wollen jedoch auch diese Schwangerschaft. Durch ein Kind haben sie etwas, was ihnen gehört. Etwas, was sie lieben können. Etwas, was sie oftmals in ihrer Familie nicht haben. Im Gegensatz zu dieser Offenheit bei der ersten Begegnung, besteht das Problem, die Freundin oder den Freund mit nach Hause zu bringen. Bis dies geschieht, vergeht oft sehr viel Zeit. Es muss etwas richtig Ernstes sein, bis man jemanden mit nach Hause bringt. Dies liegt, denke ich, daran, dass oftmals die ganze Familie unter einem Dach lebt. Der Opa, die Mutter, Vater, Geschwister, vielleicht sogar schon mit Mann und Kind, und manchmal auch noch Tanten oder Onkel. Wenn nicht unter einem Dach, dann kommt es vor, dass sie Tür an Tür leben. Ein anderer Grund, welcher diese Sache immer sehr in die Länge zieht, ist, denke ich, dass die Rollenverteilung, wie ich sie mitbekommen habe, noch einem sehr alten Model ähnelt. In vielen Haushalten ist es selbstverständlich, dass die Frau hinter dem Herd steht und macht, was der Mann will. Viele Eltern sind sehr streng. Die Kinder hören gut und machen das, was die Eltern sagen. Oftmals ist es auch noch so, dass die Mutter/der Vater sehr viel zu sagen haben, wenn man schon über das Jugendalter (über 18 bei den Männern, über 21 bei den Frauen) hinaus ist. Besonders in den Armenvierteln fällt auf, dass die Frauen zuhause sind und die Männer arbeiten gehen. Gewalt gehört besonders in den Armenvierteln zur Tagesordnung. Kinder werden angeschrieen und oftmals geschlagen. Besonders die Frauen und Kinder leiden unter dieser Gewalt. Vergewaltigungen, Schläge und andere Arten der Nötigung sind keine Seltenheit. Unsere Organisation arbeitet stark mit diesen Jugendlichen und Familien. Oftmals ist der Übeltäter bekannt und es passiert trotzdem nichts. Viele Menschen kennen ihre Rechte nicht. Ein Rechtsanwalt bringt ihnen die Gesetze in einfacher Sprache näher, damit sie sie verstehen. Das größte Problem ist, dass die Menschen Angst vor der Justiz haben. Die Gesetze stehen wie eine unübersehbare Mauer vor ihnen. Auch wissen sie, dass sich in den meisten Fällen doch nichts verändert. Wo sollen die Jugendlichen/Kinder denn auch hin? Auf der Strasse leben? In den eher schlechten als rechten Heimen einen Platz zu bekommen, ist fast unmöglich und dort gibt es auch nicht selten „böse Männer“. Oft kommen die Kinder im Endeffekt nach einiger Zeit zurück ins barrio (Viertel) oder leben auf der Strasse. Mit diesen Aussichten und der minimalen Chance auf Besserung, sich diesen Aufwand zu machen? Was soll denn passieren? Die Übeltäter sind bekannt, meistens sogar aus der eigenen Familie, Vater, Opa, Onkel, Bruder. Die Mutter schweigt oder sieht aus Angst darüber hinweg. Oftmals steht das Viertel hinter den Übeltäter, weil er äußerlich ein lieber netter Mensch ist. Zu dieser Situation möchte ich gerne ein Zahlenbeispiel aus Florencio Varela, dem ärmsten Vorort von Buenos Aires, geben: Es leben 480 tausend Menschen in Florencio Varela, die registriert sind. Dazu kommen die Menschen ohne Pass. Ungefähr 75% der jungen Frauen kommen in irgendeiner Weise mit häuslicher Gewalt in Kontakt. In Florencio Varela gibt es sage und schreibe fünf Heime. Eins davon ist für misshandelte Frauen mit gerade einmal 10 Plätzen. Die anderen Heime haben auch nur 15 Plätze zur Verfügung. Alle diese Heime werden von kirchlichen Einrichtungen finanziert. Vom Staat fließt kein centavo in diese Projekte. Was hier auch häufig passiert, sind Überfälle. Meist sind es Jugendliche oder junge Erwachsene, aber auch Männer, die stehlen und rauben. Besonders als Ausländer muss man aufpassen, da wir für sie leichte, gute Beute sind, wie sie denken. Wir haben dieses Sicherheitsgefühl noch nicht richtig intuitiv in uns drin und haben, wie sie denken, viel Geld und Wertsachen. In den Zügen muss man besonders aufpassen. Dort haben immer alle Passagiere ihre Taschen und Rucksäcke vor den Bauch geschnallt. Mir ist in dieser Hinsicht zum Glück noch nichts passiert. Andere Freiwillige sind jedoch schon mit einer Pistole bis auf die Unterwäsche ausgeraubt worden. In solchen Fällen kann man von Glück sprechen, dass nicht mehr passiert ist. Man muss sich, besonders nachts, gut überlegen, durch welche Strassen man geht. Hier in Florencio Varela haben wir aufgrund unserer sozialen Kontakte jedoch schon ein gutes Gefühl dafür bekommen, wo wir uns ohne Probleme auch abends aufhalten können. Die Polizei hat hier unter der Bevölkerung einen schlechten Ruf. Es wird gesagt, dass sie nichts machen und sehr korrupt sind. Ich habe von vielen Einheimischen den Hass gegenüber der Polizei mitbekommen. Auch ist es wohl so, dass die Polizei für Geld fast alles macht. Für mich machen die Polizisten einen sehr wichtigtuerischen Eindruck. Sie sind immer mit schusssicherer Weste gekleidet und tragen Waffen bei sich. Ist in Deutschland zwar auch so, aber hier fahren die Polizisten auch in diesem Outfit nach Hause. So kommt es abends manchmal vor, dass ich einen solchen Polizisten, außerhalb der Dienstzeit, in voller Montur neben mir im Bus sitzen habe. Etwas anderes, was noch sehr stark auffällt ist, dass sie egal wo immer, mit Blaulicht herum fahren. In den ärmeren Gegenden wird sie selten gerufen, wenn irgendetwas ist, weil sie oftmals nichts machen oder gegen sie handeln. Manchmal kommen die Polizisten in die villas, um sich Drogen oder sonstiges zu beschaffen oder zu verkaufen. Was mich sehr erschrocken hat, war, als ich an dem Tag der Präsidentenwahl spazieren war und die Bewachung der Wahllokale gesehen habe. Sie wurden mit scherst bewaffneten Beamten kontrolliert. Ein Polizist stand sogar mit griffbereitem Maschinengewehr da, was mich sehr beängstigte. Was die Wahl angeht, war es vorher schon klar, dass Christina Kirchner, die Frau des ehemaligen Präsidenten, die Wahl gewinnen wird, da es kaum eine andere Möglichkeit gab. Das Volk konnte Christina Kirchner wählen, welche ohne politische Kenntnisse aufgestellt wurde. In der Öffentlichkeit sprach ihr Mann für sie. Frau Kirchner argumentierte nicht, warum man sie wählen solle, doch das brauchte sie auch nicht, da die andere aufgestellte Partei rechtsradikal ist. Dies zeigt eindeutig die korrupte Art Argentiniens und es wird sehr deutlich, dass dieses Land noch lange keine Demokratie ist, obwohl es sich so nennt. Der Großteil der Menschen in Argentinien ist katholisch. Doch auch der evangelische Glaube ist vertreten. Anfangs dachte ich, komisch angeguckt zu werde, wenn ich sage, dass ich nicht getauft bin. Dies war jedoch nicht der Fall. Es wurde gut aufgenommen und akzeptiert. Die Menschen in meinem Umfeld sind alle getauft, gehen jedoch eher selten in die Kirche. Was sehr stark auffällt, ist, dass am Straßenrand oder in den Vorgärten, sowie in den villas oft Gedenkstätten stehen. Dies sind kleine Häuschen, ca. 1 1/2m groß, mit einer überdachten Fläche, welche mit Kreuzen, einer Jesusfigur, Kerzen und Blumen geschmückt ist. Wenn die Menschen daran vorbeikommen, bekreuzigen sie sich und küssen sich auf den Zeigefingerknöchel. Hier in Florencio Varela sehen die Kirchen sehr merkwürdig aus. Es sind nur Hallen, welche sich unter den Wohnhäusern befinden. Einmal waren wir in einer dieser Kirchen, um sie von innen zu betrachten. Es ist ein großer bestuhlter Raum, in welcher vorne auf einer höheren Ebene ein geschmückter Altar steht. Was mich sehr erschrocken hat, war, was während dieser Messe gemacht wurde. Es wurde eine Teufelsaustreibung vollzogen. Eine schreiende Frau, welche sich hin und her schmiss, wurde von mehreren Männern festgehalten. Ich sprach mit meinen Betreuern über dieses Erlebnis und diese sagten mir, dass es hier wohl normal wäre, da es viele verschiedene Sekten gibt. Diese sind hier, solange keine Lebewesen geopfert werden, erlaubt. Was ich auch sehr ungewöhnlich finde, ist, dass es hier recht viele Mormonen gibt. Mir ist in einer Begegnung mit einer Mormonin aufgefallen, dass sie sehr Nord-Amerika fanatisch ist und nur englisch mit uns sprechen wollte. Auch war sie ganz stolz, Deutsche zu kennen. Ich habe das Gefühl, dass die Menschen aus den ärmeren Schichten sich oftmals an ihrem Glauben festhalten. Dies ist etwas, in welchen sie ihre Hoffnung setzen können, aus ihrer Situation raus zu kommen. Auch wenn sie noch so verzweifelt und aussichtslos sind, haben sie in ihrem Glauben etwas, was sie an der Oberfläche halt. Diesen Eindruck habe ich und ich finde es sehr bemerkenswert, wie viel Kraft sie dadurch schöpfen. Aus diesem Teufelskreis der Armut heraus zukommen, ist sehr schwierig, aber einfacher ist es mit dem Willen dazu. Über die Armutslinie (welche bei einem Monatsgehalt von 1600$, ca.340€ liegt) hinauszukommen, ist nicht einfach. Ein Lehrer verdient zum Beispiel ca. 1300$ im Monat. Aufgrund dessen gehen viele Menschen bis zu über 12 Stunden am Tag arbeiten, um ihre Familie über Wasser zu halten. Oftmals bei Dingen, welche die Lebensweise in der Armut widerspiegeln, sagt mein animador zu mir:„ Viste Vanessa, éste es el tercer mundo.“ (Siehst du Vanessa, das ist die dritte Welt). Ich bin sehr froh, diese kennen lernen zu können. Die Erfahrungen, die ich mache, weiter zu tragen und mit meiner Arbeit ein klitzekleiner Teil ihrer Entwicklung sein zu dürfen. Dafür, dass mir dies möglicht ist, möchte ich mich bei ihnen ganz herzlich für ihre Unterstützung bedanken. Viele liebe grüße aus der Ferne, Vanessa Weitere Zwischenberichte und Fotos sind auf meinem Blog www.vanessa.de.cz zu finden. Danke für eure super Unterstützung!
22:56, 7.04.2008
.. 0 Kommentare
.. Link
Ich möchte mich ganz herzlich bei Birgit, Vera, Iris und Mike für die Spenden bedanken.
Durch dieses Geld haben wir einen Kühlschrank kaufen können.Seitdem ich hier bin, war der Kühlschrank meines Zentrums kaputt und hat nur noch als Regal gedient. Ohne Kühlschrank ist es, in dem heißen Sommer wie er hier in Argentinien ist, natürlich sehr umständlich. Den ganzen Sommer hatten wir weder Eis um Getränke zu kühlen, noch konnten wir Lebensmittel lagern. Diese musste meine Betreuerin immer bei sich zu hause unterbringen. Aufgrund von Geldmangel war es nicht möglich einen neuen zu kaufen. Diese Anschaffung hat dem Zentrum sehr geholfen und macht alles sehr viel einfacher. Ich möchte euch von dem Tag der Überraschung erzählen. Da ich kurz vor meinem Urlaub stand hat meine Betreuerin mir gesagt, dass wir es wohl nicht mehr schaffen vor den Ferien einen kaufen zu gehen. Ich habe ihr dann das Geld gegeben und ihr gesagt sie soll ihn alleine besorgen gehen wenn ich weg bin. An meinem letzten Tag habe ich mit unseren Jugendlichen in unserer kleinen Hütte einen Film geschaut. Es war alles sehr stressig, weil sie einfach nicht ruhig sein wollten. Zu guter letzt waren dann auch noch alle Betreuer aus der „Vorstellung“ verschwunden. Ich dachte mir nur so toll…… und hatte schlechte Laune. Ich ging raus um mir einen meiner Betreuer zur Hilfe zu holen. Da sah ich, dass unser Kühlschrank draußen stand. Dachte mir aber nichts dabei und fing an mit meinen Betreuern über das Problem zu sprechen. Da kam unsere Köchin mit einem Ei in der Hand an und fragte mich: “?Me haces un favor vane y pones el huevos en el heladera? (Vanessa, tust du mir einen gefallen und legst mir das Ei in den Kühlschrank?) Ja und dann stand er da in der Küche, unser neuer Kühlschranks und ich tat das erste Ei rein. Meine Mitarbeiter haben sich alle so gefreut, haben mich gedrückt und ich soll von ganzen Herzen vielen, vielen Dank von ihnen und auch im Namen des Zentrums ausrichten. Wir hatten noch eine Spende zur Verfügung welche für die Adoptivkinder von meiner Betreuerin gedacht war. Diese kam von einem deutschen Ehepaar welches unsere Zentren aufgrund einer Radioreportage(Deutschlandradio Kultur) besucht hatte. Auch dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Von diesem Geld sollten Betten für die Kinder gekauft werden. Da dieses Geld aber nicht ganz ausreichte und von dem „Kühlschrankgeld“ noch ein klein wenig über war, floss dieses noch zu einem kleinen Teil mit in die Betten. Das Geld ist bis aus den letzten Centavo ausgenutzt worden und nun haben die Süßen auch endlich Betten und müssen nicht mehr mit ihrer Matratze auf dem Lehmboden schlafen. Von ganzen Herzen möchte ich mich noch einmal bedanken. Diese Erfolge haben mir gezeigt, dass durch so etwas, in so einer Gegend, so viel getan werden kann und dass hat mich sehr glücklich gemacht. Entschuldigen möchte ich mich, dass sich das nun alles so in die Länge gezogen hat. Aber naja, ich bin halt in Argentinien und da brauchen die Dinge eh immer ein wenig länger;) Dazu kam, dass meine Chefin hochschwanger war und ich dies erst mit ihr besprechen musste. Ich fand keinen passenden Augenblick. Kurz vor der Geburt der kleinen Paula war dann doch ein Moment gekommen wo ich sie erwischte. Herzlichen Dank auch von ihr. Ja und nun haben wir auch schon 3 Wochen unseren tollen Kühlschrank und die Betten und alles läuft super. Aber ich war zwei Wochen im Urlaub und deswegen kommt nun der Bericht so spät, sorry. Viele liebe Grüße aus Argentinien sendet Vanessa El Seminario
22:04, 19.03.2008
.. 0 Kommentare
.. Link
El seminarioMan kann es kaum glauben, doch es ist soweit, die Halbzeit ist gekommen. Ein halbes Jahr seit ihr mich nun los und in noch mal so viel Zeit werde ich euch wieder nerven kommen;) Jeje……. Ein komisches Gefühl zu wissen, dass man nur noch so lange hier ist wie man nun schon hier war. Weil die Zeit bis zum jetzigen Moment so schnell umging. Man hat man sich an alles gewöhnt, an die Kakerlaken, an die Hitze, an die Monstermücken, einfach an alles und dann….die Zeit die nun noch kommt, wird ja dann noch schneller umgehen…. Ahhhh….Hilfe…..aber naja, ein bisschen gute Aussichten habe ich ja auch. Wenn ich wiederkomme bleibe ich nicht in Essen…jeje….(der Teil war jetzt für die Leute die mich gut kennen und meinen Humor schätzen und mögen - gell Hanni ;-) Naja Spaß beiseite….ich freue mich schon sehr darauf alle wieder zu sehen, andererseits bin ich jedoch auch schon sehr traurig wenn ich daran denke, mein Leben hier hinter mir zu lassen. Ja, das Zwischenseminar habe ich nun auch schon hinter mir und davon möchte ich euch heute ein wenig berichten. Alle Volontäre von der IERP (meine Organisation hier in Buenos Aires) aus Argentinien haben sich Anfang Februar zum Zwischenseminar in El Dorado getroffen. El Dorado liegt in Misiones, im Nord-Osten des Landes. Dort arbeiten zwei Volontäre in einem Altersheim welches auch ein Gästehaus hat in welchem wir alle untergekommen sind. Es war sehr schön mal wieder alle wieder zu sehen. Wir reflektierten die erste Hälfte von unserem Friedensdienst und sprachen über Situationen in welchen wir an unsere Grenzen gestoßen sind. Auch wurden alle Projekte vorgestellt, was ich sehr interessant fand. Mir hat das Seminar sehr viel gebracht. Das gemütliche zusammensitzen und austauschen von Erfahrungen und Erlebnissen die man gemacht hat war einfach spannend. Der Ort war auch perfekt, nahe den Wasserfällen von Iguazu (die ich nun zum 2. Mal besuchen durfte) und mit einem ganz anderen Klima. Nun möchte ich euch einen Bericht zu lesen geben welchen ich in dem Seminar geschrieben habe. Die Aufgabe war es die für einen selbst beeindruckenste Situation oder Geschichte die man bis jetzt erlebt oder mitbekommen hat aufzuschreiben. Auch wenn einige diese Geschichte auch schon kennen, möchte ich sie trotzdem gerne noch einmal an dieser Stelle und auf diese Art hier rein setzen. Die Geschichte eine für mich sehr beeindruckenden Familie Schon anfänglich beeindruckte mich die sehr offene, starke Persönlichkeit meiner Animadora. Im Laufe der Zeit erfuhr ich ihre Geschichte bzw. Ihre Lebenssituation und diese Hintergründe machten es mir noch unfassbarer wie diese Frau eine solche Lebensenergie ausstrahlt. Sie hat fünf Kinder und zusammen mit vieren (die jüngste 10 Jahre alt) lebt sie nahe des Jugendzentrums, in der Villa in einem kleinen Häuschen. Trotz ihres sehr niedrigem Lebensstandart und ihrer Vergangenheit welcher von Alkohol stark geprägt ist, hat sie ein so großes Herz und hat noch fünf Kinder in ihr Leben aufgenommen. Fünf Geschwister im Alter von 13, 13, 10,6, 4 Jahren und einem Säugling mit 6 Monaten lebten zusammen mit ihrer Mutter in einer Holzhütte mit sage und schreibe einem Raum. Da die Mutter aber mit ihrem neuen Freund immer Tagelang verschwand, war es die Aufgabe der Ältesten sich um ihre jüngeren Geschwister zu kümmern. Ohne einen Centavo und im Alter von 13 Jahren ist das natürlich nicht ganz einfach. Oftmals fuhr sie nach Capital um irgendwie Geld aufzutreiben und machte Erfahrungen mit verschiedensten Drogen. Wenn die Mutter zu Hause war, schickte sie ihre Kinder zum betteln nach Essen zu Nachbarhäusern. Von dem Freund der Mutter wurden sie geschlagen. Die Mitarbeiter meines Zentrums wussten, dass die Kinder oftmals Tagelang alleine waren, kannten die Zustände, schalteten Ämter ein jedoch nichts passierte. Eines Tages schafften sie es jedoch die Kinder aus diesem Hause rauszuholen. Die Mutter der Kinder, mit ihrem 6 Monate alten Säugling und erneut schwanger, verschwand mit ihrem neuen Mann. Übergangsweiße nahm meine Animadora die total verwahrlosten Kinder bei sich auf. Da die älteste dieser hübschen und total süßen Kinder gut über die Verhältnisse ihrer „Familie“ bescheid wusste, war es möglich über die Väter der Kinder etwas zu erfahren. Alle verstreut, alles verschiedene Väter jedoch aus einer Familie. Der Großvater der ältesten Tochter ist z.B.: der Vater des Jüngsten, die anderen sind Brüder oder Cousins dieses Mannes. Nach einiger Zeit waren Familien für die Kinder gefunden, diese jedoch eher Schlecht als Recht und die Geschwister wären getrennt worden. Wie hätte man ihnen das letzte was sie hatten, ihren Zusammenhalt, noch nehmen können? Meine Animadora hatte diese Kinder schon so in ihr Herz geschlossen und entschied sich, trotz ihrer schwierigen Lebenssituation und minimalen finanziellen Mitteln sie bei sich aufzunehmen und sie als ihre Kinder zu sehen. Den Kindern geht es dort so gut, diese Herzlichkeit die ihnen entgegengebracht wird lässt sie aufleben und ich habe selber gemerkt wie sich die Kinder zum positiven gewandelt haben. Der anfänglich sehr schüchterne und stille 13 jährige ist viel offener geworden. Am Anfang meiner Zeit war es auch so, dass der Junge seine Mutter vermisst hat und zu ihm wollte. Eine schwierige Sache einem 13jährigem Jungen klar zu machen, das dies nicht möglich ist. Mittlerweile, sie leben jetzt circa 8 Monate dort, habe ich das Gefühl, dass sie diese neue Lebenssituation akzeptiert haben. Sie sehen meine Animadora als Mutter an und als ich diese Tatsache mitbekam, war für mich ein weiterer Punkt gekommen, in dem ich diese starke Persönlichkeit meiner Animadora noch einmal deutlich zu spüren bekam. Oft wenn ich diese Kinder in den Arm nehme oder die kleinen auf meinem Schoß schlafen, denke ich an ihre Geschichte. Immer wieder ist es für mich unfassbar, dass sie eine solche Lebensfreude und Energie ausstrahlen und mich erfreut es sehr mit ihnen zusammen zu sein und zu arbeiten. Meine Animadora, auch meine zweite Mama, ist für mich ein Mensch den ich sehr bewundere. Sie setzt sich sehr für das Zentrum ein und es ist sehr schön, das ich die Möglichkeit habe mit ihr zusammen zu arbeiten und sie als Frau kennen zu lernen. Diese Wahrheit unterstützt sehr meine Einstellung, dass Geld nicht alles ist im Leben und das Liebe und Herzlichkeit eine sehr große Rolle spielen. Leider ist dies eine Geschichte wie es tausende gibt, dazu kommt, dass sie gut ausgegangen ist. Viele Kinder hier leben ihr Leben lang unter erbärmlichen Zuständen und kommen niemals hinaus….. Auch meine Mitbewohnerin und gute Freundin Carina hat einen solchen Bericht geschrieben den ich euch/Ihnen an dieser Stelle präsentieren möchte. Meine Geschichte erzählt von einer 14. jährigen Jugendlichen, die mit ihren sechs Geschwistern und dem Ehemann der ältesten Schwester in der Villa Argentina in Florencio Varela lebt. Ihre Eltern sind fort. Sie haben die Kinder irgendwann zurückgelassen. Nun ist die Älteste mit gerade einmal 18 Jahren für ihre sechs Geschwister verantwortlich. Sie musste die Schule aufgeben und arbeitet seitdem tagtäglich als ama de casa. Das Haus, bestehend aus einem Zimmer, trägt, von außen sichtbar, den Namen House of brothers. Diese drei Wörter sind mir nie wirklich aufgefallen, obwohl wir öfter mit unseren Jugendlichen an diesem Haus vorbeilaufen müssen, wenn wir auf den Campo gehen, um Murga zu spielen. Erst, als ich mit einer Betreuerin Visiten machte, lernte ich die Villa und mit ihr das genaue Umfeld der Jugendlichen kennen. Die meisten unserer 25 Jugendlichen wohnen in nur einem Raum mit mindestens fünf Geschwistern und einem Elternteil. Die Häuser sind aus Stein, z. T. aus Holz. Das Dach wurde aus Materialien wie Alufolie, Holz und Wellblech zusammengeschustert. Wasser gibt es aus dem Brunnen im Garten, sowie die Toilette, die oftmals in einer separaten Holzhütte vorzufinden ist. Müll liegt herum. Es gibt keine gepflasterten Strassen. Die Strasse besteht eigentlich zum größten Teil aus Müllbergen. An den Seiten der Strasse fließt Abwasser in improvisierten Kanälen, die die Einwohner wöchentlich neu ausheben müssen. Müll wird verbrannt. Immer wieder verspüre ich diesen übel riechenden Geruch, wenn ich im Bus zu meinem Projekt fahre. Vieles wird einfach verbrannt und die Umwelt dabei außen vorgelassen. Doch dann wird einem wiederum bewusst, dass die Menschen in den Armenvierteln keinen wirklichen Anspruch auf ein normales Leben haben und sie an erster Stelle stehen müssen, um zu überleben. Die Umwelt ist also zweitrangig. Und so wächst die nächste Generation in diesem Umfeld auf. In einem Loch, aus dem die wenigsten von selber wieder raus kriechen können. Eine führende Hand, die ich zu jeder Zeit kennen lernen durfte, fehlt den Jugendlichen. Sie bekommen keinen Anstoß, da dieser auch bei den Erwachsenen fehlt. Dank des Zentrums gibt es für unsere Jugendlichen einen Ort, an dem ihnen einer zuhört. Zu diesem sie hinkommen können, um die Sorgen des Tages zumindest für einige Stunden zu vergessen. Zu dem auch die Jugendliche eines Tages kam, von der meine Geschichte handelt. Völlig verstört und am weinen, wollte sie die Betreuerin des Zentrums sprechen, noch bevor wir offen hatten. Daraufhin gingen die Beiden fort und ich blieb allein und wartete, bis die Jugendlichen eintrafen. Später erfuhr ich, dass die Schwester der Jugendlichen total ausgetickt war, weil ihr einfach alles zu Kopf stieg. Sie schimpfte auf ihren Ehemann und ihre Schwester ein. Daraufhin rannte unsere Jugendliche zum Zentrum. Hier wusste sie, kann sie jederzeit Hilfe anfordern. Diese Situation stimmte mich glücklich und traurig zugleich. Viele Menschen im Viertel leben unter den erbärmlichsten Verhältnissen, die man sich vorstellen kann, aber es wird einem geringen Teil der Jugendlichen zumindest ein paar Stunden pro Tag damit geholfen, abzuschalten, den Tag sinnvoll zu gestalten und auf einer anderen Ebene zu kommunizieren. Ich lernte die Jugendliche z.B. immer als eine schlagfertige, offene und sehr direkte Persönlichkeit kennen, die eigentlich keine Probleme zu haben schien. Doch an diesem besagten Tag zeigte sich sehr deutlich, dass sie um ihren weichen Kern einfach nur eine harte Schale anbrachte, der ihre Sorgen und Wünsche nicht offenbart. Doch in diesem Zentrum darf sie sie äußern, wenn sie das möchte. Sie kommt nun seit zwei Jahren täglich und hat dort so etwas wie eine zweite Familie gefunden. Sie ist offener und lebenslustiger geworden, seitdem sie dorthin geht, sagte man mir. Sie geht zur Schule und nach dem genannten Vorfall läuft es auch wieder besser mit der Schwester. Und das sind Erfolge, die das Zentrum aufrechterhalten. Probleme gibt es trotz des Aufschwungs im barrio satt und das Zentrum bringt ein bisschen Licht ins Ungewisse… Nun geht es für mich auf in die zweite Halbzeit und ich freue mich noch viele Erfahrungen zu sammeln und die Zeit hier weiterhin zu genießen. Viele liebe Grüße aus der Sonne, Vanessa Hallo meine Lieben weit in der Ferne, in Deutschland oder sonst wo in der Welt verteilt!
02:24, 24.02.2008
.. 0 Kommentare
.. Link
Ich hoffe, Ihr hattet eine schöne Weihnachtszeit, schöne Feiertage, einen guten Rutsch und einen gutem Start im neuen Jahr. Ich möchte mich nun erst einmal dafür entschuldigen, dass es nun so lange nichts neues mehr zu lesen gab hier auf meiner Seite. Aber entweder streikte die Technik und ich konnte mich nicht einloggen oder ich war unterwegs oder natürlich viel beschäftigt. Nun möchte ich euch über meine wunderschöne Urlaubszeit berichten. An fing sie für mich als ich den lang ersehnten Besuch, Dixi, am 14.12 2007 vom Flughafen abholte. Es war sehr schön ein vertrautes Gesicht von zu Hause hier in meiner zweiten Heimat zu empfangen. Die erste Woche blieben wir hier in Buenos Aires um die Stadt zu besichtigen, ihm unsere Projekte zu zeigen und zu guter Letzt noch um zu arbeiten. Da es aber die letzte Woche vor den Sommerferien war gab es viele Ausflüge und Verabschiedungsfeiern. Die Umgebung in der wir hier leben und das Leben was wir uns hier aufgebaut haben mit jemanden zu teilen, bzw. zu zeigen war eine sehr schöne Sache. Somit ist es viel einfacher mit ihm über die Dinge hier zu sprechen. Das fängt schon bei kleinen Dingen an, z.B.: dass er die Wohnung kennt, dass er weiß wie der Blick aus dem Fenster ist….. aber auch, dass er die Menschen kennen gelernt hat mit denen wir hier zusammen sind. Es war eine sehr schöne Erfahrung mit ihm eine kurze Zeit diese Dinge teilen zu können. ![]() Am 22.12.2007 ging es dann richtig los. Morgens stiegen wir am Retiro in den Bus nach Rosario. Dort verbrachten wir einen Tag und schauten uns die Innenstadt an. Dort gab es viele schöne alte Gebäude und es war einfach schön eine fremde Stadt zu erkunden. Abends in unserem Hostel gab es dann auch direkt eine große Party wegen des Jahresabschlusses. Es gab schöne Musik und ich habe direkt einige Leute kennen gelernt. Am nächsten Abend ging es dann auf zur nächsten Station nach Cordoba. Dies ist die zweitgrößte Stadt Argentiniens. Es ist eine Studentenstadt mit einer herrlichen Innenstadt mit vielen alten Gebäuden, kleinen Gassen und schönen Parks. Dort haben wir dann am 24.12 einen kompletten Sightseeing Tag eingelegt. Haben uns alle Sehenswürdigkeiten angeschaut und haben uns in einem kleinen süßen Cafe ein Bierchen gegönnt. Den Heiligabend verbrachten wir dann nach einem kleinen Schläfchen im Hostel. Um 10Uhr gab es ein riesiges und sehr leckeres Asado (Grill): wir aßen alle sehr lecker zusammen. Mit Menschen aus aller Welt diesen Abend zu verbringen war mal eine ganz andere Erfahrung und auch die Art, hier Weihnachten zu feiern war einfach so anders. Erst aßen wir alle zusammen und dann um Mitternacht gab es ein großes Feuerwerk, es wurde angestoßen und sich ein frohes Fest gewünscht. Auch wurde den ganzen Abend Lampionähnliche Lufthütte in den Himmel gelassen. Es war sehr schön diese leuchtenden Lufttütten in den schwarzen Himmel verschwinden zu sehen. Mal ein ganz anderes Weihnachten, jedoch war es eine sehr schöne Erfahrung. Ich hab mir das Weihnachten in Deutschland natürlich nicht ganz entgehen lassen. Um 16 Uhr unserer Zeit waren wir gerade bei 39 grad in der Stadt unterwegs und dort habe ich meine Familie angerufen um wenigstens für einen kurzen Moment bei ihnen zu sein. Am nächsten Mittag mussten wir leider schon wieder los. Fuhren dann ca.20 Stunden mit dem Bus bis wir dann in einer ganz anderen Gegend angekommen waren. Unser Reiseziel hieß Iguazu was ganz im Nord-Osten Argentiniens liegt. Eine Dschungellandschaft mit roter Erde. Dort in dem Dreiländereck sind die weltberühmten Wasserfälle welche wir besichtigten. Einen Tag verbrachten wir auf der brasilianischen Seite und einen auf der argentinischen Seite. Ein so beeindruckendes Naturschauspiel habe ich noch nie in meinem Leben sehen dürfen. Die Maßen an Wasser die sich so viele Meter in die tiefe Stürzen, darum ein Naturpark mit vielen exotischen Tieren und Insekten, einfach sehr beeindruckend. ![]() Mir persönlich hat die argentinische Seite besser gefallen weil man dort richtig durch angelegte Wege durch den Dschungel gelaufen ist. Dort liefen Nasenbären sowie riesige Exen und allerhand Insekten rum. Auch flogen dort sehr große bunte Schmetterlinge herum, bunte Vögel und wir sahen sogar ein Krokodil und viele Schildkröten. Es war so schön überall gab es kleine Wasserfälle, auf so einer Insel nahe eines Wasserfalles konnte man sogar schwimmen gehen, herrlich. Ich habe mich an diesem Tag gefühlt als währe ich im Paradies. Es ist sehr schwierig dieses Gefühl zu beschreiben, aber ich hoffe es kommt ein wenig über die Fotos rüber. In diesem Park feierten wir dann auch den Geburtstag von Dixi, ich mein was will man mehr als seinen Geburtstag an so einem wundervollen Ort zu verbringen. ![]() Doch auch unsere Zeit dort ging leider viel zu schnell zu Ende. Von da aus ging dann eine Höllentour los. Wir fuhren mit einem Bus welcher eher schlecht als recht war nach Rio de Janeiro. Wir verbrachten 28 Stunden in diesem Bus, standen irgendwann mitten in der Nacht im Nichts mit Motorschaden und mussten zwei Stunden warten bis dann ein neuer Bus kam. Zwei weitere Buswechsel folgten. Ich sage euch eine solche Tour wünsche ich keinem. Der Bus war so unbequem, wir hatten weder Beinfreiheit noch konnte man den Sitz soweit zurückklappen um irgendwie schlafen zu können. Nach dieser Tour waren wir einfach nur fertig, aber anstatt dann, als wir ankamen, direkt ein Hostel zu haben, standen wir erstmal am Bahnhof und mussten uns ein Hostel suchen, was über die Silvestertage gar nicht so einfach war. Alle Hostels hatten nur Pakete über Silvester wo man mindestens fünf Tage bleiben musste. Wir wollten aber nur 3 Tage dort verbringen. Nach ewiger Suche und fast vollkommener Erschöpfung hatten wir dann endlich ein einigermaßen günstiges Hostel gefunden, was ziemlich zentral lag. Den restlichen Tag haben wir dann an der Copacabana verbracht. ![]() Es ist einfach ein absoluter Traumstrand, weißer Sand, blaues Meer und Berge im Hintergrund zwischen welchen sich die Stadt entlang schlängelt. Am 30.12 haben wir dann einen richtigen Touritag eingelegt und haben uns alles angesehen was man gesehen haben muss wenn man in Rio ist. Wir waren auf dem Zuckerhut. Das ist der zweitgrößte Berg in Rio. Mit einer Gondel fuhren wir auf den ersten Berg hoch. Von da aus hatte man schon eine herrliche Aussicht über die Stadt das Meer und die Inseln. Doch dann, als wir ganz oben angekommen waren, ein Traum…….ein Blick über die ganze Stadt, den nationalen Flughafen mit einer nur 1,2km langen Startbahn, viele Strände und vor allem kann man von dort die Copacabana sehen. Wie Ameisen sahen die tausenden Menschen aus die Ihre Freizeit am Strand verbrachten. Von dort aus hatte man erstmal einen Überblick, wie viele Menschen an diesem Strand waren, unglaublich. Nach diesem schönen Erlebnis und der schönen Sicht mussten wir natürlich auch noch auf den höchsten Berg von Rio auf welchem die Christusstatue steht. Diese kann man von fast jeder Stelle Rio´s sehen und sie wacht über die Stadt, sagt man. Auf dem Weg nach oben kamen uns schon die Menschenmassen entgegen. Wunderschön war es da oben und sehr beeindruckend diese 60m hohe Statue aus der nähe betrachten zu können und diesen Ausblick aus dieser Höhe zu haben. Jedoch war es kein wirklicher Genuss, da diese Plattform so überfüllt war, dass man schnell Fotos machen musste bevor man weggedrängelt wurde. Im Ganzen jedoch ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Den Abend ließen wir dann mit einer kleinen Abkühlung am Ipanema, der andere sehr bekannte Strand von Rio und mit einem noch besseren Ruf, ausklingen. Herrlich im Wasser zu stehen, wenn einen nicht gerade eine der riesigen Wellen umhaut, und den Feuerball von Sonne hinter den Bergen der Stadt untergehen zu sehen. Am nächsten Tag konnten wir leider nicht mehr viel machen, da am letzten Tag dieses Jahres fast alles geschlossen hatte. Wir waren dann in einem „Naturpark“. Für mich war es kein richtiger Park, da es einfach nur eine Strasse war, welche durch den Wald, Dschungel führte. Auch wenn die Autos ein wenig nervten war es sehr schön in dieser Umgebung zu sein. Wir sahen riesige Schmetterlinge und bekamen sogar eine Affenbande mit Babyaffen zu Gesicht. Dort gab es zwischendurch Wasser was durch Rohre als Wasserfälle, bzw.: Duschenähnlich runterkam. Dort konnte ich mich dann zwischendurch immer schön abkühlen, was mir als Wasserratte natürlich sehr gut gefallen hat und sehr viel Spaß brachte. Für den Weg zur Copacabana abends wollte das Hostel für uns ein U-Bahn Ticket besorgen womit wir dann zwischen 21-22 Uhr an den Strand kommen. Für die Silvesternacht ist es nämlich so geregelt, dass man ab 18 Uhr nur noch mit diesem speziellen Ticket mit der Bahn fahren darf. Naja, kurz bevor wir los wollten erfuhren wir dann, dass diese Tickets ausverkauft waren. Nun mussten wir zusehen wie wir zum Strand kamen. Letztendlich sind wir dann mit dem Taxi gefahren. Der Fahrer lies uns jedoch viel zu früh raus und somit mussten wir noch ein ganzes Stück laufen. Aber auch das war eine sehr schöne Erfahrung, wir mussten nämlich einfach der Menge folgen die alle Richtung Strand zogen. An jeder Ecke verkauften die Straßenhändler Bier und Blumen. Dort ist es nämlich ein Brauch Silvester Blumen ins Meer zu werfen und in weiß zu kommen. Somit hatten 90% der 2-3 Millionen Menschen welche an der Copacabana waren weiße Kleidung an. An diesem Abend wollten wir uns noch mit einem Freund, der sein Freies soziales Jahr außerhalb von Rio macht, treffen. Wir hatten uns an einem Hotel verabredet, da wir jedoch aufgrund unseres etwas längeren Weges viel zu spät waren, hätte ich niemals gedacht, dass wir ihn wirklich noch treffen werden. Wie es der Zufall jedoch wollte, haben wir ihn unter den Millionen von Menschen dann doch noch gefunden. Auch sehr schön einen Menschen den man lange nicht mehr gesehen hatte an einem ganz anderen Ort der Welt wieder zu treffen. Nach einigen Bieren und einer ewig langen Schlange am Klo war es dann endlich soweit. Wir standen am Meer und sahen das Feuerwerk wie es über dem Meer hochging. Dixi und ich stürzten uns in die Wellen und genossen diesem Moment. Wunderschön, vor uns der Ozean mit den vielen bunten Lichtern der Silvesternacht und hinter und der Strand mit den tausenden Menschen und das in dieser wunderschönen Stadt Rio de Janeiro. Nach 20 min. ging auch dieses Feuerwerk zu ende. Wir tranken noch schön Kokosnüsse und tanzten ein wenig. Auch gab es eine Sambashow. ![]() Gegen zwei Uhr wurde es dann alles ein wenig ruhiger. Die Musik wurde abgestellt und die Leute chillten am Strand. Einige Leute bauten sich ein Zelt auf, andere schliefen einfach so am Strand. Auch wir traten dann irgendwann den Heimweg an, da wir am nächsten morgen schon früh raus mussten um Dixi zum Flughafen zu begleiten. Die schöne Zeit meines kleinen Stückes Deutschland hier in der Ferne, Dixi, ging zu Ende. Leider viel zu schnell. Die Zeit mit Ihm war wunderschön und ich habe sie in vollen Zügen genossen mit dem krönenden Abschluss in Rio de Janeiro. Die nächsten beiden Tage verbrachten Carina und ich noch mit dem Freund, Jan aus Rio. Wir fuhren an einen Ort ein wenig Außerhalb von Rio in ein Surferhostel. Dort nahmen wir eine Surfstunde und genossen den, im Gegensatz zur Copacabana, leeren Strand. An unserem Surftag fuhren wir mit einem alten Bulli mit den Bords auf dem Dach an einen abgelegeneren Strand. Dort verbrachten wir dann den Tag. Wunderbar, surfen ist echt was Tolles und für mich als totale Anfängerin war es ein echter Erfolg wenige male halbwegs auf dem Bord zu stehen. ![]() Ein wunderbares Erlebnis und ich habe einmal am eigenem Leibe gemerkt wie toll surfen ist. Nun wollten Carina und ich in den Nord-Osten von Argentinien, nach Salta reisen. Doch dies war nicht so einfach. Nach 2 Tagen Fahrt, mehreren Stopps z.B.: in Sao Paulo wo wir uns den Zoo anschauten, Asuncion (Paraguay), Resistencia und Tucuman waren wir endlich in Salta angekommen. Nach langer Hostelsuche hatten wir dann eins gefunden, jedoch naja, sagen wir eher schlecht als recht. Deshalb wechselten wir dann am nächsten Tag zu einem viel schöneren und zentraler gelegenem Hostel. In Salta haben wir schnell Leute kennen gelernt die uns die Stadt zeigten und mit denen wir in kleine Bars gingen und somit viele schöne Insidertipps bekamen. Am ersten Abend waren wir in einer Bar mit einer Folklorevorführung. Wunderschön, die Tanzenden in Tracht der Gauchos. Später habe ich mich auch zu so einem Tanz überreden lassen, eine sehr schöne Erfahrung. Am nächsten Tag ging es dann früh morgens auf zu unserer ersten Exkursion. Wir fuhren die Strecke des bekannten „Tren de los nubes“. Wir fuhren in die Berge hoch, die Landschaft wurde immer kahler. Die Kaktuslandschaft fing an, riesige Kakteen zwischen der mittlerweile Steinlandschaft zwischen den rot, grün, braunen Bergen. Wunderschön. Wir machten einen Zwischenstopp in einem kleinen Dorf mit gerade mal 50 Einwohnern. Auch besuchten wir Inkaruinen in den Bergen. Die Luft war sehr dünn und man musste sich langsam bewegen um nicht sofort aus der puste zu kommen. Wir fuhren durchs nichts und ich wunderte mich wie man dort wohnen konnte, abgeschlossen von der Außenwelt. Wir fuhren kilometerweit durch die Landschaft und dann stand da ein Häuschen in welchen Menschen wohnen. Für mich unvorstellbar dort zu Leben. Langsam hörten auch die Kakteen auf und wir kamen in eine Landschaft in welcher nur noch Sträucher bis zu 50cm hoch wuchsen. Wir kamen an unserem ersten richtigem Ziel an, der Stadt San Antonio de los Cobres. Eine Stadt in welcher es keinen natürlichen Schatten gibt und in welcher die Sonne sehr stark ist, die Einwohner jedoch trotzdem mit Mütze und Wollpullover rumlaufen. Diese Stadt lebt von dem Tourismus und ist ganz darauf eingestellt. Jeden Tag kommen viele Touristenbusse dort hin und sobald man aus dem Wagen steigt wird man vollgequatscht von den Straßenhändlern. Darunter Kinder mit gerade einmal vier Jahren. Eine sehr arme Stadt auf ca. 2500m über dem Meeresspiegel. Ich möchte euch von meiner Geschichte in dieser Stadt erzählen. Carina und ich saßen auf dem Platz vor der Kirche der Stadt um zu Picknicken, als ein 10 jähriges Mädchen ankam um uns etwas zu verkaufen. Wir schlugen ihr Angebot ab und kamen jedoch mit ihr ins Gespräch. Dieses Mädchen wohnt circa 1 ½ Stunden zu Fuß von dieser Stadt entfernt mit ihrer Familie auf einem kleinen Hof. Da sie zurzeit Ferien hat ist die jeden Tag in der Stadt um ihre selbst gemachten Steindinge zu verkaufen. Sie läuft jeden Tag drei Stunden um durchschnittlich 5 Pesos (~1€) am Tag zu verdienen. Um zur Schule zu kommen läuft sie von ihrem Haus aus auch 1 Stunde hin und eine zurück. An ihren Schultagen werden nachmittags die Dinge hergestellt (Häuschen aus geschnitztem Stein etc.) welche sie verkauft. Am Wochenende geht es dann wieder auf in die Stadt um diese Dinge zu verkaufen. Dieses Leben eines zehnjährigen Kindes hat mich wieder sehr traurig gestimmt und gezeigt, dass es in armen Familien keine richtige Kindheit gibt. Sobald sie laufen können wird gearbeitet um die Familie über Wasser zu halten, da gibt es kein Spielen. Dieses Mädchen hat auch noch nie die Berge verlassen. Um in die nächste zivilisierte Stadt zu kommen sind es viele Kilometer die man nicht mal eben zu Fuß hinter sich bringen kann. Es war sehr interessant eine solche Geschichte, als Beispiel für viele solche Geschichten die es gibt, von einem kleinen Mädchen persönlich zu hören. Wir kauften ihr nun doch einige Dinge ab und erinnern uns nun oft an dieses Erlebnis zurück. Es war insgesamt ein sehr komisches Gefühl in dieser Stadt zu sein. Ich kam mir vor wie ein Eindringling. Überall die Einwohner der Stadt und dann diese Touristen. Ich finde da gibt es zwei verschiedene Ansichten, einerseits ist es gut das die Touris kommen, weil die Menschen dort davon leben, aber andererseits haben die Touristen das kulturelle Leben dort durch ihr Eintreffen zerstört. Nach 2 Stunden Fahrt über einen Schotterweg mit Sicht auf die Lamaähnlichen Tiere welche in der Steppe wohnen, kamen wir dann zu den Salinas. Das ist eine Salzwüste. Es ist so beeindruckend gewesen. Wir fuhren durch die Steppenlandschaft und dann fing auf einmal die weiße Fläche an. Soweit das Auge reicht weiß, wie Schnee, der Unterschied es war sehr heiß. Die Sonne ist an diesem Ort auch viel intensiver, da sie reflektiert wird. 15 Minuten auf dem Salz wirken wie zwei Stunden Sonne an einem anderen Ort. Die Menschen die dort arbeiten müssen Schutzkleidung tragen, welche den ganzen Körper bedeckt, damit sie nicht verbrannt werden. Wir schauten uns diese Landschaft ein wenig an, es gab kleine Salzhügel und Salzbecken. Alles bestand dort aus Salz. Sie sind gerade dabei ein Haus aus Salzblöcken zu bauen. Es gab Figuren aus Salz und man konnte andere Dinge aus Salz kaufen. Ein unvergessliches Erlebnis mal ein solches Naturwunder aus der nähe betrachten zu können. Wir überquerten den höchsten Punkt unserer Reise mit 4170 m über dem Meeresspiegel bevor es dann auf 30 km 2000m runter ging. Unser letztes Ziel war Purmamarca, ein kleines Dorf was jedoch aufgrund ihres sieben farbigen Berg sehr bekannt ist. Ein Ort der immer überfüllt von Touristen ist. Dort waren wir auf einem kleinen Markt und genossen die Aussicht. Da man diesen bekannten Berg in seiner vollen Farbenpracht jedoch nur morgens richtig zu Gesicht bekommt, haben wir leider nicht alle Farben sehen können. Nun ging es die restlichen Kilometer non stopp zurück zum Hostel. Ein unvergesslicher aber auch sehr lange Tag, so dass wir abends sofort ins Bett fielen und schliefen denn am nächsten Tag hieß es schon wieder früh raus. Es war unser Cabalgata Tag. Wir fuhren auf eine Farm in den Bergen nahe Saltas und machten und einen Reitertag. Dort angekommen ging es auf unsere erste Tour. Carina ich und unserer Guide zogen los. Mittags gab es ein richtig leckeres Asado (Grill) und nach einer kurzen Siesta ging es dann wieder los. Dieses mal mit noch einigen anderen und dann richtig durch den Wald. Ein wunderschöner Ritt durch eine Landschaft wo ich niemals gedacht hätte das Pferde auf solchen Wegen gehen können, aber wie man so schön sagt: Übung macht den Meister;). Auch dieser wunderschöne Tag ging zu Ende… Noch einen Tag verbrachten wir in den Höhen der Berge nahe Saltas. Dieses Mal ging es nach Catchi, einer anderen Stadt in den Bergen. Die Fahrt dorthin wieder wundeschön. Anfänglich geprägt von grünen Bergen, später wieder von Kakteen und Steinbergen. Diese wunderschöne Sicht die man auf diesen Höhen hat einfach herrlich. Die Stadt geprägt von Kaktusholz wie vieles in dieser Gegend. Dort gibt es dies in maßen. Es ist wunderschön und sehr leicht. Es wird für so viel verwendet, einerseits Schmuck, aber auch für Fensterrahmen, Schilder etc. In Catchi verbrachten wir unsere Mittagspause bevor es dann wieder abwärts und unsere letzte Excursion zu ende ging. An den Abenden in Salta waren wir in den verschiedensten Bars. Das Leben dort ist ein ganz anderes wie wir es hier in Buenos Aires kennen gelernt haben. Viel offener und die Kultur ist noch viel mehr zu sehen. Wie man z.B.: an diesem Abend gut zusehen bzw. hören bekam. Wir waren in einer Bar und auf einmal packte einer seine Gitarre aus und fing an zu spielen, dann packte der nächste seine Gitarre aus sie spielten und sangen zusammen. Es wurde getanzt und es wurden Sprüche gekloppt. Die Männer haben aus voller Seele gesungen und es war eine wunderbare Stimmung, alle standen um die Musik herum und es wurde geklatscht, gelacht und gesungen. Noch von einem tollen Erlebnis in Salta möchte ich euch erzählen. Wir waren in dem Museum „la reina del cerro“. Dort werden Inkagegenstände ausgestellt. Vor einigen Jahren wurde auf 6000m Höhe eine sehr bedeutende Ausgrabung gemacht. Es wurden Kinder gefunden mit all ihren Opfergaben. Diese sind 600 Jahre alt und stammen aus der Inkazeit. Das einzigartige an dieser Ausgrabung ist, dass diese Dinge und diese Kinder unberührt und noch total gut erhalten sind. Die Gegenstände hätten gestern in irgendeiner Firma hergestellt werden können. In diesem Museum war eines dieser Kinder ausgestellt, unglaublich. Dieses Mädchen sitzt im Schneidersitz und hat ihre Hände in ihrem Schoß gefaltet. Sie ist komplett erhalten, Ihre Haare, Ihre Kleidung, Ihre Haut. Wenn man sie sieht denkt man sie wacht gleich aus ihrem 600 jährigem Schlaf auf. Aufgrund dieser besonderen Naturverhältnisse in dieser Höhe sind diese Dinge so gut erhalten. Es hat sehr lange gedauert bis man überhaupt eine Möglichkeit gefunden hatte sie auszustellen. Nun kann man diesen wunderbaren Fund in Salta in dem Museum betrachten, ein muss für jeden Urlauber in Salta. Jeder Urlaub geht zu ende und auch wir mussten uns langsam mit dem Gedanken abfinden bald wieder in unsere zweite Heimat zurück zu kehren. Mit dem Bus ging es dann in 18 Stunden zurück in die Metropole Buenos Aires. Ich wäre so gern noch weitergereist, andererseits habe ich auch schon meine Leute hier vermisst und freute mich sehr alle wieder zu sehen. Das gab mir noch einmal das Gefühl richtig angekommen zu sein. Diese Reise hat mir so viel gegeben, wir waren an so wundervollen Orten und durften so viel Erleben. Es ist ein sehr schönes Gefühl ein wenig des Landes kennen gelernt zu haben. Es ist einfach ein so wunderschönes Land. Ich bin sehr froh hier ein Jahr wohnen zu dürfen und hoffe noch einiges mehr von diesem Traumland kennen lernen zu können. Jedem Urlauber kann ich nur raten einmal nach Argentinien zu reisen. Am besten noch bevor ich im August zurückkomme, da Ihr dann einen persönlichen Guide für Buenos Aires hättet ;) Liebste Grüße, eure Vanessa Día del derechos de los niñas, niños y adolecentes
01:20, 8.12.2007
.. 0 Kommentare
.. Link
Am Samstag den 1.12 war ein großes Fest von allen Jugendzentren hier in Florencio Varela. Es war der Tag der Rechte der Kinder und Jugendlichen. Es wurde vorgestellt was die Jugendzentren für Programme haben und wie viele Kinder und Jugendlichen kommen. Auch wurden die Dinge welche in den Projekten an handwerklichen Dingen hergestellt werden verkauft. Mein Zentrum hatte einen Stand mit den Dingen welche sie in dem Taller (Werkstadt) Artesania hergestellt hatte. Auch verkauften wir Kuchen. Dazu wollten wir das Recht auf Bücher und Bildung darstellen. Da unser Zentrum auch eine kleine Bibliothek besitzt haben wir diese auch dort gemacht. Die Kinder konnten sich bei uns hinsetzen und ein Buch angucken oder lesen. An diesem Tag wurde viel Murga getanzt und verschiedene Kindergruppen sind aufgetreten. Das Fest fand auf einem Platz statt, der herrlich, mit den Dingen die in den Zentren hergestellt worden waren, geschmückt war. Es war eine sehr schöne Atmosphäre und es war sehr schön einen Eindruck von den anderen Jugendzentren zu bekommen. Auch wurde die Zusammenarbeit der Zentren sehr deutlich. Doch auch dieser herrliche Tag ging zu Ende.
Uruguay vom 22. bis 25.11.
02:12, 7.12.2007
.. 0 Kommentare
.. Link
Um unser Visum zu verlängern und um unsere weitere Umgebung mal ein wenig mehr kennen zulernen waren wir letztes Wochenende in Uruguay. Nie hätte ich mir früher vorstellen können mal in Uruguay zu sein. Doch ich war dort und es war ein wunderbarer Kurztrip in einem wunderschönen Land. Am 22.11 sind wir mit anderen Volontären (Axel, Arne, Lenny, Carina und ich) um 23:59 Uhr mit dem Schiff losgefahren. Es war leider sehr diesig dennoch war es sehr schön anzusehen wie man diese riesige Stadt, die ganzen Lichter hinter sich lässt und in die Schwärze fährt. Das Bild von diesem riesigen Lichtermeer war sehr beeindruckend. Uruguay konnten wir noch nicht sehen. Nach einiger Zeit konnte man auch in weiter Ferne die Lichter der uruguayschen Küste sehen. Nach drei Stunden Fahrt hatten wir dann den Hafen von Colonia del Sacramento erreicht. Unsere Fahrt ging jedoch von dort aus mit dem Bus weiter nach Montevideo. Dort standen wir dann um sieben Uhr in der Stadt und ärgerten uns darüber, nicht mehr warme Klamotten mitgenommen zu haben. Nach einem schönen Frühstück ging es auf Besichtigungstour und dann in unser Hostel (Red Hostel sehr gut gelegen und nur zu empfehlen). Gegen Nachmittag fuhren wir dann auf den höchsten Berg von Montevideo: El Cierro. Von dort aus hatten wir einen Ausblick über ganz Montevideo, den Hafen und auf den Rio. Es war so wunderschön. Dieser Blick in die Ferne, einfach herrlich. Leider war es ein wenig bewölkt. Abends saßen wir im Wohnzimmer herum. Es war sehr spannend zu beobachten was für Leute sich dort herumtreiben. Es ist ein Ort wo viele verschiedene Kulturen und Sprachen aufeinanderprallen. Am nächsten Tag ging es auf zum Palasto Legislativo. Leider spielte das Wetter immer noch nicht mit, es war sehr frisch und windig. Um uns den Bauch voll zu schlagen ging es dann in den Mercado del Puerto. Dies ist eine riesige alte Halle wo sonntags viel los ist. Viele verschiedene Grillbuden sind in dieser Halle und es wird Tonnen an Fleisch gebraten. Wir saßen direkt vor einem Grill und haben sehr lecker gegessen. Nur die Blutwurst und der Pansen blieben auf unserem eigenen kleinen Öfchen liegen. Unseren Verdauungsspatziergang ging dann am Rio entlang. Den Rio müsst ihr euch folgendermaßen vorstellen: Es ist fast wie am Meer, man kann in die ferne schauen bis Meer und Himmel sich treffen, es ist jedoch Süßwasser. Das Wasser ist braun und überall schwimmt Müll rum. Den Sonnenuntergang dieses Abends haben wir dann auf einem kleinen Hügel am Strand verbracht. Es war traumhaft. Abend sind wir dann noch mit Kanadiern welche auf in unserem Hostel gewohnt haben was trinken gegangen. Somit habe ich auch mein Englisch mal wieder ein wenig aufgefrischt. Anfänglich hatte ich echt Schwierigkeiten. Das Spanisch hat sich schon so in meinem Kopf verfestigt, dass ich einige Zeit brauchte um mich ins Englische einzuhören. Sonntags morgens sind wir dann Richtung Bahnhof aufgebrochen. Endlich kam die Sonne raus. Auf diesem Weg begegnete uns etwas, was uns sehr geschockt hat. Am Straßenrand waren Stände wo sie Tiere verkauft haben. Man konnte Vogelspinnen, Leguane, Schlangen, Hunde, Katzen und Fische kaufen. Die Tiere waren alle in viel zu kleinen Kisten oder irgendwelchen Dosen, standen in der Sonne, hatten weder etwas zu trinken noch irgendetwas zum Schutz. Dieses Bild schockte uns sehr. Am Bahnhof angekommen ging es dann zurück nach Colonia wo wir unseren letzten Tag verbrachten. Wir liefen durch die wunderschöne Altstadt, stiegen auf einen Leuchtturm und genossen die Sonne und den Ausblick. Abends ging es dann zurück aufs Schiff wo wir einen weiter wunderschönen Sonnenuntergang miterleben durften. Auch der Mond war herrlich an diesem Abend. Uruguay hat für mich einen sehr positiven Eindruck hinterlassen. Die Städte sind halt kleiner und deshalb ruhiger. Die Menschen kamen mir viel gelassener vor als hier. Alle Menschen auf der Strasse laufen mit Mate rum. Auch ist die Natur und die Landschaft welche wir aus dem Bus gesehen haben sehr schön. Weite Felder, grüne endlose Wiesen, Bäume und auch sind wir durch eine Palmenallee gefahren. Was sehr verwirrend war, ist die Währung in Uruguay. 30 Uruguaysche Pesos sind ein Euro. Man hatte immer sehr viel Geld bei sich und musste immer zwischen Euro, argentinischen Pesos und Dollern hin und herrechnen;) Dieses wunderschöne Wochenende ging zu Ende und wir waren wieder in der riesigen Metropole Buenos Aires. Es war wunderbar mal wieder etwas anderes zu sehen. Ich schicke ganz liebe sonnige Grüße nach Deutschland und hoffe ihr müsst nicht ganz so frieren. Bei mir hat die Hitze angefangen. Kaum aus der Dusche möchte man direkt schon wieder hinein. Ganz liebe Grüße, Vanessa Rundbrief Nr. 1: Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer. liebe Freunde und Bekannte
18:02, 3.12.2007
.. 0 Kommentare
.. Link
Nun bin ich schon über zwei Monate hier in Argentinien, habe mich gut eingelebt und genieße das Leben hier. Jetzt ist es an der Zeit für meinen ersten Rundbrief, in welchem ich Ihnen/euch über mein Leben und besonders von meiner Arbeit berichten werde. Ich lebe zusammen mit einer anderen Volontärin namens Carina in einer 1 ½ Zimmer- Wohnung in Florencio Varela. ![]() Die Stadt liegt im Großraum von Buenos Aires und zählt zum ärmsten Vorort der gleichnamigen Hauptstadt. Das Eckhaus (Hauptstrasse/Nebenstrasse), indem wir wohnen, ist 15 Gehminuten von der Innenstadt von Florencia Varela entfernt. Eine kleine Fußgängerzone mit vielen Schuh- und Krimskramsläden zeichnen die Innenstadt aus. Auch ein Supermarkt sowie eine Wäscherei und Bäckerei sind in Kürze zu erreichen. Mit dem Gegensatz von Arm und Reich wird man hier ständig konfrontiert. Neben den teuren Geschäften stehen bettelnde Kinder und auf der Hauptstrasse fahren Cartoñeros (Müllsammler) mit ihren Pferdewagen entlang, um wenigstens ein wenig Geld durch das Mülltrennen von einer Firma zu bekommen. Es gibt sehr große, moderne Häuser und zwei cuadras weiter fängt die Villa (Armenviertel) an. Dazu komme ich jedoch später noch einmal ausführlichen. Ganz Buenos Aires ist in einem schachbrettartigem Straßennetz aufgebaut. Diese quadratischen Blöcke nennen sich cuadras. Durch diese Struktur kann man sich gut orientieren und bekommt schnell einen Überblick, wo man sich befindet. Die erste Woche meines Aufenthaltes habe ich auf einem Einführungsseminar in Capital (Hauptstadt Buenos Aires) verbracht. Dort wurden wir gemeinsam mit anderen deutschen Freiwilligen der IERP (Iglesia Evangélica del Río de la Plata) auf unseren Aufenthalt vorbereitet. Die IERP ist eine Partnerorganisation der EKiR (Evangelische Kirche im Rheinland), von welcher wir hier landesspezifisch unterstützt und begleitet werden und in welcher wir immer einen Ansprechpartner finden, wenn es Probleme gibt. Das Seminar war ein guter Ort zum Ankommen. Zwar war man schon in Buenos Aires, jedoch noch von Deutschen umgeben. Somit konnte ich mich langsam dieser riesigen Stadt und der für mich damals noch sehr fremden Sprache annähern. Die folgende Woche kamen wir in unsere Wohnung. Am ersten Abend wurden wir freundlich von unserer Chefin Karina, welche nur ein halbes cuadra entfernt wohnt, empfangen. Diese Woche verbrachten wir damit, mit Karina die verschiedenen Projekte zu besuchen. Dadurch wurden wir langsam an unsere Arbeit und Umgebung herangeführt. Nach dieser Zeit entschieden wir zusammen, in welchem Jugendzentrum wer von uns arbeiten wird. Hier in Florencio Varela gibt es vier Jugendzentren. Das 3 de Mayo, Bosques, die Villa Argentina und Santa Inés, welche von Karina Raymondo organisiert werden. Es sind Zentren, die den sozial gefährdeten Jugendlichen einen gewaltfreien Raum bieten. An diesen Orten, welche für sie eine alternative zur Straße sind, haben sie die Möglichkeit, sich als Mensch zu entfalten und eine Zukunftsperspektive zu entwickeln. Es werden Workshops angeboten, Gesprächsrunden geführt und auch wird an der Wiederherstellung der Beziehungen zwischen den Jugendlichen und den Erwachsenen/Eltern gearbeitet. Die Zentren werden von Spendengeldern sowie zu einem kleinen Teil von staatlichen Zuschüssen finanziert. ![]() Das Zentrum Santa Inés, in welchem ich arbeite, liegt in einem sehr armen Viertel. Dieses besteht aus Wegen, welche nicht asphaltiert sind und aus Blech/Holz gebauten Häusern. Einige wenige aus Stein. In diesen kleinen Hütten, mit meist nicht mehr als einem bis zwei Räumen, leben oftmals 10-köpfige Familien. Überall laufen Hunde, Pferde und viele Kinder herum. Gewalt sowie sexuelle Übergriffe liegen dort an der Tagesordnung. Aufgrund dieser Gefahr wurde ich in den ersten Wochen immer von meiner Betreuerin abgeholt und bin mit ihr zum Zentrum gefahren. Mitlehrweile treffe ich mich meistens an der Haltestelle in Nähe des Zentrums mit meinem Betreuer. Auch ist es jetzt kein Problem mehr, tagsüber alleine zum Zentrum zu laufen, da ich mich dort nun schon gut zu Recht finde und einige Menschen kenne, die dort leben. Nachts jedoch begleitet mich immer jemand bis mindestens zur Haltestelle. „Mein Zentrum“ wird von zwei animadores (Betreuern) Chaque und Luis geleitet. Sie sind Ansprechpartner für die Jugendlichen, arbeiten und führen Gespräche mit ihnen sowie mit den Eltern. Auch Graciela, die für die Küche zuständig ist, ist täglich im Zentrum und sorgt für eine warme Mahlzeit. Dazu kommen dreimal wöchentlich weitere Mitarbeiter, welche für die einzelnen talleres (Workshops) verantwortlich sind. Dies sind für den taller plastica Francisco, Yanina für die Artesania und Maria für die Comunicación. Zusätzlich gibt es Murga (dazu später) sowie einige Asambleas (Gesprächsrunden). Nun möchte ich einmal den Tages- Wochenablauf im Zentrum beschreiben. Die Betreuer treffen sich um 15:00 Uhr im Zentrum. Dann wird besprochen, was für den Tag geplant ist oder wir besprechen den vorherigen Tag. Täglich gegen 16:30 Uhr kommen die Kleinen (~ zwei bis 12 Jahre, 20-60 Kinder) zur Merienda (Nachmittagsimbiss). Wir verteilen Milch mit Reis oder Müsliriegel. Um 17:00 Uhr öffnet das Zentrum für unsere Jugendlichen (~ 13-18 Jahre, 20-25 Jugendliche) und die unterschiedlichen talleres beginnen. Gegen 20:30 Uhr gibt es dann für die Gruppe ein warmes Abendessen. Montags, in dem taller artesania, werden Armbänder geknüpft, sowie sämtliche andere kunsthandwerkliche Dinge hergestellt. Diese werden auf verschiedenen Festen verkauft, wodurch ein wenig Geld in die Zentrumskasse gelangt. Am Dienstag veranstalten die Großen für die Kleinen Cine. Dabei wird ein Fernseher aufgestellt und eine DVD geschaut. Diese Arbeit gibt den Jugendlichen die Möglichkeit, Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln. Es folgt Murgaunterricht für die Kleinen. Die Jugendlichen und Luis bringen den Kindern die Schritte bei, welche in den villas fast jeder beherrscht. Murga ist ein Tanz, in welchen die Jugendlichen auf eine andere Weise ausdrücken können, was sie bewegt und beschäftigt. Sie stecken ihre ganze Wut und ihre Aggressionen in diese Schritte und Trommelschläge. Dieses Trommeln und der Tanz sind gefüllt mit Gefühlen und Emotionen. Für Feste haben sie Kostüme aus glänzenden Stoffen mit glitzernden Pailletten, welche sie selbst herstellen. Wenn die Jugendlichen bei mir im Zentrum einmal angefangen haben zu trommeln und zu tanzen, kriegt man sie kaum noch davon los und für mich ist es jedes Mal aufs Neue eine sehr beeindruckende Atmosphäre. Auch ich bin dabei diese Schritte und Trommelschläge zu erlernen. Gegen 19:00 Uhr findet dann eine Asamblea statt. Dort wird über ein bestimmtes Thema gesprochen oder es wird über Probleme, Unzufriedenheiten und Dinge, welche die Jugendlichen beschäftigen, diskutiert. Mittwochs kommt Francisco, welcher mit den Jugendlichen im handwerklichen Bereich arbeitet. Es wird gemalt, gebastelt und rumgewerkelt. Momentan arbeiten wir an einer riesigen „Phantasia de la Murga“, einer Puppe welche die Verrücktheit und Einzigartigkeit der Murga widerspiegelt. Donnerstags findet nun neuerdings Volleyball statt. Danach steht Murga für die Großen auf dem Plan. Mittwochs und donnerstags wird für die Kleinen Nachhilfe angeboten. Am Freitag findet von 15-17:00 Uhr eine Reunión (Besprechung) des Teams mit Karina unserer Chefin, statt. Dort wird besprochen, was geschehen ist, wer auffällig war, mit wem gesprochen werden muss und wie in verschiedenen Situationen vorgegangen werden soll. Anschließend ist Bibliothek und später kommt Maria. In dem Taller der Kommunikation reden wir über Gruppenzusammenhalt, Verständigungsproblematiken und es werden Verstrauens- und Körperbeherschungsübung gemacht. Ein sehr breites Angebot, was jedoch von vielen Jugendlichen nicht geschätzt wird. Der Großteil kommt zu spät, viele, meist die Älteren, sitzen während der talleres nur rum, beteiligen sich nicht, quatschen, spielen mit ihren Handys oder trinken Mate (einen speziellen Tee, der hier immer und überall getrunken wird. Man trinkt ihn aus einem Matebecher mit einer bombilla (Art Strohhalm) und nach jedem neuen Aufguss wird er weiter gereicht). Es ist schwierig, die Jugendlichen zu motivieren. Aufgrund dessen hat das Team nun beschlossen, dass unsere Ältesten (18, 19, 20 Jahre) nun nur noch einmal pro Woche kommen werden und dass dann ein extra Raum für sie geschaffen wird, wo sie Gespräche führen und sich austauschen können. Die Jugendlichen haben keinen geregelten Tagesablauf und die meisten gehen nicht zur Schule, arbeiten nicht und hängen nur rum. Einmal fragte ich einen Jugendlichen (Gustavo, 18 Jahre), was er denn so macht. Daraufhin meinte er nur, dass er ins Zentrum kommt und sonst ist er halt zu Hause. Sie haben keine Zukunftsperspektive und leben im hier und jetzt. Was sehr stark auffällt, ist, dass viele Jugendliche immer sehr gut angezogen sind. Die Klamotten, oftmals Markensachen, sind sauber und riechen gut. Sie treten sehr gepflegt auf und wenn man sie auf der Straße sehen würde, würde man nie denken, dass sie aus einem solchen Viertel stammen. Sie denken: “wie wir auftreten, dass zählt, dies zeigt aus was für einer Klasse wir kommen“. Aus diesem Grund geben sie das wenige Geld, das sie haben, lieber für ihr Äußeres aus als für zum Beispiel Nahrung. Meine Aufgabe ist es, bei allem was anfällt, mitzuhelfen. Anfänglich habe ich mehr zugeschaut und konnte noch nicht viel machen. Es war alles so neu und anders für mich. Doch mittlerweile kann ich mich mehr einbringen. Ich bin verantwortlich für unseren Materialschrank und schreibe jeden Tag auf, was gemacht wird und wer kommt. Ich kann mich schon ganz gut mit den Jugendlichen unterhalten und bei den talleres mithelfen. Aber ich helfe auch bei der Merienda. Ich habe die Möglichkeit, wenn ich die Sprache noch besser kann und die Jugendlichen besser kennen gelernt habe, einen eigenen taller zu machen. Da ist meiner Phantasie keine Grenze gesetzt, jedoch muss ich die Jugendlichen motiviert bekommen und das Material muss aus einfachen und günstigen Dingen bestehen, da die finanziellen Mittel sehr knapp sind. ![]() Der Weg meiner Integration in diesem Zentrum wird mir immer deutlicher. Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Arbeitstage, an welchen ich mir so unbeholfen vorkam und die Jugendlichen so auf Distanz waren. Es war alles so neu und fremd. Wenn ich mir dazu die jetzige Situation vor Augen führe. Die Beziehung, die ich zu einigen Jugendlichen aufgebaut habe, die Wärme und Zuwendung, die ich in Anwesenheit der Kinder, Jugendlichen und Betreuer verspüre. Ich werde herzlich begrüßt, sie reden mit mir. Ich fühle mich einfach sehr wohl in ihrer Anwesenheit. Um einen besseren Eindruck von dieser Entwicklung zu bekommen, möchte ich von einem Fall berichten. Anfänglich gab es Schwierigkeiten, da die älteren Jungs, die ca. mein Alter haben, oft über mich geredet haben. Das Mädel aus Deutschland, die die keine braunen Augen und keine dunklen Haare hat usw. Ich habe das alles nicht verstanden, jedoch erzählt bekommen. Es wurden Gespräche geführt und ich versuchte, eine Distanz zu ihnen aufzubauen. Jetzt habe ich das Gefühl, dass sich das Verhältnis zum Positiven entwickelt hat. Sie haben verstanden, was für eine Rolle ich in dem Rahmen meiner Arbeit habe. Bestimmt reden sie untereinander noch über mich, jedoch hat sich diese Beziehung sehr verbessert. Ich habe schon einiges von den Hintergründen und Geschichten der einzelnen erfahren. Jedes Mal, wenn ich mehr erfahre, verschlägt es mir die Sprache. Bei diesen Geschichten kann man nur noch den Kopf schütteln. Unglaublich, zu was Menschen fähig sind. Zu diesem Thema möchte ich gerne ein Beispiel geben, was mich sehr geschockt hat, als ich es gehört habe. Yesica (13 Jahre), Favian (13 Jahre), Alexandro (10 Jahre), Milli (6 Jahre) und Juan (4 Jahre) sind Geschwister. Sie sind alle von der gleichen Mutter, haben jedoch alle verschiedene Väter. Die Väter der einzelnen Kinder stammen aus einer Familie. Der Vater von Juan zum Beispiel ist der Großvater von Yesica. Dazu kommen irgendwelche Brüder von den verschiedenen Vätern. Sie lebten mit Ihrer Mutter und noch einem Säugling zusammen in einer Holzhütte mit sage und schreibe einem Raum. Eines Tages ist die Mutter samt neuem Freund und Säugling abgehauen. Sie haben sich eine Wohnung genommen und sie hat ihre fünf Kinder einfach zurückgelassen! Sie waren einige Zeit alleine, doch dann hat Chaque, meine Betreuerin, sie bei sich zu Hause aufgenommen. Nun lebt Chaque mit Ihren fünf Kindern plus den adoptierten Fünfen zusammen in ihrem kleinem Haus, was fast gegenüber von dem Zentrum liegt. Die Mutter mit dem sechsmonatigen Säugling ist nun wieder schwanger. Dies ist nur ein Beispiel von einem Schicksal, was man sich in Deutschland niemals vorstellen könnte. So etwas liegt hier jedoch an der Tagesordnung. Auch andere Dinge, an die in Deutschland nie jemand denken würde, geschehen hier jeden Tag. Es ist hier vollkommen normal, dass das fünf-jährige Kind auf das Geschwisterchen aufpasst, das gerade mal zwei Jahre jung ist. Der Müll, der entsteht, wird einfach hingeworfen, wo man gerade steht oder er wird verbrannt. Alles wird hier verbrannt, egal ob Plastik, giftige Materialien oder wer weiß, was. Ich bin sehr glücklich damit, die Möglichkeit zu haben, hier zu sein und freue mich, mit diesen Kindern arbeiten zu können. Mit ihnen schöne Tag zu verbringen, mich mit ihnen zu unterhalten oder sie einfach mal in den Arm zu nehmen. Dinge, welche sie zuhause nicht bekommen und die für einen Menschen, meiner Meinung nach, lebensnotwendig sind. ![]() Es ist schön, zu sehen, dass es hier Menschen gibt, die sich bemühen, gegen diese Zustände anzukämpfen; solche Jugendzentren entstehen zu lassen. In meiner Freizeit bin ich viel mit Carina unterwegs. Wir gehen in die Stadt oder suchen einen Park, um zu spazieren, aber diesen haben wir hier leider noch nicht gefunden. Eine Freundin, Yanina, hat uns nun beschrieben, wo wir einen finden können. Yanina, welche den taller artesania leitet, ist 25 Jahre alt und sie und ihr Freund Favio (Animador im 3 de mayo) sind gute Freunde von uns geworden. Mit ihnen unternehmen wir was und lernen das Nachtleben kennen. Alleine wäre dies nicht möglich, da wir abends nicht alleine raus sollen; es ist zu gefährlich. Ansonsten, letzten Samstag waren wir auf einem Fußballspiel von der Mannschaft von Florencio Varela. Das ist mit der 2. Bundesliga in Deutschland zu vergleichen. Dort waren wir mit Carina´s Animador Alfonso und Favio. Dadurch haben wir noch Freunde von ihnen kennen gelernt. An diesem Abend nach dem Spiel, das leider unentschieden ausging, waren wir mit ihnen noch etwas trinken. Wir haben viel geredet und gelacht. Unter anderem sprachen wir über Unterschiede zwischen Argentinien und Deutschland, über Politik und Ungerechtigkeit auf der Welt. Durch Gespräche dieser Art habe ich das Gefühl, einen Einblick in Ihre Kultur und Denkweisen zu bekommen. Das ist es, was ich gerne kennen lernen möchte; die Kultur der Menschen hier. Dafür ist es sehr wichtig, Kontakte und Bekanntschaften dieser Art zu knüpfen. Carina und ich waren schon einige Male in Capital, um uns mit anderen Volontären zu treffen und auszutauschen. Es ist sehr interessant, wie unterschiedlich die Eindrücke und Arbeitsstellen sind. Dafür, dass mit diesem Auslandsjahr ein Traum für mich in Erfüllung gegangen ist und dafür, dass ich diese Erfahrungen sammeln und diese Arbeit leisten darf, möchte ich mich ganz besonders bei der EKiR sowie allen Spendern bedanken. Außerdem möchte ich mich bei meiner Familie, meinen Freunden und allen anderen Personen bedanken, welche mir auf meinem Weg zur Seite stehen. Liebste Grüße, Vanessa Liebe Freunde, Bekannte, Spender und alle anderen die auf meine Seite stoßen!
15:06, 20.11.2007
.. 2 Kommentare
.. Link
Ich habe hier sehr lange nichts mehr hinterlassen, es tut mir leid, aber die Zeit rast und ich hatte viel um die Ohren. Nicht zu guter letzt habe ich einen langen Bericht über meine Arbeit und mein Leben hier geschrieben. Dieser wird auch bald hier online zu finden sein. Mir geht es sehr gut hier in der Ferne. Ich habe nun das Gefühl angekommen zu sein und habe mich sehr gut eingelebt. Die Arbeit im Centro comunitario Santa Inés hat sich super entwickelt, ich habe mich gut integriert und ich fühle mich einfach sehr wohl dort. (Mehr dazu im Bericht der bald kommen wird) Mit dem Spanisch läuft es auch gut. Einige Wörter klar muss man mir noch erklären, aber meistens geht das schon alles sehr gut ohne Wörterbuch. Ich habe mich langsam in die Sprache meiner Barriokinder reingehört und verstehe auch sie, meistens;) Das Sprechen ist so ne Sache, es klappt, aber oftmals wird über meine Betonung, Aussprache gelacht. Besonders mein r finden sie sehr amüsant;) naja, aber das passt schon alles, ich lach einfach mit und supiJ lachen bringt Menschen zusammen und das wirkt sich alles super auf unser Verhältnis aus.
Ich möchte euch von heute erzählen. Ich bin mit meiner Betreuerin Chaque unterwegs gewesen. Auf unserer Hauptstrasse war eine Demo. Die Menschen versperrten die Strasse. Sie demonstrierten gegen den „Plan social“.Sie haben dieses Geld beantragt, es aber nicht bekommen. So ganz habe ich das nicht verstanden. Es waren mehrere Kreuzungen gesperrt. Ich erschrak als ich die Jugendlichen sah. Einige hatten sich mit Shirts vermummt. Nur noch Ihre Augen waren zu sehen. In einer Hand hielten sie eine Eisenstange oder einen Holzknüppel bereit. So standen sie in einer Reihe um die Autos aufzuhalten. Für mich war diese Situation so unglaubwürdig. Es zeigte mir noch mal sehr deutlich, was für eine andere Welt es hier ist. Diese Gewaltbereitschaft in welcher sie dort waren erschreckte mich sehr. Es stand nur jeweils ein Polizist an den beiden enden der Straßensperren um ein wenig den Verkehr zu regeln. Für mich eine Situation in welcher mir wieder sehr klar wurde, dass es hier einfach anders abläuft. Dies war wieder ein Moment in welchem ich dachte, hier geschehen Dinge, die es in Deutschland so einfach nicht gibt. Ein Wochenende in den letzten Wochen war ich auf einem Fussballspiel von dem Verein von Florencio Varela. Dort herrschte eine super Stimmung, die Tribüne wackelte, ich dachte gleich stürzt alles zusammen. Ein sehr gelungener Abend. (Mehr dazu im bald folgenden Bericht). Das letzte Wochenende waren Carina und ich in Capital. Wir waren von der deutschen Botschaft zum Sommerfest eingeladen. Im end Effekt war es dann ein Oktoberfest. Es gab Sauerkraut, Kartoffelsalat und Weischwurst, dazu Bier und die schöne blau weiße Garnitur. Es liefen Menschen im Dirndl und in Lederhosen rum. Es wurde Marschmusik gespielt und die Krönung war ein Konzert von Mia. Ein tanzendes Herz mitten in Buenos Aires. Total verrückt. Es war ein schönes NachmittagJIch war erstaunt wie viele deutsch sprechende Menschen sich hier aufhalten und es war sehr schön mal wieder die schöne deutsche Sprache um sich zu hörenJ Abends sind wir dann mit anderen Volontären unterwegs gewesen. Wie hier üblich gingen wir um 2 Uhr los. Wir waren in einer Disco wo es für gute 5 € Frei trinken gab. Es war schön mal wieder richtig tanzen zu gehen. Aber was ich euch mal von den Männern hier erzählen möchte, unglaublich. Hier wird nicht geflirtet, hier wird direkt angefasst. Wenn man als Frau durch die Menge geht, wird man von allen Seiten angegrabscht und herangezogen. Einfach nur dreist. Naja, man muss denen klar machen, dass man nicht auf 30jährige, dicke Männer steht und sie ignorieren oder wegstoßen. Als wir um 8 Uhr aus dem Club kamen war es natürlich schon hell. Wir schliefen bei Freunden schön aus und fuhren am nächsten Abend wieder nach Hause.
Nun bin ich schon über zwei Monate hier, die Zeit rast, die Wochen vergehen und bald bekomme ich schon Besuch vom Dixi. Unglaublich dass es schon so weit ist. Da freue ich mich schon sehr drauf. Wir werden zusammen mit Carina in den Nord-Osten nach Misiones reisen uns die berühmten Wasserfälle von Iguazu anschauen und dann in Rio de Janero an der Copa Cabana, mit einem riesigem Feuerwerk welches aus dem Meer aufsteigt, das neue Jahr ein klingen lassen. Danach würden Carina und ich noch sehr gerne den Nord- Westen erkundschaften, aber das steht noch nicht ganz fest, ist aber gerade alles in Planung. So, ich habe es nun auch endlich mal geschafft meine Kamera mit auf die Arbeit zu nehmen. Ich hoffe ihr könnt euch dann einen noch besseren Eindruck machen was ich tue und wo ich mich herumtreibe. Übrigens, nicht dass ihr denkt ich habe hier schöne Sonne, nix da, es ist eisig kalt und das auch in unserer Wohnung. Das ist nicht normal für den Frühling hier in Argentinien, doch genau wie in auch in Deutschland spielt das Wetter hier ein wenig verrückt. Was ich noch loswerden möchte, ich freue mich immer sehr über Gästebucheinträge und Kommentare und auch über andere Nachrichten mache ich Luftsprünge vor Freude. Also, nicht schüchtern und schreibt mir! Ganz liebe Grüße aus Argentinien Eure VanessaMal ein etwas laengerer Bericht ueber mein Leben hier
20:36, 1.10.2007
.. 3 Kommentare
.. Link
Murgafestival im 3 de mayo Am Samstag waren wir auf dem Murgafestival im 3 de mayo. Es war aehnlich wie das Fest letzte Woche in meinem Zentrum. Es kamen zwei Murgagruppen und es wurde viel getanzt. ![]() Wir waren um drei Uhr da weil es da anfangen sollte, aber da wir ja in Argentinien sind;) fing die erste Murgagruppe erst um 17 Uhr an. Es fand auf einer Wiese statt wo auch ein Spielplatz war. Es war ein ziemlich offenes Feld, deshalb verflog das Trommeln leider ein bisschen. Es war unglaublich wie viele Kinder, kleine Kinder dort waren und wie wenig Erwachsene im Gegensatz dazu, aber das ist normal fuer Argentinien. Es war aufgemacht wie ein Sommerfest, es gab zwei Staende an denen die Sachen verkauft wurden welche im Zentrum hergestellt werden und es gab einen Sueßkrammstand. Es war ein sonniger Tag und die Stimmung war gut, es war ein schoener Tag den wir dann abends mit Fabio und Yanina in einer Bar haben ausklingen lassen. Abends ist gut gesagt, hier ist es normal erst gegen 1 Uhr wegzugehen. Wir waren dann in einer Bar mit Billardtischen haben da ein wenig gespielt und gequatscht. Fabio ist einer der Animadore im 3 de mayo und Yanina ist seine Freundin die in den verschiedenen Zentren mit den Jugendlichen Ketten und Armbaender macht. Sie sind beide 25, super lieb und es ist wunderbar mit ihnen das Nachtleben hier zu erkunden, weil alleine waer dass nicht moeglich, da es viel zu gefaehrlich waere. ![]() Das Wetter Eigentlich hatte ich gedacht, dass es jetzt so schnell nicht mehr Regnen wuerde, aber falsch gedacht. Die letzten Tage war das Wetter fantastisch, die Sonne hat geschienen, es war keine Wolke zusehen und die Temperaturen waren wie im Hochsommer in Deutschland, wenn es denn einen gibt;). Heute Nacht hat es doch dann stark gewittert und jetzt regnet es wiederL es ist aber zum Glueck nicht ganz so kalt wie in den ersten Wochen hier. Ein Gewitter hier empfinde ich als viel intensiver, die Donner hier sind viel lauter als in Deutschland, bei jeden Donner dachte ich gleich geht die Welt unter…… Dinge die in Deutschland unvorstellbar sind, hier jedoch als normal angesehen werden und tagtaeglich passieren -1- Es gibt hier so viele Dinge, die einem sofort auffallen, da sie in Deutschland einfach nicht geschehen. Ich moechte euch von einigen Situationen und Verhaltensweisen berichten, die mir im alltaeglichem Leben hier aufgefallen sind und die einfach anders sind wie bei uns in Deutschland. Hier haben sie warscheinlich noch nie was von Umwelt- oder Tierschutz gehoert. -2- Hier wird immer und ueberall alles verbrannt, egal ob Muell, Plastik, Gestruepp, egal….am Rande der Strasse, auf irgendwelchen freien Flaechen ueberall hat man die Moeglichkeit diese gesunden;) Gase einzuatmen bzw. ist gezwungen diese schwarzen Daempfe zu inhalieren. -3- Die Muellandschaft ist hier uebrigends ueberall zu bewundern, egal ob im Naturschutzgebiet, mitten in der Innenstadt, auf der Strasse, am Straßenrand, einfach ueberall… -4- Mit den Tieren sehen die das hier auch nicht so eng. Hunde laufen hier ueberall rum und werden ziemlich verachtet. In den Barrios, in dem Armenviertel wo ich arbeite ist es noch viel extremer. Bei mir im Projekt laufen so Babyhunde rum…..und die sehen sooooooooo sueß aus…..als ich dann sah, dass ein kleines Kind den Hund einfach an einem Bein genommen und getragen hat dachte ich mir nur o mein gott….da konnte ich gar nicht hingucken. Aber so Dinge sind fuer die einfach normal. Auch wo ich dann so ein kleines suesses Ding auf den Schoss genommen habe meinte eine Jugendliche nur so „Ihhh…du nimmst so nen ekeligen Hund au den Arm“. Hier werden die einfach nur verachtet. Auch die Pferde sind nur fuer den Zweck der Arbeit angesehen. Am Strassenrand an irgendwelche Baueme festgebunden stehen sie abgemagert. Werden dann immer von den Muellsammlern vor ihre Karren gespannt und muessen dann den ganzen Tag die Karre ziehen. Teilweise zieht dann ein kleines, mageres Pferd eine Karre mit 6 Personen drauf, durch die unebenden Strassen im Barrio versteht sich. Auch werden die Pferde hier durchgehend geschlagen und angetrieben. Auch habe ich schon im Barrio gesehen, dass Jugendlichen mit einer Fletsche und Steinen Voegel von den Hochspannungsleitungen geschossen haben um sie zu fangen. -5- Was die Strom und Lichtversorgung angeht haben wir hier auch schon einiges miterlebt. Eines morgens ging unser Strom einfach fuer ein paar Stunden nicht und gestern Abend ist auch der ganze Strom hier in der Siedlung samt Laternen und Ampeln ausgefallen. Auch kam eines Abends einfach kein Wasser mehr aus den Leitungen….ne Stunde spaeter ging es dann wieder…….Aber wie wir im nachhinein erfahren haben ist das wohl hier vollkommen normal das man im Sommer einfach mal 1 Tag kein Strom oder Wasser hat. -6- Die Rechnungen, Strom, Gas und so, werden hier einfach in bar bezahlt, man geht mit der Rechnung zu nem Laden und gibt da das Geld ab….ich mein warum nicht;). Auch der Vermieter kommt immer pesoenlich vorbei und holt sich die Miete ab. -7- Was hier fuer Autos rumfahren ist die hoehe, so Autos wuerde man bei uns nur auf dem Schrottplatz finden. Ohne Scheiben, machen sehr komische Geraeusche und man denkt wenn sie losfahren, dass sie auseinander fallen. Eigentlich sind dass so supergeile alte Amischlitten, nur leider sehr verkommen. Auch ist es voellig egal wie viele Leute dort mitfahren bzw. wo die mitfahren. Oft sieht man viele Leute auf der Ladeflaeche mitfahren. Die Motorradfahrer haben hier uebrigends zu 99 % keinen Helm auf, teilweise sitzen bis zu 4 Personen auf sonem kleinem Ding und die Ampeln werden im Straßenverkehr nicht so ganz beachtet;) -8- Die Geschaefte haben hier uebrigends jeden Tag bis 9 Uhr auf, Samstags sowieso und Sonntag auch einige. Das ist sehr praktisch. Mittagspause ist immer von 1 bis 4, da sind die Geschaefte halt geschlossen. Was es hier leider niergends zu kaufen gibt ist schoenes dunkles Brot….ueberall gibt es nur Weißbrot….. -9- Was auch noch sehr lustig ist, die Menschen bilden ueberall Schlangen, egal ob an Bushaltestellen oder an Banken ueberall sieht man MenschenschlangenJ Uebrigends um den Bus anzuhalten muss man hier den Arm rausstrecken, sonst haelt der Bus erst gar nicht an. -10- Uebrigends, hier wo wir wohnen giebt es niergendswo irgendeine groessere Gruenflaeche, nur Strassen, Haeuser und Laerm. Das ist echt sehr deprimierend durch die Strassen zu spatzieren. So……das erstmal zu der Kultur die hier herrscht, ich hoffe ich konnte euch einen guten Eindruck zu dem alltaeglichem Leben hier geben und ihr koennt euch nun ein bisschen besser Vorstellen wo und wie ich hier lebe. Bis bald meine Lieben eure Nessa Die erste Zeit in meinem Projekt!
21:57, 28.09.2007
.. 0 Kommentare
.. Link
So....nun arbeite ich schon fast 2 wochen in meinem Centro. Ich habe mich schon gut eingelebt und freue mich jeden Tag aufs neue auf die Arbeit mit den Kindern. Meine Betreuer sind super lieb und wir verstehen uns super. Auch mit den Jugendlichen laeufts sehr gut. Sie werden immer offener und kommen auf mich zu.
Murga: Murga ist ein Trommeltanz. Es wird getrommelt und dazu getanzt. Das sind so ganz grosse Trommeln und joa, dann spielen die zusammen einen rhytmus und dazu wird getanzt (in kuerze kommen auch Bilder). Das ist super um Agressionen und Gefuehle rauszulassen. Meine Jugendlichen sind sehr begeistert davon und wenn sie einmal angefangen haben zu trommeln und tanzen hoeren sie so schnell nicht wieder auf. Letzten Samstag war dann ein grosses Murgafestival bei uns im Centro. Es kamen 2 Murgagruppen und tanzten. Es war wunderschoen, nur leider hatte ich meinen Fotoapperat vergessen :( Die Gruppen waren auch verkleidet und uns haben sie ein wenig an Tanzmariechen zu Karneval errinert ;) Ja,diesen Samstag ist dann ein weiteres Murgafestival in einer anderen Villa. Da werde ich dann auch meinen Fotoapparat mit hinnehmen, dann seht ihr zwar leider nicht mein Zentrum aber dann koennt ihr euch schonmal mehr unter Murga vorstellen. Ich habe uebrigens auch schon ein bischen Tanzen und auch Trommeln gelernt. Es macht riesig Spass und ich freue mich schon auf weiteres Ueben mit den Jugendlichen. In den Barrios ist es ueblich das schon die kleinen Murga tanzen lernen. Bei mir im Centro "unterrichten" die etwas groesseren die kleinen. so...nun muss ich auch mal zum Ende kommen, da wir noch einkaufen gehen muessen. Macht es gut und bis bald, eure Nessa aus dem mittlerweile waermer werdenden Argentinien
Die erste Woche ist nun um!
00:40, 17.09.2007
.. 1 Kommentare
.. Link
Nun sind wir schon eine Woche in unserer Wohnung und haben die verschiedenen Projekte kennengelernt. Heute wurde dann entschieden in welche Projekte wir kommen. Ich werde nach St. Ines kommen. Damit bin ich sehr zufrieden. Die Stimmung dort ist sehr schon, die Jugentlichen gehen sehr herzlich miteinander um und ich fuehle mich wohl. Heute werde ich nun zum ersten mal alleine, dh. ohne Carina dorthin gehen. Ich bin sehr gespannt, da sie bis jetzt immer ein wenig fuer mich gedolmetschert hat.....aber die Zeit ist nun vorbei:)Ab morgen gehts dann auch regelmaessig in die Sprachschule..... ![]() Soweit fuer jetzt.....denn ich muss nun auch schon wieder los,auf in mein Projekt. In den naechsten Tagen werde ich dann mal wieder einen ausfuerlicheren Bericht schreiben....bis dahin schicke ich erst einmal viele gruesse aus dem kalten Fruehling Argentiniens.... Wer moechte kann mich gerne mal anrufen....ist auch nicht teuer (2 Cent/min)... Hier unsere Nummer, am besten immer so 15-19 Uhr deutscher Zeit 01071 - 0054 11 53640163 Nun sind wir endlich in unserer neuen Wohnung
00:01, 12.09.2007
.. 1 Kommentare
.. Link
Hola.... endlich komme ich mal dazu von meinen ersten Eindruecken und Erlebnissen zu berichten. Wir sind nun schon eine gute Woche in Argentinien und nun endlich in unserer Wohnung angekommen. Die erste Woche waren wir auf dem Seminar in Buenos Aires. Dort haben wir die anderen Freiwilligen kennengelernt und 6 tage zusammen im Isedet gewohnt. Das Seminar war sehr gut um anzukommen..die Gespraechsthemen waren schon von Bonn her bekannt und deshalb oftmals sehr langweilig,aber man konnte zusammen die Stadt erkunden und versuchen zurechtzukommen. Das ist in einer so riesigen Stadt nicht einfach. Buenos Aires ist eine Stadt die sooo riesig ist. Es gibt einfach alles......ein paar Eindruecke moechte ich euch schildern. ![]() Der Geruch inder Stadt ist sehr wechselhaft jedoch fast immer sticht er einem in die Nase....der Gestank von dem Muell der ueberall rumliegt ist sehr stark...oder aus irgendeinem Hinterhof kommt ein Lueftchen hervor, derHundekot liegt ueberall rum. In Buenos Aires it die Kluft zwischen arm und reich sehr deutlich sichtbar.....neben einem teurem Geschaeft was von Sicherheitsleuten bewacht wird sitzen Kinder und sortieren Muell. Zwischen den Autos,Bussen und Taxen fahren die Cartoñeros(Papiersammler) mit ihren Karren herrum. Dieser sehr rege Verkehr ist ziemlich gefaerlich, denn die Autos bremsen nicht sondern hupen lediglich wenn jmd auf der Strasse ist. Die Porteños(Menschen in Buenos Aires) fahren wie die verrueckten, unglaublich. Man muss im Strassenverkehr einfach sehr wachsam sein. Ein anderes Mal sah ich als ich aus einer Kneipe kam 5 Kinder auf eine Matratze liegen und schlafen......mitten in der Stadt. Oft haben wir uns vorher mit diesem Thema auseinandergesetzt, jedoch war ich trotzalledem indem Moment als ich diese Armut sah sehr ueberweltigt. Buenos Aires bei Nacht. Die Stadt bei Nacht ist sehr gefaerlich....alleine sollte man sich gar nicht rumtreiben und in der Gruppe auch lieber nicht in duesteren Gegenden. Einige Jungs vom Seminar sind in einer Gruppe von vier Leuten ueberfallen worden. Ein Handy und ein wenig Geld wurden ihnen von einem unter Drogen stehendem Jungen mit Messer abgenommen. Am besten ist es sich Abends und Nachts mit dem Taxi zu fahren. Dabei muss man jedoch auch aufpassen welches man nimmt...also...alles nicht so ganz unkompliziert. Am besten einfach immer ein wenig Geld in der Tasche haben damit man etwas hat um die Uebeltaeter zufrieden zustellen. Einige male war ich auch schon Abends unterwegs. In Buenoa Aires machen die Diskos nicht vor 1Uhr auf und vor 2 Uhr ist nichts los. Einen Abend waren wir in einem Club. War zwar nicht ganz ein Club meines Geschmackes aber war ein Erlebnis wert. Ein uebelster Hip Hop Laden der voller Gangster war. Da waren wir dann einige Stunden bis es dann mit dem Taxi nach Hause ging.Einen anderen Abend waren wir auf dem Konzert von La vela puerca. Eine supertolle Band hat ein super Konzert gespielt. Es war ein Konzert wie ich es vorher noch nie erlebt habe. Ich stand relativ weit vorne und eine Menschenmasse drueckte auf mich ein. Die Stimmung vor dem Konzert war schon der Hammer. Aber als es dann richtig losging konnte ich mich nicht mehr halten,ich fiel hin und Menschen auf mich draus....zum Glueck wurde mir hoch geholfen und ich draengelte mich aus der Menge.....der Horror....als ich dann endlich drausen war konnte ich es richtig geniesen. Diese Musik...als waer sie auf mich zugeschnitten, einfach fantastisch. Ein sehr schoener Abend ging zu ende. Nun ging es am sontag zum Asado zum Guenter bevor wir dann in unsere Wohnung fuhren. Unsere Wohnung ist einfach super. Ein grosses Zimmer in welchem Carina und ich schlafen,eine geraeumige Kueche noch ein kleines offenes zimmer mit winzigem Balkon und ein Bad. Mitlehrweile haben wir uns auch schon einigermassen eingerichtet. Es ist sehr schoen nicht mehr aus der Tasche leben zu muessen und endlich alles auspacken zu koennen. Am ersten Abend waren wir bei unserer Chefin Karina und ihrem Freund Jose zum Essen, sehr nette Menschen. Dann gestern sind wir zum ersten mal mit Karina in ein Bario( Armenviertel) gefahren und haben uns ein Projekt angeguckt. Vom Bus liefen wir uber Bahngleise und einen Abwasserkanal und dann waren wir im Bario. Ein Viertel aus Blechhuetten und selbstgebauten "Haeusern". Sehr erschreckend. Die Wege zwischen den Haesern aus Schlam und Lehm. Hunde und Huehner laufen ueberall herrum. Am Jugendzentrum angekommen,wuerden wir, wie hier ueblich mit einem Kueschen von den anderen Mitarbeitern begruesst. Das nichtkoennen der Sprache hinderte mich sehr mich zu verstaendigen. Zum Glueck hatte ich Carina die wenigstens etwas verstand. Nach einer Besprechung kamen dann die Jugendlichen. Sie begruesten uns gaben uns jedoch kaum Beachtung. Carina und ich standen herrum und wussten nicht wohin mit uns. Wir setzten uns einfach dazu und trunken Mate. Nacheiniger Zeit wurden die Kinder warm und redeten auf uns ein. Es war schwierig fuer sie zu verstehen das sie langsam und deutlich sprechen muessen damit wir sie vll. annaehernd verstehen koennen. Ich hatte das Gefuehl sie verarschen uns nur die ganze Zeit. Aber es wurd besser...wir spielten mit ihnen und sie hatten viel Spass an unserem Woerterbuch:) Das war unser erster Tag im Bario. Viele neue eindruecke dochimgrossen und ganzen kann ich mir gut vorstellen in einem solchem Projekt zu arbeiten. Das Program in den Projekt bietet einige Workshops an. Das war nun ein Projekt...diese Woche fahren wir mit Karina rum und besuchen die verschiedenen Projekte. In zwei Wochen wird dann entschieden in welches Projekt wir kommen. ![]() Joa....das Wetter hier ist uebrigends gerade echt aetzend es ist heute nur am Regnen,auch gestern hats schon geregnet. Davor die Tage als wir noch in Capital(Zentrum Buenos Aires) waren war es sehr sehr warm,jedoch schwuel.
So das war es nun erstmal aus der Ferne....... fuehlt euch alle gedrueckt. viele liebe gruesse eure Vanessa
PS: meine Adresse: die telefonnummer kommt die tage......is alles noch nicht so ganz klaro..
Voluntariado Vanessa Schlingmann Dorrego No 7 CP.1888 Fcio. Varela Buenos Aires Argentina Bald kommt der erste Eintrag!
16:44, 5.08.2007
.. 2 Kommentare
.. Link
Hallo an die Welt da draußen! Hier gibts bald meine neue Internetseite zu bewundern!!
Sobald ich in Buenos Aires dazu komme, meine Neuigkeiten einzutippen, werdet ihr diese hier finden.
Wenn ihr in meinen Verteiler wollt (dann bekommt ihr immer eine Email, sobald ich hier etwas neues eintrage, schickt bitte eine kurze Mail mit Betreff "Verteiler" oder so an mail
KontaktSo könnt ihr mich am besten erreichen:Adresse: Voluntariado Vanessa Schlingmann Dorrego No 7 CP.1888 Fcio. Varela Buenos Aires Argentina Telefon: 01071 - 0054 11 53640163 Die beste Zeit um mich zu erreichen ist zwischen 15 und 19 Uhr deutscher Zeit. Also traut euch einfach mal anzurufen, es kostet auch fast nichts (2c/min)! Ihr wollt in den Verteiler? Dann schickt eine Email an jdixius3 "ät" web.de mit dem Betreff "Bitte bitte sei so gnädig mich in den Verteiler aufzunehmen". Dann bekommt ihr ab sofort die neuesten Infos von mir per Email zugeschickt. |
ÜbersichtHomeGästebuch Fotoalbum Archiv Neues von Carla KategorienKontaktLinksDie OrganisationDie EKiR Infos zu Buenos Aires Infos zu Argentinien Carlas Homepage Dixi in Buenos Aires Mirko in Paris Letzte EinträgeLiebe Spenderinnen und Spender, liebe Freunde, Freundinnen und Bekannte,Danke für eure super Unterstützung! El Seminario Hallo meine Lieben weit in der Ferne, in Deutschland oder sonst wo in der Welt verteilt! Día del derechos de los niñas, niños y adolecentes Uruguay vom 22. bis 25.11. Rundbrief Nr. 1: Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer. liebe Freunde und Bekannte Liebe Freunde, Bekannte, Spender und alle anderen die auf meine Seite stoßen! Mal ein etwas laengerer Bericht ueber mein Leben hier Die erste Zeit in meinem Projekt! Die erste Woche ist nun um! Nun sind wir endlich in unserer neuen Wohnung Bald kommt der erste Eintrag! Kontakt |