Mal ein etwas laengerer Bericht ueber mein Leben hier

20:36, 1.10.2007 .. 3 Kommentare .. Link
Murgafestival im 3 de mayo

Am Samstag waren wir auf dem Murgafestival im 3 de mayo. Es war aehnlich wie das Fest letzte Woche in meinem Zentrum. Es kamen zwei Murgagruppen und es wurde viel getanzt.
Wir waren um drei Uhr da weil es da anfangen sollte, aber da wir ja in Argentinien sind;) fing die erste Murgagruppe erst um 17 Uhr an. Es fand auf einer Wiese statt wo auch ein Spielplatz war. Es war ein ziemlich offenes Feld, deshalb verflog das Trommeln leider ein bisschen. Es war unglaublich wie viele Kinder, kleine Kinder dort waren und wie wenig Erwachsene im Gegensatz dazu, aber das ist normal fuer Argentinien. Es war aufgemacht wie ein Sommerfest, es gab zwei Staende an denen die Sachen verkauft wurden welche im Zentrum hergestellt werden und es gab einen Sueßkrammstand. Es war ein sonniger Tag und die Stimmung war gut, es war ein schoener Tag den wir dann abends mit Fabio und Yanina in einer Bar haben ausklingen lassen. Abends ist gut gesagt, hier ist es normal erst gegen 1 Uhr wegzugehen. Wir waren dann in einer Bar mit Billardtischen haben da ein wenig gespielt und gequatscht. Fabio ist einer der Animadore im 3 de mayo und Yanina ist seine Freundin die in den verschiedenen Zentren mit den Jugendlichen Ketten und Armbaender macht. Sie sind beide 25, super lieb und es ist wunderbar mit ihnen das Nachtleben hier zu erkunden, weil alleine waer dass nicht moeglich, da es viel zu gefaehrlich waere.



Das Wetter

Eigentlich hatte ich gedacht, dass es jetzt so schnell nicht mehr Regnen wuerde, aber falsch gedacht. Die letzten Tage war das Wetter fantastisch, die Sonne hat geschienen, es war keine Wolke zusehen und die Temperaturen waren wie im Hochsommer in Deutschland, wenn es denn einen gibt;). Heute Nacht hat es doch dann stark gewittert und jetzt regnet es wiederL es ist aber zum Glueck nicht ganz so kalt wie in den ersten Wochen hier. Ein Gewitter hier empfinde ich als viel intensiver, die Donner hier sind viel lauter als in Deutschland, bei jeden Donner dachte ich gleich geht die Welt unter……

Dinge die in Deutschland unvorstellbar sind, hier jedoch als normal angesehen werden und tagtaeglich passieren


-1- Es gibt hier so viele Dinge, die einem sofort auffallen, da sie in Deutschland einfach nicht geschehen. Ich moechte euch von einigen Situationen und Verhaltensweisen berichten, die mir im alltaeglichem Leben hier aufgefallen sind und die einfach anders sind wie bei uns in Deutschland. Hier haben sie warscheinlich noch nie was von Umwelt- oder Tierschutz gehoert.

-2- Hier wird immer und ueberall alles verbrannt, egal ob Muell, Plastik, Gestruepp, egal….am Rande der Strasse, auf irgendwelchen freien Flaechen ueberall hat man die Moeglichkeit diese gesunden;) Gase einzuatmen bzw. ist gezwungen diese schwarzen Daempfe zu inhalieren.

-3- Die Muellandschaft ist hier uebrigends ueberall zu bewundern, egal ob im Naturschutzgebiet, mitten in der Innenstadt, auf der Strasse, am Straßenrand, einfach ueberall…

-4- Mit den Tieren sehen die das hier auch nicht so eng. Hunde laufen hier ueberall rum und werden ziemlich verachtet. In den Barrios, in dem Armenviertel wo ich arbeite ist es noch viel extremer. Bei mir im Projekt laufen so Babyhunde rum…..und die sehen sooooooooo sueß aus…..als ich dann sah, dass ein kleines Kind den Hund einfach an einem Bein genommen und getragen hat dachte ich mir nur o mein gott….da konnte ich gar nicht hingucken. Aber so Dinge sind fuer die einfach normal. Auch wo ich dann so ein kleines suesses Ding auf den Schoss genommen habe meinte eine Jugendliche nur so „Ihhh…du nimmst so nen ekeligen Hund au den Arm“. Hier werden die einfach nur verachtet. Auch die Pferde sind nur fuer den Zweck der Arbeit angesehen. Am Strassenrand an irgendwelche Baueme festgebunden stehen sie abgemagert. Werden dann immer von den Muellsammlern vor ihre Karren gespannt und muessen dann den ganzen Tag die Karre ziehen. Teilweise zieht dann ein kleines, mageres Pferd eine Karre mit 6 Personen drauf, durch die unebenden Strassen im Barrio versteht sich. Auch werden die Pferde hier durchgehend geschlagen und angetrieben. Auch habe ich schon im Barrio gesehen, dass Jugendlichen mit einer Fletsche und Steinen Voegel von den Hochspannungsleitungen geschossen haben um sie zu fangen.

-5- Was die Strom und Lichtversorgung angeht haben wir hier auch schon einiges miterlebt. Eines morgens ging unser Strom einfach fuer ein paar Stunden nicht und gestern Abend ist auch der ganze Strom hier in der Siedlung samt Laternen und Ampeln ausgefallen. Auch kam eines Abends einfach kein Wasser mehr aus den Leitungen….ne Stunde spaeter ging es dann wieder…….Aber wie wir im nachhinein erfahren haben ist das wohl hier vollkommen normal das man im Sommer einfach mal 1 Tag kein Strom oder Wasser hat.

-6- Die Rechnungen, Strom, Gas und so, werden hier einfach in bar bezahlt, man geht mit der Rechnung zu nem Laden und gibt da das Geld ab….ich mein warum nicht;). Auch der Vermieter kommt immer pesoenlich vorbei und holt sich die Miete ab.

-7- Was hier fuer Autos rumfahren ist die hoehe, so Autos wuerde man bei uns nur auf dem Schrottplatz finden. Ohne Scheiben, machen sehr komische Geraeusche und man denkt wenn sie losfahren, dass sie auseinander fallen. Eigentlich sind dass so supergeile alte Amischlitten, nur leider sehr verkommen. Auch ist es voellig egal wie viele Leute dort mitfahren bzw. wo die mitfahren. Oft sieht man viele Leute auf der Ladeflaeche mitfahren. Die Motorradfahrer haben hier uebrigends zu 99 % keinen Helm auf, teilweise sitzen bis zu 4 Personen auf sonem kleinem Ding und die Ampeln werden im Straßenverkehr nicht so ganz beachtet;)

-8- Die Geschaefte haben hier uebrigends jeden Tag bis 9 Uhr auf, Samstags sowieso und Sonntag auch einige. Das ist sehr praktisch. Mittagspause ist immer von 1 bis 4, da sind die Geschaefte halt geschlossen. Was es hier leider niergends zu kaufen gibt ist schoenes dunkles Brot….ueberall gibt es nur Weißbrot…..

-9- Was auch noch sehr lustig ist, die Menschen bilden ueberall Schlangen, egal ob an Bushaltestellen oder an Banken ueberall sieht man MenschenschlangenJ Uebrigends um den Bus anzuhalten muss man hier den Arm rausstrecken, sonst haelt der Bus erst gar nicht an.

-10- Uebrigends, hier wo wir wohnen giebt es niergendswo irgendeine groessere Gruenflaeche, nur Strassen, Haeuser und Laerm. Das ist echt sehr deprimierend durch die Strassen zu spatzieren.

So……das erstmal zu der Kultur die hier herrscht, ich hoffe ich konnte euch einen guten Eindruck zu dem alltaeglichem Leben hier geben und ihr koennt euch nun ein bisschen besser Vorstellen wo und wie ich hier lebe.

Bis bald meine Lieben

eure Nessa
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Sauwer

22:57, 1.10.2007 .. Geschrieben von Dixi
Sehr schöner Bericht, wirklich :)

Unbenannter Kommentar

06:07, 2.10.2007 .. Geschrieben von von ganz weit wech...
hallo mein schatz! das hoert sich doch alles super an...tanzen und trommeln und viel los...bei mir ist es ja eher ruhig...ich schicke dir nur kurz einen gaaaa...nz dicken schmatzer :* denk an dich!!!

Hey Vanessa

16:45, 17.10.2007 .. Geschrieben von Mirko
Hey du...

hört sich ja doch positiv an dein bericht..hab lange nichts mehr von dir gehört!!!hoffe du hast eine tolle zeit..

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