Anstoßzeiten 2009/10 – Rückblick und weiteres Vorgehen


Seit der Bekanntgabe der DFL, die Spieltage ab der Saison 2009/10 weiter aufzusplitten und zu fanunfreundlichen Anstoßzeiten anzupfeifen, folgten Diskussionen zahlreicher Fußballfans in ganz Deutschland. Die Petition der Sozialromantiker Ini oder die Fanclubliste von www.keinkickvorzwei.de sind nur zwei Beispiele.

Auch wir in Nürnberg haben uns intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt, nicht nur weil wir als aktueller Zweitligist besonders von den Änderungen betroffen wären, sondern auch weil der FCN schon immer über ein großes Fanpotenzial in der Region verfügt, das zu den Spielen oftmals mehr als 100 km einfach fahren muss. Gerade für diese Fans würden die neuen Anstoßzeiten eine Erschwernis bedeuten, aber auch die Auswärtsfahrer wären durch die zukünftigen kurzfristigen Spielverlegungen massiv betroffen.

Die größte Sorge bereitet uns jedoch die Tatsache, dass der Trend in den letzten Jahren in eine besorgniserregende Richtung ging. Wir wissen, das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht, Vereine und DFL scheinen mittlerweile nur noch das schnelle Geld zu sehen und nehmen auf Faninteressen keine Rücksicht mehr! Diese Änderung wird nicht die letzte sein, wenn wir jetzt nicht deutlich machen, dass Schluss sein muss! Diese Entwicklung wird uns früher oder später noch zu Spielen zu jeder Uhrzeit oder an jedem Tag der Woche führen. Auch (Pokal-) Spiele im Ausland, um den dortigen Markt zu befriedigen, sind keine Utopie mehr! Die Eintrittspreise werden weiter steigen!

Wir Fußballfans, die gerne ins Stadion gehen und der Mannschaft überall hinterher fahren, sind nun gefordert! Über die Sommerpause wurde die Problematik daher in viele Texten (siehe www.faszination-nordkurve.de), sowie Gesprächsrunden (sowohl in unserer Szene, als auch mit anderen oder Initiativen wie Pro Fans) diskutiert, zudem wurde erstmalig über einen Fanclub-Email-Verteiler umfassend darüber informiert.

Besonders das Gespräch mit dem Verein zeigte dabei deutlich die Diskrepanz auf, dass viele Vereine nach diesen Änderungen streben und sich dabei auch nicht von Protesten abschrecken lassen wollen. Rund 70 Nürnberger Fanclubs/Gruppierungen, die sich bei www.keinkickvorzwei.de eingetragen haben, sind dem FCN jedenfalls nicht genug, die Pläne der DFL zu überdenken. Aus diesem Grund werden wir auch mit Spruchbändern nichts mehr erreichen, vielen Fans hat sowieso schon der Mut verlassen, da man glaubt, gegen die DFL könne man sowieso nichts machen. Ja, Fußball ist Kommerz, es ist aber nicht der totale Ausverkauf und die absolute Gewinnmaximierung zu Lasten uns Fans! Daher müssen wir uns die Frage stellen, was können wir tun, um uns effektiv für fanfreundliche Anstoßzeiten einzusetzen? Noch können wir uns wehren, wenn wir zusammen arbeiten!

Aus diesem Grund wurde zu einer Informationsveranstaltung geladen, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Natürlich ist es immer schwer einen Termin für alle zu finden, dennoch war die Resonanz erschreckend und so konnte der angedachte, gravierende Protest der ULTRAS NÜRNBERG nur mit wenigen Glubberern diskutiert werden. Dieser sah vor, möglichst gemeinsam mit anderen und gegnerischen Fangruppen, die jeweiligen Montagsspiele mit einem Boykott der 1. Halbzeit zu belegen. Grundsätzlich standen die anwesenden Glubberer dieser Protestform zwar skeptisch, aber nicht abgeneigt gegenüber, falls man die Dauer noch etwas verkürzen würde. Dann sähe man auch die Chance, dies weiteren Fanclubs/Fans zu vermitteln, um die Aktion erfolgreich durchführen zu können. Mit dieser Tendenz endete schließlich die Sitzung, in deren Anschluss noch ein weiterer Beschluss gefasst wurde: Um den Protest auf eine breite Basis zu stellen und möglichst viele Glubbfans unter einen Hut zu bringen, wurde die „Nürnberger Initiative für fanfreundliche Anstoßzeiten“ gegründet. Zukünftig werden alle Aktionen von ihr ausgehen! Für diese Saison sind neben Spruchbändern auch ein Infostand im Stadion, sowie eine Unterschriftenliste geplant. Diese soll dem Verein noch einmal verdeutlichen, dass viele Glubbfans die geplanten Anstoßzeiten ablehnen! Auf einer Homepage (geht in den nächsten Tagen online), wird es zudem umfangreiche Informationen, sowie noch einmal eine „Unterstützerliste“ ähnlich der auf www.keinkickvorzwei.de geben. Wir bitten jeden Fanclub/jede Gruppe des FCN sich dort ebenfalls einzutragen!

Wir werden allerdings noch einen Schritt weitergehen müssen, gerade auch um die Öffentlichkeit zu erreichen. Daher haben wir die Thematik der Infoveranstaltung noch einmal aufgegriffen und nun endgültig ausformuliert: Ab dieser Saison werden wir die sowieso schon ungeliebten, aber medienwirksamen Montags-Livespiele mit einem 20-minütigen Boykott beginnen. Keine Fahnen, keine Stimmung – ein Fußball wie er herrschen wird, wenn die Zukunftspläne der DFL Realität werden! Um diesen Unterschied besonders deutlich herauszustellen, rufen wir dazu auf, sich 30 Minuten vor Spielbeginn im Block einzufinden! Beim Einlauf der Mannschaft zum Aufwärmen werden wir für sie singen, sobald jedoch der Anpfiff naht, sollen unsere Gesänge verstummen und erst wieder nach 20 Minuten einsetzen – dafür aber umso frenetischer und lauter als je zuvor. Lasst uns ihnen zeigen, dass wir Fans ein essentieller Teil des Fußballs sind, selbst in Zeiten des Geldes! Wir brauchen an dieser Stelle wohl niemandem erklären, dass dieser Boykott sich nicht gegen die Mannschaft richtet - im Gegenteil: Wenn sich die DFL mit ihren Zukunftsplänen durchsetzen wird, dann wird es bald keine aktiven Fans im Stadion mehr geben, die die Mannschaft unterstützen.

Informiert über diese Entscheidung bitte alle Glubberer, stellt sie in Foren, verteilt sie über euren Mailverteiler etc. Erklärt die Gründe dafür und macht auf die Initiative, sowie Unterschriftenliste aufmerksam.

Natürlich wissen wir auch, dass unser Boykott alleine zu wenig sein wird. Wir stehen daher auch im Kontakt zu anderen Kurven und hoffen auf deren Beteiligung, damit jeden Montag der Woche 20 Minuten Geisterstimmung herrscht! Wir fordern daher nicht nur jeden Glubberer, sondern jeden Fußballfan in Deutschland dazu auf, diesen Boykott zu diskutieren und sich bestenfalls natürlich daran zu beteiligen! Sollte dies nicht möglich sein, so rufen wir dazu auf, die Protestwelle in irgendeiner anderen Form zu unterstützen!

Wir sind fest davon überzeugt, dass die Vereine sich vor einer bundesweiten Protestwelle nicht mehr verschließen können und auch der öffentliche Druck wächst!

Lasst uns für dieses Ziel einmal unsere Rivalitäten vergessen und gemeinsam agieren!

NÜRNBERGER INITIATIVE FÜR FANFREUNDLICHE ANSTOSSZEITEN






Fußball um 12:30 Uhr? Stopp! Alles zu seiner Zeit!


Einige Tage sind nun schon seit der Bekanntgabe unserers Boykotts vergangen und natürlich ist in den Foren viel diskutiert worden. Auf einige Aussagen wollen wir daher eingehen und zählen dabei weiter auf Euer Verständnis für diesen Schritt.


"Bringt doch eh nix"

Mag sein, doch wir müssen alles versuchen und selbst wenn wir diese Anstoßzeiten nicht verhindern können, ist es wichtig jetzt ein Zeichen zu setzen, damit der Trend nicht ungehindert weiter geht! Was glaubt ihr, was passieren würde, wenn diese Pläne ohne Widerstand durchgehen würden?

"Da müssten schon alle mitmachen"

Natürlich! Und genau deswegen haben wir in der Sommerpause viele Gespräche gesucht und geführt! Nicht nur in der eigenen Szenen, sondern auch mit Vereinsvertretern, Initiativen wie Pro Fans, Kein Kick vor zwei oder Fans anderer Vereine! Ziel ist ein umfassender bundesweiter Protest! Das setzt zunächst aber eine vereinte Nordkurve voraus!

"20 Minuten? Wenn dann müssten die Kurven komplett für die Spiele leer bleiben"

Das war auch unser erster Gedanke. Nach vielen Überlegungen wird aber jeder zu dem Entschluß kommen, dass dies nicht durchführbar ist und somit gänzlich verpuffen würde!

"Kriegt doch im Fernsehen eh keiner mit"

Mag sein! Solange es aber die Zuschauer im Stadion und Vertreter der (Print-Medien) mitbekommen, haben wir schon wieder Leute erreicht und auf die Problematik aufmerksam gemacht!

"Protest schön und gut, aber DFL, Vereine und Funktionäre müssen auch unseren Unmut spüren"

Richtig! Unser Protest wird sich daher auch nicht nur auf einen Boykott beschränken. Wie bereits geschrieben wird es neben einer Unterschriftenliste (die es übrigens auch bei anderen Vereinen gibt), auch weitere Aktionen im Stadion geben! Von Spruchbändern bis hin zu Gesängen wird alles vertreten sein! Zudem wird auch von Pro Fans etwas auf die Beine gestellt, so ist zum Beispiel eine Postkartenaktion und Weiteres in Planung! Wir halten Euch darüber natürlich auf denm Laufenden!

"Es muss aber jeder von diesem Boykott (und den Gründen) erfahren"

Richtig! Deswegen haben wir frühzeitig Gespräche geführt, einen Email-Verteiler eingerichtet und auch die Ankündigung zeitig online gestellt. Wir bitten nun aber auch jeden Glubberer, die Infos weiterzugeben und darüber zu diskutieren! Wir werden gegen Augsburg 10.000 Flyer verteilen, sowie Ankündigungsplakate aufhängen. Auch auf dem Weg nach KL wird es nochmals 1000 Extra-Flyer geben.

"Die Vereine brauchen das Geld um wettbewerbsfähig zu bleiben"

Es ist ein Irrglaube, es ginge hier um einen hohen Millionenbetrag. Die „Wettbewerbsfähigkeit“ ist zudem ein absolutes Totschlagargument. Die Vereine werden das Geld auch brauchen, wenn sie den Vereinsnamen verkaufen, Spiele ins Ausland verlegen oder die Eintrittspreise erhöhen. Ist das aber noch unser Fußball-Sport? Können wir (es uns leisten) dann noch in die Stadien (zu) gehen?

"Leidtragender ist mal wieder die Mannschaft"

Wie bei jedem Streik scheint man sich nicht für den Grund, sondern lediglich für die (negativen Auswirkungen) zu interessieren. Es ist nicht unsere Schuld, dass wir boykottieren (müssen)! Zudem soll dieser Protest auf bundesweiter Ebene zu „ausgleichenden Verhältnissen“ auf dem Rasen führen!

Wir werden darüber hinaus auch die Mannschaft über den Grund des Boykotts informieren!

"Wie sieht es mit der Beteiligung anderer Szenen aus?"

--> Um ehrlich zu sein, schaut es momentan eher mau aus, wobei es für eine Szene aber auch immer schwierig ist, "das Heft in die Hand zu nehmen" bzw. "bundesweite Aktionen" zu organisieren. Hier sind überregionale Institutionen wie z.B. Pro Fans gefordert, mit denen wir aber in einem guten Austausch stehen und über deren Email-Verteiler auch schon die Ankündigung unseres Boykotts verschickt wurde. Nun liegt es also an den jeweiligen Szenen selber, inwiefern sie tätig werden und was ihrer Meinung nach die für sie effektivste Variante ist, um gegen die Pläne der DFL vorzugehen. Wir hoffen aber natürlich, dass auch den anderen Szenen klar sein dürfte, dass Spruchbänder und/oder ein Boykott von nur wenigen Kurven nichts ändern wird, so dass sie sich der Aktion anschließen - sofern sie die Pläne genauso ablehnen!
Es sind daher deutliche und permanente bundesweite Zeichen notwendig - alles andere wird wohl nichts nützen... Wir fordern hiermit nochmals alle Kurven und Fußballfans auf, sich umfassend an den diversen Aktionen zu beteiligen - andernfalls dürfen wir uns im Nachhinein auch nicht beschweren

"Was passiert bei einer frühen Ein- oder gar Zwei-Tore-Fürhung innerhalb der ersten 20 Minuten?"


Bei einem Tor gilt natürich kein Jubelverbot und natürlich wird es dann umso schwerer die Emotionen zu zügeln. Allerdings lautet eines unserer Mottos ja auch „was wäre der Fußball ohne uns Fans“ und wann würde dieses Fehlen mehr auffallen, als nach einem Tor oder bei einer Führung. Lasst uns (nach dem Torjubel) also innerlich feiern, bevor wir nach 20 Minuten dann umso mehr Gas geben können! Lasst uns diesen Unterschied aufzeigen, denn was wir „wert“ sind, kann man nicht mit Geld bezahlen!
Sollte jedoch der Fall einsetzen, dass die „Stimmung kippt“, werden wir das sicher nicht verhindern, sondern jedem selbst die Entscheidung überlassen! Es wird auch nicht gestoppt, wer wie lange und wie jubelt – das ist jedem selbst überlassen! Auch werden wir bei einem Tor in der 18. Minute zum Beispiel nicht noch zwanghaft 2 Minuten warten, sondern den „Schwung“ natürlich gleich nutzen!

Abschließend bitten wir alle, die den Boykott unterstützen, sich nicht provozieren zu lassen, wenn andere am Boykott nicht teilnehmen (wollen)! Wir wollen keinen zweiten „Fankrieg“ und bitten alle Boykottler ruhig und besonnen zu reagieren! Geht nicht darauf ein, es ist eine freie Entscheidung, sich zu beteiligen oder eben nicht. Dieser Boykott muss friedlich (!) ablaufen, denn nur so können wir auch in der Öffentlichkeit ernst genommen werden!

An dieser Stelle wollen wir aber noch einmal an die Solidarität aller Glubberer appelieren. Es sind „nur“ 20 Minuten, helft mit, dass wir Fans und der Fußball am Ende die Sieger sind!

Es geht dabei auch nicht nur ausschließlich um die kommenden Anstoßzeiten – diese bringen das Fass nur zum Überlaufen! Unser Boykott soll auch auf die momentan herrschenden Zustände aufmerksam machen. Einerseits ist da natürlich das ungeliebte Montags-Spiel, andererseits sind es aber auch die Anstoßzeiten am Freitag um 18 Uhr oder unter der Woche (englische Spieltage) um 17:30 (!) Uhr. Hier ist es fast unmöglich ohne Urlaub auszukommen – und das für ein Heimspiel! Wer kann das wollen?

Ja zum Boykott – Nein zur Deutschen Fernseh Liga! Wir haben es in der Hand!

Wir zählen weiter auf Eure Beteiligung und laden erneut zu einer Diskussionsrunde am 21.08.2008 um 19 Uhr ins Landbierparadies in der Sterzingerstr. ein!

Wir werden auf diesem Treffen noch einmal deutlich machen, warum dieser Boykott notwendig ist, denn leider zwingt uns die DFL zu solchen Schritten, was erneut ein erst kürzlich stattgefundenes Gespräch ziwschen DFL und Fanvertretern beweist!

Zum Wochenende wird zudem unsere Homepage (www.anstosszeiten.de.vu) mit allen Infos zum Thema und einer Unterstützerliste online gehen. Wir bitten aber jetzt schon alle Fanclubs/Gruppen, sich zu melden, wenn Ihr der „Nürnberger Initiative für fanfreundliche Anstosszeiten“ beitreten wollt. Wir werden Euch dann in die Unterstützer-Liste eintragen! Schreibt (auch für weitere Infos) an anstosszeiten@un94.com!

Wir sehen uns, Glubberer!

Anmerkung: Sollte sich abzeichnen, dass unser Boykott keinen Sinn macht, weil er aus den eigenen Reihen zu wenig Unterstützung erfährt oder aber in anderen Kurven keine Beachtung findet, dann werden wir unsere Aktion sicherlich neu überdenken müssen. Wir alleine werden es nicht schaffen!

Hinterher darf sich dann aber keiner beschweren, wenn zukünftig zu fanunfreundlichen Anstosszeiten angepfiffen wird…





Fußball ohne Fans?


Es ist schon ein paar Tage her, da stellte die DFL ihre neuen Pläne für die Bundesligaübertragungsrechte vor, darin enthalten auch Änderungen der Anstoßzeiten ab der Saison 2009/2010, die seitdem auf pure Entrüstung seitens der Fans stoßen. Fast täglich liest man von neuen Pressemeldungen, Fanbündnisse (wie Baff oder Pro Fans) haben sich geäußert, aber auch divese Initiativen (wie Kein Kick vor zwei oder eine Petition) gingen an den Start.

Selten wie nie zuvor, scheinen sich die Fans so einig zu sein: Die Pläne der DFL sind ein Schlag ins Gesicht der Fußballfans, die ihren Verein noch gerne live im Stadion verfolgen wollen!

Rückblick:

Schon seit Jahren haben wir mit fanunfreundlichen Anstoßzeiten zu kämpfen, doch stießen wir dabei immer wieder auf die Ignoranz der DFL und anderen Funktionären.

Erste Vereinbarungen (Sonntagsspiele möglichst von Vereinen, die weniger als 300 km entfernt liegen) von Pro 15:30 (heute Pro Fans) und DFL/DFB wurden immer weniger beachtet und obwohl man immer wieder betonte, in solchen Dingen den Austausch mit den Fans zu suchen (erst wieder auf dem Fankongress 2007), such(t)en DFL und Co in erster Linie das Gespräch zu Sponsoren, TV Sendern und Vermarktern! Wir Fans wurden und werden dagegen meistens vor vollendete Tatsachen gestellt. So geschehen bei der Wiedereinführung des Freitag-Abendspiels oder bei den „gekoppelten Anstoßzeiten“ der 2. Liga zur Saison 2006/2007. Diese müssen sich ganz nach der 1. Liga richten, so dass die Freitagsspiele bekanntermaßen bereits um 18 Uhr und Spiele unter der Woche sogar um 17.30 Uhr angepfiffen werden. Selbst als Heimfan waren nicht wenige gezwungen, Urlaub zu nehmen, um ein Spiel ihrer Mannschaft live zu erleben! Die lästigen Montagsspiele sollten dabei aber nicht weniger beachtet werden, zumal ein solches Live-Spiel auch zu fanfreundlicheren Zeiten stattfinden könnte!

Als Fan einer 2. Liga-Topmannschaft musste man also schon einige Hürden nehmen, um sich stets den Stadionbesuch möglich zu machen.

Kann das (noch) unser Volkssport Fußball sein?


Die neuen geplanten 2. Liga-Anstoßzeiten (um 12.30 Uhr bzw. 13 Uhr) setzen nämlich nochmal einen drauf. Abgesehen davon, dass man vor lauter „Spiele des Monats“ und „Ausweichterminen“ gar nicht mehr durchblickt, machen es die neuen Zeiten noch schwieriger einen Stadionbesuch zu erleben.

Gerade wir 2. Liga-Szenen sind davon massiv betroffen und müssen daher umso mehr dagegen vorgehen! Nicht nur der „Hardcore-Fan“, sondern v.a. der „normale Zuschauer“, der gerne einmal (spontan) zum „Glubb rausfährt“, wird von diesen Änderungen betroffen sein: Unser FCN verfügt über ein großes Hinterland, ein nicht unerheblicher Teil der Zuschauer muss für ein Heimspiel locker 100, 150 km einfach zurücklegen. Doch auf diese Unterstützung konnte sich unser FCN bisher immer verlassen. Bisher….Denn wie soll es zukünftig noch möglich sein, wie gewohnt zum Glubb zu fahren, wenn die Spiele bereits um 12.30 Uhr (sonntags) bzw. 13 Uhr (samstags) angepfiffen werden sollen? Von Auswärtsspielen gar nicht zu reden! Kurzfristige Spielansetzungen zur „Prime Time“ und damit Planungsunsicherheit bei uns Fans wird weiter dazu führen, dass v.a. die nachrückende Fangeneration ausbleiben wird!

Überhaupt: Worin liegt der Sinn, eine derat frühe Ansetzung vorzunehmen? Nicht wenige Familien werden am sonntäglichen Mittagstisch alles andere tun, nur nicht die 2. Liga im TV verfolgen! Diese Salamispieltage sind weder für den TV-Zuschauer, noch für den Stadiongänger interessant, zudem wird die Überflutung der „Rund-um-die-Uhr-Berichterstattung“ früher oder später zu einer Sättigung führen! Unser Fußball soll etwas besonderes sein und würde gerade durch fanfreundliche Anstoßzeiten eine Aufwertung erfahren, besonders in der 2. Liga!

Spirale des Geldes

Natürlich wollen die Vereine und Manager mehr Geld einstreichen, doch zu welchem Preis? Bezahlen wir Fans nicht am Ende dafür? Nehmen wir die geplanten Änderungen in Kauf, mit dem Argument „man müsse wettbewerbsfähig sein“, würde sich die Spirale immer weiter drehen. Preiserhöhungen, höherer Komfort, Wegfall der Stehplätze, Pokalspiele im Ausland, um den dortigen Markt zu befriedigen. All das sind keine Zukunftsvisionen mehr, sondern gemachte Pläne in den Schubladen der DFL, die ans Tegeslicht kommen, sobald die neuen Änderungen ohne Gegenwehr durchgesetzt werden können! Wäre es von den Vereinen nicht weitsichtiger gedacht, sich eine Fanbasis zu sichern, die dem Verein über Jahre hinweg treu bleibt und v.a. auch in schwierigen Zeiten weiter „einbezahlt“? Oder verdienen die Vereine schon jetzt mehr am „Fan vor dem TV“ als am „Fan im Stadion“? Doch sind es nicht genau wir Fans im Stadion, die diesem Sport die Atmosphäre geben? Haben wir Fans nicht einen großen Anteil daran, dass der Fußballsport heute das ist, was er ist? Werben die TV-Sender nicht immer mit tobenden Kurven, Choreographien und klatschenden Händen? Was wäre der Fußball ohne uns?

Natürlich wollen auch wir Fans einen erfolgreichen Fußball sehen! Wir wollen ihn aber live sehen und wir wollen ihn uns leisten können! Wir wollen nicht als Melkkuh dienen, was man bei den Aussagen des Präsidenten des Ligaverbandes Rauballs aber befürchten muss. Dieser sagte, es sei „nicht sittenwidrig, das auszureizen“ und meint damit auch höhere Eintrittsgelder und weitere Vermarktungsmöglichkeiten des „Produkts Fußball“. Vom Sport keine Rede mehr…

Ungehörte/unerhörte Proteste

Schon in der Vergangenheit kam es immer wieder zu Protesten. Sei es in unserer letzten 2. Liga Saison 2003/2004 in Lübeck oder letztes Jahr in Köln, Kaiserslautern oder St. Pauli. Auffallend dabei war lediglich nur die Art und Weise wie man den Unmut verhindern wollte und somit einmal mehr deutlich machte, dass Kritik nicht erwünscht sei!

Die kommende Saison wird es nicht anders laufen, doch ist jetzt die Zeit gekommen, wo das Fass endgültig übergelaufen ist:


- Wir fordern die DFL dazu auf, die Pläne zurückzunehmen!

- Wir fordern die Vereine dazu auf, diese Pläne nicht abzusegnen!

- Wir fordern alle Glubbfans dazu auf, sich an der Petition der Sozialromantiker Ini St. Pauli zu beteiligen!
Link

- Wir fordern alle FCN Fanclubs dazu auf, sich in die Unterstützer-Liste der von „Kein Kick vor zwei“ einzutragen!“ Link

- Wir fordern jeden dazu auf, diesen Text an jeden Bekannten weiterzuleiten, in jedes Forum zu stellen und an jede bekannte Mail-Adresse zu schicken!

- Wir fordern jede Szene in Deutschland dazu auf, die Petition der Sozialromantiker Ini St. Pauli zu unterstzützen oder selbst eine ins Leben zu rufen, um die Unterzeichner danach zusammenzulegen!

- Wir fordern jede Szene dazu auf, sich an weiteren Protesten zu beteiligen!



Auch von der Nürnberger Szene wird es Aktionen geben! Dieses Thema geht uns alle an, daher wird es in den nächsten Wochen auch eine Infoveranstaltung geben, zu der JEDER eingeladen ist (Datum und Ort werden rechtzeitig folgen)! Es werden Vertreter von Ultras Nürnberg und anderen Fangruppen vor Ort sein, um mit EUCH über die Probleme, mögliche Lösungen und Aktionen zu diskutieren! Lasst uns dieses Mal gemeinsam an einen Strang ziehen, damit wir auch in Zukunft unseren FCN gemeinsam und live im Stadion unterstützen können!

Die Aufteilung der 1. und 2. Liga von 2009/2010 an

FREITAG
18.00 Uhr: drei Zweitligaspiele (achtmal ein Spiel um 20.30 Uhr)
20.00 Uhr: ein Erstligaspiel (achtmal am Samstag um 20.30 Uhr)

SAMSTAG
13.00 Uhr: ein Zweitligaspiel
15.30 Uhr: fünf Erstligaspiele

SONNTAG
12.30 Uhr: vier Zweitligaspiele
14.45 Uhr: zwei Erstligaspiele
17.00 Uhr: ein Erstligaspiel (bis zu achtmal um 20.30)

MONTAG
20.15 Uhr: ein Zweitligaspiel

(Text von Faszination Nordkurve vom 12. Juni 2008)





Was genau hat das Bundeskartellamt am Vermarktungskonzept der DFL auszusetzen?


Das DFL-Konzept beruht auf dem Prinzip der Zentralvermarktung. Die zu vergebenden Rechte werden nicht von den einzelnen Rechteinhabern – also den Vereinen – vermarktet, sondern gebündelt und exklusiv von der DFL. Dies gilt als Kartellvereinbarung und ist nach Europäischem Kartellrecht grundsätzlich verboten, weil Konditionen einseitig diktiert und das Angebot willkürlich, z.B. auf das Pay TV,  beschränkt werden könnte.

Ausnahme: Die Verbraucher werden an den Vorteilen der Kartellbildung angemessen beteiligt.

Nach Ansicht des Bundeskartellamtes ist dies durch das geplante Vermarktungskonzept der DFL nicht gegeben, weil die sogenannten Highlight-Berichterstattungen - also die Spieltagszusammenfassungen im Free TV z.B. in der Sportschau - nicht mehr zeitnah genug am Ereignis selber liegen und es so einseitig zu einer Bevorteilung des Pay TV kommt.

Das Bundeskartellamt sieht eine ausreichende Wahlmöglichkeit des Verbrauchers zwischen Free TV und Pay TV nur dann gewährleistet, wenn die Highlight-Berichterstattung einen wesentlichen Teil des Spieltags umfasst, zeitnah und an einem weiten Bevölkerungskreisen zugänglichen Sendetermin erfolgt. Konkret wäre dies bei einem Sendeplatz im Free TV vor 20.00 Uhr der Fall, das entspricht aber nicht den Inhalten des DFL-Konzepts, welches vorsieht, die frei zugänglichen Spieltagszusammenfassungen jenseits der 20 Uhr-Grenze in Richtung 22 Uhr zu drängen.

Als Beispiel nennt das Bundeskartellamt die Situation in England. Dort bezahlen die Verbraucher im Vergleich zu der Situation in Deutschland für weniger als die Hälfte des Angebots den vierfachen Preis. 80 Euro monatlich. Um diese einseitige und verbraucherfeindliche Entwicklung in Deutschland zu verhindern, verwehrt das Bundeskartellamt der DFL die Genehmigung für das geplante Vermarktungskonzept.

(Kein Kick vor Zwei, 24. Juli 2008)





{Vorherige Seite} {Seite 1 von 3} {Nächste Seite }
Start
News
Über uns
Forderungen
Unterstützerliste
Aktionen
Texte
Presse
Fotos
Links