Die Welt ist schlecht

20:34, 2008-04-14. Von Keks

Nein, langweilig wird uns nicht. Wenn im Moment wirklich mal ansatzweise Langeweile auftreten sollte, sorgen andere Leute dafür, dass wieder etwas Spannung reinkommt.

Als Suse nach Hause kommt gibt es etwas unerfreuliche Nachrichten. Jemand hat ihr Fahrrad gestohlen und das direkt vor der Haustür! Na, gut dass wir bald weg sind. Aber dadurch haben wir nun eine ganze Menge Rennerei, als ob wir nicht Besseres zu tun hätten. Eigentlich wollten wir heute weiter ein paar Kisten packen. Na gut, ich rufe also als erstes einmal bei der Allianz an und melde den Diebstahl. Die benötigen jedoch noch die Anzeige der Polizei und das ist dann der nächste Schritt.

Vorher geht Suse jedoch zum Fahrradhändler und besorgt sich die Rechnung vom Kauf – das Original ist im Nirvana unserer Umzugskisten verschwunden. Ich gehe derweil zur Post und richte einen Nachsendeantrag ein. Die Bearbeitung durch die Allianz soll etwa 5-8 Werktage dauern und da sind wir schön längst über alle Berge. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Hausrat zum 20.04. kündigen wollte. Sieht  schon etwas blöd aus, wenn man die Versicherung sechs Tage vor Kündigung noch in Anspruch nehmen muss. Jedenfalls wird das alles noch über meine Deutsche Adresse im Sauerland abgewickelt und auch hier wird es sicherlich noch etwas Rennerei geben. Es sollte jetzt jedenfalls gesichert sein, dass ich den Schriftverkehr von der Allianz irgendwie erhalte.

Nächste Station ist die Polizei. Hier erstatten wir erst mal Anzeige wegen Diebstahls und es dauert doch seine Zeit, bis alles zu Protokoll gegeben ist. Unser Freund und Helfer ist echt nett und wir erzählen im, wir gehen nächste Woche nach Norwegen. Wir erklären ihm die etwas merkwürdige Situation "Diebstahlmeldung kurz vor Versicherungskündigung". Darauf der O-Ton vom Polizist "wenn Sie bescheißen wollten, hätte ich das schon gemerkt". Wieder zu Hause rufe ich erneut die Allianz und gebe das Aktenzeichen durch. Vielleicht geht die Bearbeitung des Falls ja so etwas schneller.

Nach Oslo habe ich auch noch telefoniert - nämlich mit der Versicherung. Jimmy ist ein Versicherungsdealer, der ursprünglich aus Schweden kommt und jetzt in Norwegen lebt und arbeitet. Wenn ich Mails von ihm bekommen, verstehe ich nicht so wirklich viel, sprechen klappt da doch etwas besser. Jedenfalls hat er mir eine Autoversicherung für 5.700 NOK angeboten und eine Hausrat für 1.200 NOK (da sind ja hoffentlich auch die Fahrräder mit versichert). Ich hoffe, ich bekomme noch ein paar andere Angebote zum Vergleich. Ansonsten werde ich wohl erst mal diese Versicherung abschließen. Wichtig zu Beginn, so sieht man das ja eigentlich als Deutscher, ist der Abschluss von Versicherungen. Ich denke, wenn man dort oben ist, kann man sich immer noch nach einer günstigeren Versicherung umschauen. Aber von hier aus mache ich erst einmal das, was möglich ist. Der Rest wird unter der Kategorie „finazielle Reibungsverluste“ verbucht.

Am Abend muss ich mich ja dann auch noch von meiner Rhönradgruppeverabschieden. Die letzten fünf Jahre habe ich im Verein als Trainer gearbeitet und es hat Spaß gemacht. Mehr als zwei Jahrzehnte war ich bei dieser Sportart und jetzt werde ich für eine sehr lange Zeit kein Rhönrad mehr anfassen.

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