ihr seid nun im kreativen Bereich von Lambda gelandet: Willkommen! ^^
Meine Idee ist, ein Portal für Regenbogengedichte,
-geschichten, -alltagsanekdoten und anderen schönen Sachen zu schaffen, weil es davon einfach viel zu wenig gibt. Schickt sie mir
einfach zu und ich setze sie online. Besucher_innen dieser Seite können dann ihren Senf dazugeben ^^, natürlich im Rahmen der Höflichkeit und
Fairness. Dōjinshis und Bilder sind natürlich genauso erwünscht!
Zur Zeit gibt es nur eine Plattform für lesbisch-orientierte Texte, aber ich arbeite an weiteren Seiten. Wenn ihr schon was zum Veröffentlichen habt, könnt ihr es mir schon gerne zuschicken, damit es dann beim Onlinegehen nicht so leer aussieht ;).
Und nun viel Spaß beim Stöbern!
Eure Evi
30.01.2008
warum du den Unwissenden unlieb wirst...
Sinn und Zweck eines Blogs ist es ja, via Internet einen Einblick ins eigene Leben zu gewähren, um ... äh, hat es einen tieferen Sinn? Nicht immer, aber es könnte! So hätte ein Subblog über den Alltag einer lesbischen Beziehung sogar zwei Sinne:
Erstens kann ich mich um etwas bemühen, dass bisher noch kein Coming-out-Ratgeber versucht hat, nämlich auch etwas Positives am Lesbisch-Sein zu sehen. Warum soll es denn nur "Akzeptanz statt Toleranz" (wie das Berliner CSD-Motto 2005) heißen? Warum sollte Elternverständnis nur soweit reichen, dass eine Homobeziehung des Kindes "nicht schlimmer" als eine Hetenbeziehung ist? Weil nichts schlechter oder besser sein und die sexuelle Orientierung irgendwann werden sein soll? Herzlichen Glückwunsch, richtige Antwort! Nichtsdestotrotz sind wir noch weit davon entfernt und für viele Menschen ist die Toleranz schon ein schwerer Schritt. Möglicherweise trägt ein positiver Blick auf den Homoalltag ja etwas dazu bei, ihnen den Weg zu erleichtern.
Zweitens ist es zu selten Thema. Zwei Frauen leben in einer Beziehung. Allein bei diesem Satz wälzt sich schon eine Masse an Klischees an und versucht die Barriere Scham und gewollte Toleranz zu überwinden. Doch was können die armen Stereotypen dafür, werden sie doch kaum beseitigt. Hella von Sinnen ist nicht das Maß aller Dinge (nur einiger) und sie hat (noch) keine eigene Sitcom, um Themen aus ihrem Leben aufs Korn zu nehmen wie Pastewka, Engelke und wohl die Hälfte aller halbwegs renommierten US-Schauspieler. Anne Will hingegen, die aktuellste Geoutete und Vorzeigeschranklesbe eignet sich zwar für einen guten Fernsehauftritt, aber gewiss nicht, um jungen Lesben zu erzählen, worauf es in einer Beziehung ankommt.
Worauf es in einer Beziehung ankommt? Im Grunde lernen wir das doch schon unser ganzes Leben lang, was will ein Blog uns da noch beibringen. Erstes Vorbild sind unsere Elte- ... nun gut, wer nicht gerade in den Genuss kommt homosexuelles Kind homosexueller Eltern zu sein, muss sich anderweitig umsehen. Da gäbe es zum Beispiel noch Verwandte (auch nicht besser) oder aufgeklärte, offene LehrerInnen, die jeder Homophobie trotzen (nein, wird immer noch nicht besser) oder doch wenigstens ... zugegeben: Jene Leute, die uns vom großen Leben erzählen wollen, haben meist keine Ahnung, wenn es ums homosexuelle Leben geht. Wenn sie es doch tun, halten sie sich dann aber meistens bedeckt aus Angst vor Diskriminierung von den eigenen Kindern oder SchülerInnen. Aber um sexuell und beziehungstechnisch aufgeklärt zu werden, bedarf es ja nicht unbedingt AufklärerInnen der sexuellen Orientierung! Schließlich sind die Themen übertragbar, Liebe, Sex, Verhüt- ... Coming-out? Diskriminierung? Ehe?
Die sexuelle Aufklärung begann zuhause oder in der Schule mit dem Satz "Wenn ein Mann und eine Frau sich sehr, sehr lieb haben...", sprach von Penis und Vagina (ich erinnere mich da noch an den schönen bildlichen Vergleich zweier Puzzleteile), Kinderzeugen, später von Kindesverhütung. Bald lernten wir, dass Mädchen und Jungen "anders" sind und eine etwas andere Sprache sprechen*. "Jungs verstehen anziehende Blicke nicht so schnell. Wenn du seine Aufmerksamkeit erregen willst-" "Aber will ich doch gar nicht!"
Ich bin unter vier Brüdern aufgewachsen, habe von diesen vier Brüdern vier Männerklischees studieren können (der proletenhafte Bundi, der alleskönnende Nerd, der gesellschaftskritische Nerd & "Frauenversteher" und der soziale, alternative Biker), doch habe ich gelernt, wie ich herausfinde, ob ein Mädchen auch auf Mädchen steht?
Wir (queer) werden jahrelang geschult, werden über den Körper des anderen Geschlechts, gesellschaftliche Anforderungen und traditionelle Familienbilder belehrt - und dürfen am Tag
des Verliebens alles über den Haufen werfen. "Äh, ansprechen? Wie jetzt? Darf ich das überhaupt? Und wenn ich zusammengeschlagen werde?" Alles bisher Gelernte ist für die Katz, stattdessen treten plötzlich andere Dinge in den Vordergrund und die ganze Welt einschließlich ich selbst müssen nochmal von vorne hinterfragt werden. Das Innenleben eines lesBi oder schwulen Teens heute sieht in etwa so aus wie das eines/r heterosexuellen Jugendlichen in den 50er Jahren: Ok, irgendwer labert hier was von Liebe, Sex (Keuchheit) und Ehe, aber das alles hilft mir überhaupt nicht weiter. Wissensstand gleich null, Hilflosigeit gleich hundert.
An dieser Stelle möchte ich ins Spiel kommen und anderen den lesbischen und manchmal auch den schwulen Alltag, wie ich ihn von meinen Freunden miterlebe, näher bringen. Seid gewappnet ;).
*Eine Generation von SexistInnen machte daraus ein Riesenbrimborium und sprach gar von zwei verschiedenen Spezies, allen voran Mario Barth und das Ehepaar Pease. Da wird herzlich gelacht, alle kennen das - und beschweren sich am Ende, warum sich die Menschen ständig an Vorurteilen aufhängen.
*Eine Generation von SexistInnen machte daraus ein Riesenbrimborium und sprach gar von zwei verschiedenen Spezies, allen voran Mario Barth und das Ehepaar Pease. Da wird herzlich gelacht, alle kennen das - und beschweren sich am Ende, warum sich die Menschen ständig an Vorurteilen aufhängen.
{Vorherige Seite} {Seite 4 von 17} {Nächste Seite }
© by Oo [Oeilletsotaku]