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(waw) Lange Nacht - Impressionen
{ 19:40, 18.05.2008 }
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Dass viele polnische Miteuropäerinnen und Miteuropäer mehr an klassischer Bildung mitbekommen als manche Menschen aus meinem Herkunftsland, möchte ich jetzt einfach behaupten. Ich nehme dass an, weil die Allgemeinbildung hier allgemeiner ist als in unsrem sozial selektiven Land - begonnen damit, dass Polen 66,8 Prozent Studienanfänger hat - im Vergleich zu 32,4 Prozent in Deutschland. Dass das nicht unbedingt was aussagt, weiß ich. Ich pauschalisiere :)
Dass Bildung hier aber vielleicht auch anders aufgefasst wird als bei, uns habe ich gestern hautnah erfahren. Und hautnah meine ich wörtlich: Viel Haut an viel Haut bei sommerlichen Temperaturen in überfüllten Trams und Bussen.
Gestern war in Warschau die lange Nacht der Museen. Bei uns wird die wahrgenommen, aber nicht so genutzt. Hier hingegen.... Ein paar Eindrücke:
Treffpunkt mit ein paar netten Menschen war die Siegmundsäule in der Altstadt. Diese ist gleich am Schlossplatz und der wiederum ist momentan auch wenn er leer ist voll. Die Bären der UN wurden aufgestellt, jede Nation ein Bär, und diese gut 150 Stück stehen da rum und halten Händchen.
Ich werd bei Gelegenheit ein Foto machen. Auf alle Fälle war gestern auch um und zwischen den Bären kaum Platz und ich brauchte 10, 15 Minuten um überhaupt alle Menschen die ich treffen wollte zu finden - auch wenn wir nur ein paar Meter auseinander standen, haben wir uns übersehen. So viel los. Auf dem Altstadtmarkt noch mehr, obwohl das angekündigte Jazz-Konzert eher schlecht als recht war stimmlich.
Wir tigerten durch 3 Museen, und in jedem davon war was los, vor allem aber in dem der modernen Kunst. Davor hatten kreative Menschen sogar einen Kaffeestand aufgebaut. Um dorthin zu gelangen mussten wir uns aber erstmal mit all den andren Menschen auf der Krakowskie Przedmiescie drängen. Unglaublich. Dort dann die Treppe voll, die Räume voll. Trotzdem schön :)
Beim Heimgehen, nachdem ich noch in einem Film über Havel beim hiesigen Dok-Filmfest war, dachte ich, es würde jetzt, kurz vor Mitternacht, ruhiger sein. Aber nichts da. Alles noch genauso voll, wenn auch die ersten Jungs (ohne sexistisch sein zu wollen, hab einfach keine Mädels so gesehen) schon noch voller durch die Gegend torkelten. So ungefähr wie auf italienischen Piazzen, alles voller Menschen, auch wenns schon dunkel ist, und die Luft ist noch immer warm und die Stimmung ist unfassbar freundlich.
Auf meine letzte Tram wartend stellte ich fest, dass ich noch mehr verpasst hatte: Die Stadt hatte die alten Öffentlichen aus der Garage geholt und nur für diese Nacht einen Museumstransport eingerichtet. Auch die alten Gurken durften fahren. Die Busse also in Gurkenform. In blau und weiß. Warum die neuen Busse nicht mehr so heißen fragte ich mich, als ich in den Nachtbus einstieg. Essiggurken sind doch im Glas immer nah aneinander. Vielleicht sollten die neuen Heringdosen gennant werden?
Meine erste BeinaheSommernachtimpression hier - Ein Hoch auf die lauen und lauten Nächte die da kommen werden.
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