Heute ist ein wichtiger Tag für die Studierendenproteste in Deutschland. Denn in diesem Moment findet
eine Konferenz mit den für die deutsche Bildung wichtigsten Männer und Frauen statt: Die Kultusministerkonferenz in Bonn.
Doch nicht nur Politiker versammeln sich heute in der ehemaligen Hauptstadt, sondern auch
etliche Studierende. Genauer gesagt um die 5000, denn so viele sind aus ganz Deutschland angereist um sich einer Großdemonstration anzuschließen, die um 16:30 Uhr vor dem Wissensschaftsministerium endete. Sie, wie wir, fordern vor allem eines: eine gründliche Reform der Bologna-Reform.
Und es gibt sogar schon erste Ergebnisse (http://www.kmk.org/presse-und-aktuelles/meldung/kultusministerkonferenz-und-hochschulrektorenkonferenz-handeln-gemeinsam.html): Erst einmal haben die Minister beschlossen, dass sie die Qualität des
Studiums verbessern und die Mobiltät der Studierenmden erhöhen wollen. Schön und gut, darauf sind die Erfinder des Bologna-Prozesses schon vor mehr als zehn Jahren gekommen. Was aber soll sich konkret ändern? Es wird in Zukunft nur noch eine Prüfung pro Modul geben, anstatt eine Prüfung für jede Veranstaltung. Außerdem, soll überprüft werden, wieviel wir tatsächlich arbeiten und ob der Bachelor überhaupt zu schaffen ist. Leistungen an anderen Hochschulen sollen leichter anerkannt werden. Die Bachelor/Master-Strucktur soll flexibel gehalten werden, womit wohl gemeint ist, dass es auch möglich ist einen 8-semestrigen Bachelor anzubieten. (Das ist ohnehin schon möglich, wie der Bachelor Europen Studies Major hier, an der Uni Passau, beweist.) Zuletzt dürfen die Länder den Hochschulen nicht mehr massive Einschränkungen machen.
So weit, so gut. Jetzt hoffen die versammelten Minister, dass sie sich mit ihren ehrenwerten Vorhaben zurücklehnen und das Ende der Proteste abwarten können. Doch da haben sie sich wohl geirrt. Denn was ist mit den Studiengebühren? Was ist mit der strengen Vorgabe der ECTS-Punkte, die erreicht werden müssen? Was ist mit Pflichtveranstaltungen? Was ist mit derÖkonomisierung der Bildung? Was ist mit freiwilligen Prüfungswiederholungen? Klar, da verweisen die Kultusminister an die Hochschulen. Die erklären uns wiederum, das müsse die Landesregierung in die Hand nehmen. So dreht sich der Kreis trotz Errungenschaften immer weiter. Und irgendwas sagt mir, dass auch die Studierendenproteste noch lange nicht vorbei sind.