Aus meiner Satteltasche... |
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Reisegefährten19:09, 8.05.2011 0 Kommentare Link
Unterwegs trifft man Reisende, wird Freund, manchmal teilt man ein Stück des Wegs miteinander, oder übernachtet in der gleichen Unterkunft. So der Engländer in Vicuna/Chile, der im Hochland einen Unfall mit seinem Motorrad hatte, darunter eingeklemmt war und sich schon auf die Nacht mit Minusgraden einstimmte. Eine argentische Polizeipatroille hatte ihn aber noch rechtzeitig gefunden, mitgenommen im Jeep, während ein Polizist sein Motorrad fuhr – und einen weiteren Crash baute. Sein Ding sah aus wie eine Mischung aus Honda/Yamaha/undwasweisich. Oder der Motorradfahrer bei Bariloche/Argentinien, der meinte, lass mich ein Bild von dir machen, dann weiss ich, daß ich, wenn ich mal alt bin, auch noch sowas machen kann.
Oder dieses brasilianische Paar hier an der Grenze Costa Rica/Nicaragua, die mich unbedingt mitnehmen wollten nach Brasilien, aber ich wollte nach Norden.
Seelenheilender Blick18:12, 17.02.2011 0 Kommentare Link
Wie wählt man sein Haus, seine Wohnung, seinen Zeltplatz? Nun, die Indianer in Arizona/New Mexiko sagen: Weide und Wasser fürs Vieh und für mich einen "seelenheilenden Blick all around".
Busfahren II
Vor dem Busfahren muß ich erstmal das Motorrad irgendwo abstellen. Das geht nicht in Mittel- und Südamerika. Dort ist man ganz wild auf eingeführte Fahrzeuge. Sie werden im Pass eingetragen oder, wie in Chile, im Computernetzwerk der Grenzbehörden. Legale Ausreise ohne Fahrzeug ist nicht möglich. we don’t care about your motorcycle, we wanna know about you. How do you finance your stay in the US? Are you writing a book? So you might get an advance from your publisher? Das klingelte gut in meinen Ohren als Coverstory: Buchschreiben, Vorauszahlung kriegen: also heftiges yes, sure, of course zu dem Beamten, und bum, bum, bum hatte ich meine Stempel im Pass. Also das Motorrad nahe der mexikanischen Grenze in San Diego in eine Storage für 70$/Monat geparkt Busfahren
Bei mir wars immer Motorrad checken, packen, Motorrad-Klamotten anziehen, Weg suchen, und, und ,und... Going SouthMagellanes was always a magic name to me. At a time, Aug. 10. 1519, when still many people thought the earth is a disk, he sailed westward, into the unknown. What kind of “GPS” might he have had? A couple of compasses? And he knew the stars.
He had faith and courage, more than we have in these days. So on Jan 1st 2008 I set out to find the Magellan strait my way. I send my motorcycle to Chile and headed south to Patagonia and Tierra del Fuego. If you see the Magellan strait, it’s a coule de sac, Lord knows how he found his way there.
I made it on a ferry and all the way down South “al final del mapa” as they say, to Ushuaia. It sure has some magic, like the magic light in tierra del fuego. Ushuaia? That’s not much of a difference than any other habor. Its just the most southern city, so every biker wants to reach it. To do so, forget about bla Dienst am VerkehrsteilnehmerIn Santiago, oder Lima, oder Buenos Aires wartet man genau so ungern an der Ampel wie in Berlin, Muenchen oder Hamburg. Aber die Stadtvaeter in Suedamerika haben sich da was ausgedacht: Akrobaten, Scheibenwascher, Verkauefer sollen dem Ungeduldigen die Zeit vertreiben.
Naja, in Wirklichkeit ists so, dass die Leute sich unbedingt ein paar Peso oder Soles verdienen, oder dazuverdienen muessen und deshalb die Autofahrer an der Ampel ansprechen.
Highway Legenden01:55, 7.07.2008 0 Kommentare Link
Wie frueher auf den Karawanenstrassen, traveln auch heute noch Geschichten und Legenden ueber die Higways und Carreteras. Auf dem Alaska-Highway im Yukon, ist mir so eine einige Male in unterschiedlicher Version untergekommen: Mouse, eine Elchart (?) ist dort regelmaessing auf der Strasse. Und so sei ein Harley-Fahrer mal mitten durch ein Mouse gefahren, habe es in 2 geteilt, und selbst nur einen Beinbruch davon getragen. Die Maschine war noch mehr oder weniger ok. In einer anderen Version war der Fahrer schwer verletzt und die Masch. kaputt, usw. Nun, hier in Arg./Chile bin ich selbst zur Legende geworden, die ueber die Carreteras wandert. Immer wieder treffe ich Leute, die fragen, bist du der Alte mit der grossen BMW, der alleine herumfaehrt? Ich hab schon von dir gehoert, oder du warst doch schonmal hier. Bist du wirklich schon 70? Und dieses ist ein Bild, da hielt ein Brasilianer neben mir, ich war grade dabei Bariloche/Argentinien (sowas wie Garmisch oder St. Moritz in den Alpen) ueber den See zu fotografieren, gleiches Moped, nur funkelnagelneu, und meinte, kann ich ein Foto mit dir machen, damit ich weiss, dass ich mit 70 auch noch sowas machen kann? "
Na also, geht doch.
Es wollte und wollte nicht laufen. Zuerst hat mich die Kiste, bzw. der Bretterhaufen zur Verzweiflung gebracht, dann die Motorradwerkstatt (6 Wochen hat er mich von Woche zu Woche vertröstet) zum Schluss warten auf den Spediteur, bis er abends um 5 im dunkeln kam. Ohne die fachmännische, Kfz.-technische Hilfe von Clemens hätt ichs dann immer noch nicht geschafft.
Aber langsam bekam das Ganze doch Hand und Fuss.
Und dann kam endlich im Schneetreiben abends der Laster.
Auf solch einem Containerschiff wird die Kiste dann landen, und hoffentlich auch in Valparaiso/Chile ankommen - in einem Stück. Etwas Reklame für BMW gefällig?in Südamerika 2004 Altiplano, eine Hochebene, bei er man das "Hoch" ruhig ernst nehmen kann. Sie zieht sich von Bolivien nach Argentinien und Chile, in einer Höhe von 3800 - 4500m (das Bild hier in der Nähe des Pso. San Franzisco Argentinien/Chile, 4700m hoch). Gebiet von Lamas und Indios, die hier leben können. Und mein Motorrad kanns. Unterwegs hab ich einige getroffen, die in großer Höhe über nachlassende Leistung klagten. Vergaser-Motoren halt. Meine BMW mit Einspritzung und Kennfeldzündung (ja soviel tech talk muß mal sein), ging klaglos da rüber. Überhaupt muß ich BMW loben für die Zuverlässigkeit. 70.000km bin ich damit in Nord-, Mittel- und Südamerika gefahren mit minimaler Wartung. Es gab ja kaum Werkstätten, so daß ich Öl-, Filter- und Reifenwechsel (4 Paar) selbst gemacht hab. Gut, ein Service war dabei in LA, bei BMW-Hollywood, aber der hat auch ein Loch von 600$ in die Reisekasse gerissen. Aber dafür gabs den BMW-Hollywood Stempel ins Serviceheft. Wer hat den schon?
Die MüllabfuhrIn den meisten Ländern in Südamerika hat mans nicht so mit der Umwelt. Ein leeres Flussbett? Ideale Müllkippe. Irgendwann wird der Regen kommen und alles mitnehmen. Eine prallvolle Tüte Abfall? Raus damit aus dem Autofenster, die vielen herrenlosen Hunde wollen auch leben. Ein einsamer Strand? Na. ideal für eine Fuhre Bauschutt, die nächste Flut wird’s schon wegspülen. Schwarze Plastiktüten (die Standard-Einkaufstüte) hängen im Gebüsch, vom Wind verweht. Aber alles was nicht Plastik, Metall oder Stein ist, holt die Müllabfuhr, die Geier. Sie kreisen über den Dörfern in den Tropen, immer auf der Suche. Und die sind hartnäckig. In dem Bild, aus Mexiko, haben sie ein ganzes Rind für sich beschlagnahmt. Das ist natürlich ein Fest. Aber eine wilde Müllkippe, ein überfahrener Hund tuns auch. Die Autofahrer fahren auch schon einmal durch solch eine Horde Geier durch, wenn sie garnicht von der Strasse weg gehen wollen. Fürs Motorrad ist das etwas ungesund, denn die sind vom Kaliber her wie grosse Hühner.
Warum musst du denn schon wieder weg?Wenn die Zimmerpalme abgestaubt, die Buecher nach Farben geordnet und der Rasen vor den Reihenhaeusern wie mit der Nagelschere manikuert ist, denke ich wie der pensionierte Bankbeamte in Graham Greens "Reisen mit meiner Tante". Der kuemmerte sich um seine Dahlien und seine einzige Sorge war, ob der Rasenmäher vom Regen Schaden nehmen wuerde. Er hatte einige Reisen mit seiner Tante in eine (fuer einen Bankbeamten) bizarre Welt gemacht. Jetzt sehnte er sich danach zurueck und dachte: du brauchst wieder ein Visum in das Land wo die Polizisten dich stoppen und du ihnen deinen Reservereifen gibts, damit's weiter geht; wo der Guru in Venice sagt: "was wuenschst du dir, langes Leben, Gesundheit, Reichtum?" nein, mir gehts gut und alt bin ich schon. "So was ersehnst du dir ?" und ich weiss, ich brauch nix, ich bin total frei; wo die Tramidores dir an der Grenze fuer 10$ den Passeintrag aendern; wo sie dir nur ein Permit de Passage ausstellen, wenn du versprichst seinen Sohn in Schengenland einzuladen, damit er da schwarz arbeiten kann; wo du im Puffotel schlaefst, weil's sauberer und billiger ist; wo die Sonne abends um 10 untergeht, aber der Wind nie; wo sie sagen, willkommen hier, dein Weg nach Hause geht nach Norden, ausser du bist ein Pinguin. Aber das versteht kaum einer, und ausstellen kann mir das Visum auch niemand.
Tunis für FortgeschritteneTunis April 2002 Die Afrikareise war zu Ende und ich wollte wieder zurück, vielleicht mit der Fähre nach Sizilien. Ein Ticket nach Sizilien? Ja, haben Sie Euro, Dollar etc. Nein, nur tunesische Dinar. Geht leider nicht. Nun ich hatte inzwischen gelernt, daß nein nicht immer nein heißt. Also vielleicht noch ein paar schöne Cremeschnitten in Tunis kaufen und dann wieder zurück zum Camping, und später noch mal versuchen. Ich frage also einen Polizisten, wo ist eine gute Pâtisserie? Er denkt, bohrt in der Nase und kommt mit einigen tout droit und à gauche rüber, die auch tatsächlich zu einer guten Pâtisserie führen. Das ist im Hafenviertel und schräge Kneipen an jeder Ecke. Ich parke mein Moped, befestige den Helm am Motorrad und geh in den Laden. Als ich mit meinem Packerl wieder raus komme, stutze ich, schaue, da war doch mein Helm? Panik, Helm weg. Polizei rufen, sofort nach Hause, in den nächsten Hauseingang stürmen und die Leute ausfragen. Aber im Hauseingang steht nirgendwo mehr jemand. Und die vor dem Café sitzen, gucken intensiv in eine andere Richtung. Was tun? Erstmal Ruhe! Keep cool. Ich setz mich ins nächste Café und bestelle was. Am Nebentisch läßt sich der Stadtteil-Gockel nieder mit riesigen Muskelpaketen und klatscht seinen Kumpels auf die Schultern, daß die fast vom Stuhl fallen. Ich seh schon was mir blüht, wenn ich eine Lippe riskiere, oder gar die Bullen rufe. Der Kellner - schmieriges Handtuch über der Schulter, Schlurfgang, Kippe im Mundwinkel - kommt zum kassieren. Ich zahle (30 cent oder so) und schiebe noch 20 € in tunesischen Dinar rüber. Was willste n’ noch, nuschelt er, nimmt aber das Geld nicht? Ja weißt du, sag ich, ich suche so ein, und mache die Geste des Helm-übern-Kopf-ziehen, weil ich das franz. Wort für Helm nicht weiß. Un Casque?, fragt er. Ja genau, kann ich bei dir un Casque kaufen? Nö, hier doch nicht, aber 5 km weiter runter ist ein Geschäft. Nein, sag ich, ich will ja keinen Neuen, ein Gebrauchter ist auch gut, vielleicht rot (meiner war rot)? Nee, das gibt’s hier nicht. Macht nix, sag ich, wenn du was hörst, ich sitz hier. Er schlurft ab. Nach einer viertel Stunde kommt der mit einem Silbertablett und einem roten Helm an. Ich schau, der Helm ist rot, der Helm ist dreckig, der Helm sieht aus wie meiner, hurra das ist mein Helm. Er nuschelt was von "drinnen jemand vergessen". Ich nehm den Helm, und er akzeptiert gnädig so etwa 5 €. Trinkgeld ist die Seele des Geschäfts, aber jemanden verpfeifen? Nicht für 20 €! Gut der Plot ist nicht von mir, aber die Geschichte hat sich so abgespielt. Ich hatte sie gelesen, wobei einem in Rom sein Aktenköfferchen geklaut wurde. Zur Polizei?, nein. In der Bar läßt man fallen, daß man ein nettes kleines Aktenköfferchen brauchen könnte, und das würde man sich auch was kosten lassen. Zwei Tage später war er Koffer wieder da. Daran hab ich mich in Tunis erinnert, und gedacht, was für eine Chance hast du denn hier? Null, also nutze sie.
SaharaTozeur, Januar 2002 In Tunesien, bei Tozeur, kurz vor der algerischen Grenze, da ist ein Camp in dem alle Wüstenfahrer von und nach Algerien halt machen. An meinem ersten Tag haben mir drei Leute ein Ohr abgequatscht: einer der gerade mit seinem 4x4 aus der Wüste kam und nix als Warnungen für mich hatte (schwierig, zuviel Gepäck etc., die sich z.T. hinterher als richtig erwiesen), ein Pärchen, das auch viel Mitteilungsbedürfnis hatte und mich zum Kaffee einlud. Und ein Ire, der über den Platz bummelte, nicht da wohnte, aber jemanden suchte. Hat zwei Stunden über Gott und die Welt geredet. Er sagte, als ich meinte, die meisten bei mir Zuhause finden meine Tour nicht gut, "you disproof there life": Jeder will sich einmal total losreißen und alles mal hinwerfen, bloß die wenigsten tuns.
in PeruLima, Februar 2005 Wenn man mitten drin ist ärgert man sich ja über eine Sache wie Grenzer oder Polizisten, aber aus dem Abstand gesehen sagst du: so what? So auch bei diesem, wo mich die Polizisten bald zur Verzweiflung gebracht haben. In Peru sitzen die mit ihrem faulen Hintern in einem schönen großen Toyota Geländewagen an der Straße. Ich hab noch keinen Streife fahren sehn. Dazu wird das Benzingeld nicht reichen. 5-6mal haben sie mich angehalten an einem Vormittag auf dem Weg nach Lima. Zweimal wollten sie Strafe wg. zuschnellfahren (war ich nicht), einmal wg. Verkehrszeichen, (stimmte evtl.) und zweimal nur halt anhalten. Die zwei Schnellfahrstrafen hab ich abgelehnt. Und wenn sie dann so weitergequatscht haben, hab ich den Satz "la misma ley para todos", das gleiche Recht für alle, gebracht, und schau den hier - zisch -, warum muß der nicht bezahlen? Das hat geholfen. Eine Forderung für Strafe zahlen hab ich ganz abgeschmettert, einem hab ich eine "Spende" von ca. 3$ gegeben, einen hab ich 100m auf meinem Motorrad fahren lassen. Und dem mit dem Verkehrszeichen hab ich meinen alten Ersatzreifen gegeben. Der war garantiert zu groß für "sein Motorrad", aber verkaufen kann er ihn sicher. Am nächsten Tag hielt mich wieder einer an (man schüttelt sich dann erst mal die Hand) und sagt: despacio, immer schön langsam Amigo, nochmal handschütteln, schulterklopfen, und weg. Durch Lima durch war dann schon ziemliches Gewürge, die Taxler fahren auf Tuchfühlung, aber echt.
FreiheitLos Angeles, August 2004 Als ich bei meiner letzten Amerikareise von Süden, Kolumbien, Mittelamerika und Mexiko kam, war ich auch in LA. Die Stadt der Engel und Wunder? Na jedenfalls laufen da am Strand und auf den Boulevards Spinner, Spanner und Chaoten rum. Mich hat in LA, in Venice (da wo die Muskelmänner am Strand trainieren) so eine Art indischer Guru angesprochen und gestoppt mit den Worten, you are a happy man. Nach einigem hin und her sagt er dann: was wünscht du dir denn? Ich hab erst mal die Achseln gezuckt, war darauf nicht vorbereitet. Er half mir also: Gesundheit? Ne sag ich, hab ich doch. Langes Leben? Ich bin doch alt, sag ich. Geld? Nein, sag ich, das fällt nicht vom Himmel, und ich hab nix laufen und keine Erbtante. Ja was machst du denn, sagt er? Ich sage, ich reise. Also Glück auf der Reise dann, sagt er. Hauch hier drauf und sag "Glück auf der Reise". Und mir wurde so richtig bewußt, wie frei ich war, ohne all die Wünsche die wir sonst haben. Und bin noch wippender weitergegangen, als ich gekommen bin. Gekostet? Ach wer fragt da schon nach? 60$ hat er mir aus dem Kreuz geleiert, das war alles was ich hatte, aber es wars mir wert. Nur jetzt habe ich Zores deswegen.
Die Reise nach AmerikaVon 2003 bis 2005 war ich ja schonmal 1 1/2 Jahre mit dem Motorrad in Amerika. Ja, ja, Amerika ist nicht nur USA, auch Lateinamerika gehört dazu. Und so bin ich den gefahren von Santiago nach Feuerland, wieder nach Norden bis Alaska und nocheinmal zurück nach Tierra del Fuego. Jetzt zimmere ich wieder eine Kiste um das Motorrad zu verpacken und wieder nach Valparaiso/Chile zu schicken. Und da fangen meine Probleme schon an: dreimal abgeschnitten und immer noch zu kurz. Ob aus dem Haufen Bretter je mal eine Kiste wird die über den Atlantik, durch den Panama bis nach Valparaiso schwimmt? Ich hab den Bammel.
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