Milliardengrab für Steuergelder
Ab heute liegen also die Planungsunterlagen öffentlich aus. Diese verdeutlichen der Bevölkerung, was für einen Wahnwitz die geplante Transrapid-Strecke darstellt.
Die 37 km lange Strecke zwischen dem Münchner Hauptbahnhof und dem Flughafen FJS sollen in 10 Minuten zurückgelegt werden. Dabei wird eine Geschwindigkeit von 350 km/h erreicht. Es stehen 148 Sitz- und 264 Stehplätze zur Verfügung (ich persönlich möchte allerdings bei 350 km/h nicht unbedingt im Gang rum stehen). So viel zu den technischen Fakten.
Eigentlich ist der Transrapid ja für längere Strecken konzipiert, auf denen er dann eine Reisegeschwindigkeit von über 400 Km/h erreicht. Also wäre er eigentlich eine Alternative zum Flugzeug. Entfernungen wie München-Stuttgart, München-Leipzig oder Hamburg-Berlin wären also die idealen Reichweiten für dieses Bahnkonzept.
Auf den Autoverkehr bezogen könnte man die Fahrt mit dem Transrapid vom Münchner Hauptbahnhof zum Münchener Flughafen wohl mit einer Fahrt im Ferrari von der eigenen Haustür zum nächsten Briefkasten vergleichen.
Natürlich wir argumentiert, dass dies ein Vorzeigeobjekt für die Deutsche Industrie und Technologie darstellt. Sozusagen eine Werbemaßnahme. Was mich dabei etwas ärgert: Warum soll der Steuerzahler für Werbung von Industrieunternehmen aufkommen?
Wenn ein Unternehmen ein Prestigeobjekt zur Präsentation einer Technik bauen möchte, dann soll es dies auch selber finanzieren. Es handelt sich hier immerhin um den nicht unerheblichen Betrag von 1,85 Milliarden EURO.
Die Finanzierung der Betriebskosten ist übrigens auch noch völlig offen. Wie teuer kommt eine Fahrt, damit sich die Kosten decken, bzw. sogar Gewinn erzielt wird? Wer ist bereit den Preis dann zu zahlen? Immerhin müsste jeder, der in den Genuss dieser Technik kommen möchte, erst einmal zum Münchner Hauptbahnhof im Stadtzentrum kommen, um den Flughafen weit außerhalb, in der Nähe von Freising, zu erreichen.
Das sind nur ein paar Gedanken zu diesem Thema. Dabei habe ich noch nicht einmal die Belästigung der Bevölkerung durch die Trassenführung im Münchner Stadtgebiet und den angrenzenden Gemeinden erwähnt.
Wer noch mehr Fakten und Zahlen braucht, dem seien diese Links zur Süddeutschen Zeitung dringend empfohlen:
SZ Transrapid 01
SZ Transrapid 02
SZ Transrapid 03
SZ Transrapid 04
SZ Transrapid 05
SZ Transrapid 06
Mario Eisenbarth, München