Als Namenslieferant dieser Homepage
muss ich mich natürlich sofort hier einbringen, und daher habe ich als
Artikel der ersten Stunde den hier verfasst:
Das 1-minus-1 der Wirtschaft
Um
es kurz zu machen: Ich habe keine Ahnung davon. Mir als blutigem Laien
scheint das widersprüchlich und paradox, aber alle Fachleute predigen
es, also muss ich als Wirtschaftsdepp wohl unrecht haben - oder?
Der brave Bürger soll gemäß der aktuell angesagten Lehre mehrere Dinge gleichzeitig leisten:
Er
soll Lohnverzicht üben und zugleich die Verschlechterung seiner
Arbeitsbedingungen wie etwa die Höhe der wöchentlichen Arbeitszeit
freudig begrüßen, auf dass es seinem Arbeitgeber vergönnt ist, seine
Gewinne zu erhöhen, damit dieser widerum nicht nach Patschukistan
auswandert oder, von aufständischen Shareholdern und arbeitsscheuen
Beschäftigten schwer beleidigt, gleich ganz die Produktion einstellt.
Er
soll zum allgemeinen Wohle der Wirtschaft mehr konsumieren (womit in
erster Linie Unternehmer und Shareholder gemeint sind, also die
besitzenden oberen 10 % der Bürger - nicht alle, das wäre ja
Sozialromantik aus dem vorletzten Jahrhundert). Genau, von dem Geld,
das er nun weniger verdient. Und zum Wohle des Staatsapparates, der
hocheffektiv und dessen Repräsentanten völlig und unanzweifelbar
altruistisch, für seine Bürger, und von diesen, Steuergelder eintreiben
muss, um diese ohne jede Verschwendung zu deren Wohle wieder ausgeben
zu können.
Und er soll natürlich verstärkt privat für das Alter
vorsorgen, nachdem er selbstlos in die Rentenkassen eingezahlt hat,
mehr oder weniger wissend, dass dieses Geld ja nie mehr an ihn
zurückfließen wird. Richtig, von der vielen Kohle, die ihm nach
Lohnkürzungen und Konsumsteigerung, bei gleichzeitiger Preis- und
Steuererhöhung, noch übrig geblieben ist. Kein Problem, künftig kann
der Bürger ja bis 67 privat vorsorgen und somit höhere Ansprüche
ansparen. Vielleicht bald auch bis 70, toll, was?
Aber bitte,
"Das geht doch nicht!" sagen Sie? Vorsicht, Sie outen sich als
ökonomischer Nullchecker, wenn Sie mit Ihrer Grundschulmathematik daher
kommen und meinen, man könne nicht mehr ausgeben als man einnimmt.
Wirtschaft ist, wenn's trotzdem klappt - nämlich dass ein kleiner Teil
der Bevölkerung immer reicher und reicher wird, und der andere Teil ...
na, der soll mal nicht rumjammern und was für die Wirtschaft tun - eben!
Bruno Urbani, München
Das 1-minus-1 der Wirtschaft
geschrieben am 21.04.2006 um 09:46 PM
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