Das 1-minus-1 der Wirtschaft
geschrieben am 21.04.2006 um 09:46 PM in der Kategorie
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Als Namenslieferant dieser Homepage muss ich mich natürlich sofort hier einbringen, und daher habe ich als Artikel der ersten Stunde den hier verfasst:

Das 1-minus-1 der Wirtschaft

Um es kurz zu machen: Ich habe keine Ahnung davon. Mir als blutigem Laien scheint das widersprüchlich und paradox, aber alle Fachleute predigen es, also muss ich als Wirtschaftsdepp wohl unrecht haben - oder?

Der brave Bürger soll gemäß der aktuell angesagten Lehre mehrere Dinge gleichzeitig leisten:

Er soll Lohnverzicht üben und zugleich die Verschlechterung seiner Arbeitsbedingungen wie etwa die Höhe der wöchentlichen Arbeitszeit freudig begrüßen, auf dass es seinem Arbeitgeber vergönnt ist, seine Gewinne zu erhöhen, damit dieser widerum nicht nach Patschukistan auswandert oder, von aufständischen Shareholdern und arbeitsscheuen Beschäftigten schwer beleidigt, gleich ganz die Produktion einstellt.

Er soll zum allgemeinen Wohle der Wirtschaft mehr konsumieren (womit in erster Linie Unternehmer und Shareholder gemeint sind, also die besitzenden oberen 10 % der Bürger - nicht alle, das wäre ja Sozialromantik aus dem vorletzten Jahrhundert). Genau, von dem Geld, das er nun weniger verdient. Und zum Wohle des Staatsapparates, der hocheffektiv und dessen Repräsentanten völlig und unanzweifelbar altruistisch, für seine Bürger, und von diesen, Steuergelder eintreiben muss, um diese ohne jede Verschwendung zu deren Wohle wieder ausgeben zu können.

Und er soll natürlich verstärkt privat für das Alter vorsorgen, nachdem er selbstlos in die Rentenkassen eingezahlt hat, mehr oder weniger wissend, dass dieses Geld ja nie mehr an ihn zurückfließen wird. Richtig, von der vielen Kohle, die ihm nach Lohnkürzungen und Konsumsteigerung, bei gleichzeitiger Preis- und Steuererhöhung, noch übrig geblieben ist. Kein Problem, künftig kann der Bürger ja bis 67 privat vorsorgen und somit höhere Ansprüche ansparen. Vielleicht bald auch bis 70, toll, was?

Aber bitte, "Das geht doch nicht!" sagen Sie? Vorsicht, Sie outen sich als ökonomischer Nullchecker, wenn Sie mit Ihrer Grundschulmathematik daher kommen und meinen, man könne nicht mehr ausgeben als man einnimmt. Wirtschaft ist, wenn's trotzdem klappt - nämlich dass ein kleiner Teil der Bevölkerung immer reicher und reicher wird, und der andere Teil ... na, der soll mal nicht rumjammern und was für die Wirtschaft tun - eben!

Bruno Urbani, München








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