Poesie in der lauten lauten welt fordert einmal sie zur ruhe auf und im schnellen schnellen lauf hält einmal sie das tor der stille auf Poesie ist eine Kunstform, die vom Leser ein hohes Maß an Mitwirkung erfordert. Wer sich jedoch darauf einläßt, gewinnt ein hohes Potential an Konzentration, an Stille und Muße für neue kreative Gedanken.
Du Edelstein schimmerst im Felsen, darunter ich Kiesel liege. Leise knirscht der Sand mir und langsam schiebt mein hohen trauten Wäldern tritt zum Trank In der lustig Wellen Spiel spiegeln Schuppen fernen Schein. Einsam fällt‘s ins Auge Nur in Träumen küss' ich Dich, fernes Glück, ich als einst ich schlief, war ein Samen da, gesät Ein Bild gemalt in meinen Sinn, ist gereift Deinem Schoß ein Kleinod wacht und lebt Weiches Wasser morgens kühlt das Herze mir, und der allerhellste Morgenstrahl, zeigt tausend Kiesel um mich her, Kiesel, ge- Deinen Ort, in Deinem Licht, gleichsam Kiesel nur, ein brennend Herz und um mich her neuer Tag, einer von tausenden Jahren, die mich, der einst gebrochen wurde aus von dort hierher getragen, gekrochen zu Kommt ein Tag, der die Tage mehrt, die ich ge- wo ich gesehnt gedacht nur Dich, den Herz ein Sehnen strahlt, so neu erwacht, ein Strahl Erinnerung, so nah, ein Funke glimmt, Der Sonne letzter Schein gleitet in die Dämm‘rung mich, in die zieht mich weiter fort, der Fels mit Dir, noch sehnt mein Blick Dein nahes Glück, doch Sonne Tod, ein Abschied noch des Scheidens Schmerz Ich muss geh‘n, mich zieht der Bach in mir, doch selbst Lächeln sich, ein Blitz erhellt die fins- Wettern, dunkle Winde, hallt ein Schrei, er fällt zittert nun in wilder Pein und in er stöhnt und lässt Dich frei, Du Edelstein, ein Schimmer zu mir ins Kieselmeer. All der Schliff scheint Dein Licht, so frei von nah, Dein Lied es klingt Seele birgt ein Band und unser Sein treibt zwischen uns und unser Wille kreist, denn gen Weg; doch reicht die eine müde möglich hin zu Dir - dringt meine Zeile durch diesen Sang dein Ohr und greift graue Stein? „Ein trautes Treffen, wie ein Pfeil aus Blut, Wange, fügt Lippe an Lippe sich schwärmend hold die Hitze deiner heißen Glut in die tiefsten Tiefen Deiner Hand die Wundgeburt sie füllt Dich und mich mit Meer. von Staub, versteckt von Laub, erkennen sich dämmernd uns im Sonnensand, glücksgekoste Noch zwei Spiegel sind‘s eingebettet die letzte Welle sinkt am leeren Strand, Deiner Spur, Dein Schimmer bricht sein Bann, Du wohl einst gelegt Dein Schattenkleid, von Blu- Deiner Schönheit weiht, die leise Stimm‘ Bäche mein, sie flehn nach Dir, ein traurig‘ Sänger ein leises Weh, ein Glitzern noch von schwer der Duft zu Regenland und Nebelsee. © Reinhard Eberl-Pacan 02/2011
Bett mich in des Baches kühles Tal, aus den
edles Wild zart und bloß auf blanke Flur.
sich, Glitzern Sehnsucht weckt in mir nach Deinem
mir, Dunkel schließt mein zitternd Lid zur Ruh.
komm zu Dir und mit Dir nur spreche ich, denn
von Dir, daraus ein Bild es wächst in mir.
ein Ton, ein Lied gelegt in meinen Geist, in
im Tag der Liebe nur ein hoher Traum.
gnädig Welle meine kalte Wange küsst,
bricht glänzend aus der Wolken klaffend Kluft,
schliffen auf dem Weg zum Meer, zeigt Deinen Fels,
in Deinem Glanz erwache ich, ein kalter
nur grauer Staub der steinern Zeit. So kommt ein
von Tagen in abertausenden von
dem tiefsten Steine dort im fernsten Gebirg‘
den golden Füßen Dir. Nun bin ich hier.
blickt ins Firmament, die ich geweint gelacht
Edelstein. Dann warst Du da und in mein
von Dir nur hat es geweckt, so selige
in mir vor Glück ein lichtes Segel weint.
Nacht und sie birgt mein müdes Sehn. Der Tag er
er steht am festen Ort noch seh‘ ich Dich,
taucht ins Abendrot und Wasser gräbt ein Bett dem
und Träne bricht stumm aus dem steinern Herz.
im Finstern spür ich Dich und greift mein Geist Dein
t‘re Nacht, grell ein Donner schallt und aus den
den bebend Hain und auch der Fels, entzwei, er
der tiefsten Not, der größten Flut der Fels,
nur von Blau ein Hauch, ringsumher, wirft Dich nah
so rund um Dich, glänzt Dir nah, Facetten
nun fort in mir. Wir hör‘n, wo unsre einig
wird innig Ketten gleich, flutend Sand
listen ab der Erde wir den tausendlan-
Kraft für die eine Drehung nur, einzig
des Wassers rauschend Klang und blüht sodann für
Muschel Dich mein Herz aus Gram Dein Herz aus
ein Augenblick, ein Liderschlag Wange an
und Poren meiner Kieselhaut spüren
ein Kuss entführt die Sinne mir, dem Stein und
da dring ich ein und öffne Deinen Strahl,
Wir zwei sind eins im Strahlenland so bedeckt
im Wogenraum, die Schale schwillt, wir lieben
Stunden, klare tiefe funkelnde Saphire“
zwischen Himmeln und den Wassern. DOCH ACH
das Beet bleibt leer und Schweigen tropft aus Furchen
verborgen bleibt im Traum, ein Körnchen heiß wo
men feinst und jetzt so bleich die blaue Träne
nur bin ich, im tosend Strudel rauschen
stummgeweint, so bleib ich hier, ein kaltes Grab,
weit weit her, mein Boot allein, es treibt so
I wir fliehen vor/ des tags almo/sen wir zehren wenn/ vor morgenro/sen stoss’ geliebter/ zinnen walte draußen schleicht der/ dunkle bote tanz geliebte/ erfüllte spalte lass geliebter/ leere logen in Nachen rinnt/ der dunkle Bote lausch geliebte/ ferne wogen wir fühlen dass/ durch Nachtgespins/te aus Mauern fällt/ der dunkle bote wir lieben dass/ durch Liebesküns/te Reinhardb2 ©10
rauben nächten/ lichter glanz
lüster beben/ tote ganz
spinn den lanzen/ lange enden
hege sehnsucht/ bittrer lenden
von Deiner wei/ne träume trin/ken
an unsrer See/len Küste sin/ken
für uns ein wa/cher Adler kreist
in uns ein hel/ler Schwan noch reist
©08 Reinhardb 2Meine Feundin/ meine Schwester
einst vereint/ an wehend’ Bord
einst verwebt wie/ Vogelnester
einst verwandt bei/ mir mit lachend’/ Wort
Zählst dem Lieben/ deine Wunden
gebrannt gemalt/ der Funken Wand
gebannt der Stab/ dunkler Stunden
getilgt dein Bild/ ein and’res Land
Deiner Augen/ weiße Strände
färben sich/ mit buntem Sand
farbig schweift Ge/liebte Ferne
fahrend Lied schenk/ dir ein klingend’/ Band
Harrst der Wogen/ deiner Wellen
tief der Netze/ ewiger Fluss
tief die morgen/hellen Quellen
tief der Gezeit/ verzagter Kuss
Vagabund du/ Dünen entbunden
dein Wille/ weit wehte fort
dein Mut an Win/de gebunden
dein Herz so frei/ zum Bleiben kein/ Ort
A story telling of the life in the Bavarian Forest For Lea Written by her father I was born on a mill. It was a water mill. A tiny river, running down from a small stony moun-tain, called The Lusen, was divided into two small creeks. The right side one was flowing his usual bed downhill between meadows, going under an old wooden bridge and crossing a small bosk of trees and bushes. The little creek on the left side was going through a tiny watergate, gains height by running aside the barns in a narrow wooden bed, perforated by holes over holes, with clear water pouring out and creeping over a broad splashy meadow, where geese and hens were chasing after thousands of earthworms, polliwogs and small frogs. This wooden channel was carried by a lot of flimsy pillars, underpinned with dozens of thin slats. Its end then was marked by something like a giant wooden hut, blackened with pitch, hiding a not minor giant wheel, also heavy black and made of pitched wood, whose centre was based on the level of the earth and whose edges were running three meters high as well as three meters deep into the ground. This big wheel was driven slowly but con-stantly by one part of the water in the wooden chan-nel, while the other lot of water was falling down a white and foggy cascade in front of the wheel-house. It falls down to the ground again, forming there a pool of tumbling and misty water, rich in oxygen, full of trouts and the mist forming a small rainbow, when the early morning sun was sending beams of sunlight through it. In cold and chilly winter times, the cascade got frozen to a mighty column of bright white ice, bearing inside still the falling water, while you could see everywhere on the channel and the wheelhouse lots of long and thin icicles, gleaming in the winter sunlight. On late evening, when we children were ex-pected to go to bed, even on hot summer days a mood of coolness and darkness fell over the mill house, which was built by adding part to part over centuries. There were dark and endless corridors running through the house, with suddenly appearing wooden stairs, leading up or down to even darker rooms and more frightening to us children. You ex-pected witches, spooks or gnomes after every corner or behind every wardrobe and every door. When we finally reached our bedrooms, safe and tired, we jumped into our chilly beds with heavy blankets and thick pillows. We were allowed to leave the electric lights switched on during the night, because it was powered by an antiquely old light-ning dynamo, powered – like nearly everything in the mill house – by the steadily flowing water. The light of the electric bulb was pale and flickering, following gently the rising and ebbing of rhythm of the falling waters. It put the narrow bed-room into a yellow twilight, shadows going up and down the walls and windows. But the everlasting sound of the rushing wa-ters, mixed with the monotonous noise of rotation wheels and millstones, made us children finally sleep well at night and woke us up with the early sunshine – not to forget the loud and strong cock-a-doodle-doo. The bathroom for the morning rituals was a small and damp washhouse between the barns, where all the laundry was done together with the washing of all the farm staff. Outside of the wash-house the small creek was going by, from early fall till late spring there was broken ice swimming in it, resulting from the long lasting and heavy frosts and snowfalls up in the hills. With freezing fingers and cold blood running through every vessel, we got our teeth brushed and our faces washed. Back in the big and comfortably warm living room, we lined up before the heated tiled stove to get back our normal temperature. The living room was a spacious room for eve-rything. Children were playing, grown ups working and elder ones gossiping about everything under the sun. But most important and exiting were lunch times. Big bowls and plates were brought in from the kitchen for so many people – the farmer, his wife, his children and mother, two younger sisters, his menial staff and even sometimes neighbours, rela-tives or friends, all the lot sat around the big and massive dining table. Waiting hungry for their food, they squatted before flat holes, carved into the thick and mighty wooden board of the table, made to absorb floods of milky potage and masses of meaty food. With spoons and forks the community took its meals and clay jugs served for its drinks, mostly fresh and clear water from a dwell or a wellspring nearby. After the meal, especially on the evening, the whole family and staff stayed on their old and nagged chairs to listen to the stories of the farmer and maybe to one of the older menials. They told stories of the life in the dark and gloomy forests, stories of lumberjacks and charburn-ers, of hikers and climbers, of hunters and poachers, of tollkeepers and smugglers, of witches and fairies, of giants and midgets, of bears and wolves. Often the stories told of the poorness of those, living in the hostile environment of the dense woods, sometimes they ended up in strange fights between deadly ene-mies or with the last and straight breath of a brave and lawful man, killed by the wrongful hand of a perfidious murderer. We children couldn’t even shut our mouths by listening to these fascination tales and stories, hop-ing they would never end and not send us on our dangerous way through the nightly house, where we got more and more afraid of meeting the one or the other frightening guise out of a story. An old widow was living in one of the flats, black clothed and sometimes roaming shy through the narrow chambers. She once was the wife of the former Landlord, selling the whole property after his death to my grand father. We thought her a witch in her black and mostly rugged dresses, she never speaks a word or losts even a greeting. With her cane as buckled as her scabby back she could be heard shuffling over her wooden floor, maybe back and forth, maybe in circles. Lonely for an eternity she might have lost her voice and even more her sense of hearing. Nobody knows even if she could see anything or if she was only walking the same way day by day, counting her steps or orientating herself by the bare smell of the wooden, spotted walls or the tattered carpets. My grandfather – I guess – always dreamed of running a mill instead of an usual farmhouse. Born himself on an old and humble farmhouse, build on a tiny spot surrounded by this Bavarian kind of dark woods, composed of high and compact spruce trees, filled with scrubs over scrubs with fruits and berries, the bottom littered with moss, blueberries and mush-rooms, always dark cold and dusty with little sun-beams ever reaching the ground. Maybe by running this technical house, he feels himself some kind of an engineer or a master. Looking after the millstones and all the varied mechanism for milling, beating, grinding and kibbling the wheat, the oats, the barley and the rye, he reigns over his own operating and rotating Empire. I never really saw him working. Maybe I don’t remember, but this small lank man for me never was to be seen between the working farm staff. Maybe he was guarding his machines instead or working on new innovations for them, when he was out of sight, I think, nobody really knows what he was doing. Even meal was seldom seen on the mill, not regarding the white, floury and powdery air going through the building, filling nearly every space with its dry and droughty smell and leaving adamant liners on the edges of floors, walls, stair, handrails, on the few furniture and the battered draperies. But we rarely were confronted with this smooth, white and bulky powder, coming out of these high-rise refining machines, which were reaching from basement to the top of the roofs. ©08 Reinhardb 2
An der Liebe End'
schweig still, leis', kein Wort
frag nicht, stand es in uns'rer Macht
verschwende nicht die letzte Nacht
heb auf, trag hin, fort
diese stumme Trän' Bei der Liebe Bruch
Asch' und einsam Frost
der Jahre Zeit nur Funkenspiel
wo Himmels Röte unser Ziel
Eis jetzt, falscher Trost
in uns Brandgeruch In der Liebe Mord
stich du Rosendorn
einst farbig' Blüten unter uns
als helle Zukunft unser Wunsch
vergiß, flieh, verlor'n
gähnend öder Hort©08 Reinhardb 2
Ein Mann im Wald sie können zueinander nicht finden außen Hubert hat Zeit er kann warten bis die Spaziergänger vorübergehen auf den richtigen Moment Fenster in der Stadt tausend Augen blicken auf ihn tausend Augen von Teddybären in einem Spielzeugladen. Immer ein Gegenüber, kein freier Blick, er sieht die Nachbarn Feste feiern, streiten, bumsen, innen 7 Uhr Morgens der Tag noch jung. Sie denkt nicht daran der Vergangenheit nachzutrauern. Weg damit! Aus und vorbei! Sie hat sich schön gemacht für den Ball, (Caroline Beil) ihr Kleid eine Wucht, dunkles glänzendes Grau mit Dekollté Träger Querfalten (Begriff suchen Plissékleid?) Lichter spielen auf dem glänzenden Stoff, die Farbe passt so gut zu ihren grünen Augen wie Smaragde, ihr blutroter Mund ein langgestrecktes Herz ihre blonden Haare Seitenscheitel mit einer frechen Welle Locken auf den Schultern eines jener Kleider, die ihre schlanke Figur betonen, ihr hohen gewölbten Brüste, ihre schmale Taille, ihre makellose Haut, schimmerndes Porzellan, lange schwarze Handschuhe, ihr Schmuck Ohrringe Perlen Silber und Diamanten, ihr breites Collier über ihrem straffen Hals, eine Brosche seitlich am Träger über dem Dekollté In der Damentoilette, ihr ist übel, sie beugt sich über die Kloschüssel und ihr necklace Collier fällt hinein. Sie steht lange davor, verzweifelt, kreidebleich, eckelig, so voller gräßlichem Eckel, was soll sie tun? Plötzlich dunkel. Draußen bewegt sich eine Tür, kalter Hauch, scharrende schleifende Geräusche, harte feste Schritte auf klirrenden Fliesen, Stiefel vielleicht, jemand öffnet die Türen der Nebenkabinette, kommt langsam näher und näher, ihr Blut erstarrt, Tränen in ihren Augen, ihr Makeup fließt über die Wangen, die Lippen beben der Hals atemlos, geballte Fäuste an ihren Schläfen (Angst beschreiben) oh Gott beten Er denkt sie ist verletzt, will ihr helfen, sie schlägt tritt nach ihm, ihr Stöckelschuh bricht, er blutet am Schienbein, Er hat sich eingerichtet in dem Gebäude, in den Winkeln, Fluren, Keller, Schächten er wohnt da er sieht sie an mit seinen grünen Augen, Froschaugen, ganz groß ganz traurig ©08 Reinhardb 2
eine Frau in der Stadt
Hubert und Henricke
was wäre wenn sie sich treffen würden?
Sprechen sie die gleiche Sprache?
Welche Geschichte liegt dazwischen?
Ein Mann schreitet durch den Wald. Er trägt schwere Stiefel, Stiefel aus Leder und Fell. Eine grobe Stoffhose, eine dunkle Lederjacke, einen Hut mit Feder. Auf den Bäumen singen lustig die Vögel, Rehe springen
Hubert als Schäfer (Bergschäferei bei Buckow) Schafe geraten in einen Zug? Zug entgleist Menschen werden verletzt, Hubert gibt die Schäferei auf. zieht in die Stadt
Henricke Wachsende Ringe auf dem Rasenplatz, Kinder spielen Ringelreien, Henricke hat das lange nicht mehr gesehen, erinnert sich an ihre Kindheit, auf der Parkbank, denkt sie an Topfblumen, an die frühen Freuden und die frühen Freunde. Sie sieht hinüber zum Teich und beobachtet die Tauben und Enten. Spaziergänger laufen über Wege, Menschen liegen auf Wiesen und spielen mit Bällen und Ringen.
Lesen Lesen Lesen ©08 Reinhardb 2
warum lesen?
Wort für Wort Zeile für Zeile Texte erschließen Schneisen schlagen in die unbekannte wilde Welt deren Abbild und Modell vor unseren Augen liegt schwarz auf weiß und deren Ahnung und Herausforderung in uns schwebt blau in gelb
Satz für Satz Kapitel für Kapitel Sinn, Melodie, Gefühl entnehmen entreißen aus einem Knäuel wiederkehrender scheinbar ziellos geworfener Zeichen und Leerzeichen, gebändigt eingesperrt meist in weißen Rechtecken, in flachen flatternden Kuben biegsam unzerbrechlich gefüllt inhaltsschwer
Rücken für Rücken Regal für Regel Wissen Weißheit Willkür Werden und Wollen entdecken schürfen schaufeln und sieben
siebend neu schaffen aus Fächern Folianten Büchern Blättern Papieren Pergamenten Lexika Lektionen Schriften Stapeln
jene unerhörte und seltener werdende aussterbende Tätigkeit, die den Zeichen erst Bedeutung gibt über das Bild hinaus durch eine uralte archaische Verständigung und Gemeinsamkeit des Lesenden mit dem Schreibenden, des Nehmenden mit dem Gebenden, im Wissen dass es ein etwas weitergetragen werden muss und verbreitet
jene ziellose rastlose ungerichtete Suche Sucht und Leidenschaft, fordernd geifernd nach Lust und Lebendigkeit im Abseitigen
die Wörter gehen lange Wege vom Erlebenden Wissenden Denkenden Schreibenden hin zum Neugierigen Fragenden Lesenden
die Wörter fragen nicht nach dem Weg, nach Anfang nicht und Anbeginn und nicht nach Ende und Ziel, kurz können sie leben und lange liegen sie begraben, wenn abwendet sich unser Auge.
Schwach und wenig sind die Wörter ohne uns, ohne uns’re Hilfe. Aber mächtig und gewaltig können sie werden, wenn wir ihnen unsere Gefühle schenken, unsere Träume, unser Zeugnis und unser Wollen. Mit Bild und Wort berühren sie uns, Freude und Trauer locken sie aus unserem Innern und Kraft und Ziel werfen sie uns zurück und die Welt wird anders!
Durchs herz glüht - plötzlich Deine Kühle Wir brachen – uns’rer freude blume Durch blicke – unterlag Dein wille Dein name – "Jorinde", Du schöne
Kommt ungestüm - und flammenschwert
Wuchs ungepaart - und kräfte wert
Gingst unerkannt – und unerforscht
Lastet fort – kein letztes wort©08 Reinhardb 2
von der Seele geschoren ©08 Reinhardb 2
ein Vers stand verloren
im Raum - den gnädig erhellt
ein Komet
taumelnd durch Deine goldene Welt
Mein Aug meine Seele leben zu leiden Du an Deinem Herzen ©08 Reinhardb 2
in anderen Wänden
Dein Schatten weht fort
lieben zu scherzen
leben die Stunden
lieben und lachen
die Winde gebunden
zum Bleiben kein Ort
Ich habe wenig. Nur einen kleinen Schatz. Für mich ist es ein Schatz. Ganz tief in mir fühle ich das. Der Schatz ist einem Kästchen. Das Kästchen hat einen kleinen Schlüssel. Mein Schlüssel aber ist verloren. Ich will meinen Schlüssel wiederhaben. Weinend gehe ich durch den Garten und trample über den Rasen. Am Ende des Gartens finde ich eine blaue Blume. Die Blume tröstet mich. Nur eine letzte Träne fällt auf die Blüten und aus der Blume wächst eine neue Knospe. Die Knospe springt auf und in der Knospe liegt der Schlüssel zu dem Kästchen zu meinem kleinen Schatz. Ich freue mich
©08 Reinhardb 2
Lass Dich Dich verlieren ©08 Reinhardb 2
Licht weißes gesicht
Lass mich mich untergehn
Dunkel und dunst