Poesie in der lauten lauten welt fordert einmal sie zur ruhe auf und im schnellen schnellen lauf hält einmal sie das tor der stille auf Poesie ist eine Kunstform, die vom Leser ein hohes Maß an Mitwirkung erfordert. Wer sich jedoch darauf einläßt, gewinnt ein hohes Potential an Konzentration, an Stille und Muße für neue kreative Gedanken.

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Warum Lesen?

Geschrieben von Reinhardb2 am 21.04.2008 um 22:15 . 0 Kommentare. Link.

Lesen
warum lesen?
Wort für Wort Zeile für Zeile Texte erschließen Schneisen schlagen in die unbekannte wilde Welt deren Abbild und Modell vor unseren Augen liegt schwarz auf weiß und deren Ahnung und Herausforderung in uns schwebt blau in gelb
Satz für Satz Kapitel für Kapitel Sinn, Melodie, Gefühl entnehmen entreißen aus einem Knäuel wiederkehrender scheinbar ziellos geworfener Zeichen und Leerzeichen, gebändigt eingesperrt meist in weißen Rechtecken, in flachen flatternden Kuben biegsam unzerbrechlich gefüllt inhaltsschwer
Rücken für Rücken Regal für Regel Wissen Weißheit Willkür Werden und Wollen entdecken schürfen schaufeln und sieben
siebend neu schaffen aus Fächern Folianten Büchern Blättern Papieren Pergamenten Lexika Lektionen Schriften Stapeln

Lesen
jene unerhörte und seltener werdende aussterbende Tätigkeit, die den Zeichen erst Bedeutung gibt über das Bild hinaus durch eine uralte archaische Verständigung und Gemeinsamkeit des Lesenden mit dem Schreibenden, des Nehmenden mit dem Gebenden, im Wissen dass es ein etwas weitergetragen werden muss und verbreitet
jene ziellose rastlose ungerichtete Suche Sucht und Leidenschaft, fordernd geifernd nach Lust und Lebendigkeit im Abseitigen

Lesen
die Wörter gehen lange Wege vom Erlebenden Wissenden Denkenden Schreibenden hin zum Neugierigen Fragenden Lesenden
die Wörter fragen nicht nach dem Weg, nach Anfang nicht und Anbeginn und nicht nach Ende und Ziel, kurz können sie leben und lange liegen sie begraben, wenn abwendet sich unser Auge.
Schwach und wenig sind die Wörter ohne uns, ohne uns’re Hilfe. Aber mächtig und gewaltig können sie werden, wenn wir ihnen unsere Gefühle schenken, unsere Träume, unser Zeugnis und unser Wollen. Mit Bild und Wort berühren sie uns, Freude und Trauer locken sie aus unserem Innern und Kraft und Ziel werfen sie uns zurück und die Welt wird anders!

©08 Reinhardb 2

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