rubys wollwahnblog | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Kindertuniken nach Pokemon-FundDamit auch mal was in der Kategorie Nähen steht, trage ich hier mal meine beiden Kindertuniken nach.Sehr kurzfristig wurden wir zu einem Alemannentreffen eingeladen, und ich überwand meine Nähscheu. Es musste schnell gehen, und ich hatte den Stoff schon, ein sehr festes, cremefarbenes Leinen. Ich fands eigentlich nicht schön, änderte meine Meinung aber, als ich es verarbeitete. Warme Farbe, weicher Griff. Jetzt will ich auch etwas in diesem Leinen! Mit den Schnitten hab ich ein bißchen was probiert. Ich hatte mehrere Stoffreste in diesem Leinen, aber alle recht groß. Ich hatte ja nicht viel Zeit und wollte wenig Nähte. Also hab ich mich für die erste Tunika an den Tuniken orientiert, die am Stück gewebt worden sind, und hab einen ganz geraden Schnitt gemacht. Die Ärmel werden nach vorne schmaler. Ich hab aber den Fehler gemacht, das letzte Stück nicht gerade zu machen, das hab ich beim Krempeln dann schnell bereut, und das ist etwas, was ich an der fertigen Tunika auch noch ändern werde. Da die Tuniken auch nächstes Jahr noch passen sollen, sind sie auf Zuwachs gearbeitet, also recht groß, und müssen auf jeden Fall gekrempelt werden.Ansonsten hab ich die zwei Nähte geschlossen, einen Halsausschnitt reingeschnitten, und dann bin ich irgendwie merkwürdig kreativ geworden beim Verarbeiten des Halsausschnitts. Fragt mich nicht, ich steig auch nicht mehr durch. :-) Es sieht aber gut aus, hält bisher, und ich hab sogar die Innenseite mit Zierstichen befestigt. Ich hatte im Hinterkopf, für diese gerade Tunika einen Fund aus Oseberg recherchiert zu haben (sehr alemannisch, ich weiß :-) ). Ich finde die Quelle aber nicht wieder. Daher ist es jetzt eine Tunika nach einem Pokemon-Fund :-)Und dann hab ich noch eine zweite Tunika gemacht: OK, ich hab geschummelt, ich hab keine Gehren eingesetzt, um unten die Weite zu kriegen, und keine Keile in den Achseln, wie alle Schnitte für solche Tuniken vorschlagen, und wie es auch die alten Nachthemden im Second-Hand-Laden haben (sehr alemannisch! Nur falsche Epoche, aber ehrlich gesagt, der Schnitt ist derselbe, nur die Details weichen ab). Ich hatte wie gesagt, genug Stoff, und konnte ihn verschwenderischer zerschneiden als die Leute früher. Es reizt mich schon, es einmal richtig zu machen, mit dem korrekten Schnitt, aber das steht im Moment recht weit unten auf der Liste. Wie ihr seht, war ich an den Ärmeln dieses Mal schlauer und hab eine gerade Krempelzone gemacht. Der Halsausschnitt wurde mit seinem eigenen Rausgeschnittenen verstärkt, eigentlich eine Sauerei, aber schnell und wirkungsvoll. Ein Stöffchen drübernähen kann ich immer noch, wenns mich nervt (ja, diese Illusionen). Beim Schließen der Seitennähte hab ich dann richtig Mist gebaut, und die Nahtzugaben viel zu tief eingeschnitten. Das musste ich hinterher wieder flicken. Dadurch sieht die Tunika jetzt besonders authentisch und gebraucht aus :-) Vielleicht komm ich mal dazu, kleine Lederflicken an die Stellen zu machen, mein Geflicke hält nämlich nicht sehr gut (noch so eine Illusion von der "Schöne-Träume-Liste"). Das Ergebnis ist insgesamt sehr schön, diese Tunika sieht wirklich süß aus! Jetzt will ich auch so eine! Ich mag meine bisherigen FrüMi-Frauenkleider wirklich, aber ich hab nicht Lust, mich darauf zu beschränken. Ich will auch eine Tunika, und eine gute Sommerhose aus Leinen brauche ich sowieso. Eigentlich müsste ich jetzt noch ein paar Sachen zu den Nähten sagen. Die hab ich an diesen Kleidungsstücken zum ersten Mal gemacht. Ich habe übrigens komplett von Hand genäht, mit Leinengarn. Problem an den Schnittkanten: Ich hatte echt keine Lust, die Kanten zu versäubern. Es war mir klar, dass ich das nicht so hinkriegen würde, dass es nicht ausfransen würde, vom Zeitaufwand gar nicht zu reden. Also war klar, die Schnittkanten dürfen hinterher nicht mehr offenliegen. Das doppelte Umlegen ist aber bei so einem dicken Stoff eine Zumutung. Durch zuviele Lagen Stoff wollte ich jedenfalls auch nicht nähen. Ich hab es so gemacht: Die erste Schnittkante einmal umgelegt. Die zweite Kante bis zum Anschlag (dem Falz) druntergeschoben. Alles zusammen noch einmal umgeschlagen, und da dann drübergenäht. So konnte ich mit einer Naht alle Schnittkanten versorgen. Klar, von dem einen Stoff verbraucht man etwas mehr als vom anderen, aber das kann man an der anderen Seite wieder ausgleichen. Wie der Stich heißt, weiß ich nicht mehr. Schräg über die Stoffkante rein, unter dem Stoff schräg über die Stoffkante wieder raus. Ein halber Zick-Zack-Stich sozusagen. Hat völlig gereicht, die Nähte halten, vermutlich dank dem unzerstörbaren Leinenzwirn, der Zeitaufwand war okay. Ihr wollt keine Detailaufnahme davon, nicht mit meiner Kamera, glaubt mir :-) Vielleicht wenn Elsi mal Zeit hat, mit ihrem Zoom-Monster draufzuhalten. Fazit: Für meine ersten Tuniken haben diese beiden echt Spaß gemacht und sich fast von selber genäht (pro Tunika ein langer Fernsehabend). Ich habs mir einfach gemacht, hab mutig improvisiert, wenn ich keine Ahnung hatte (ist wirklich schon lange her mit dem Nähen bei mir), hab auch Fehler gemacht, und trotzdem sind die Hemdchen schön geworden. Für das Nähen hat mich diese Erfahrung sehr motiviert, und ich hab schon eine sehr lange Wunschliste... vielleicht füllt sich diese Kategorie also in nächster Zeit. { Kommentar hinterlassen } { Vorherige Seite } { Seite 113 of 125 } { Nächste Seite } |
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