rubys wollwahnblog

Färben mit Rosenblättern

{ 08:27, 7.06.2008 } { Geschrieben in Färben mit Pflanzen DYEING WITH PLANTS } { 0 Kommentare } { Link }
Nach einem Hausmeister-Heckenscheren-Massaker hatte ich plötzlich jede Menge Hausmeisterteile... .äh, Heckenrosenteile :-) Grüne Zweige mit grünen Blättern. Ich war mir nicht sicher, ob man damit färben kann, aber ich musste es natürlich versuchen. Man kann!

Hier die Arbeitsschritte:

1. Kleinschnipseln.
Ich hab mich nicht lange mit Sortieren aufgehalten, sondern alles grob geschnitten, was kam: verblühte Blüten, Blätter, Zweige... nur die alten Hagebutten und die Zweige mit roter Rinde hab ich aussortiert, damit sie nicht die Antwort verfälschen auf meine Frage: Färben grüne Rosenteile?


2. Auskochen für den Farbsud
links frische Schnipsel, in der Mitte einmal karamellbraun der Original-Farbsud, und einmal gelb der Sud stark verdünnt (die Farbe, die ich zu färben hoffe), rechts das ausgekochte Rosenkraut. Dass das grüne Zeug so brav gelben Farbstoff abgibt, ist doch ein sehr erfreuliches Ergebnis!
Ich habe die Pflanzenteile übrigens nur eine Viertelstunde ausgekocht, da mir das Ergebnis sehr intensiv erschien. Ob sich das beim Färben bestätigt, wird sich noch zeigen. Ein längeres Sieden würde sicher noch mehr Farbe bringen.

3. Färben
Die alaungebeizte Wolle wird mit dem Rosenblättersud langsam erhitzt und eine Stunde sanft geköchelt. Normalerweise färbe ich nicht so heiß und dafür lieber länger, aber bei niedrigen Temperaturen nahm die Wolle die Farbe nicht so gut an.

4. Trocken lassen und verliebt anhimmeln
Rechts das goldbraun des ersten Zugs, in der Mitte ein schwaches beige (der zweite Zug) und links die Originalwolle.

Hier nochmal unscharf, aber ziemlich nah an den tatsächlichen Farben:

Fazit:
Die Menge an Pflanzenmaterial, die ich verbraucht habe, war sehr hoch (4-5 Liter auf 50g Wolle), aber nach einem Heckenschnitt hat man ja genug Zeug.
Das Goldbraun sieht aus wie das, was ich mit goldfarbener Rosenrinde früher schon gefärbt hatte. Es geht also auch mit den grünen Pflanzenteilen, allerdings sind die weniger ergiebig.
Aber, wie gesagt, Menge war nicht das Problem.
Den zweiten Zug fand ich schon sehr blass, aber er wird sich eben schön mit dem ersten kombinieren lassen.

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