rubys wollwahnblog

Verlegenheitsolivgold aus getrockneten Brennesseln und ein Versuch mit Erlenzapfen

{ 19:18, 22.07.2008 } { Geschrieben in Färben mit Pflanzen DYEING WITH PLANTS } { 0 Kommentare } { Link }
Ich muss ja noch das Ergebnis der Färbung mit getrockneten Brennesseln nachtragen. Schönes helles Quietschegelb stand wohl eher nicht in Aussicht, der dunklen Färbebrühe nach. Nach den ersten paar Färbeminuten war ich schon darauf gefasst, mich mit einem Verlegenheitsoliv abfinden zu müssen. Stattdessen nahm die Wolle beim Erhitzen dann aber einen wunderschönen dunkelgoldenen Farbton an.Auf diesem Bild viel zu hell wiedergegeben. Es ist wirklich ein sehr dunkles Altgold. Nach dem Trocknen hat sich dann doch ein gewisser grüner Unterton herausgestellt, so dass man es tatsächlich unter Verlegenheitsoliv einordnen muss. Allerdings ist es die goldene Verlegenheitsolivversion!
Da die Färbung so intensiv war, und ich noch Wolle hatte, hab ich noch einen zweiten Zug gemacht, und der wurde genau so kräftig, nur weniger grünlich.
Hier ein Versuch der Wiedergabe, wenn auch mal wieder nicht so toll farbgetreu:
Links natur, Mitte erster Zug, grünlich, rechts zweiter Zug, ohne Grün.
Immerhin sieht man ungefähr, wie dunkel die Farbtöne tatsächlich sind.

Ich hab die Brühe noch nicht weggeschmissen. Durch das zweimalige Erhitzen scheint Brennessel haltbarer zu sein als ohne. Vielleicht mach ich noch ein oder zwei Färbungen damit.
Und dann vielleicht nochmal Ahorn.... und Efeu hab ich auch schon lang nicht mehr gemacht... und frische Brennessel... ich freu mich schon!

Nachtrag: Mit der Brennesselbrühe hab ich tatsächlich nochmal zwei Züge gemacht. In den dritten Zug hab ich, als die Färbebrühe gekocht hat, ein Dutzend Erlenzapfen geschmissen, um zu sehen, was passiert. Nun, es ist nichts passiert. Als ich das ganze dann nochmal einen Tag stehen ließ, haben sich in der kalten Flüssigkeit doch eine Menge dunkler Farbstoffe aus den Erlenzapfen gelöst, und das ganze ließ sich dann auch auf Wolle bringen: Ein deutlich dunkleres Dunkelgelb im vierten Zug.
links der dritte Zug Brennessel, rechts der vierte Zug! Brennessel plus Schwarzerlenzapfen.
Beide Farben sind in Wirklichkeit nicht ganz so dunkel, aber der Unterschied zwischen den beiden Färbungen ist gut wiedergegeben.

Soviel schonmal zu Erlenzapfen. Gut für Nuancen auf jeden Fall. Wenn ich eine größere Menge gesammelt habe, werde ich auch mal nur damit färben.

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