rubys wollwahnblog

Eine Tunika muss nicht zwei Ärmel haben

{ 16:50, 3.10.2008 } { Geschrieben in Nähen SEWING } { 0 Kommentare } { Link }
...aber ich wollte mal nicht so sein :)
Rechts und links, schön mit Hexenstich drangenäht.
Bleiben nur noch die Ärmelnähte und -säume und alles, was noch am Ausschnitt gemacht werden muss, seufz...


Der erste Ärmel ist dran!

{ 01:04, 27.08.2008 } { Geschrieben in Nähen SEWING } { 0 Kommentare } { Link }
Ich habs getan! Nach langem Zögern hab ich endlich wieder eine Nähnadel in die Hand genommen und den ersten Ärmel an die Birka-Tunika genäht!
Hier ein etwas undeutliches Foto. Ich hatte Bedenken, jetzt mit weiß weiterzunähen (die anderen Nähte sind grün), aber es gefällt mir! Im Moment trage ich ja ein weißes Untergewand dazu, das sieht gut dazu aus.


Birka angeärmelt

{ 23:32, 4.08.2008 } { Geschrieben in Nähen SEWING } { 0 Kommentare } { Link }
Die Ärmel am grünen Birka-Kleid haben einen Fortschritt gemacht: Sie sind abgemessen, zugeschnitten, und teilweise ans Kleid geheftet. Habe festgestellt, dass es eine gute Idee war, den Stoff für die Ärmel mitzufärben, dass es aber auch eine gute Idee gewesen wäre, den benötigten Leinenzwirn zu färben. Aus dem gefärbten Stoff gezogene Fäden sind mir nicht stabil genug. Das heißt, die Ärmel bekommen eine weiße Ziernaht. Noch eine Ziernaht. Das Kleid ist ja noch nicht aufwendig genug, nicht wahr? :-)
Wieder was gelernt zum Thema färben, würde ich sagen :-)


Birka-Kleid in GroMi-Grün

{ 20:36, 2.07.2008 } { Geschrieben in Nähen SEWING } { 0 Kommentare } { Link }
Konnte vor lauter Nähen nicht mal bloggen, aber jetzt muss ich doch mal zeigen, wie weit das Birkakleid ist, das ich am Wochenende auf dem Mittelaltermarkt getragen habe:
Ob man früher mit Schilfblüte auf Leinen eine Färbung hingekriegt hätte wie ich mit simplicol verschiebe ich auf spätere Forschungen. :-)
Ich überlege, ob ich es olivgrün überfärben soll, weil es nicht zu meinen pflanzengefärbten Wollsachen passt. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das viel bringt, weil der Gegensatz auch am Wolle-Leinen-Unterschied liegen könnte.
Das Kleid war jedenfalls sehr angenehm zu tragen.
Und es macht gierig: Jetzt will ich noch ein Unterkleid in der passenden Länge, und ein neues langes Unterkleid in blau, und Hosen, und und und...

Da ich noch im Nähen drin bin, aber zu feige, um die Ärmel ins grüne Kleid einzusetzen oder den Halsauschnitt endlich ordentlich zu nähen (wurde bisher nur nach innen geklappt), habe ich heute doch tatsächlich schon angefangen, eine Hose und eine Tunika zuzuschneiden! Beides nicht mittelalterlich, abgesehen davon, dass ich von Hand nähen werde und die Schnitte so weit wie möglich an die schönen einfachen FrüMi-Schnitte anlehnen werde.

Der Stoff für die Tunika besteht aus einer Tischdecke mit einem schönen eingewebten Flechtmuster.

Konnte nicht widerstehen, das Ding im Secondhandshop für sehr wenig Geld mitzunehmen, obwohl ich wusste, dass ich niemals Damasttischdecken auflegen werde, weil wir eine Sippe von Fleckenmonstern sind (ein dominanter Erbgang, ohne Zweifel). Jetzt wird ein Kleidungsstück draus. Nicht, dass das das Fleckenproblem wirklich lösen würde :-) Aber es löst noch ein ganz anderes Problem: Ich hab mir die Einschränkung verpasst, erst wieder Stoff zu kaufen, wenn ich etwas von dem, den ich schon habe, verbraucht habe. Das heißt, jetzt, wo ich zwei Stoffe zerschnitten habe, darf ich wieder!


Birka-Tunika: Der Weg in den Wahnsinn

{ 14:10, 26.06.2008 } { Geschrieben in Nähen SEWING } { 0 Kommentare } { Link }
Gestern wurde mir schlagartig klar, dass ich für den Mittelaltermarkt am Wochenende noch kein Kleid habe - außer einem aus Wolle. Bei den derzeitigen Temperaturen ungefähr zwei Minuten lang tragbar :-)
Auf dem Unterkleid befinden sich ein paar unauthentische Kaffeeflecken, und außerdem hab ich keine Lust, im weißen Flatterfummel herumzugeistern.
Also: Nähpanik! Stoff gesichtet, und wofür entscheide ich mich unter höchstem Zeitdruck? Für die Schnell-und-einfach-Version des aus einem großen Bettuch geschnittenen Kleids? Nein! Natürlich wähle ich die Tunika-der-Träume-Version: Die Birka-Tunika, wadenlang, aus einem Leinenstoff in Webrahmenbreite. Das heißt, Gehren einsetzen, Ärmel einsetzen, und überall Säume, Säume, Säume. Aaaaaahhhh! Und gefärbt werden soll sie auch noch, denn das Stöffchen könnte man als zart cremefarben bezeichnen, aber auch als unangenehm vergilbt. Keine Ahnung, was zutrifft, aber da muss eine Packung unauthentisches Färbemittel dran. Das wird sehr, sehr knapp von der Zeit.
Aber jetzt hab ich schon damit angefangen, jetzt will ich auch versuchen, wenigstens teilweise fertigzuwerden. Als erste Vereinfachung wird das Kleid ärmellos, da ich ja praktischerweise rechts und links der Tunika eine Webkante habe. Ärmel einsetzen kann ich später ja jederzeit noch, bei dem Wetter ist luftiger sowieso besser.


Hier mal ein Foto. Das Schnittmuster stelle ich noch ein. Man sieht aber schon: Ein gerades Stück Stoff (übrigens an den Schultern durchgehend), zwei Gehren (rechts zusammengefaltet, links aufgefaltet, ein Teil hängt allerdings über der Kante herab.
Ja, und das ist es auch schon. Die Gehren hab ich jetzt einfach mal diagonal aus der halben Stoffbreite geschnitten, dadurch hab ich auf einer Seite eine Mittelnaht (juhu, noch eine Naht).
Für die erste Gehre hab ich einen Abend lang gebraucht. Ich kann es immer noch nicht fassen. Gut, ich hatte auch ein bißchen was nachzudenken, und rumzuprobieren, die zweite geht vielleicht schneller. Vielleicht. Wir werden ja sehen. Heute abend ist die Zeit, die mir zum Nähen bleibt, leider sehr kurz. Hab mir morgen immerhin ein wenig Zeit freigehalten. Ich will diese Tunika! Sagte ich schon, dass ich mich auf der Vorderseite schon zu Zierstichen vestiegen habe? Sieht toll aus. Kostet aber auch toll viel Nerven wegen des Zeitaufwands.
Also, muss weitermachen.


Schnittmuster für Bundschuhe

{ 18:05, 16.06.2008 } { Geschrieben in Nähen SEWING } { 0 Kommentare } { Link }
Noch ein Nachtrag von gestern: Hab mich endlich mal überwunden, und aus Packpapier mal ein erstes Schnittmuster für Kinder-Bundschuhe maßangefertigt. Musste mehrere machen, bis ich mit der Anprobe zufrieden war. Hab auch meine Ledermöglichkeiten gesichtet, aber da sieht es einfach schlecht aus.
Ich wäre durchaus bereit, die ersten Schuhe mal aus etwas dünnerem Leder zu machen, um überhaupt mal welche zu haben. Aber ich hab einfach nichts in der Größe für zwei Schuhe.
Mein Lieblings-Second-Hand-Shop bietet alte Lederkoffer für 5 Euro, aber wahrscheinlich auch aus viel zu dünnem Leder. Mal sehen, was ebay hergibt.

Links die Fußschablonen, rechts ein ausgedruckter Schnitt, und in der Mitte mein Schnittmuster angepasst an die Fußform. Wobei die vorderen Laschen immer noch etwas zu kurz sind, da muss ich dran denken, wenn ich es in Leder zuschneide.

Kindertuniken nach Pokemon-Fund

{ 17:49, 26.05.2008 } { Geschrieben in Nähen SEWING } { 0 Kommentare } { Link }
Damit auch mal was in der Kategorie Nähen steht, trage ich hier mal meine beiden Kindertuniken nach.
Sehr kurzfristig wurden wir zu einem Alemannentreffen eingeladen, und ich überwand meine Nähscheu. Es musste schnell gehen, und ich hatte den Stoff schon, ein sehr festes, cremefarbenes Leinen. Ich fands eigentlich nicht schön, änderte meine Meinung aber, als ich es verarbeitete. Warme Farbe, weicher Griff. Jetzt will ich auch etwas in diesem Leinen!

Mit den Schnitten hab ich ein bißchen was probiert. Ich hatte mehrere Stoffreste in diesem Leinen, aber alle recht groß. Ich hatte ja nicht viel Zeit und wollte wenig Nähte. Also hab ich mich für die erste Tunika an den Tuniken orientiert, die am Stück gewebt worden sind, und hab einen ganz geraden Schnitt gemacht.


Die Ärmel werden nach vorne schmaler. Ich hab aber den Fehler gemacht, das letzte Stück nicht gerade zu machen, das hab ich beim Krempeln dann schnell bereut, und das ist etwas, was ich an der fertigen Tunika auch noch ändern werde. Da die Tuniken auch nächstes Jahr noch passen sollen, sind sie auf Zuwachs gearbeitet, also recht groß, und müssen auf jeden Fall gekrempelt werden.
Ansonsten hab ich die zwei Nähte geschlossen, einen Halsausschnitt reingeschnitten, und dann bin ich irgendwie merkwürdig kreativ geworden beim Verarbeiten des Halsausschnitts. Fragt mich nicht, ich steig auch nicht mehr durch. :-) Es sieht aber gut aus, hält bisher, und ich hab sogar die Innenseite mit Zierstichen befestigt.


Ich hatte im Hinterkopf, für diese gerade Tunika einen Fund aus Oseberg recherchiert zu haben (sehr alemannisch, ich weiß :-) ). Ich finde die Quelle aber nicht wieder. Daher ist es jetzt eine Tunika nach einem Pokemon-Fund :-)

Und dann hab ich noch eine zweite Tunika gemacht:

OK, ich hab geschummelt, ich hab keine Gehren eingesetzt, um unten die Weite zu kriegen, und keine Keile in den Achseln, wie alle Schnitte für solche Tuniken vorschlagen, und wie es auch die alten Nachthemden im Second-Hand-Laden haben (sehr alemannisch! Nur falsche Epoche, aber ehrlich gesagt, der Schnitt ist derselbe, nur die Details weichen ab). Ich hatte wie gesagt, genug Stoff, und konnte ihn verschwenderischer zerschneiden als die Leute früher. Es reizt mich schon, es einmal richtig zu machen, mit dem korrekten Schnitt, aber das steht im Moment recht weit unten auf der Liste.
Wie ihr seht, war ich an den Ärmeln dieses Mal schlauer und hab eine gerade Krempelzone gemacht. Der Halsausschnitt wurde mit seinem eigenen Rausgeschnittenen verstärkt, eigentlich eine Sauerei, aber schnell und wirkungsvoll. Ein Stöffchen drübernähen kann ich immer noch, wenns mich nervt (ja, diese Illusionen).
Beim Schließen der Seitennähte hab ich dann richtig Mist gebaut, und die Nahtzugaben viel zu tief eingeschnitten. Das musste ich hinterher wieder flicken. Dadurch sieht die Tunika jetzt besonders authentisch und gebraucht aus :-)
Vielleicht komm ich mal dazu, kleine Lederflicken an die Stellen zu machen, mein Geflicke hält nämlich nicht sehr gut (noch so eine Illusion von der "Schöne-Träume-Liste").

Das Ergebnis ist insgesamt sehr schön, diese Tunika sieht wirklich süß aus! Jetzt will ich auch so eine! Ich mag meine bisherigen FrüMi-Frauenkleider wirklich, aber ich hab nicht Lust, mich darauf zu beschränken. Ich will auch eine Tunika, und eine gute Sommerhose aus Leinen brauche ich sowieso.

Eigentlich müsste ich jetzt noch ein paar Sachen zu den Nähten sagen. Die hab ich an diesen Kleidungsstücken zum ersten Mal gemacht. Ich habe übrigens komplett von Hand genäht, mit Leinengarn.
Problem an den Schnittkanten: Ich hatte echt keine Lust, die Kanten zu versäubern. Es war mir klar, dass ich das nicht so hinkriegen würde, dass es nicht ausfransen würde, vom Zeitaufwand gar nicht zu reden. Also war klar, die Schnittkanten dürfen hinterher nicht mehr offenliegen.
Das doppelte Umlegen ist aber bei so einem dicken Stoff eine Zumutung. Durch zuviele Lagen Stoff wollte ich jedenfalls auch nicht nähen.
Ich hab es so gemacht: Die erste Schnittkante einmal umgelegt. Die zweite Kante bis zum Anschlag (dem Falz) druntergeschoben. Alles zusammen noch einmal umgeschlagen, und da dann drübergenäht. So konnte ich mit einer Naht alle Schnittkanten versorgen. Klar, von dem einen Stoff verbraucht man etwas mehr als vom anderen, aber das kann man an der anderen Seite wieder ausgleichen.
Wie der Stich heißt, weiß ich nicht mehr. Schräg über die Stoffkante rein, unter dem Stoff schräg über die Stoffkante wieder raus. Ein halber Zick-Zack-Stich sozusagen. Hat völlig gereicht, die Nähte halten, vermutlich dank dem unzerstörbaren Leinenzwirn, der Zeitaufwand war okay.

Ihr wollt keine Detailaufnahme davon, nicht mit meiner Kamera, glaubt mir :-)
Vielleicht wenn Elsi mal Zeit hat, mit ihrem Zoom-Monster draufzuhalten.

Fazit: Für meine ersten Tuniken haben diese beiden echt Spaß gemacht und sich fast von selber genäht (pro Tunika ein langer Fernsehabend). Ich habs mir einfach gemacht, hab mutig improvisiert, wenn ich keine Ahnung hatte (ist wirklich schon lange her mit dem Nähen bei mir), hab auch Fehler gemacht, und trotzdem sind die Hemdchen schön geworden.
Für das Nähen hat mich diese Erfahrung sehr motiviert, und ich hab schon eine sehr lange Wunschliste... vielleicht füllt sich diese Kategorie also in nächster Zeit.







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