Vom 26. Juli bis zum 22. September 2008 begibt sich eine Gruppe von aberteuerhungrigen Sowis wagemutig in Äquatornähe. Hier könnt ihr beinahe live und in Farbe miterleben, wie wir uns durch den Dschungel kämpfen, uns gegen Insekten zur Wehr setzen, uns mit den Einwohnern anfreunden, Vulkane hochkraxeln und uns durch das Großstadtgewirr schlagen...

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Jetzt heisst es Abschied nehmen...

Geschrieben von Dagny am 22.08.2008 um 13:21
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Nun sind auch die letzten Tage in Puerto López vergangen...

Einen Tag haben wir noch durch einen Trip nach Manta verschenkt, da die Jungs da noch dringend etwas zu erledigen hatten... Dabei konnte man die tollen Ausflugstipps fuer die Zwischenstopps von Freddy voll vergessen, von wegen "las artesanias muy, muy bonitas" in La Pila - voll der Kitsch, so viel Gold, Silber und Bronze wird bei den olympischen Spielen nicht verteilt... Nichts wie wieder rein in den naechsten Bus nach Manta. Montecristi war auch nicht viel sehenswerter - allerdings konnte ich hier wenigstens meinen neuen Hutfetisch ausleben und so kaufte ich mir mal wieder einen tollen neuen "Panamahut", der faelschlicher Weise so heisst, denn eigentlich ist es ein "Sombrero de Monecristi".

Manta konnte den verschenkten Tag trotz des schoenen Strandes auch nicht wieder rausreissen. Wir hoeren nie wieder auf Freddy :P

Nachdem wir uns hier alle ausreichend mit Armbaendchen ausgestattet haben, zeigte uns Orlin zum Schluss noch, wie man sich die Baendchen auch selbst knoten kann. Nun sind wir fuer die naechsten vier Wochen erstmal beschaeftigt.

Vorgestern war dann noch Salangos grosser Tag. Alle Schulen in der Umgebung zeigten auf der Parade, was in ihnen steckte - auch die kleinsten haben sich fein herausgeputzt - obwohl uns wegen der wochenlangen Proben schon ziemlich viel bekannt vorkam. Sie praesentierten all ihre kleinen "reinas", umtanzt von Tanzgruppen, kraeftig begleitet von Paukenschlaegen und den besagten Troeten aus der Nachbarschaft.

Gestern Abend verabschiedeten sich die Jungs aus Salango  von uns mit einem schoenen Feuerchen am Strand. Heute werden wir Freddy , Raquel und den  suessen Joshua noch einmal schick zum Italiener ausfuehren. Wir werden Raquels Kochkuenste, Freddys Nachhilfe in Sachen Salsa und Joshuas impulsiven Gesangseinlagen schrecklich vermissen...

Dennoch sind wir in heller Vorfreude auf Quito, endlich eine Waschmaschine, eine warme Dusche und grenzenloses Internetvergnuegen. Rein in die Wirren des Grossstadt-Dschungels!

Montañita hat seine Spuren hinterlassen

Geschrieben von Dagny am 18.08.2008 um 13:55
in Puerto López. 1 Kommentare. Link.

Am Samstagmorgen fuhren die Mädels zusammen mit Till nach Agua Blanca. Agua Blanca ist ein „kleines“ bewohntes Dorf, an dessen Stelle man viele Fundstücke vergangener Kulturen gefunden hat. Am Ende des kleinen Rundganges wartete eine schön anzusehende Lagune auf uns. Nur die Nase sollte man an dieser Stelle  besser zuhalten, denn die natürliche Schwefelbrühe stinkt mordsmäßig.

Am Nachmittag starteten auch wir unseren Wochenend-Trip in das kleine Aussteiger- und Surferparadies Montañita. Hier kann man bei dem ein oder anderen Cocktail einfach mal die Seele baumeln lassen, was wir selbstverständlich auch taten. Zum Glück ist hier rund um die Uhr Happy Hour. Natürlich nicht ohne eine Runde Sex on the beach…

Drei Cocktailrunden später nahmen wir ein Taxi zur legendären Full Moon Party, ganz nah am Strand. Hier hat man die Freiräume sich am Strand auszutollen, eine Runde zu schaukeln, die Feuerkünstler zu beobachten oder ums Lagerfeuer herumzutanzen. Ich werde mich hier wohl noch daran gewöhnen müssen auch von kleineren Männern angeprochen zu werden...ein seltsames Gefühl, muss immer aufpassen, nicht lachen zu müssen.

Aus Sicherheitsgründen ließ ich meinen Fotoapparat zu Hause, damit er mir nicht bei Wasserspielchen am Meer weggespült werden konnte oder mir bei sonstigen Strandaktivitäten ein böser Dieb auflauern konnte.

Der Morgen danach war wenig sonnig. Kein Wetter zum Sonnenbaden oder Surfen lernen. Wohl oder Übel mussten wir eine Runde Shoppen gehen, aber dagegen hatten wir auch nichts einzuwenden. Mit viel Verhandlungsgeschick statteten wir uns großzügig mit Halsketten, Armbändern und Fußkettchen aus, auch die Kerle. Denn ohne Fußkettchen ist man hier kein richtiger Mann ;) dann klappt´s auch mit den Mädels. Fabian weiß jetzt, was ihm sein Leben lang fehlte….das passende Fußkettchen.

Zwischendurch haben wir kurz den ein oder anderen Gedanken daran verschwendet, aus unserem vom Stress geplagten Leben auszusteigen, das eher brotlose geisteswissenschaftliche Studium an den Nagel zu hängen, um vielmehr den lieben langen Tag sorglos Bändchen zu knüpfen.

Zwei Strandkleider und eine ultracoole Mütze später  traten wir unsere Heimreise nach Puerto López an.

Eine Wand fuer Salango

Geschrieben von Dagny am 18.08.2008 um 13:12
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Heute durften wir eine Wand des Museums in Salango verschoenern... Bei dieser Gelegenheit ueberschuettete ich mir erstmal mit Fraukes Assistenz den gesamten Latz mit 'nem halben Eimer Farbe, das fing ja gut an.

Wenig spaeter gesellten sich zwei kleine Jungen aus Salango zu uns, um tatkraeftig mit anzupacken. Voll suesz ;)

Trotz vieler unsachlicher Hinweise und unkontrollierten Uebergriffen, konnten wir die Wand weitestgehend vor den Klugscheissern des Museums bewahren. Das einzige Ueberbleibsel ist der gruene Fisch (?!), den Jen mit Muehe zu uebertuenchen versuchte. Auch die Farbexperimente unseres farbenblinden Fabians waren am Ende kaum erkennbar, SEIN Meer hat er am Ende sehr gut hinbekommen.

So konnten wir uns mit unserem individuellen Stilmix in Salango verewigen.

Fette Strandaction

Geschrieben von Dagny am 14.08.2008 um 13:26
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Hola. Na dann werde ich den Blog mal wieder auf den neusten Stand bringen... Die letzten Tage waren wir vor allem am Strand unterwegs.

Vorgestern versuchten wir uns unter der freundlichen Anleitung der Jungs aus Salango im Surfen. Es ist nicht ganz so einfach wie es immer bei Baywatch oder aehnlichen Strandserien aussieht. Zum Stehen auf dem Brett ist von uns niemand gekommen. Wir waren schon froh auf dem Brett sitzen zu koennen ohne gleich umzukippen. Das Warten auf die grosse Welle kann schon ziemlich anstrengend sein, aber noch anstrengender ist das wie auf 's Bloede Drauflospaddeln, wenn dann doch mal eine Welle im Anmarsch ist. Doch ein Mal hatte ich Glueck und konnte mich von einer "perfekten Welle" zum Strand tragen lassen. Ist schon 'n schoenes Gefuehl. Wir werden am Wochenende in Montanita fleissig weiter ueben, vielleicht nehmen ja unsere duennen Aermchen auch an Umfang zu...

Gestern machten wir eine Tour zur kleinen Schwester der Isla de la Plata, der kleinen Schwester der Galapagos Inseln - zur Isla de Salango. Auf dem Weg dorthin konnten wir sogar einen Blick auf ein paar Seeloewen werfen und von Weitem waren auch die Schwanzflossen einer Delfinfamilie zu erkennen. Nachdem wir wieder fuer ein bisschen Ordnung am Strand gesorgt haben, durften wir wieder Schnorcheln gehen. Da konnten Fabian und ich nicht nein sagen. Endlich wieder Fische gucken. Aber auch Korallen, Seeigel und Seesterne. Am schoensten ist es, wenn sich die Sonnenstrahlen ihren Weg durch die Meerestiefen bahnen.

Bei der fetten Strandaction haben wir auch auch ordentlich Farbe abgekommen. Die Einen werden nur rot und die anderen passen sich nach und nach der Hautfarbe der Einheimischen an.

Heutiges Highlight war ein nachmittaeglicher Abstecher in den "Nachtclub" von Puerto López unter der Fuehrung unseres Spanischlehrers Freddy...Doch die Vorfreude der Jungs wurde ein wenig enttaeuscht. Es gab nicht sehr viel zu sehen und das, was es zu sehen gab, erzeugte keine Begeisterung. Aber in den Abendstunden soll noch weniger los sein, da dann die Maenner wieder bei ihren Frauen zu Hause hocken.

Viel besser waren dann doch die selbstgemachten vegetarischen Hamburger von Raquel. Wir duerfen ja jetzt nicht mehr allein kochen, nur noch unter fachmaennischer Anleitung. Vorgestern wurden wir mit Nudeln und selbstgemachtem Pesto verwoehnt, mal sehen, was sie uns noch so beibringt...

Grossstadtluft fuer Grossstadtkinder

Geschrieben von Dagny am 11.08.2008 um 13:36
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Jaja, hier in unserem kleinen beschaulichen Fischerort fehlte uns doch ein wenig der gewohnte Grossstadttrubel, so dass wir beschlossen uns einfach mal die groesste Stadt Ecuadors anzugucken und fuhren, wie immer mit dem Bus nach Guayaquil. Denn ohne Bus geht hier einfach mal gar nichts.

Nachdem sich alle angeschlagenen Sorgenkinder fuer transportfaehig hielten, ging die Reise am Samstag in der Fruehe los. Wieder eine neue Episode unserer Serie "Busreisen ueber Stock und Stein", natuerlich inklusive Dauerbeschallung der schoensten Schnulzen der letzten Jahrzehnte und nerviger Kleinkram-Verkaeufer, die die Busse am Wegesrand aufsammelten. Schoen sind auch immer wieder die individuell ausgestalteten Schreine der Busfahrer, entweder ein Jesusschrein oder ein Mutter-Mariaschrein oder ein Plueschschrein oder eine Mischung aus allem. Einmal war es richtig gruselig, eine noch lebende Schildkroete hinter der Scheibe entdeckt zu haben.

Mit meinen Aussagen zu meinem Gesundheitszustand war ich doch etwas voreilig und uebermuetig. Denn gleich bei der Ankunft in Guayaquil suchte mich Fieber bitter heim. Ich schleppte mich zwar noch mit hoch zum Leuchtturm auf der Spitze des Kuenstlerviertels Guayaquils, war dann allerdings fuer nichts mehr zu gebrauchen und verbrachte den schoenen Abend im Hostel. In der Zeit checkten die anderen mal das Nachtleben Guayaquils aus.

Am naechsten Morgen zogen wir frueh aus unserem Hostel aus, in Richtung des bekannten Leguan-Parks. Der ist nicht einfach nach Leguanen benannt, weil Leguane so toll, heilig oder ehrenhaft sind, sondern, weil in diesem Park tatsaechlich Leguane durch die Gegend schlendern. Da kann es schon mal sein, dass der ein oder andere Leguan neben dir auf der Bank Platz nimmt oder vom Baum runtergerutscht kommt. Hier braucht man sich nicht vor Taubenschiss in Acht zu nehmen, allerdings haben Leguane auf bestimmte Beduerfnisse...

Am Ende unseres Aufenthalts gingen wir noch eine Runde auf dem beruehmten Friedhof. Beruehmt, tagsueber fuer seine prunkvolle Schoenheit und beruehmt in den Abendstunden fuer seine schaurig schoene Gruselstimmung.  Aber auch hier wurden die Arm-Reich-Kontraste deutlich,"unten" wurde man in Gruften oder unter kunstvoll gestalteten Skulpturen gebettet, "oben" auf dem Huegel saeumt sich ein Grab neben dem anderen, ein Weg zwischen den einzelnen Graebern ist nicht mehr zu erahnen.

Genug der Schaurigkeit...nun noch eine lustige Anekdote, wie Fabian zur Attraktion wurde... Als wir oben am "el faro" in Guayaquil ankamen und die Aussicht auf die Stadt genossen, bat eine Gruppe ecuadorianischer Maedchen FABIAN um ein Foto MIT ihm. Jede Einzelne trat vor und posierte mit dem sichtlich erroeteten Fabian, zum Schluss gab 's noch ein Foto mit allen Maedchen zusammen. Fabian unser Frauenheld. Aber auch sonst heimsten wir in der Stadt viel Aufmerksamkeit ein, Blicke, Pfiffe, Rufe und Gehupe.

Wo liegt überhaupt Ecuador?!


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