Vom 26. Juli bis zum 22. September 2008 begibt sich eine Gruppe von aberteuerhungrigen Sowis wagemutig in Äquatornähe. Hier könnt ihr beinahe live und in Farbe miterleben, wie wir uns durch den Dschungel kämpfen, uns gegen Insekten zur Wehr setzen, uns mit den Einwohnern anfreunden, Vulkane hochkraxeln und uns durch das Großstadtgewirr schlagen...
Ueber Nacht raffte eine Lebensmittelvergiftung die halbe Mannschaft dahin. Wir sollten das "sich selbst bekochen", doch wieder sein lassen. Denn gestern haben wir einfach nur unser Standardgericht "Spaghetti mit Tomatensosse" gekocht und danach ging es fast allen schlecht, nur weil wir die Sosse mit frischen Tomaten vom Markt war. Wie wir jetzt wissen, sind die Tomaten hier zahlreichen Chemikalien ausgesetzt, die ein verwoehnter Gringomagen nicht vertraegt.
Heute waren auch nur Frauke, Fabian und ich arbeitstauglich, die anderen Drei verbrachten den Tag im Bett. Aber auch Frauke und Fabian schwaechelten in den Mittagstunden - nur ich mit meinem Supermagen fuehlte mich quietschfidel und knusperte weiterhin reichlich Bananenchips. Raquel, unsere Ersatzmutti kuemmerte sich ruehrend mit Huehnersueppchen um die Sorgenkinder. Der Arzt meinte, dass sie morgen wahrscheinlich morgen schon alle wieder fit sind.
Alles wird gut.
P.S.: Schoen, dass ihr alle an uns denkt! Beste Gruesse nach Deutschland!
Gestern haben wir unseren ersten Ganztagsregen erlebt. Die Strassen bestanden aus einem grossen Haufen Schlamm, ueberall Matschepampe. Und dann sollten wir auch noch im Wald arbeiten...iiiieh. Aber zum Glueck nahm uns eine Gruppe Amerikaner die Arbeit ab, so dass wir mal nichts zu tun hatten und in Salango irgendwie die Zeit rumkriegten, indem uns die Jungs eine Nachhilfestunde Spanisch gaben.
Doch nach unserem Sprachunterricht in Puerto López hat sich das Wetter wieder eingekriegt, und so konnte ich hier den ersten Sonnenuntergang am Strand geniessen.
Den Tag liessen wir mal wieder entspannt in einer Strandbar ausklingen, total relaxt im Liegestuhl. Im Hintergrund tuedelten wie immer unsere Freunde Bob Marley und Manu Chao - da kann man gar nicht anders - zuruecklehnen und abschalten.
Heute mussten wir uns auch erst mal 'ne Weile Beschaeftigung suchen, anscheinend waren die Amis uebereifrig. Also sammelten wir kurz ein wenig Muell am Strand ein und liefen dann ein Stueck die Kueste entlang. Dabei trottete uns einer der vielen Hunde hier nach.
Denn, wenn hier nicht gerade ein Esel nach Aufmerksamkeit schreit, die Motoren der zahlreichen Mototaxis aufheulen, fruehaufstehende Haehne kraehen oder kleine Kinder immernoch maessig erfolgreich Trompetespielen ueben, dann bellen die Hunde im Akkord.
Hier ist man eben nie allein...
Das lange Warten hat ein Ende. Ich habe nun doch einmal alle meine Kraefte gesammelt und habe meine megagrossen Fotos dank der Hilfe von Jens Laptop verkleinert, damit ich hier im Internetcafe auch mal vorwaerts komme...
Ansonsten ist nach dem interessanten Wochenende der Arbeitsalltag eingekehrt. Wobei man noch nicht von Routine sprechen kann, da wir hier immer wieder flexibel eingesetzt werden. Heute waren wir in einer Schule in Rio Chico und durften den Kleinsten ein paar Worte auf Deutsch beibringen, dabei bluehte Jen an der Tafel richtig auf. Ueberall "chte", "schte" und "sste" es. Dabei fiel mal wieder auf, was Deutsch eigentlich fuer 'ne komische Sprache ist.--Jetzt wissen jedenfalls die Kiddies, vor allem ueber Tiere bishin zum Rochen, bestens Bescheid.
Nach unseren ersten Unterrichtsstunden schien auch mal wieder die Sonne, so dass wir nur schnell unsere Badesachen schnappten und uns an den Strand knallten.
Heute Abend haben wir uns eine Runde bei einem sehr schicken Italiener gegoennt. Leider fiel mal wieder der Strom aus, sodass wir nur noch im Kerzenschein sassen, als wir auf unser Essen warteten - dies war bereits das dritte Mal.
Morgen wollen wir uns auch mal wieder selbst bekochen, das hat gestern schon ganz gut geklappt. - Fabian probierte sich an gebratenem Fisch (frisch vom Markt gekauft), den wir nur gut genug vor Manuela, unserer Ferienkatze fernhalten mussten.
Viel Spass beim Fotosgucken!
Adios.
Gestern wollten wir einfach mal den Stillen Ozean ein wenig aufwirbeln und so entschieden wir uns fuer einen Bootstrip zur Isla de la Plata. Diese kleine Insel vor der Kueste Ecuadors wird auch liebevoll "Galapagos fuer Arme" gennant. Bei dieser Bezeichnung aus dem Reisefuehrer fuehlten wir uns als Studenten doch gleich mal angesprochen.
Praktischer Weise war "whale watching" gleich im Preis inbegriffen, aber eine Garantie dafuer, dass wir auch tatsaechlich Buckelwale sehen wuerden, wollte uns keiner geben. Endlich brauchten wir einmal im Leben schlechtes Wetter, da sich die Wale bei starker Bewoelkung oberhalb des Wassers wohler fuehlen als bei knallender Sonne. Zum Gluek waere die Rueckzahlgarantie auch nicht notwendig gewesen, denn die Wale wollten uns doch die ein oder andere Showeinlage bieten. Sie pusteten riesige Fontaenen, sie setzten zum grossen Sprung an und sie winkten uns freundlich. Doch fuer einen kurzen Moment wurde ihnen von einem Rochen die Show gestohlen, der voellig unverhofft einen Salto schlug.
Alle Zuschauer waren schwer beeindruckt und mir gelang dann doch noch meine persoenliche Heldentag des Tages. Ich habe es geschafft unserer kleinen Reisegruppe das ultimative "wir-haben-wirklich-Wale-gesehen-Beweisfoto" zu beschaffen. Mission erfuellt.
Nach einem wilden Wellenritt kamen wir endlich auf der Isla de la Plata an und begaben uns auf die Suche nach den beruehmt beruechtigten Blaufusstoelpeln und ihrer persoenlichen oekologischen Nische aus Frau Schneyers Video im Bio-Unterricht. Aber die Suche war nicht wirklich schwer, die trolligen Voegel sitzen dort ueberall im Weg. Man muss sogar aufpassen, dass man nicht ueber einen drueberfaellt.
Zum Abschluss des ereignisreichen Tagesprogramms gingen wir zusammen mit vielen bunten Fischen eine Runde schwimmen. Wer keine eigene Schwimmbrille hatte, musste sich mit dem Mysterium des Schnorchelns auseinandersetzen.
Heute erkundeten wir den Nationalpark in "Los Frailes" und erhaschten das ein oder andere Panorama-Postkartenmotiv. Am Ende des Weges wartete eine bildschoene Bucht auf uns, in der wir uns im Wasser tummeln konnten. Das Geplansche war nach der langen Tour auch bitter noetig...
Wenn wir nicht gerade unser freies Wochenende geniessen, dann ueben wir uns hier nach und nach im Umgang mit der Machete ( unseres Forstarbeiters). So ein Geraet kann sehr praktisch sein, um an das suesse Innere der Fruechte zu gelangen oder widerspenstiges Gestruepp in der Naehe von Aussichtsplattformen zu entfernen. Verletzte gab es noch keine. Wir hoffen das bleibt so ;)
Hier dreht sich im Grossen und Ganzen alles um las fiestas. Gestern waren wir an einer Schule in Salango im Einsatz, um den Schulhof fuer ein grosses Fest herzurichten. Dabei fielen uns sofort die fussballspielenden Kinder, ganz in weiss, auf dem Sportplatz ins Auge. Denn diese trugen weder brasilianische Trikots, noch italienische, noch spanische, sondern die Trikots unserer glorreichen deutschen Nationalmannschaft :D Wir fuehlten uns geehrt. Natuerlich konnte die Mannschaft nicht ohne unseren Superstar Ballack, mit seiner glueckbringenden Trikotnummer 54, auflaufen. Nicht zu unterschaetzen ist auch der Spieler mit der Nummer 100 auf dem Ruecken.
Natuerlich mussten wir unserem Ruf erst einmal alle Ehre erweisen. Ein Spiel gegen die wuseligen, stark ambitionierten und talentierten Schueler entschieden wir klar fuer uns, dank unserem klasse Strumduo (Fabian & Florian).
Den Abend wollten wir erst einmal in einer Bar ruhig angehen lassen. Las hamacas sind dafuer gerade zu perfekt. Einfach mal in der Haengematte die Seele baumeln lassen, herrlich - inklusive Caipirinha natuerlich ;)
Danach war in Puerto López Fiesta angesagt. Hier konnte sich niemand vor'm Tanzen druecken, auch nicht Frauke.
Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich trotz des Massenandrangs hervorragende Sicht auf die Buehne. Endlich gehoere ich mit meinen mutig geschaetzten 1.65m zu den "Grossen". Das ist schon echt ungewohnt fuer mich nicht immer nach oben schauen zu muessen. Vielleicht sollte ich hier noch das ein oder andere Rockkonzert besuchen...
Allerdings fand der Abend doch ein schnelles Ende. Denn mit dem Auftritt von Pablo Cortez , einem verschollenen Bruder von Roberto Blanco konnten wir nicht viel anfangen. Diese schnulzigen "romanticos" verfolgen uns, vor allem auf Busfahrten.
Uebrigens: schon morgen ist mal wieder eine Fiesta angesagt, diesmal aber eine groessere. Die Kleinen von gegenueber ueben seit Tagen schon auf ihrer Trompete...leider vergeblich.
