Satyresque - searching for the blue chamber | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Trinkgeld und Zahlenspieleman glaubt das nicht: ich habe trinkgeld bekommen. absurderweise dadurch, dass ich mich von meiner position entfernt habe um jemanden einen gefallen zu tun. wenn man daraus etwas ableiten müsste käme man irgendwann auf folgendes: das gute, das richtige unterscheidet sich von dem was recht ist.ganz schön abgedroschen, aber dennoch immer wieder schön es zu erfahren. langsam kann ich den abgesang einläuten, denn bald ist es geschafft und die dämliche berlinale ist vorbei. was lerne ich daraus: nie wieder arbeiten, wenn der lohn unter 7,50 € liegt! der etat der berlinale liegt bei 15.000.000 € (fünfzehnfuckingmillionen), davon trägt der staat 7,5 millionen. gerüchteweise soll die berlinale 30 € pro person und stunde an meinen arbeitgeber zahlen, aber ich bekomme nur 6,32 € in der stunde, nach 22 uhr dann 7,27 €. also wo zur hölle geht der rest hin? klar, verwaltungsmüll, logistik, etc.. aber das sind ja meist fixkosten. wenn ich 8,5 stunden am tag arbeite sind das 255 €, die die berlinale an meinen arbeitgeber zahlt. ich, der ich von 15.30h bis 0.30h arbeite, bekomme aber nur 59, 255 €, also wo sind die anderen 195,745 € hin? man darf dabei nicht vergessen, dass da ja rund 30 bis 40 leute mit mir zusammen arbeiten. das wären bei 30 personen dann 5872,35 € gewinn für meinen arbeitgeber. nun gibt es ja neben der abendschicht auch noch eine vormittagsschicht (11744,7 €) und der berlinale palast ist nur eine von mehreren wirkungsstätten meines arbeitgebers auf der berlinale. insgesamt sollen es wohl 190 leute sein, das wären dann 79800 €, die am tag abkassiert werden, abzüglich des billiglohns an die arbeitleistenden. die berlinale geht aber nun 10 tage, womit wir auf stolze 798000 € kommen. davon ausgehend, dass ein jeder ca 600 € verdienen wird, bleiben noch immer 684000 € über... ganz davon abgesehen muss ich die reinigungskosten meiner gestellten arbeitsuniform selber tragen das ganze bestätigt nur meine ansichten über diese riesige geldmaschine, da können auch sharon stone, moritz bleibtreu und willem dafoe - gestern und heute gesehen - nicht daran ändern. immerhin ertragen meine füsse das ganze mittlerweile besser. die wahrheit ist aber vermutlich, dass meine schmerzgrenze gestiegen ist - ich stumpfe ab. die eigentlich frage ist wie man mit all dem umgehen soll: natürlich ist es moralisch richtig den job hinzuschmeissen, aber dann macht es einfach der nächste. wer sich stört kann es ja lassen, denn es gibt genug dumme, die für diesen niedriglohn dumm rumstehen. nun bin ich aber auf geld angewiesen und zwar insofern, dass meine freizeit nicht mit leeren taschen realisierbar bleibt. ich werde nicht verhungern oder meine wohnung verlieren, wenn ich nicht arbeite, aber ich werde sehr wohl die konsequenzen des nicht-arbeitens spüren, die letztlich in sozialen konsequenzen münden, einfach weil fehlendes geld automatisch exkludiert... naja, das ganze hier ist vermutlich kapitalismus für anfänger, aber jeder fängt ja irgendwo mit seinen erfahrungen an. es ist sinnvoll eine beschäftigung zu haben, einfach weil man sonst leer wird und verblödet (blöde werden - das muss man sich mal auf der zunge zergehen lassen). und insofern könnte ich natürlich zufrieden sein, denn ich bekomme ja geld tatsächlich für das rumstehen. dass genaus das allerdings rasend machen kann und auch rasend macht, das wird wohl keiner je einsehen.... { Kommentar hinterlassen } { Vorherige Seite } { Seite 12 of 24 } { Nächste Seite } |
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