Satyresque - searching for the blue chamber

was gelernt

{ 01:45, Thursday, February 15, 2007 } { Geschrieben in Weird Jobs } { 0 Kommentare } { Link }
Noch 3 Tage, dann schließt sich das Kapitel Niedriglohnarbeit. Heute wurde ich sogar schon von Wildfremden bemitleidet, weil mein Job scheiße ist.
Auch der Sinn von Trinkgeld bekommt eine neue Dimension: man gibt das nicht nur für Service, sondern einfach weil das die einzige Freude der Ausgebeuteten darstellt.

Allerdings habe ich heute etwas Spannendes erfahren, denn ich hatte ein kurzes Gespräch mit einem der Verantwortlichen in der Kantine. Irgendwie kam man auf die Frage wie die Berlinale denn mit Leuten umgeht, die versuchen die Filme im Kino mit einer Handkamera aufzuzeichnen um sie dann ins Netz zu stellen. Denn das, so der Verantwortliche, sei zum Beispiel vor zwei Jahren passiert, als ein Film nach der Pressevorführung am Vormittag im Netz zu finden war - bevor am Abend die offizielle Premiere stattfand. Das wird gewiss den ein oder anderen freuen - umsonst ist immer gut.
Auf jeden Fall löst die Berlinale das Problem folgendermaßen (und jetzt aufgepasst liebe Medienpiraten): Unterhalb der Leinwand haben die tatsächlich Nachtsichtgeräte installiert und überwachen damit während des Films das Publikum. Dazu erzählte der Verantwortliche noch zwei Anekdoten: 1.) "Einige sind so stümperhaft, dass sie nicht mal das rote Lämpchen der Kamera zukleben... das leuchtet für uns doch taghell"
2.) "Wenn wir Schnulzen spielen, dann will immer jeder den Posten am Nachtsichtgerät haben um die Pärchen zu sehen"
Ahja. Man muss dem Mann allerdings zu Gute halten, dass er es nicht zwingend so blöde gemeint haben muss, wie es klingt.
Im Gegenzug für diese Informationen habe ich dem Mann aber dann erklärt, was an dem Film "300" problematisch ist. Der Film lief nämlich heute Abend im Programm und viele in der Kantine fragten sich warum der Film in aller Munde ist. Auf die Idee, dass das Machwerk faschistoid daher zu kommen scheint (ich hab den Film noch nicht gesehen), kam dabei niemand. Ich glaube es wurde auch nur abgenickt, als ich diesen Punkt anbrachte.

Ausserdem hatte ich heute unerwartet lieben Besuch - eine kurze aber willkommene Abwechslung. Die letzten drei Tage bekomme ich auch noch irgendwie rum, ohne assimiliert zu werden...
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