Satyresque - searching for the blue chamber

Mal wieder in der Nacht

{ 02:48, Thursday, February 8, 2007 } { Geschrieben in Das Leben bestehen } { 1 Kommentare } { Link }
Berlin. Lange Nacht und Langeweile. Ich mache komische Photos mit dem Handy und überlege mir eine Kamera zu kaufen, sollte ich mal Geld haben. Das steht auf meiner Wunschliste, dirket daneben ein Megaphon.
Ich hab mich zu viel mit Rolf Dieter Brinkmann und der RAF beschäftigt. Zur Zeit schau ich mir einen RAF-Film nach dem anderen an und neulich war ich im Kino um mir "Brinkmanns Zorn" anzuschauen. Leider bin ich eingeschlafen, weil ich nicht gefesselt wurde.
Brinkmann wird gerne als "Dichterterrorist" bezeichnet, das ist dann vermutlich auch der einzige Zusammenhang mit der RAF. Spannend zu sehen ist aber wie unterschiedlich man mit seiner Wut auf das Bestehende umgegangen ist. Vielleicht sollte man auch Wallraff dazunehmen.
Ich frage mich immer, ob es sowas heute noch gibt, ob sowas möglich wäre, dabei ist das noch garnicht so lange her. Aber alles wirkt so abgestumpft, alles war schon da. Der Fernseher läuft und alle schauen hin. Oder man sieht sich einen Film an, der einem erzählt was das Leben alles sein kann und man selber nie erleben wird.
Das ist auch das Schreckliche daran: Von Kindheit an wird man mit dem Besonderen konfrontiert: Im Fernsehen, in Filmen und Serien. Später auch in der Zeitung. Immer sind es Menschen oder Ereignisse, die die Ausnahme bilden. Geschichten, wundersam, skuril, traurig-schön, aber doch immer anders und alles andere als normal. Aber man selber, der man mit diesem Versprechen aufwächst, dass das Leben etwas Besonderes bietet, man selber merkt irgendwann, das alles gewöhnlich ist. Die Welt wird keine Notiz von einem nehmen. (Über Andreas Baader wird auch gesagt, dass er garnicht so politisch war, sondern einen Platz in der Geschichte wollte; das hat mich nachdenklich gemacht).
Dies feststellend komme ich immer zu der Frage, ob das mit meiner Generation zusammenhängt: Wir haben nämlich alles. Wir haben die "Freiheit", was Leere bedeutet.
Früher hatte ich noch oft das Gefühl Teil von etwas Grossem zu sein oder zu werden, aber heute...
Um mich herum haben die Leute Pläne bzw. Vorstellungen: Das Land verlassen und aussteigen oder ein bürgerliches Leben führen, den Platz in der oberen Hälfte der Gesellschaft sichern. Ein Stück vom Kuchen Bildungselite.
Auf diese Kaffeefahrt bin ich sogar eingeladen, aber überzeugt bin ich davon nicht. Manchmal ist es schön so ein Leben zu erdenken und manchmal ist es auch schrecklich...
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PAN - 23.1.2001-Jn

{ 18:42, Friday, February 9, 2007 } { Geschrieben von Janus }
Im Zenit der Schatten
Zwischen Lebenswirren
In Deinem bebenden Sein
Kämpft der Lichtschein mächtigsten Seins
gegen all das Chaos
In Netzen verwoben und verbogen

Und jeder Schritt trägt Dich näher
an das segenreichste Morgen
Und jeder Blick gibt mehr Licht

Ich sehe den "einäugigen Gott",
der anders sieht, dessen Blau
dunkle Schleier hebt und in
seraphiner Sehnsucht steht

Er wartet in Finsternis
Erwartet den Strom der Zeit
Und all die Kerben, all das Leid
Alles wird und bleibt ihm, Pan
Von Feuern gewaschen, -ganz Wahn
(und ich weiß)

Unzerstörbar bleibt der Gott
Tiefste Essenz strahlt rein und klar
Ohne Makel, feenwahr
Trotz aller Narben, sternenklar.
______________________________________

Noch immer kannst du meine Innerstes berühren, kaum vorstellbar.

Und noch immer glaube ich an Pan.


___________________________

"Wir lassen nicht vom Suchen ab, und doch am Ende allen unseres Suchens sind wir am Ausgangspunkt
zurück und werden diesen Ort zum ersten Mal erfassen."

T.S. Elliot

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