Satyresque - searching for the blue chamber

Zeitspuren

{ 02:28, Tuesday, January 16, 2007 } { 0 Kommentare } { Link }


Schatten werfen

{ 05:30, Tuesday, January 9, 2007 } { Geschrieben in Das Leben bestehen } { 0 Kommentare } { Link }
Nun ist es halb sechs, so war das nun wirklich nicht geplant, aber von Müdigkeit ist irgendwie keine Spur zu finden. Vielleicht hätte ich vorhin nicht den Spiegel lesen sollen. Da hab ich nämlich was über StudiVZ gelesen und mir das mal angesehen.
Die Seite gehört zu dem, was man heutzutage "Web 2.0" nennt.. also social engeneering, networking, lalala. Nette Sache, ich steh auch total auf sowas, auch wenn ich es anfangs etwas missverstanden hatte, als ich online-rollenspiele gespielt habe (na gut, ich tu es immernoch).

Ich stöbere also auf dieser Studi-Seite, weil ich keine Lust mehr auf anonyme Massenuniversitäten habe, weil ich richtige Komillitonen brauche und nach und nach entdecke ich ein altbekanntes Schulzeitgesicht nach dem anderen. Nicht, dass ich auch nur mehr als fünf von denen wiedersehen möchte, aber mir ist zum einen klar geworden, wie das mit der Sogwirkung auf die Massen meiner Generation gemeint war, und zum anderen habe ich endlich jemanden wiedergefunden, den ich schon so lange vergeblich gesucht hatte. Da geh ich nachts auf diese Seite und ZACK plötzlich ist da Sinn und Ergebnis. Immer wenn ich an diesen Menschen denke frage ich mich, was man mit der Vergangenheit eigentlich tun soll. Soll man sie einfach lassen? Soll man Kreise schliessen?
Ich habe beschlossen es dem Web 2.0 zu überlassen, denn ich habe einfach eine Nachricht geschickt; ist besser als ein Telefonanruf...

Die Nachtfrage

{ 02:47, Tuesday, January 9, 2007 } { Geschrieben in Das Leben bestehen } { 1 Kommentare } { Link }
Ich versuche seit zwei Stunden einzuschlafen. Ich hab es mit lesen versucht - ergebnislos. Nun bin ich wieder aufgestanden und habe den Rechner angeworfen.
War auch ganz gut so, denn kaum saß ich hier und drehte mir eine Zigarette, da klingelten meine Nachbarn, um mir zu zeigen, was sich noch in den Umzugkisten befand: eine dieser schmierigen, glänzenden Turnhosen, die Boxer tragen. Aber sie wurde mir nicht nur gezeigt, sondern auch gleich vorgeführt. Nun stehe ich also da, nachts um halb zwei, mit meinem halbnackten Nachbarn in Boxershorts vor mir. Ich stehe da und merke wieder wie mir Dinge entgleiten: Grade noch im Bett liegend habe ich mittelfristige Zeitpläne entworfen, aber kaum stehe ich auf, entgleitet alles.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass mein Bett ein Thinktank sei, den zu verlassen es gefährlich ist.

Ich wollte früh ins Bett gehen, damit ich morgen etwas schaffe. Aber was soll ich eigentlich schaffen? Ich studiere, aber habe morgen nichts vor, seitdem ich meinen unterbezahlten 400 € Job gekündigt habe. Ich habe zu viel Zeit, dabei erscheint es mir immer so, als hätte ich zu wenig davon.
Also: ich wollte etwas schaffen. morgen. und was? wenn ich mir diese Fragen stelle, dann beginnen, die Antworten immer mit "vielleicht": vielleicht hole ich mein Zwischenprüfungszeugnis endlich ab. Vielleicht kümmer ich mich um ein neues Nebenfach. Vielleicht fahre ich zu einer meiner drei Unis, an denen ich studiere um endlich, endlich meine Unterlagen abzuholen.
Der Eindruck zwängt sich auf, dass ich mehr mit der Verwaltung und Organisation des Studiums beschäftigt bin, als mit dem Studieren selber. Denn das Studieren ist ja eigentlich eine feine Sache und ich habe Spass daran... naja zumindest wenn ich etwas konkretes zu tun habe, wenn ich eine Aufgabe habe. Da ich aber die "Freiheit" habe mir meine Aufgaben selber auszusuchen, endet es meist damit, dass ich garnichts tue. Das ist eine Frage der Disziplin. Aber wann immer ich feststelle, dass mir eben jene schmerzhaft fehlt, frage ich auch immer stumm warum keiner einem einen roten Faden gibt. Jemand, der einem sagt was er machen soll.
Nehmen wir ein Beispiel: ich besuche in der Germanistik ein Seminar über den literaturhistorischen Aspekt des Vampirismus. Das hört sich ziemlich abgedreht an, ist es auch.. aber es ist auch genauso interessant. Leider darf ich mir mein Hausarbeitsthema selber aussuchen und schon habe ich mein Problem: worüber soll ich denn schreiben? Bram Stoker? Die Preussische Sozietät der Wissenschafften? Ja, hört sich nett an.. aber worüber denn genau?

Und was tue ich nun morgen? Ich weiss, dass ich wieder irgendwann aufstehen werde, je nachdem, wann ich endlich einschlafe. wenn ich den Absprung schaffe, werde ich nicht vor dem Rechner sitzenbleiben (nicht, dass es nicht interessant wäre und mittlerweile sogar wieder konstruktiv), sondern den Weg zur Uni auf mich nehmen um dort irgendwas zu tun.. Unterlagen abholen oder in der Bibliothek rumstöbern.

Man merkt, dass ein Plan fehlt, ein Entwurf. Es muss nur ein kleiner sein, für eine stinknormalen Tag, aber ich entwerfe dennoch nichts. Ich versuch es mal kurz:

-8h Aufstehen: ich würde morgens gerne Yoga machen, aber ist es besser gleich aus dem Bett auf die Yogamatte zu fallen oder doch eher erst im Bad zu verschwinden?

Ich fang nochmal an:
8 uhr: Aufstehen, auf dem Weg ins Bad den Wasserkocher anschmeissen, Zähneputzen, duschen. Auf dem Rückweg vom Bad Tee machen und dann Yoga betreiben.
9 uhr: Ich sollte nun fit für den Tag sein, zum Tee habe ich mir die erste Zigarette gegönnt und bin soweit, dass ich mir nur noch die Schuhe anziehen muss, um vor die Tür zu treten.
9 - 10 uhr: Egal was ich nun vorhabe, diese Stunde verbringe ich in den öffentlichen Verkehrsmitteln, am besten mit einer guten Zeitung und Musik.
10 uhr: ein Seminar oder eine Vorlesung in der Universität besuchen, die Bibliothek betreten, den Arzt aufsuchen, vor irgendwelchen dämlichen Ämtern sitzen um den deutschen Beamtenapparat zu beschäftigen.

So weit so gut, mir gehen die Ideen aus. Ich könnte jetzt einfach sagen, dass ich nun 6 bis 8 Stunden tue, was eben zu tun ist; dazwischen werde ich eine warme Mahlzeit einnehmen.
Am Abend, also so gegen 18 uhr, komme ich nach hause und koche etwas, vorzugsweise in Gesellschaft ausgewählter Menschen.
Das Abendprogramm kann beginnen. Mittlerweile kann ich diesem ganzen Partygerenne nichts mehr abgewinnen, also verbringe ich meine Abende mit DVDs, Brettspielen und dem Computer.
Das vermutlich wichtigste ist wahrscheinlich, dass ich den richtigen Zeitpunkt erwische, um schlafen zu gehen. Ich bin jemand, der nicht mit 6 oder 7 Stunden auskommt, zumindest nicht auf Dauer, daher muss ich wohl um 0 uhr schlafen.

Für den ersten Versuch war dieser Plan bestimmt nicht schlecht, aber ich habe irgendwie ein Problem damit alles zu benennen. Gut, ich habe es gerade getan, aber in dem Moment des Schreibens erscheint das auf einmal so leer, so klein.
Und da ist auch schon wieder die Frage, die Frage nach dem Bestehen des Lebens: Ist das schon alles?
Schlafen, Essen, Reden, ab und an auch Lieben, dann Lachen, Sehen, Bewegen...

Nun was auch immer, morgen werde ich diese Fragen gewiss nicht beantworten können, denn es ist schon wieder fast 3 uhr in der Nacht.

Das Leben bestehen

{ 01:44, Monday, January 8, 2007 } { Geschrieben in Das Leben bestehen } { 2 Kommentare } { Link }
Oft ist es einfach Wut. Wut über Systeme, Wut über die Gesellschaft, das Denken der Leute, Wut über den Kapitalismus, Wut über die Kleinkariertheit der Menschen die man liebt.
Alle wollen das du funktionierst: Steh früh auf, geh arbeiten. Nutze die Zeit. Sei fleissig, sei strebsam. Du willst doch mal was erreichen in deinem Leben. Du willst doch mal Geld haben. Du willst doch mal einen guten Lebensstandart haben.

Ja, aber was zur Hölle bedeutet das?
Jeder verlangt, dass man einen Plan für das Leben vorlegt, aber ich habe keinen. Nicht aus Dummheit und auch nicht aus Faulheit, es ist nur so, dass ich nie begriffen habe, wie das funktionieren soll.

Was will man denn vom Leben? Und wo ist der Platz, den man einnehmen soll?

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