Zeitreise
Wenn ich durch die Foren zappe komme ich mir immer wieder sehr alt vor, oder zumindest empfinde ich das bei meinen Ansichten.
Ok ich bin alt dazu stehe ich ebenso wie auch das ich zeiweise extrem Bluna und Huschelpuffelig bin.
Aber wenn ich durch die Pferdeforen quer lese (und dabei ist egal welches) dann merkt man schon den Zahn der Zeit . Wie war es früher als es noch keine Foren gab, vielleicht erinnert sich noch Jemand daran:
-Pferde hies es waren nur etwas für reiche Leute
-Pferde standen in einem Reitstall oder aber beim Bauern
-Reitbeteiligung / Halbpacht / Pflegebeteiligung / Popopuderere und Plüschhalfteranzieher gab es damals nicht, es gab Pferdebesitzer und Reitschüler und Pferdepfleger!
-Reitschüler mussten mit dem harschen Umgangston im Militärstil entweder umgehen lernen oder aber das weite suchen
-Standartfarben waren schwarz und braun, auf Turnieren Creme und weiss und nur auf dem Turnier wurde eine Schabracke aufgelegt. (Himmel im Unterricht mit einer weissen Hose reiten da hätte einen der Reitlehrer aus dem Stall gejadt)
-Reitstall wie auch Schulpferde wurden meist exelent versorgt. Schwarze Schaafe gab es immer mal, aber damals waren Stallbesitzer stolz auf ihre eingestallten Pferde. Nichts wäre für den Ruf schlimmer gewesen als das man knickerig mit dem Futter gewesen sei.
-Pflegemädchen prügelten sich um die Chance ein Pflegepferd zu ergattern, ein Pferd putzen oder eine Runde im Schritt trocken reiten das war etwas besonderes.
-Gefüttert wurde nach Augenmass des Stallmeisters und der konnte das damals sogar ohne das Haferkorn zu wiegen oder einen Futterplanexperten zu Rat zu ziehen.
-Und in den Sattelkammern trollten die Pflegerinnen die mit Wonne das Sattelzeug wienerten bis es glänzte und darauf richtig Stolz waren
-Im Sommer wurde zusammen das Heu eingefahren und alle haben geholfen, und auch ein Schnäpschen danach wurde selbst an die Teenager gegeben, ebenso wie bei der Fuchsjagdt das sah man alles nicht so eng damals.
-Informationen und Hilfe besorgte man sich vor Ort, da gab es kein Internet und auch keine riesige Fachbuchauswahl wie heute, man musste fragen und kommunizieren.
-Pferde standen Sommers auf der Weide und im Winter im Stall. Nicht besonders super ohne Auslauf aber da wurden die Pferde eben bewegt und es war kein Beinbruch wenn es eben mal knackig war.
-Es gab ruhige und temperamentvolle Pferde und wenn ein Pferd mal gänzlich ausgekekst war kam es eben in die Wurst. Sicher nicht jedermanns Sache aber Problempferde wie heute 9 von 10 benannt werden gab es damals nicht. Da bekam man höchstens Schelte das man eben nicht gut genug reite^^
-Man ritt ohne Sattel über Stoppelfelder, auch mal zu zweit und wenn man man runter fiel war es auch nichts schlimmes und man stieg eben wieder auf.
-Ebenso ritt man auch zu 2 auf einem Pony ohne das Jemand schrie *das ist aber zu schwer*, so wurde zu 2 über die Militarystrecke gehüpft und die Ponys wurden trotzdem steinalt....
Alles in allem gab es damals viel Murks, verdammt viel Murks siehe Ständerhaltung und wenig Auslauf, aber es gab ebenso viel Gutes.
Leider ist verdammt viel von den guten Sachen verlohren gegangen.
Wir befinden uns im Moment in einer Billig Gesellschaft in der günstig Pferde gekauft und auch wieder verkauft werden. Jeder meint nach einem Jahr Reitstunden hat man die Weisheit mit Löffeln gefressen und muss sich nichts mehr sagen lassen. Und wenn man nicht weiter weiss holt man sich eben Tipps aus dem Internet wo es zu einem Problem 734 Lösungen gibt.
Ebenso wird inzwischen mehr Geld raus geworfen für bunte Halfter und Deckchen als für Reitstunden, warum auch schliesslich kann man ja heute alles nach lesen ....ohne das ein strenger Reitlehrer einem an den Kopf wirft das man als Torfnase besser auf einem Schaukelpferd reiten sollte.
Alles in allem ist es gut das es so viele Informationsquellen gibt, das Problem ist nur das 99% der Hilfe suchenden einfach keinen Plan haben was die richtige Lösung für sie ist.
Wie bitte soll man wenn man keine Ahnung hat sich aus 100 verschiedenen Antworten die richtige suchen?
Da wünsche ich mir manchmal doch den strengen Militärton Reitlehrer zurück der so manche Schüler mal ans Händchen nimmt, und den alten Stallmeister der alle mit der Mistgabel verjagdte wenn man sich ohne Plan in die Fütterung einmischte.
Damals wie heute gab es gute und schlechte Sachen, aber ein paar gute von damals wünsche ich mir doch ab und an zurück...
*kussi*
*Scarlet*
(noch ein echtess Immenhofstil Mädel)
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