Schläge in der Grundschule und ein untätiges Schulamt

Das kann doch alles nicht wahr sein!

11:42, 22.03.2010

Das Thema fordert seinen Tribut. Mein Blutdruck, der sonst eigentlich immer niedrig ist, ist auf astronomische Höhen geschnellt und so fühle ich micht auch. Immer auf Volldampf.

Ja, was gibt es neues? Ich werde eine Initiative gründen - Neue Schreibgeräte braucht das Land - es ist dringend notwendig, da ich immer noch keine Antwort erhalten habe. Ans Telefon geht auch keiner mehr - alle weg.

Mit einem Rechtsanwalt habe ich heute morgen telefoniert. Der kennt sich mit Schulrecht aus und der sagte mir, dass ich doch froh sein könne, dass sich die jetztige Schule kümmert und eingentlich liegt das Problem bei meinem Kind. Er hat mir abgeraten, mich mit dem Schulamt einzulassen und auch geraten, sehr vorsichtig mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf umzugehen und gerade in diese Richtung sehr wachsam zu sein.

Er sagte, dass ich mal mit dem Jugendamt reden sollte, wegen Paragraph 35a und eventuell einer Internatsbeschulung. Wollen wir aber nicht und ehrlich, wenn das Jungendamt ähnlich tickt wie das Schulamt, na dann gute Nacht.

Vielleicht mache ich mir auch zu viele Gedanken. Ich war heute auf der Elternseite "Eltern contra Schulunrecht". Da stehen echt toll formulierte Dienstaufsichtsbeschwerden drin. Da ist meine richtig popelig gegen. Ich fand es auch mega kompliziert, wobei ich mich doch für durchschnittlich intelligent halten. Heute fühle ich mich aber furchtbar doof.

Ich habe sowieso das Gefühl, dass hier der normale Menschenverstand auf der Strecke bleibt. Also, wenn ich als Erwachsener ein Trauma erlitten habe, werde ich krank geschrieben. Als Kind, werde ich wieder da hin geschickt, wo ich traumatisiert wurde. Macht doch Sinn oder?

Heute bin ich echt zickig und gereizt. Wahrscheinlich habe ich ja nur das Problem. Ich mag nicht mehr, es ist wie ein Kampf gegen Windmühlenflügel. Ich denke auch das nahende Gespräch mit der neuen Schule zerrt an meinen Nerven. Ich habe ja keine Ahnung, was da auf mich zu kommt. Ich habe richtig Angst und dabei ist Angst doch so ein schlechter Berater. Am liebsten würde ich meine Familie packen und weg, wohin  - egal, Hauptsache, es gibt dort gescheite Schulen und Menschen, die denken können.

Und dann ständig diese Warterei. Boh - heute sollte ich wohl mit niemandem telefonieren, ich gaube, das bringt nichts.

Alles wird gut. - Wirklich?

Keiner erreichbar

15:29, 19.03.2010

Heute habe ich 4 Stunden versucht den netten Sachbearbeiter von letztens zu erreichen. Nix. Sogar als ich anonym angerufen habe (kann ja sein, dass er meine Nummer ignoriert), keiner da - obwohl er im Hause war, das wusste ich von dem netten Herrn, der vertretungsweise das Telefon bewacht hatte, der allerdings nicht zuständig war.

Es ist doch zum bekloppt werden. Ach ja, Post immer noch keine. Ich habe mal nachgeschaut, den Antrag habe ich am Ende Januar gestellt. Noch nicht mal Antwort. Ich weiß überhaupt nicht, was ich davon halten soll. Das Erinnerungsschreiben 3 Wochen später, keine Antwort. Nicht mal - vielen Dank wir haben das Schreiben erhalten, aber auf Grund der geringen Personaldecke... bla, bla.. hätte ich ja auch noch verstanden.

Also Plan B. Wenn ich am Montag immer noch keine Nachricht habe, schreibe ich eine Dienstaufsichtsbeschwerde. Ich weiß formlos, fristlos - sinnlos. Aber irgendwann muss doch mal einer reagieren oder nicht? So kann das doch nicht weiter gehen. Ich werde am Wochenende mal googeln, vielleicht kann ich die ja wegen unterlassener Hilfeleistung anzeigen. Sollte irgendjemand wissen, ob das aussichtslos ist, der kann sich gern melden - Ärger macht es allemal.

Manchmal komme ich mir vor, als ob ich im falschen Film bin und dazu kommt, dass ich unter anderem mit meinem Geld die Herrschaften bezahle, darf man ja mal nicht vergessen und ich arbeite und mein Göttergatte auch und das was wir zahlen ist nicht ganz wenig. Also wenn ich so arbeiten würde, käme einfach keiner mehr zu mir. Aber das ist es vielleicht, die spielen Toter Mann und denken, dann hätten die ihre Ruhe.

Also werde ich mir einen neuen Schlachtplan überlegen. Die Fahrt dahin spukt mir immer noch im Kopf rum. Ich habe so gedacht, ich könnte ja einfach bei der netten Vorzimmerdame des Fachbereichsleiters (wieder mit irre passendem Namen - grins) einfach so einen Termin geben lassen und nicht eher das Büro verlassen , bis ich schriftlich fixierte Aussagen hätte - aber wahrscheinlich hilft das auch nicht.

Aus Berlin - nichts. Die sind wahrscheinlich alle kollektiv nicht da. Problem vorhanden - zuständige Beamte weg.

Na gut, dass reicht erstmal mit grübeln für heute. Habe noch einiges nettes vor - ist doch mal eine schöne Abwechslung.

Alles wird gut.

 

Da ist was komisch

17:51, 18.03.2010

Ja, also heute war Elternsprechtag und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass wir nicht über mein Kind reden oder vielleicht doch? Also mein Kind wird immer schlechter in der Schule, gerade im schriftlichen Bereich, rechnen klappt auch nicht mehr so gut, wenigstens zu Hause und die Arbeiten werden immer schlechter. Er erzählt, er mag nicht in die Schule, nein, so ganz stimmt das nicht. In die Schule geht er gern, er macht alles gern außer Mathe und Schreiben.

Also laut Lehrerin ist aber alles i.O.. Er hat eine gute Allgemeinbildung - klar, wenn man mit 4 statt der Märchenbücher Lexikas vorgelesen haben will und auch sonst nicht auf den Kopf gefallen ist, ist das schon mal kein Wunder - manchmal frage ich mich, ob die Lehrer einen damit beruhigen wollen. Ich habe das schon so oft gehört. Freut mich ja auch, hilft aber trotzdem nicht weiter.

Der Wochenplan klappt nun auch schon etwas besser, seit seine Klassenlehrerin ihn unterstützt - das finde ich wiederrum Klasse, da die endlosen Diskusionen um den be... Wochenplan endlich aufhören und endlich da ausgetragen werden, wo sie hingehören, in der Schule.

Und trotzdem hatten wir ein ganz ungutes Gefühl. Das was wir gehört haben, passt irgendwie nicht zu unserem Kind. Wobei wir ziehmlich ambivalent sind. Entweder wir haben einen Knall und sehen Dinge, die nicht da sind oder mein Bauchgefühl sagt mir die Wahrheit. Interessante Möglichkeiten.

Was mich so ein wenig neugierig gemacht hat, war die Tatsache, dass in der Schule so gar kein Problem besteht und die Lehrerin sehr darauf bedacht war sich zu verteidigen. Ach so und dann kam natürlich noch die Frage: Ist doch in Ordnung wenn ihr Kind die Klasse verläßt, wenn der schlagende Lehrer Unterricht hat? (meine Wortwahl) Nein, ist es nicht, aber das kläre wir an anderer Stelle, habe ich gesagt, hat sie etwas erstaunt geguckt. Mehr habe ich nicht gesagt - ich war richtig stolz auf mich. Fand ich trotzdem schon sehr interessant.

Letztens rief sie an und sagte mein Süßer hätte Kopfschmerzen. Ich habe mich gewundert und gesagt, sie könne ihn nach Hause schicken. Zu Hause angekommen waren irgendwie die Kopfschmerzen weg und auf dem Ohr bin ich sehr empfindlich, das hatten wir schon mal und ehrlich nochmal nicht. Also habe ich sie angesprochen und sie sagte, dass war bestimmt, weil besagter Lehrer Vertretung in der Klasse hatte und mein Sohn in eine andere Klasse sollte. In dem Augenblick habe ich das überhaupt nicht realisiert, wenn man sich das aber mal so auf der Zunge zergehen läßt...

Ja, und nun stehe ich wieder mal da, wie der letzte Depp. Weil wir haben ja nur die Probleme und die Schule nicht und das geht jetzt wahrscheinlich wieder bis zur 4. Klasse so, bis zu Empfehlung und dann fängt der ganze Sch... wieder von vorne an und alle schreien auf, was das Kind so alles nicht kann. Prima.

Wenn ich nur eine Schule wüßte, wo er besser aufgehoben wäre. Die Lehrerin ist ja schon nicht ganz schlecht, dass möchte ich auch nicht sagen aber wenn schon mein Mann sagt, ihm klingeln die Alarmglocken, dann will das was heißen und bei ihm läutets erst recht spät sonst.

Mein anderer Sohn, der die Schläge abbekommen hat, macht wieder dicht. Wahrscheinlich ist der Druck zu gross, ich habe keine Ahnung. Er ist wieder agressiv und macht viel kaputt. Vielleicht reißt er sich ja auch in der Schule zusammen und läßt dann zu Hause den Druck ab. Hatten wir auch schon öfter.  Er redet aber auch etwas über die Situation. Er erzählt, dass er ganz viel noch an die Schläge denken muss. Ich hoffe auf das EMDR.  Ich glaube, dass beschäftigt ihn doch sehr.

So, dass wars für heute, ich hole jetzt mal meine Kiddys ab. Der Vollständigkeithalber Post war keine da, angerufen hat auch keiner.

Der Größte findet es zu kotzen - im wahrsten Sinne des Wortes. Ich spiele aber gern ab und zu mal die Krankenschwester.

Alles wird gut.

 

Endlich sagt es mal einer

14:08, 17.03.2010

Heute morgen habe ich im Radio gehört, dass die Kirchen den Tätern und deren Vorgesetzten auch einen Großteil der Verantwortung zuweisen. Ja! Richtig und weiter hieß es, dass gerade der Täter und dessen Vorgesetzten maßgeblich an einer Verschleierung interessiert seien. Toll!

Ja, genau das erleben wir. Ich muß, denke ich, nicht betonen, dass wir immer noch keine Post haben, von niemandem außer von der Fernsehlotterie. Hilft mir aber nicht wirklich weiter. Ist doch echt vertrackt das Ganze. Im Augenblick plane ich eine Fahrt zur Bezirksregierung. Leider läßt mein Terminplan es diese Woche nicht mehr zu. Ich weiß auch nicht so recht, welcher Wochentag da wohl geeignet ist und wie ich dann damit umgehe, dass wahrscheinlich keiner da ist, der zuständig ist. Da grüble ich schon die ganze Zeit dran, wie ich das wohl machen könnte.

Das mein Erscheinen nicht ohne Eindruck bleiben wird, da bin ich mir recht sicher, die Frage ist nur, treffe ich die richtigen Leute.

Heute war es insgesamt etwas ruhiger, wobei ich mittlerweile nur noch vorsichtig Zeitung lese, da mich die ganzen Geschichten unendlich aufregen. Hier hilflos rumzusitzen, dem Kind beim Leiden zu zusehen und nichts tun können außer warten, warten und nochmals warten. Ach ja und Elterngespräche vorbereiten. Einfach gruselig das Ganze.

Da mein Tag heute schon recht voll war, geht mir leider die Zeit zum Schreiben aus. Jetzt kommt die letzte Anstrengung, Kinder ins Bett und dann ab vor die Glotze - irgendwas Seichtes, bloss nicht denken. Das Gefühl von "das Leben läuft an mir vorbei" - ja, dass könnte ich im Augenblick gebrauchen. Wobei ich fast vermute, dass der Elternsprechtag von morgen auf heute nacht verlegt wird und ich schon wieder stundenlang argumentiere, verteidige und resigniere.

Vielleicht spreche ich ja auch Suaheli rückwärts und die vielleicht spanisch - dann kann das nicht funktionieren. Wo bitte lerne ich spanisch?

Alles wird gut

Müde

17:18, 15.03.2010

So, jetzt bin ich unendlich müde. Kaum, dass ich noch meine Gedanken sortieren kann. Das war alles heute so anstrengend, eigentlich weiß ich gar nicht warum.

Heute morgen war noch alles i.O. Post war natürlich keine da, die Schreibmaschinen sind bestimmt kaputt. Sind da eigentlich keine Menschen? Manchmal habe ich so das Gefühl. Immer warten, warten und nochmal warten. Keiner da, keine Zeit, nicht zuständig und das ganze wieder rückwärts.

Am Wochenende habe ich eine Enddeckung gemacht. EMDR (Eye Movement Desensitziation and Reprocessing - ich hoffe, ich habe alle Buchstaben). Also mit EMDR kann man Traumata lösen. Das war mir neu und ich fand es furchtbar spannend. Also habe ich gegoogelt und auch eine Praxis gefunden, die das anbietet. Hörte sich nett an. Bezahlbar ist es wohl auch noch, einziger Haken - 100 km weit weg. Egal, was macht man nicht alles für sein Kind. Ist schließlich Autobahn und das müsste doch rollen.

Vom Gefühl her ist es stimmig. Im Augenblick ist es so, dass er mal wieder nicht schreiben will (kann). Ich weiß nicht, ob der Druck zu hoch ist, ich befürchte es aber. Wenn es nach mir ginge würde ich ihn gern 1 Jahr aus der Schule nehmen und wir könnten alles langsam nacharbeiten, in dem Tempo, welches für ihn tragbar ist. Geht aber nicht  - Deutschland - Schulpflicht. Schreiben muss er auch überall - ist also auch die Schulform egal.

Ich kann das kaum in Worte fassen und verstehen schon gar nicht. Er sitzt dann da, ist motiviert und dann auf einmal geht alles drunter und drüber und plötzlich geht nichts mehr. Er sagt mir auch, dass er möchte und ich seh das auch aber er kann nicht. Das ist echt total bekloppt. Er will nicht "sitzen bleiben", kann ich verstehen, komisch mir ist das egal, weil ich den Zeitfaktor im Hinterkopf habe und wenn es ihm gut täte, wäre es ja i.O., wie gesagt nur für mich.

Eine Freundin sagte zu mir, ich solle loslassen. Ja, wie denn, wenn ich jeden Tag wieder eine neue Katastrophe beheben muß und nur für die, die ähnlich denken wie ich, er kann es auch nicht allein, da er ja keine Briefe bzw. E-mails aus der Schule beantworten muß und auch keine Treffen vorbereitet.

Wenn ich so eine Mutter wie mich kennenlernen würde, würde ich auch denken, die hat sie nicht mehr alle. So stressig kann es doch nicht sein und das Kind muss seine Erfahrungen selbst machen. Manchmal wünsche ich mir das und dann höre ich ihn nachts wieder schreien im Schlaf und wenn er ganz viel Vertrauen hat, sag er "Mama, ich habe Angst vor Herrn...." Dann sage ich:"Schatz, der ist doch nicht auf der neuen Schule." Er wieder: "Ach ja, stimmt Mama."

Er redet ja auch nicht drüber. Macht total dicht und spielt den Kasper, aber die Augen lachen nicht mit. Das tut mir unendlich weh. Die Lösung wäre so einfach - Ruhe, Ruhe für die Heilung. Nur wie um alles in der Welt stelle ich das an.

Und dann muss ich ja zugeben, bin ich auch ungeduldig, manchmal wenigstens und dann bekomme ich Angst, ganz schreckliche, dass ich das alles nicht schaffe und er auf der Strecke bleibt oder ich oder wir alle und dann werde ich zornig und schimpfe und sage, dass kannst du doch nicht so machen, du musst dir mehr Mühe geben und und und....... Scheiße und er kann es doch nicht, weil mehr wie Mühe geben eben nicht geht. Ich denke dann, einem Blinden kann ich ja auch nicht sagen - sieh genau hin. Wenn der dann sagt, ich gebe mir ja Mühe aber es geht doch nicht, kann ich auch meckern, motivieren, strafen und noch viele andere Dinge - sehen wird er aber nicht und wenn ich ihn dann auch noch als Vorleser einstellen würde und alles wäre optimal, könnte er es immer noch nicht.

Dann habe ich heute noch die schlechte Laune meines Großen abgeholt. Der war ganz motiviert und trotzdem eine 4 in Englisch. Da konnte ich ja auch nichts für. Aber den Frust habe ich abbekommen. Und der Kleinste auch 4 im Diktat - 4 mal geübt - Hausaufgaben keine Lust und dann mein kleiner Schreibblockierer 2 Seiten im Arbeitsheft schriftlich dividieren. Das ging dann so eine Stunde und jetzt bin ich platt, richtig platt.

Ach ja, gearbeitet habe ich auch, wenigstens ein bischen. Jetzt sind sie alle beim Sport und ich habe ein bischen Zeit für mich und für diese Zeilen und das tut mir gut. Alles ein bischen viel heute.

Alles wird gut.

Mein Geburtsdatum

10:42, 12.03.2010

Das finde ich jetzt echt witzig. 104 bin ich - hat doch was oder? Vielleicht nimmt man ja auf mein Alter bei den Verhandlungen Rücksicht oder ich werde entmündigt - naja für letzteres brauche ich ja das Alter nicht - schlechter Scherz. Ich glaube zwar nicht, dass mich die Leute hier finden, die mich kennen aber man weiß ja nie und sicher ist sicher. Also wollte ich es raus nehmen, ich meine so ganz - gelingt mir aber nicht. Von daher bin ich jetzt gern 104.

Leide ich jetzt eigentlich an Verfolgungswahn - grusel.

Alles wird gut.

Zu viele Gedanken

09:24, 12.03.2010

Gestern konnte ich wieder mal schlecht einschlafen. Den ganzen Tag bin ich doch mehr oder weniger abgelenkt vom Alltagsgeschäft. Kinder, Mann, Arbeit, Haushalt, Tiere, alles, was es in einer Familie eben gibt. Abends, wenn ich dann aber im Bett liege, geht das Gedankenkarussell los. Alle doch so erfolgreich verdrängten Gefühle und Gedanken suchen sich ihren Weg. Ich diskutiere und verteidige, ich werde wütend und gleichzeitig stelle ich alles wieder in Frage.

Im Augenblick steht mal wieder ein Gespräch in der Schule an. Es gibt Schwierigkeiten - mein Söhnchen will nicht so recht schreiben. Würde ich auch nicht wollen nach den Erfahrungen. Er hat wohl Probleme mit der Struktur - ja, hab ich ja schon seit zwei Jahren erzählt. Er macht Blödsinn - was mich ehrlich gesagt freut, weil ich merke, dass es ihm wieder besser geht. Blödsinn ist doch besser als weinend auf dem Sofa liegen und für ein Kind in seinem Alter völlig in Ordnung.

Jetzt weiß ich allerdings nicht so ganz genau, wo der Weg von Seiten der Schule so hin gehen soll. Wollen die ihn loswerden, wundern würde mich das nicht. Aber was mache ich dann? So eine große Auswahl an Schulen haben wir ja nun auch nicht und schreiben wird er wohl überall müssen. Das ist total vertrackt.

Am meisten haben ich Angst, dass irgendein Spezialist "sonderpädagogischen Förderbedarf" beantragt. Wer das nicht weiß, könnte meinen, hört sich gut an. Ist es aber nicht, da ich dann meine Rechte als Erziehungsberechtigte einbüße und das Schulamt (also mein ganz spezieller Freund) entscheidet, welche Schule für das Kindeswohl geeignet ist. Hat doch was oder. Das schärfste ist jedoch, dass ich dieses Verfahren nicht mal stoppen kann. Ob mein Geld wohl für die Anwältin reicht?

Was ich ganz sicher weiß, dass ich mein Kind nicht weg gebe, nirgendwohin. Weil, in einem Internat könnte man besser auf die Problematik eingehen, wurde uns schön öfter angeboten. Da sträubt sich so alles in mir. Wenn die da auch nur ansatzweise so geschult sind wie in der Klinik, dann gute Nacht.

Wieso meinen eigentlich alle, dass ein Kind mit dieser Erfahrung in einem System mit Druck besser funktionieren könnte? Was er braucht ist Zeit - Zeit das ganze zu verarbeiten und langsam das, was er verpasst hat, bzw. was bei ihm negative Gefühle auslöst aufarbeiten kann. Die letzte Deutscharbeit - voll verhauen, hat mich aber überhaupt nicht gewundert. Satzglieder - genau da ist alles eskaliert.

Zur Einschulung gibt es eine schöne Tradition. Die Kinder schreiben auf eine Karte ihren Wunsch und lassen ihn mit einem Luftballon steigen. Bei uns stand drauf (natürlich in kürzester Form) "kein Ärger". Ja, ist wohl nicht hoch genug geflogen.

Ich finde mein Sohn entwickelt sich so schön. Er ist nicht mehr aggressiv, er schreibt, ungern aber immerhin tut er es, ist doch eine Leistung oder? Er ist total lieb zu hause, hilft, ist ansprechbar und klar motzt der auch rum, alles in allem aber ein riesen Unterschied zu vorher. Er geht eigentlich auch ganz gern in die Schule und mag seine Lehrer auch. Klar, wenn es mal wieder am Bus Streß gab, ist er nicht mehr ganz so kooperativ, wäre ich dann aber auch nicht.

Ich fühle mich in dem ganzen System unendlich machtlos. Alles ist darauf ausgerichtet Eltern als die Deppen da stehen zu lassen. Jetzt kann ich aber auch nicht einfach aussteigen, dann bleiben ja meine Kinder auf der Strecke. Ich kann es auch nicht ignorieren, die Probleme kommen ja doch wieder auf mich zu.

Ich freue mich schon wieder auf die Sprüche die da kommen. Ja, dann verzichten sie eben auf den nächsten Urlaub und zahlen halt die Lerntherapie selbst, ist ja schließlich ihr Kind. Klar, wir waren das letzte mal vor 2 Jahren 1 Woche mit einem Wohnwagen im Urlaub, der älter ist als ich. Klar, wir verdienen schon nicht so ganz schlecht, besser könnte es bestimmt überall sein aber ehrlich ich habe gar keine Lust mehr immer zu zahlen und dann mache ich es sowieso verkehrt.

Mache ich Therapie ist es zuviel, mache ich keine, ist es zu wenig. Toll oder? Es fühlt sich an wie eine riesengroße Falle. Wir haben soviel an Zeit und Geld investiert, so viele Therapien selbst bezahlt (es besteht eine gewissen Grunderkrankung) und dieser ignorante Lehrer hat alles kaputt gemacht und wieder soll ich zahlen und fahren (ist alles immer ewig weit weg), keiner fragt, was ich in der Zeit mit den anderen Kindern machen soll. Keiner fragt, wie es denen eigentlich geht da mit. Boh - manchmal mag ich einfach nicht mehr, bzw. oft denke ich, dass die Kraft nicht mehr reicht und das macht mir Angst.

Wenn man Kinder bekommt verzichtet man. Ist schon klar, machen wir auch gern, aber ich bin auch nur ein Mensch und das Ganze wird jetzt ziemlich unmenschlich. Oft habe ich einfach auch nur Angst vor den Reaktionen der anderen, ach, ist doch alles nicht so schlimm und dann upps, ist doch schlimmer, als wir uns das vorgestellt haben. Ja, hab ich ja gesagt - warum glaubt mir eigentlich keiner. Wahrscheinlich, weil ich es selbst nicht glauben würde, wenn mir das einer erzählen würde.

Dabei bin ich ein optimistischer Mensch und sehr positiv eingestellt. Ich begegne Menschen sehr positiv, nett und freundlich, vor allem aber ehrlich - und wahrscheinlich liegt genau hier mein Problem. Weil alles was ich erzähle die Wahrheit ist und ich nicht hintenrum tratsche und klatsche. Ich sage auch nicht nur hier ist ein Problem, macht mal - nein, ich bin dann da und frage, kann ich helfen. Muss echt problematisch sein.

Vielleicht sollte ich mal bei der Bezirksregierung anrufen. Ich habe die Vermutung, dass die einen total fähigen Rethoriktrainer haben, vielleicht kann der mich ja schulen - wie ich darauf komme? Die können einen so was von verbal in die Ecke drängen, da habe ich fast keine Chance, obwohl ich wirklich nicht auf den Mund gefallen bin.

Alles in allem wieder eine sehr unbefriedigende Situation. Jetzt ist nächste Woche noch Elternsprechtag und ich muss der Lehrerin erklären, dass mein Sohn, der von gestern, der nicht hüpf im Päckchen rechnen wollte und mir da mit wieder ein bißchen Halt gegeben hat (hört sich echt verrückt an), keine Lust auf Schule hat. Jetzt ist er aber einer von der Sorte, der alles in Frage stellt und wissen will - schlauer kleiner Kerl - und der will natürlich wissen, warum er das machen soll, wenn er es doch schon kann? Die Antwort, "Weil das eben so ist!" findet er natürlich nicht wirklich witzig und schon gar nicht überzeugend.

Kann mir vielleicht mal einer verraten, wo der normale Menschenverstand abgeblieben ist. Alles ist so reglementiert und verkopft, dass für Kinder, die anders sind oder anders lernen kein Platz ist, scheinbar nirgends. Es kann doch nicht so schwierig sein. Mittlerweile mache ich nachmittags hier Unterricht, weil das in der Schule so gar nicht klappt. Damit will ich nicht sagen, dass die Lehrer alle schlecht sind, wir haben sehr engagierte dabei aber alles ist mit Zuständigkeiten verbunden, für die keiner zuständig ist.

Klar habe ich mich auch schon gefragt, ob ich vielleicht schuld daran bin. Stelle ich zu hohe Erwartungen an meine Kinder, an das System? Ich kann mich drehen und wenden wie ich will, ich weiß keinen anderen Weg. Manche sagen ja lass es einfach laufen. Würde ich ja gern, wenn ich wüßte wie? Elterngespräche, Briefe - von der Schule (ich habe schon gelästert, demnächst müssen wir neben Kopier- auch noch Portogeld bezahlen, was in unserem Fall schon fast angebracht wäre - grins).

Was mich immer wieder motiviert, sind die Kiddys. Wenn ich sehe, wieviel Mühe die sich geben, wie ehrgeizig sie sind - jeder auf seine Weise - wenn ich wieder mal feuchte Augen bekomme weil ich sie so unendlich lieb habe. Klar sind sie wild und sicher nicht einfach aber es sind doch Menschen, die ihren Weg suchen genau wie du und ich, die Fehler machen und die lernen. Ganz kleine große individuelle Persönlichkeiten, die Halt brauchen und trotzdem ganz viel Freiheit.

Mein Mann sagt, gegen die Ämter habe ich keine Chance. An manchen Tagen glaube ich ihm das - heute nicht, heute habe ich nur Angst, er könnte Recht haben.

Alles wird gut.

 

ohnmächtige Wut

10:57, 11.03.2010

Ab heute fange ich also an meine Gedanken aufzuschreiben. Ich habe noch nie dieses Format genutzt aber es scheint mir angebracht. Ich bin stinksauer und wütend und hilflos und ich muss damit irgendwo hin, sonst platze ich.

Meine Geschichte nur am Rande und nur kurz und selbstverständlich so, dass sich bloss keiner wiedererkennt. Warum? Ja, wir haben in Deutschland Täterschutz, für den Opferschutz gibt es nur Beamte (bei mir eine wirklich nette) aber ohne jede Möglichkeit.

Mein Söhnchen wurde von seinem Lehrer geschlagen und in der Schule vernachlässigt. Erfolg: Ein viertel Jahr Schulverweigerung. Eigentlich völlig gesund. Er hatte Bauch- und Kopfschmerzen immer morgens von 7-12 Uhr und dann nicht mehr. Auch in den Ferien nicht. Jetzt muss ich allerdings sagen, besonders schnell habe ich nicht reagiert. Ich habe geglaubt er drücke sich vor der Schule. Auch als der Lehrer anrief, höchstpersönlich und mir von einer Ohrfeige erzählte, habe ich gedacht, kann ja mal passieren. (Später konnte er (der Lehrer) sich spontan nicht mehr erinnern.)

Dann überschlug sich aber alles. Mein Sohn lag weinend auf dem Sofa und wollte um keinen Preis mehr in die Schule. Er klebte an mir und alles war plötzlich klar. Den letzten Hinweis gab mir dann noch die Elternsprecherin (auch diese leidet unter plötzlichem Gedächnisverlust). Es hatte auch noch ein anderes Kind erwischt.

Klärung mit dem Schulamt: Ja, wir denken uns das aus. Das kann ja nicht sein. Wissen sie eigentlich, was sie da behaupten. Machen sie doch ruhig eine Anzeige, wenn sie mit den Konsequenzen leben können. Wir hätten da eine Klinik, da können sie ihren Sohn unterbringen, dann hätten wir auch die Sache mit der Beschulung vom Tisch - weil in Deutschland haben wir Schulpflicht auch für psychisch kranke/gesunde Kinder.

Ich habe noch nie so viele Fachidoten auf einem Haufen gesehen. Therapie war Schulzwang und bei nicht gehorchen Verbot der elterlichen Besuche. Das konnten die aber glatt vergessen. Ich habe meinen Verstand nicht am Empfang abgegeben, das Schild hatte ich wohl übersehen. Es waren trotzdem einige Wochen und die Krönung ruhigstellen mit Neuroleptika. Dann habe ich mein Kind geholt und er wird diese Einrichtung nie wieder von innen sehen, solange ich auch nur irgendeinen Einfluss habe.

Ach so, die hatten da einen Traumatherapeuten, der war weder für uns noch für unsere Anwältin noch für die Opfeschutzbeauftragte von der Polizei zu sprechen. Aber mit dem Schulamt und der Klinik hätten wir gleich einen Termin bekommen können. So und jeder der hier eins und eins zusammenzählen kann....

Wir haben unseren Sohn selbst beschult, soweit möglich - schreiben wollte er nicht mehr. Ist bis heute schwierig.

Ich habe den Lehrer angezeigt. Ja, ob man da was machen könne, unsicher. Eventuell verjährt. Egal. Es hat auch niemanden interessiert. Der Lehrer arbeitet weiter. Schulamt nicht da oder nicht mehr zuständig.

Ich habe ganz viele nette Menschen kennengelernt in dieser Zeit. Frau Bachmann mittlerweile - Angelika von lernen-ohne-angst.de. die Opferschutzbeauftragte von der Polizei, einige nette Menschen bei Versicherungen und Behörden und ich habe auch mit den letzten Idioten zu tun. Die Schulrätin - so ein .... macht Dienst nach Vorschrift. Menschlichkeit und Mitgefühl Fremdworte. Ärzte, vor allem die in der Klinik, ach das regt mich echt auf.

Ach übrigens Kinder schlagen kostet nicht viel. Wie viel darf ich nicht verraten - Täterschutz. Aber das kann man schon aus der Portokasse bezahlen. Nett - ich war so sauer. Gibt auch einen Paragraphen 153 a - geringe Schuld. Verfahren eingestellt mit Auflage dieses lächerlichen Betrages.

Schön, aber jetzt hatte ich wenigstens ein Schuldanerkenntnis, dachte ich...... Ja, das denken ist in der heutigen Zeit nicht so einfach.

Neues Kapitel Bezirksregierung, die sind jetzt zuständig. (Die haben da alle übrigens super lustige Namen - ich habe mich schon gefragt, ob das wohl ein Einstellungskriterium ist.) Pst - darf ich nicht verraten, könnte sich jemand auf den Schlips getreten fühlen und dann..........

Also Anträge gestellt. Formlos aber fristgerecht. Nach 6 Wochen habe ich dann mal vorsichtig nachgefragt. War schon spannend. Er erklärte es sinngemäß so: Wenn ich überfallen werde, wird der Täter eingesperrt und dann wird davon ausgegangen, dass er es nicht wieder tut. Wenn ich jetzt aber Angst in dunklen Ecken habe, dann ist das jetzt mein Problem. War für mich neu. Jetzt bin ich aber nicht ganz so schlagfertig und das ärgert mich doch massiv, aber ich übe.

Der hat mir erzählt, dass der Lehrer nicht mehr schlägt, weil er ja bestraft wurde und ich soll mein Kind (ich habe mehrere) zu ihm in den Unterricht schicken - gehts noch? Ach natürlich könnte mein Sohn die Schule wechseln (man beachte den spitzen Unterton) - will er aber nicht. Er hat tolle Freunde und die Lehrerin ist eigentlich auch i.O.

Ich darf erwähnen, dass ich nicht an die Öffenlichkeit gegangen bin und meine Kinder haben brav den Mund gehalten. Bis jetzt ist die Regelung so, dass mein Kind die Klasse verläßt, wenn der Lehrer dort Unterricht hat. Das findet der Kleine nicht wirklich gut. Dann habe ich doch tatsächlich gesagt, wir können das ja ändern und mein Sohn (ein ganz selbstbewußtes Kind, dem ich das wirklich ohne Schaden zutrauen könnte) sagt ganz laut eh er geht "Weil mein Bruder von Herrn... geschlagen wurde, muß ich die Klasse verlassen." Na was war wohl die Antwort von dem netten Herrn? Er findet es immer schade, wenn Eltern ihre Kinder instrumentalisieren." Dann wurde ich lauter, er hatte Glück, dass meine Hände nicht durch die Leitung passten - aber vielleicht hatte ich ja auch das Glück.

Ich war so gefrustet und sauer und eigentlich mitten im Hausaufgabenstreß mit den Kiddys. Aber das habe ich auch gelernt Routine beruhigt, "ach du möchtest keine Hausaufgaben machen? Du findest die Schule doof. - Aber mein Kind es geht doch nicht anders. Du kannst schon bis 1000 rechnen und das kleine 1x1 und hast keine Lust auf hüpf im Päckchen (den Erfinder dieser Aufgaben sollte man mal was über intelligente Kindern erzählen). Egal -

Mich kotzt das ganze so an. Ich habe doch Kinder, weil ich was weitergeben möchte, weil ich das Leben liebe und was mache ich, ich verwalte Schulkatastropen.

Ich habe Frau Leutheusser-Schnarrenberger und Frau Schavan angeschrieben. Mal sehen was passiert. Ich würde auch gern mit der Presse reden aber da habe ich wirklich Angst, meine Kraft ist ja auch nicht unendlich.

Ach und wenn einer meint, dass waren schon alle Unverschämtheiten, der hat sich getäuscht. Es gibt sogar Eltern, die von den Schlägen wissen und trotzdem eine Unterschriftenaktion für diesen Lehrer auf den Weg gebracht haben, mit dem Inhalt, dass wir lügen würdend. Wir wurden tätlich bedroht und noch viele andere Nettigkeiten, dazu später mehr. Für jetzt ist erstmal Schluß. Die Mäuse (Kinder) kommen gleich und dann ist Raubtierfütterung angesagt. Wenn ich mir das jetzt bildlich vorstelle, eigentlich eine schöne Idee und dann kann ich wieder schmunzeln.

Alles wird gut.