Ultimo
Sonntag, 10. August 2009, der letzte Tag unserer Reise. Sonntag in San Telmo bedeutet auch: Trödelmarkt auf der Plaza Dorrego, den man auf keinen Fall verpassen sollte, und sei es nur, um zu schauen. Dieser Flohmarkt ist etwas ganz Besonderes, hier werden wirklich uralte Utensilien jedweder Art angeboten, und die Leute, die hier ihre Stände haben, vererben diese an ihre Kinder und Enkel weiter; solch einen Stand gibt man nicht so einfach ab, er ist wie ein Familienschatz, der gehütet wird und den man nicht so einfach und schnöde verkauft.

Hier findet man die Hinterlassenschaften derjenigen, die vor Jahrzehnten in Argentinien angekommen sind, mehr oder weniger vermögend, aber mit Erinnerungsstücken an ihre alter Heimat, wie z.B. Bücher und Fotoalben, man findet Remineszensen an das "goldene Zeitalter" des Landes, als man in Europa noch sagte, die Leute sind "reich wie ein Argentinier", alte Grammophone und Telephone, Silberbesteck, Familienschmuck und vieles anderes mehr.



Auf den umliegenden Straßen hingegen wird allerlei selbst angefertigter Schmuck, Klamotten, Kitsch und Tand angeboten, zudem gibt es Straßentheater, Musik, Tango und Folklore. Wir schlenderten durch die Straßen und genossen dies als den Ausklang unserer Reise an den Rio de la Plata.

Am Abend, gegen 18 Uhr, stand das Taxi vor der Tür, wie warfen unsere Rucksäck in den Kofferraum und sausten zum Flughafen nach Ezeiza. Unser Flugzeug startete kurz vor 21 Uhr Ortszeit, und nach knapp 13 Stunden setzte es auf der Nordhalbkugel im 12.000 km entfernten Frankfurt wieder auf. Der Anschlussflug nach Dresden, Flugzeit knapp 50 Minuten, kam uns dagegen wie ein Hopser vor. Und so sind wir also wieder in Dresden, mit drei Wochen Abenteuer im Gepäck. Viel Zeit zum Umgewöhnen haben wir nicht, gleich am nächsten Tag warten auf uns Schule und Arbeit.
Für ein Fazit ist es jetzt noch zu früh; dafür müssen wir die Erlebnisse der vergangenen drei Wochen erst mal setzen lassen, aber auf jeden Fall war es ein großartiges Abenteuer am anderen Ende der Welt, das uns beiden gefallen und auch inspiriert hat. Es wird nicht die letzte Reise gewesen sein!!
PS: Die interne Schachmeisterschaft endete 20,5 : 15,5 für Leon. Leon gewann die letzten 7 Partien in Folge! Für mich war das schon fast frustrierend, wenn man vom eigenen Sohn, dem man das Schachspielen beigebracht hat, so deutlich ausgeknockt wird. Jeder kleine Fehler von mir wurde gnadenlos bestraft...