ein kleiner Reisebericht...
Nachdem wir doch etwas wehmuetig Chengdu verlassen hatten, kamen wir mit einer Stunde Verspaetung am Flughafen von Lhasa an. Die anderen vier und ebenso unser Reiseleiter und Fahrer warteten schon a bisserl auf uns...durch die Verspaetung wurde auch gleich mal unser erster Programmpunkt, die Besichtung des Samye-Klosters, auf den drauffolgenden Tag verschoben. Also gings nur noch per Jin Bei (einheimische Busmarke) nach Shannan ins Hotel.
Am naechsten Morgen gabs erstmal eine laengere Diskussion mit der Hotelmanagerin, da mein Mitbewohner im Zimmer beim Oeffnen der Tuer auf einmal den Griff in der Hand hatte (chinesische Qualitaet eben...). Trotz unserer Beteuerungen, kein Metall brechen zu
koennen, zahlten wir schliesslich die 100 RMB (10 Euro), um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Am aeltesten Kloster Tibets angekommen, galt es erstmal, den kleinen Berg zu erklimmen, was auf ueber 4000 m Hoehe doch recht anstrengend ist. Aber gelohnt hat es sich auf jeden Fall ! Ein zwar kleines, aber sehr schoenes Kloster mit toller Aussicht.
Am Abend gings dann nach Lhasa und nach einer Klosterbesichtigung, Essen (Touri-Restaurant...) und kurzer Stadttour ins Bett.
Mittwochs gings dann ueber den hoechsten Pass unserer Reise (5190 m) zum hoechsten See der Welt auf 4700 m. Das Wasser war zwar etwas kalt zum Baden, aber ein genialer Anblick mit den ganzen Bergen drumrum. Leider ging es auf der Rueckfahrt nicht mehr allen so gut, die Hoehe hinterlaesst halt doch ihre Spuren...so haben wir nur noch ein kurzes Bad in den heissen Quellen unterwegs genommen und sind wieder nach Lhasa zurueck. Der Busfahrer war auch nicht unbedingt ein mitdenkender Autofahrer, so dass es unterwegs noch eine Pause gab, um die Bremsen zu kuehlen. Und ueberall Pilger auf der Strecke, die laut unserem Reisefuehrer auch mal ein gutes halbes Jahr unterwegs sind. Und dass inkl. auf den Boden hinwerfen alle paar Meter und ohne jegliche Verpflegung dabei. Nachdem wir unserem Tourguide die zwei Tage davor mehrmals erklaert haben, dass wir in keine Touristenrestaurants mehr gehen, gabs am Abend nach einer kleinen Shoppingtour lecker tibetisches Essen (nahezu alles aus Yak dort) in einem Restaurant, wo wir wohl die ersten Auslaender seit Jahren waren. Aber da waren wir nur noch zu viert, da zwei Mitreisende die Tour weniger gut vertragen haben uns sich ein wenig ausruhen mussten.
Am Abend gabs wie jeden Tag einen Hotelwechsel, da die Reiseagentur verplant hatte, zu buchen und dann gings wieder frueh ins Bett.
Donnerstag stand dann das tibetische Wahrzeichen schlechthin, der Potala-Palast, auf dem Programm. Schon sehr beeindruckend...die Groesse, das viele Gold, die Edelsteine...ein Moench hat mir auch noch ein wenig ueber die Graeber der einzelnen Dalai Lama erzaehlt und konnte dabei besser Englisch als der Grossteil der Chinesen. Schade ist, dass die Moenche doch reichlich eingeschraenkt werden bei der Ausuebung ihrer Religion. Die im Potala lebenden Moenchen duerfen ihre Kutte nicht tragen, hoch oben thront die chinesische Flagge und gegenueber des Palastes ist ein haessliches Monument in Gedenken an die Besatzung Tibets errichtet. Ueberhaupt ist Lhasa bis auf das Viertel rund um den Tempel mittlerweile eine typisch chinesische Stadt.
Am Nachmittag gabs noch einen Gang ueber den kleinen Pilgerweg und abends gingen wir, diesmal vollstaendig (inkl. zwei Daeninnen, die wir in Chengdu kennen gelernt hatten und am Abend angekommen waren), wieder in das tibetische Restaurant. Danach noch fuer ein paar Stunden Party in einen Club, der genauso gut in Shenyang stehen koennte. Nur die Musik ist in Lhasa besser und internationaler!
Freitag frueh um acht ging dann leider auch schon wieder unser Zug zurueck nach Beijing. 48 Stunden Fahrt, die sich aber dennoch gelohnt haben, schliesslich gehts einmal durch China und man sieht viel von der Landschaft. Gibt zwar immer wieder Kleinigkeiten, ueber die man nur noch den Kopf schuetteln kann, aber davon wann anders...
In Beijing gabs nochmal richtig Stress, da wir unseren Zug nach Shenyang erwischen mussten, was gluecklicherweise auch auf die Minute geklappt hat. Nach weiteren 9 Stunden Zugfahrt durch eine nicht mehr ganz so schoene Landschaft sind wir endlich daheim angekommen.
Ich hab auch viele viele Bilder gemacht in Chengdu und Tibet (ca. 600). Also freut euch, wenn ich wieder daheim bin, kann ein bisschen dauern, die anzuschauen ;-)
Stelle nachher ein paar Bilder ins Netz, wenn ich in meinem neuen Zuhause bin. Bin ja zu allem Ueberfluss gestern auch noch in die WG umgezogen...

Kloster Samye



der hoechste See der Welt

auf 5190 meter

Potala



auf der Heimreise
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