Auf ein Wort
MAZ-Redakteurin Ulrike Kiefert über die emotionale Debatte in Brieselang und ihre Folgen.
Die Brieselanger nahmen sich Zeit. Knapp 60 Minuten diskutierten die Gemeindevertreter am Mittwochabend über das, was der Bürgermeister ihnen mitzuteilen hatte. Nämlich, dass das gegen ihn eingeleitete Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Vorteilsnahme beim Brieselanger Straßenbaumodell eingestellt wurde. Soweit blieb die Diskussion sachlich.
Hoch her ging es dann aber, als der Rathauschef Äußerungen von öffentlichen Internetseiten zitierte, von denen er sich persönlich angegriffen fühlte und deren Verbreitung er sich verbat. Da wurde die Debatte sehr emotional. Barsche Worte fielen und in der Runde wünschte man sich bald die Sachlichkeit zurück. War es das wert, so viel Kraft und Energie in diese Diskussion zu stecken? Die Antwort ist ja. Denn Vorwürfe über angebliche Straftatbestände dürfen nicht im Raum stehen bleiben. Sie gehören diskutiert und zwar fair. So haben es auch viele Gemeindevertreter gefordert.
Fairness ist aber auch von jenen zu erwarten, die öffentlich etwas behaupten, das sich im Nachhinein als haltlos erweist. Deshalb ist es nur recht und billig, das sie jetzt das Ergebnis des Verfahrens zügig auf ihrer eigenen Internetseite veröffentlichen. Sonst dürfen sie sich selbst auch nicht transparent nennen.
Aus der MAZ, Der Havelländer, Freitag, 18. Dezember 2009
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