Einander zuhören und von einander Lernen
2008-07-27
Liebe Brieselangerinnen und Brieselanger,

sie ist wieder da, die schönste Zeit im Jahr – die Sommerferien. Familien haben endlich wieder die Möglichkeit mehr Zeit als gewöhnlich miteinander zu verbringen. Plötzlich nehmen wir, fast organisiert, Abstand von dem in vielen Fällen als stressig empfundenen Arbeitsleben und der für viele Schülerinnen und Schüler anstrengenden Schulzeit. Sommerferien, dass heißt mehr Zeit für- und miteinander. Mehr Kommunikation über das was uns wichtig ist. Ob im Kreis der Familie oder mit Freunden und Nachbarn.

So manche Familie bricht auf in ferne Gefilde und genießt  Einblicke und Eindrücke in anderen Kulturkreisen. Ob Asien, Lateinamerika, Afrika oder sonst wo auf der Welt. In immer kürzeren Abständen werden wir Zeuge einer sich rasant vollziehenden Veränderung ökonomischer und ökologischer Rahmenbedingungen auf der ganzen Welt. In nie gekannter Weise werden wir mit Informationen über schöne, oft aber auch traurige Ereignisse irgendwo auf der Welt konfrontiert. Oft staunen wir, oft sind wir im ersten Moment sprachlos. Oft nehmen wir die Ereignisse trotz der Informationsdichte nicht tief genug wahr bzw. lassen uns aufgrund der Schnelllebigkeit von neuen Themen beeindrucken. Dabei wird nicht selten vergessen über Grundsätzliches nachzudenken und zu diskutieren. Dabei wäre es, wenn wir wollten ein Leichtes. Viele Eindrücke Einzelner, insbesondere von der älteren Generation, werden ganz offensichtlich von Jüngeren nicht mehr so wahrgenommen. Klar, die Sätze: „Früher war alles anders“ oder „Das gab es bei uns nicht“, sind nicht immer von bestechender Natur. Aber die Darstellung gelebten Lebens, gemachter Erfahrungen, ohne glorifizierende Art, das kann interessant und auch lehrreich sein.

Ein gelungenes Beispiel dafür war der in der MAZ am 26. Juli 2008 erschienene Leserbrief von Käte Müller aus Nauen. Mit wenigen Zeilen schildert uns Frau Müller beeindruckend ihre Erfahrungen während ihrer Abiturprüfung im Frühjahr 1944. Sie verdeutlichte uns die schlimmen Geschehnisse jener Zeit, als von deutschem Boden aus von einem verbrecherischen und diktatorischen Regime Leid und Unheil über ganz Europa gebracht wurde. Letztlich mahnt uns Frau Müller zu Recht, über kritische politische Entwicklungen öffentlich vielmehr zu diskutieren und Position zu beziehen. Dies gilt insbesondere der kritischen Befassung mit den rechten Rattenfängern, die mit stupiden Parolen und dumpfen Argumenten unser demokratisches Gemeinwesen gefährden. Es kann uns nicht egal sein, wenn im Havelland an der einen oder anderen Stelle sich wieder jene politisch zu Wort melden, deren geistige Väter schon einmal für Leid und Elend gesorgt haben. In unserem demokratischen Gemeinwesen ist kein Platz für Gewalt in Wort und Tat gegenüber anders Denkenden, gegenüber Menschen aus anderen Kultur- oder Lebenskreisen! Das sollten wir klar kommunizieren; weltoffen, friedlich aber bestimmt.

In unserer Gemeinde erleben wir spätestens seit der  Kommunalwahl 2003 eine intensivere politische Diskussion und dies ist gut. Lassen Sie uns weiter für und miteinander darüber kommunizieren, was wir noch besser machen können und wo Veränderungen nötig sind. In wenigen Wochen sind wieder Kommunalwahlen. Nicht nur kurz davor, sondern an jedem ersten Samstag im Monat reden wir mit Ihnen an unserem Stand vor REWE über die Themen, die Ihnen wichtig sind. Dieses Diskussionsforum, das auch Bestandteil der politischen Debatte in Brieselang ist, werden wir selbstverständlich beibehalten auch über die Wahlen hinaus. Schließlich haben wir in den letzten 10 Jahren bereits 100 solcher Infostände abgehalten und mit Ihnen kommuniziert. Es lohnt sich unser Gemeinwesen profitiert davon. Die CDU Brieselang freut sich auch auf die künftigen Gespräche mit Ihnen und wünscht Ihnen und Ihrer Familie von ganzem Herzen eine erholsame und schöne Sommerzeit

Ihr Peter Deblon
Geschrieben von siedler14656 um 18:19 | in: Blog
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