Das „Aktionsbündnis Pro Regionalverkehr Osthavelland“ tagt wieder einmal in Finkenkrug. Teilnehmer des jüngsten Treffens des Fahrgastbeirats von DB Regio geben Informationen weiter. Die Bahn hat ihre Multiplikatoren ins Bild gesetzt über die ab Ende des Jahres 2011 mit dem Fahrplanwechsel für 2012 anstehenden Veränderungen.
Mit dem Fahrplan 2012 (tritt folglich kurz vor Weihnachten 2011 in Kraft) fährt die Deutsche Bahn DB Regio die neue RB 14 auf der bekannten Linie von Nauen über Flughafen Schönefeld bis nach Senftenberg. Wie bisher gibt es stündlich einen Zug von Nauen nach Senftenberg. Es entfällt die RB 10, dafür fährt um eine halbe Stunde versetzt der zweite RB 14-Zug bis nach Spandau (in der Hauptverkehrszeit bis nach Charlottenburg). Der detaillierte Plan ist zwar noch unbekannt, doch wird es wahrscheinlich keine Abweichungen zum bisherigen Takt geben. Allerdings ist nicht klar, ob in Spandau der Kurzläufer noch Anschluss an eine RE-Linie ins Berliner Zentrum hat.
Zum Fahrplan 2013, der mit dem von 2012 identisch sein soll, also das heutige Bedienangebot übernimmt, wurde ein Anschluss des Kurzläufers in Spandau an den RE 4 zugesagt. Dies ist der Zug aus Wittenberge, der jetzt etwa 10 Minuten nach dem Langläufer, verkehrt. Dieser neue RE 4 der Ostdeutschen Eisenbahn ODEG würde dann wohl um eine halbe Stunde versetzt fahren, dass in Spandau sowohl stadteinwärts wie -auswärts der RB 14-Kurzläufer Anschluss erhält. Weil der RE auf der „Hamburger Bahn“ nach dem RB fährt, wäre auch stadteinwärts der Anschluss sicher gestellt. Dass der RE rechts auf Gleis 6 gerade ausfährt, wenn die RB auf dem linken Gleis 5 gerade einfährt, würde damit ausgeschlossen. Gut so!
Dies gilt auch für 2014.
Im Jahre 2015 soll der neue Flughafen-Terminal eröffnet werden. Dann gibt es auch einen neuen unterirdischen Bahnhof. Diesen wird die neue RB 14 anfahren. Es gibt weiter stündlich einen Langläufer und halbstündlich versetzt einen Kurzläufer bis Spandau / Charlottenburg. Weiteres wurde noch nicht bekannt.
Aber ab Fahrplan 2016 (gilt ab kurz vor Weihnachten 2015) soll die RB 14 (Langläufer) dann weder den alten Bahnhof Berlin-Schönefeld noch das neue BBI-Terminal anfahren. Dies wird eine neue RE-Linie von Berlin-Südkreuz über die sanierte Dresdner Bahn übernehmen und dafür auch einen kräftigen Tarifaufschlag verlangen.
Für das Havelland bedeutet das eine Verschlechterung: Denn die neue RB 14 wird dann mit dem Langläufer immer in Berlin-Friedrichstraße enden. Friedrichstraße ist sicher kein guter Bahnhof für einen Endhalt, denn dort kann nicht rangiert werden, so dass immer ein Gleis blockiert ist. Direkte Verbindungen an weitere östliche Stationen wie Alexanderplatz und Ostbahnhof entfallen außerdem definitiv ab 2016. Gut jedoch, dass unsere stetige Forderung der letzten neun Jahre, dass Brieselang und das Osthavelland nicht von einer direkten Regionalanbindung an das Zentrum von Berlin abgeschnitten werden dürfen, Früchte trägt. Die ersten Überlegungen, dass in Charlottenburg Endstation sein soll, sind damit aufgegeben. Verkehrsminister Dellmann hatte schon im Mai in Brieselang gesagt, diese Ausschreibung ab 2012 gilt für zehn Jahre. Bis 2022 sind also diese Zugverbindungen sicher. Aber ab 2016 muss dann in Spandau, Hauptbahnhof oder Friedrichstraße umsteigen, wer bis dato mit den Senftenberger Zug auch Alexanderplatz, Ostbahnhof oder Schönefeld erreichen kann.
Mit dem Jahr 2016 werden weitere Regionallinien auf der Stadtbahn verkehren, allerdings fünf für die Relation Potsdam – Friedrichstraße. Es wird eine Linie Friedrichstraße – Potsdam – Golm – BBI-Terminal geben. An eine von diesen wird dann der RB 14-Kurzläufer zur Berufsverkehrszeit in Charlottenburg Anschluss haben. Schon mit dem Fahrplan 2012 werden alle Regionalzüge – egal ob neue RE oder neue RB – in Charlottenburg einen fahrplanmäßigen Halt einlegen.
Alle Linien sollen mit neuen „Talent“-Waggons bedient werden. Diese haben mehr Türen, was das Ein- und Aussteigen erleichtern und beschleunigen soll. Sie verfügen über eine Klimaanlage. Es gibt weder Triebwagen noch Lok aber Motoren an den Achsen, was zu schnelleren Beschleunigungen führen soll. Das heißt schnelleres Umsteigen, schnelleres Beschleunigen, also weniger Fahrtzeit. Aber die Züge sind nur noch einstöckig und werden über weniger Fahrradplätze verfügen. Damit sind die Züge dann auch länger. Zum schnelleren Einsteigen müssen sich die Fahrgäste deshalb auf dem Bahnhof besser verteilen.
Und vorerst ist die S-Bahn-Verlängerung nach Falkensee kein Thema.