Via Twitter hatten wir schon kurz berichtet: Was die Bahn derzeit anbietet, geht über das Erträgliche hinaus!
Montag: Am Morgen stehen mehr als hundert Fahrgäste in der Kälte. Wie man hört, fuhr der 6:59 Uhr-Zug. Der 7:25 Uhr-Zug fiel aus. Es gab eine kurze Durchsage. Doch auch der 7:59 Uhr-Zug kam nicht. Es fehlte auch eine Ansage. Mobile Internet-Besitzer erforschten, dass der Zug komplett ausfällt, dafür aber der Regionalexpress halten wird. Der fährt 7 Minuten nach der RB, hatte aber eben 10 Minuten Verspätung. Es wurden dann 14 Minuten Verspätung. Und weil ja schon zwei Züge ausgefallen sind, wurde es dann ab Falkensee eng. Ein Wunder, dass alle Fahrgäste ab Albrechtshof mitkamen.
Dienstag: Es wird noch besser. Statt eines 4-Wagen-Doppelstock-Zuges kam ein kleiner Diesel-2er-Zug, wie er für die RE 6 nach Henningsdorf eingesetzt wird. Schon in Brieselang fasste dieser Kleinstzug kaum alle Passagiere. In Falkensee blieben die meisten gleich draußen und in Albrechtshof dürften etlich hochverärgerte Pendler draußen geblieben sein. Weil es so voll war, konnte man nicht mal mehr aus dem Fenster sehen.
Dass es nicht am Winter liegen kann, berichtet Nick Cory aus Brieselang vom letzten Mittwoch:
"Abfahrt Brieselang 04:20 - pünktlich
Abfahrt Spandau 04:41 - pünktlich
Abfahrt Hannover 06:40 - pünktlich
Der IC von Hannover in Richtung Schiphol traf überpünktlich um 10:20 in Amersfoort ein; der
Anschlusszug war auch genau pünktlich und so bin ich planmässig in
Utrecht angekommen. Es geht doch, auch im Winter."
Aber auch andere Bahnpendler berichten jedoch von katastrophalen Zuständen:
"Auch am Wochenende (z.B. Samstag 18.30 RB 10 von Bhf Zoo nach Nauen) und wohl auch schon an den Tagen davor fielen einige der "halbstündigen" Züge nach Nauen einfach aus. Beim RB 10 am Samstag abend erfuhr man das allerdings erst, nachdem zuvor erst 25 Minuten, dann 40 Minuten Verspätung angesagt worden waren."
Zwischen Nauen und Berlin gibt es derzeit weder Schneeverwehungen noch ungewöhnlichen Frost. Also wann will die Bahn ihrem Auftrag nachkommen? Was tut das Land als Auftragnehmer und Interessenwahrer der Brandenburger Bürger? Der Arbeitskreis "Bahn und Nahverkehr" wird mit den anderen Pendlergruppen aus Finkenkrug, Falkensee und Albrechtshof eine Aktion abstimmen.
Wenn Sie Ihre Erfahrungen beisteuern wollen, tragen Sie Ihren Text als Kommentar zu diesem Beitrag ein. Danke
Ihr Ralf Kothe