Mein Auslandsjahr in Malaysia

Viel ist passiert...

13:34, 5.11.2009 .. 0 Kommentar(e) .. Link

...seit dem ich den letzten Eintrag geschrieben hatte. Sehr viel sogar. Ich versuche mal das meiste und wichtigste hier zusammenzufassen. Vor ziemlich genau einem Monat habe ich mich allein nach Melaka aufgemacht. Dies ist eine Stadt ca. 2 Stunden südlich Kuala Lumpur‘s an der west Küste Malaysias. Von meinem Städtchen dauert die Busfahrt ungefähr 10 Stunden dort hin. Deswegen hatte ich einen Nachtbus gewählt und bin praktisch die ganze Nacht durchgefahren um morgens gegen 8 Uhr Am Busbahnhof anzukommen. Dort musste ich dann noch bis 5 Uhr warten, bis die nächsten Austauschschüler eintrafen, da treffen erst um 5 Uhr nachmittags war. Da es dort keine wirklichen Bänke gab musste ich auf dem Boden warte und habe bei dieser Gelegenheit das erste Mal in meinem Leben beobachtet, dass Kakerlaken fliegen können, aber das ist ein anderes Thema. :D

Als alle Austauschschüler da waren, sind wir zusammen zu unserer bleibe für die nächsten 10 Tage gefahren, einem Hostel für weibliche Lehramtsanwärter. Dort wurden wir dann zu zweit in ein Zimmer gesteckt. Die Zimmer an sich waren… okay. Es gab nur kalt Wasser und sie waren auch nicht die neusten, doch es war okay. Ich habe mein Zimmer mit einem Argentinier geteilt, mit dem ich zwar kein Problem habe, doch auch nicht super dicke bin. Das war auch der Grund warum ich die meisten Nächte, um genau zu sein alle außer einer, nicht in diesem Zimmer sondern in denen meiner Freunde verbracht habe. Direkt am nächste morgen sind wir nach einem mittelmäßigen Frühstück mit dem Bus zu einer Art Tanzministerium gefahren. Dort wurden wir dann, wie das hier für mich schon fast zur Gewohnheit geworden ist von irgendeinem Minister eingewiesen und sind danach zu dem Gebäude gegangen in dem wir in den folgenden 10 Tagen tanzen gelernt haben. Die Räume waren auch, wie ich finde, sehr Professionell. Das Heißt wir hatten eine Spiegelfront, eine vernünftige Musikanlage, sehr guten Holztanzboden und Schallgedämpfte Wände. In den ersten 3 Tagen haben wir die Grundschritte von 4 Traditionellen Tänzen gelernt. 1 Malaiischen, 2 aus Ost-Malaysia (Borneo) und einen Indischen. Diese war für mich fast ein Ding der Unmöglichkeit, da wir sobald ich den einen Tanz mehr oder weniger drauf hatte, direkt zum nächsten übergegangen sind und ich die alten Schritte dadurch wieder vergessen hatte. Dies war auch der frustrierende und sehr ermüdende Teil. Denn Anfangs hatten wir Tanzprogramm von morgens 8 Uhr bis abends 10 Uhr.

 Doch durch einige Veränderungen so um den 3 Tag herum hat es sich dann so gravierend verändert, dass mehr oder weniger alle Austauschschüler, mich eingeschlossen Spaß am tanzen hatte. Zum einen wurden die Abendstunden in Mall-Besuche umgewandelt und zum anderen wurden wir in die Tanzgruppenaufgeteilt, in denen wir auf dem AFS-Worldcongress tanzen sollten, aufgeteilt. Denn für diesen Worldcongress war ja schließlich das ganze Getanze. Es ist sehr kompliziert zu erklären, wie der ganze Tanz an sich aussah und ich denke, es ist auch nicht so spannend für euch Leser, wie für mich als der, der es erlebt hat und die Bilder in Live vor Augen hat. Ich hoffe ich bekomme Videos von der Aufführung, die ich dann in Deutschland zeigen kann. Es war eine recht große und auch nicht einfache Choreographie für uns, da die meisten von uns praktisch keine Erfahrung im tanzen hatten. Ich wurde in die Gruppe der Inder eingetanzt und durfte so als einziger Junge mit 4 Mädchen tanzen. Was sich so erst mal gar nicht so schlecht anhört ;) war für mich der blanke Horror, da ich schon in der Gruppe Probleme hatte mir die Schritte zu merken und das Gefühl hatte nicht wirklich gut zu tanzen.

Was recht Hilfreich war, dass ich zu niemandem Synchron tanzen musste, sondern vor den Mädchen als Einzel Tänzer einen Pfau „nachtanzen“ sollte. Doch wie sich relativ schnell herausstellte waren es viel zu viele Sachen, die ich mir in meinem Tanz merken und auf die ich achten sollte. Das hat mich fast zum verzweifeln gebracht. Denn bei dem Indische Tanz musste ich nicht, wie zum Beispiel bei traditionellem Walzer, mehr oder weniger nur die Beine bewegen, sondern ich musste auf jede Einzelne Fuß, Bein, Körper, Arm, Hand und vor allem Kopf und Augenbewegung Achten. Und was für mich als Musik und Tänzerisch völlig Unbegabter noch dazu kam, war dass sich der Takt der Musik laufend änderte. Doch nachdem ich mit Händen und Füßen meinem persönlichem Trainer klar gemacht hatte, das es mir wirklich nicht möglich ist dies alles zu machen, wurde der Tanz netterweise ein wenig gekürzt, was zur Folge hatte, dass ich mir nur noch die Hälfte der Schritte merken musste.

Das erste Richtige Erfolgserlebnis war dann, als all unsere Einzelnen Tanzgruppen, das erste Mal hintereinander geprobt hatten. Denn das knifflige war, dass jeder von uns mindestens 3 verschiedene Tänze tanzen musste. Doch da wir in der ersten Probe noch ohne Kostüme getanzt haben ging dies recht gut über die Bühne und man konnte sich in seinen eigenen Tanzpausen an den Rand setzen und den anderen zuschauen, da wir bis dahin die anderen Tänze gar nicht gesehen hatten. Das war sehr schön und die Tänze sahen auch wirklich gut aus, dafür dass wir alle Amateure waren. Es gab in diese Tänze in folgender Rheinfolge: Malaiisch(alle zusammen), Malaiisch, Chinesisch, Portugiesisch, Indisch (mit mir), 2x Ost-Malaysia und als Letztes nochmal alle zusammen einen Malaiischen.  Doch als wir das erste Mal mit Kostüm getanzt haben, ging es schon um einiges Stressiger zu, da wir während der laufenden „Show“ unsere Kostüme wechseln mussten. Um dies ein wenig einfacher zu machen, mussten wir mehrere Kostüme übereinander tragen.                                                   Mein Kostüm war recht Zeitaufwendig, da ich zusätzlich zu dem Kostüm, welches ich sowieso schon getragen hatte noch sehr viele Sachen dazu anziehen musste.

Wir haben den Tanz dann soweit geübt, dass wir ihn am Ende der 10 Tage in einer kleinen Vorführung schon zeigen konnten.

Nach den Tanzstunden sind wir für 4 Tage in Gastfamilien in Melaka gegangen. Meine Familie war ganz okay, doch sehr beschäftigt. Deswegen bin ich fast ausschließlich bei einem andern Austauschschüler, einem Franzosen gewesen. Mit diesem und seiner Gastfamilie bin ich auch gut in Melaka rumgekommen.

Nach diesen 4 Tagen, in denen nichts weiter Großes passiert ist, bin ich einem anderen Franzosen nach KL gefolgt um dort mit ihm und seiner Gastfamilie Depavali zu feiern. Das ist angeblich das größte indische Fest nach Thaipussam. Ich selbst habe gar nicht wirklich gemerkt, dass irgendetwas gefeiert wurde. Aber dies war nicht weiter schlimm, denn die Familie und vor allem der Franzose waren super nett. Mit dem Franzosen habe ich mich fast jede Nacht bis in den frühen Morgen unterhalten. Und das Beste an all dem war, das wir uns raus auf den Balkon setzen konnten und bei sehr angenehmen Temperaturen KL bei Nacht anschauen konnten.

Nach etwa einer Woche mussten wir dann weiter unseren Tanz trainieren und aus diesem Grunde ist noch ein Japaner(Austauschschüler) zu uns gekommen.

Nach weitern 5 Tagen Training sind wir dann zu einem 5 Sterne Hotel gefahren, da in diesem der Worldcongress abgehalten wurde. Wir hatten von morgens um 8 bis Nachmittags um 5 durchgehend Proben, da noch das ein oder andere den Verhältnissen dort angepasst werden musste, denn die Bühne war sehr klein und wackelig. Als am Abend dann alle Gäste da waren, haben wir getanzt. Und es war richtig toll und aufregend. Es hat alles ohne größere Fehler geklappt. Und nachdem wir mit unserem Tanz fertig waren, haben wir noch 2 Tische bekommen, an denen wir essen und dem Restlichen Programm zuschauen konnten. Was mir am Ende noch sehr gut gefallen hat, war mit dem Deutschen Botschafter und den hohen Tieren von AFS Deutschland zu sprechen. Leider war danach alles vorbei und AFS Malaysia hat uns noch nicht mal einen Tag ruhe gegönnt sondern mein Bus zurück nach hier oben fuhr am nächsten morgen schon um 9 Uhr.

Jetzt bin ich wieder in meinem kleinen Dorf und merke mit jedem Tag, wie es langsam zu Ende geht. Und das ist ein sehr sehr seltsames Gefühl. Wenn man das nicht selbst erlebt hat, ist das schwer zu beschreiben und ich glaube selbst, bei denen, die es erlebt haben gibt es unterschiedliche Gefühle. Zum einen freue ich mich darauf wieder nach Deutschland zu gehen doch zum anderen möchte ich von dem, was ich mir hier aufgebaut habe nur ungern loslassen. Außerdem, mache ich mir jetzt Gedanken, was ich wie in diesem Jahr gemacht habe. Und es gibt noch so viel was ich gerne machen würde. Doch dafür reicht die Zeit einfach nicht, ich bin jetzt schon fast zugeplant bis zum Rückflug und muss jetzt schon bald mit dem ersten Packen beginnen… :S

Um nochmal auf die Musik zurückzukommen, ich finde die Filmmusik von Forest Gump sehr schön und ich finde, dass diese in gewisser Weise sehr gut als Hintergrundmusik zu meinem Jahr hier gepasst hätte. Außerdem ist sie meiner Meinung nach mit eine der besten Musik Stücke zum Nachdenken. Wer sie gern einmal hören möchte, kann ja mal bei YouTube schauen.

Liebe Grüße aus Malaysia

SImon

PS: Es tut mir leid wenn ich vielleicht zu sehr ins detail gegangen bin und es an manchen stelllen vielleciht ein wenig langweilig ist, doch ich verbinde mit all diesem hier Erfahrunge, BIlder, Momente und Gefühle, deswegen ist ses sehr schwer für mich an manchen Stellen zu selektieren.


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