Mein Auslandsjahr in Malaysia

MEine Gefühle und Eindrücke rückblickend über meinen Anfang hier

20:28, 23.02.2009 .. 0 Kommentar(e) .. Link

So,

ich habe sehr lange darüber nachgedacht, worüber ich in diesem Blog Eintrag berichten soll. Jetzt gerade vor ungefähr 5 Minuten kam mir eine ganz gute Idee. Ich habe mich dazu entschieden jetzt mal einen rückblickend einen Eintrag zu meinem Anfang meinen Gefühlen und meinen Erfahrungen hier zu machen.

Also wie die meisten, die kurz bevor ich gefahren bin, wahrscheinlich mitbekommen haben, war ich bezogen auf mein Jahr hier im Ausland sehr entspannt und relaxt. Egal wie aufgeregt alle um mich rum waren, ich war der Meinung, dass das gar nicht so was Aufregendes wäre. Ich habe mir gedacht: Hey Simon, du musst dir hier gar keine Gedanken machen, du hast schon 2-mal an einem Austausch teilgenommen, warum sollte das jetzt beim 3 Mal ein Problem werden? Und auch wenn eigentlich sehr viele Austauschschüler davon berichten, dass der Anfang meistens nicht einfach ist, habe ich mir gedacht, dass die halt schwach waren und nicht so eine starke Persönlichkeit wie ich haben. Das klassische Phänomen der Selbstüberschätzung.   Bis zum Flughafen war ich immer noch sehr sehr relax und fand das aber auch schön, dass mir so viele gefolgt sind um mir auf Wiedersehen zu sagen. Und dann, als es wirklich hart auf hart kam, ist mir glaube ich erst wirklich klar geworden, was es heißt seine Eltern und Freunde ein Jahr lang nicht sehen wird. Und das kam so plötzlich, dass ich einfach nur geweint habe, ich habe geweint wie ein kleines Kind. Ich konnte auch nichts dagegen tun, dass kam von ganz in mir drinnen! Und dann die letzten Schritte auf denen ich dann noch allen gewinkt habe, waren noch sehr sehr hart für mich! Aber dann auf einmal war wieder alles wie weggefegt. Nur noch übertrieben Happy und Glücklich, dass ich nen Auslandsjahr mache. Und ich war ja zusammen mit all den andern tollen Leuten die mit nach Malaysia kommen. Trotzdem musste ich dann aus dem Auto nochmal den Papa anrufen und sagen, dass alles okay ist! Auf dem Flug hatte ich die ganze Zeit wieder nur Bomben Hochgefühl. Genau das gleiche war, solange ich noch in KL mit den Leuten von AFS zusammen war. Aber als ich dann hier bei meiner Gastfamilie angekommen bin, habe ich sehr schnell realisiert, dass das hier in keinster Weise so sein wird, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ganz andere Kultur, völlig fremde Sprache und naja soweit weg, vor allem von meinen Eltern. Und dann im Hinterkopf immer den Gedanken, dass ich das jetzt 1!!! Jahr lang aushalten muss! Dann der erste Schultag war sehr sehr hart für mich, ich glaube ich habe die kompletten 10 Schulstunden mit den Tränen gekämpft und den Kampf nicht immer gewonnen! Dazu kam noch, dass ich alle 400 min die Klasse gewechselt habe und ich damit nicht klar gekommen bin, soviel auf einmal aufzunehmen. Und als ich dann nach Hause gegangen bin hab ich mich unter die Dusche gestellt und einfach drauflos geheult! Und dann später habe ich über Skype mit dem Papa geredet, was auch ganz gut war, ich glaube ich hab 2 Stunden mit dem Telefoniert und bestimmt eineinhalb davon geheult! Das war sehr schwer für mich. Und in den nächsten Tagen habe ich alles nur danach ausgerichtet, mit meinen Eltern zu reden. Und dem immer entgegengefiebert und nicht nur die Tage sondern selbst due Stunden gezählt. Und Verabredungen und sonst noch einiges nur deswegen abgesagt. Nach 2 oder 3 Tagen haben wir uns dann dazu entschieden, dass wir immer morgens vor der Schule telefonieren. Was auch ne gute Idee war. Irgendwann habe ich mich dann auch noch dazu entschieden mit dem  Vertreter von meiner Organisation hier zu reden, der auch selbst vor 18 Jahren im Ausland war. Und das war, obwohl wir uns nur auf Englisch verständigen konnten Gold wert. Der konnte so gut reden, ich hab dem jedes einzelne Wort geglaubt, welches der gesagt hat und das war einfach nur geil! Also danach haben wir dann langsam die Abstände mit dem Telefonieren vergrößert, bis wir jetzt im Moment bei einer Woche sind! Und in dieser Zeit habe ich gemerkt, was ein auf und ab der Gefühle ist. Wenn man das erzählt bekommt, kann man sich das gar nicht wirklich vorstellen. Das geht von dem besten Gefühl dass man haben kann plötzlich in die tiefsten Depressionen über und wieder zurück. Und das war dann manchmal so, dass ich Angst hatte wieder in das nächste tief zu fallen.  Und jetzt ist es so, dass der Fall ins „tief“ immer kleiner wird. Und ich jetzt am Wochenende sogar schon mal das überhebliche Gefühl hatte, dass ein Jahr sogar zu kurz sei, um hier wirklich alles zu erleben!  Im Moment geht es mir hier echt super!  Und ich kann nur jedem Empfehlen, der die Möglichkeit dazu hat, so ein Jahr zu machen, oder es seinem Kind möglich zu machen.

UND nochmal eine Bitte zum Schluss, wenn hier jemand Kommentare reinstellt bitte den Namen dazu schreiben, sonst kann ich dem nicht Antworten. Ach ja und von dir Jochen bräuchte ich mal ne e-Mail Adresse! J dann kann ich dich auch in den e-Mail Verteiler aufnehmen. Bis dann mal

Euer Simon


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