Mein Auslandsjahr in Malaysia

Eine weitere Woche

07:01, 10.03.2009 .. 0 Kommentar(e) .. Link

So, komme ich nun zu meinem nächsten Eintrag in meinem Blog. Zu erst möchte ich mich dafür entschuldigen, dass ich den hier nicht schon gestern verfasst und hochgeladen habe, aber ich denke dies wird in Zukunft noch einige Male der Fall sein und es kann auch sein, dass ich mal eine oder 2 Wochen gar nichts schreibe. Aber das versuche ich soweit es geht zu vermeiden, das heißt ich möchte, wenn es mir irgendwie möglich ist jede Woche einen Eintrag hier machen. Aber nun zum eigentlichen Eintrag, hier habe ich wieder lange nachgedacht, was ich schreiben könne. Zu aller erst möchte ich noch einen Nachtrag zu dem Eintrag über meine Gefühle machen. Denn ich habe bei Wikipedia mal nachgeschaut was sich unter dem Begriff „Kulturschock“ finden lässt. Und dort steht folgendes:

Der Begriff Kulturschock bezeichnet die Gefühle und Ängste die Menschen widerfahren wenn sie mit einer fremden Kultur zusammentreffen. Der Begriff wurde von Cora DuBois einer US-amerikanischen Anthropologin 1951 eingeführt [1]. Kalervo Oberg erweiterte diesen Begriff um ihn allgemeiner anzuwenden und führte die Theorie basierend auf vier Phasen ("Honeymoon Phase", Krise, Erholung und Anpassung) ein, was später zur U-Phasen Theorie weiterentwickelt wurde.

Symptome

  1. Stress aufgrund der Belastung, die notwendigen psychischen Anpassungsleistungen zu erbringen;
  2. ein Gefühl des Verlustes in Bezug auf Freunde, Status, Beruf und Besitztümer;
  3. ein Gefühl der Ablehnung, weil man sich von Mitgliedern der neuen Kultur abgelehnt fühlt oder diese selbst ablehnt;
  4. Verwirrung über die eigene Rolle, über die Rollenerwartungen anderer, über Werte, über die eigenen Gefühle und die eigene Identität;
  5. Überraschung, Angst und Empörung, nachdem man sich des vollen Ausmaßes der kulturellen Unterschiede bewusst wird;
  6. Ohnmachtsgefühl, weil man meint, mit der neuen Umgebung nicht zurechtzukommen.

Und ich glaube, wenn ich mir so die Symptome anschaue, habe ich echt den Klassischen Kulturschock erlebt. Manche dieser Symptome habe ich weniger Stark (5) andere dafür um so mehr (6). Aber ich glaube, dass ich von den verschiedenen Phasen die Krise schon hinter mir habe und mich im Moment in der Erholungsphase oder vielleicht schon zum Übergang in die Anpassungsphase befinde. Es ist nach wie vor so, dass ich kein stetiges Hochgefühl habe, aber wenn dieses nicht vorhanden ist, bedeutet dies nicht gleich, dass es mir richtig schlecht geht. Was mir in letzter Zeit sehr geholfen hat, ist das Gefühl der Gemeinschaft. Ich stehe hier in Kontakt mit dem einen oder anderen AFS Austauschschüler. Ich habe sogar Kontakt zu Austauschschülern, die nicht aus Deutschland kommen oder nicht in Malaysia sind. Und die allermeisten haben Mittlerweile schon Probleme gehabt. Das bedeutet, wenn man mit anderen Leuten von AFS redet oder schreibt hat man echt das Gefühl verstanden zu werden. Soviel zu dem Nachtrag, der ist ja doch ein wenig länger geworden, als ich gedacht hatte.

Komme ich nun zu dem „eigentlichen“ Eintrag hier. Ich erzähle euch hier einfach einmal von meinem Ausflug nach Penang am letzten Sonntag. Penang ist eine Insel hier in Malaysia und von hier wo ich wohne sind das ungefähr 2 Stunden Fahrzeit mit dem Auto. Und das erste was ich gemacht habe, als wir auf Penang waren, war dass ich die Entscheidung getroffen habe nicht ernsthaft krank zu werden, während meines Aufenthalts hier. Wir haben dort nämlich meine Großmutter besucht, die im Krankenhaus war. Das war ein privates Krankenhaus, also ein „gutes“, und ist das Beste im Umkreis von meinem Zuhause. Aber ich fand das dort sehr dreckig, überall war Müll und es hat echt gestunken dort. Auch die Toiletten waren angeputzt, obwohl die direkt im Nachbarzimmer von den Patientenräumen waren. Am coolsten fand ich, dass es da Wireless-Lan gab und alle 2 Minuten ein Handy am klingeln war. Für beides würde man bei uns aus Krankenhäusern hochkant rausfliegen. Meine Großmutter war dort, weil die irgendein Geschwür in der Leber hat und die Ärzte dort haben der geraten dieses zu entfernen, dass würde auch nur schlappe 28.000 RM kosten. Und die müssen Restlos von der Familie bezahlt werden. Danach bin ich mit meinem Vater zu einer Schmetterlingsfarm gefahren und das war auch echt super dort. Es war alles voll mit Schmetterlingen in allen Größen, Farben und Formen. Außerdem habe ich dort das erste mal in meinem Leben echte und lebende Skorpione gesehen. Was ich bei denen krass fand war, dass die nicht irgendwie durch eine Scheibe oder sonst was von den Besuchern getrennt waren, sondern die Begrenzung bestand aus einer 30 cm hohen Mauer und einem Schild, welches vor den Gefahren dieser Skorpione gewarnt hat. In dieser Farm haben wir ungefähr eine Stunde verbracht und sind dann noch zu einem Chinesischen Tempel gefahren. Das war ein sehr schöner Tag. Ich fange an mich richtig auf die Sonntage zu freuen, da wir da immer irgendwas Besonderes machen. Und was meine Familie hier angeht, ich verstehe mich mit jedem Tag besser mit denen und kann sogar schon richtige Späße mit meinem Bruder hier machen. Es tut mir leid ich muss hier jetzt auch so langsam Aufhören, da ich gleich zur Schule muss und wir heute Prüfungen haben. Da habe ich zwar nicht so wirklich Lust drauf, aber es hat ja auch keiner behauptet, dass ich mein Jahr hier nach dem Lustprinzip über die Runden bringe. Also wünscht mir ein wenig Glück für die Exams (auch wenn die Ergebnisse total unwichtig sind) und wir hören voneinander. Gibt es irgendwelche Neuigkeiten aus Bonn über die ich informiert werden sollte?       


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