Mein Auslandsjahr in Malaysia

Überarbeitung des letzten Eintrags:

14:17, 14.04.2009 .. 1 Kommentar(e) .. Link

Irgendwie weiß ich nie, wie ich hier einen neuen Blog-Eintrag anfangen soll, deswegen fange ich diesen einfach mal mit einer Entschuldigung an: Ich möchte mich für die letzten beiden Einträge „entschuldigen", da diese meiner Meinung nach, nicht wirklich gut gelungen sind. Ich habe diese unter ziemlichen Zeitdruck geschrieben und ich glaube, dass dies auch bemerkbar ist/war. Doch ich habe auch dort versucht, all das los zu werden, was ich los werden wollte. Doch dies ist nicht immer so einfach, vor allem, da mein Kopf so voll mit Erinnerungen, Erfahrungen, Bildern, Sprache, Terminen und Gefühlen ist.

Wie auch immer, heute möchte ich wieder einmal über meine Gefühle schreiben. In der letzten Zeit, habe ich mich ja mehr auf meine Erlebnisse beschränkt und meine Gefühle ziemlich „vernachlässigt“.

Also, grundsätzlich, geht es mir hier Momentan echt gut, ich verstehe mich gut mit meiner Familie, meinen Klassenkameraden und den AFSlern. Und das meine ich auch wirklich so, egal, was ich hier vielleicht noch schreibe. Den nach wie vor, gibt es immer noch das ein oder andere, was mich traurig oder Unglücklich macht.                                                                        Das, was mir hier am extremsten auffällt ist, wie sich meine Denkweise stark verändert.-In der ersten Zeit, den ersten Wochen oder sogar dem kompletten ersten Monat, habe ich nur von meinem Standpunkt aus gedacht und alles durch „Meine Augen“ betrachtet. Dies war der Grund, weshalb ich starkes Heimweh und ein Gefühl des Unwohlseins hatte. Denn ich habe in dieser Zeit das erste Mal so wirklich über mich nachgedacht und alles um mich her rum „betrachtet“. Und dadurch ist mir klar geworden, was ich doch für ein schönes Leben in Deutschland hatte und was es wirklich heißt, dies ein Jahr hinter sich zu lassen. Und ich kann euch sagen, wenn man so viel über ein Jahr nachdenkt und sich klar macht, dass man für dieses Jahr sein Eltern, Freunde, Verwandten und Bekannten nicht mehr sehen kann, dann kommen einem Sekunden wie Minuten, Minuten wie Stunden, Stunden wie Tage und Tage wie Monate vor. Und das bessert Gefühle wie Heimweh nun wirklich gar nicht. Dazu kam noch die große Angst meinerseits, dass ich mich hier so verändern würde, dass meine Familie damit nicht zu recht kommen würde. Das heißt, dass sie sich von mir „entfernen“ würde.   

Doch wie bereits gesagt, meine Einstellung zu vielen dieser Dinge hat sich jetzt verändert. Damit will ich nicht sagen, dass ich nicht mehr an euch denke oder euch nicht mehr vermisse, es ist nur anders, wie ich jetzt darüber nachdenke. Jetzt hat sich meine Sichtweise verändert, ich versuche mich jetzt in die entsprechenden Personen hineinzusetzen und über all dies mit aus deren Sicht nachzudenken. Das hört sich seltsam an, ich weiß, aber es ist meine „Lösung“ für die Problem, die ich hatte. Diese Art des denken, hat mir zum einen sehr geholfen viele Probleme zu beseitigen, hat jedoch auch wieder das ein oder andere hervorgerufen. Zu Anfang habe ich dies nur bei meiner Familie „angewendet“. Das hat mir unglaublich geholfen. Auch weil ich so viele Sachen, wie zum Beispiel Gefühle die ich vorher immer runtergeschluckt hatte, verarbeiten konnte. Dies habe ich dann mithilfe von Briefen getan. Und es war eigentlich immer so, dass ich den Brief nur schreiben musste, damit es mir besser ging. Ich hätte den gar nicht mehr abschicken müssen. Sondern ich glaube ich habe das einfach gebraucht, dass ich das alles Mal jemandem oder etwas anvertraue, auch wenn es nur ein Blatt Papier war. Natürlich habe ich mir dabei auch immer Gedanken gemacht, wem ich das schreibe. Doch so eigentlich musste das, glaube ich, einfach Mal raus aus mir. Auch wenn bei dem ein oder andern Brief dann die Tränen geflossen sind.  Doch das hat mir unglaublich geholfen. Und hat zum Beispiel dazu geführt, dass die Zeit auf einmal wieder dahin fliegt und ich jetzt nicht mehr bei jedem Gedanken an meine Familie direkt traurig werde. Sondern ich kann mir jetzt schon sagen „Es sind nur noch 9 ein halb Monate und dann sehe ich die alle wieder!“  Und solche Dinge machen mich glücklich. Auch wenn ich mir manchmal sage, dass 9 ein halb Monate nicht mehr wirklich viel Zeit sind, um all das zu machen, was ich noch gerne machen würde. Doch diese Art des Denkens, hat mich auch zum Teil wieder traurig gemacht. Denn als ich mir mit dieser Methode so gut bei meiner Familie geholfen habe, habe ich angefangen diese auch bei meinen Freunden „anzuwenden“. Und wenn ich mich jetzt in diese hinein versetze, dann wird mir erst jetzt klar, was es heißt wenn ich ein Jahr nicht „da bin“. Denn als ich aus Deutschland gegangen bin, lief es mit all meinen Freunden eigentlich super. Und mir ist erst jetzt hier klar geworden, was es heißt Freunde wirklich zu vermissen und „Angst“ darum zu haben, diese zu verlieren. Denn ich bekomme hier sehr stark mit, wie stark man sich in unserem Alter fortentwickelt und was in einem Jahr alles passiert. Wenn ich zurückkomme, gehe ich mit dem Gefühl zurück ich komme in das Deutschland zurück, welches ich verlassen habe. Natürlich weiß ich, dass dies nicht so sein wird, denn ich weiß was in einem Jahr alles passiert. Doch ich bekomme hier halt nicht mit, was in Deutschland alles passiert. Das heißt ich klammere mich an das aktuellste, was ich habe, an das was ich verlassen habe. Doch so wird es nicht sein und ich habe Angst davor, dass sich alle oder meiner Freunde so verändert haben, dass wir nicht mehr miteinander auskommen. Ich nehme das keinem übel, denn ich kann ja von niemandem erwarten, dass der ein Jahr auf mich wartet, doch ich selbst finde diese Gedanken sehr traurig. Manchmal sitze ich hier und wünsche mir, einfach mal wieder mal in die Schule in Deutschland zu gehen. Einfach um meine Freunde zu sehen, ein bisschen mit denen zu lachen und das Gefühl zu haben, alles sei so wie vorher. Doch dann wird mir oft klar, dass es dies nie wieder sein wird. Und dieses Abrupte Abschied nehmen, ist halt nach wie vor nicht einfach für mich. Und es ist halt so, dass ich deswegen keinem meiner Freunde Vorwürfe machen kann, sondern es war ganz alleine meine Entscheidung hier hin zu gehen. Und ich habe alle in Deutschland „im Stich gelassen“. Das hört sich hart an, doch wenn es mir schlecht geht, habe ich mir das oft Vorzuwerfen. Aber vielleicht ist das auch eine Sache, die zum Auslandsjahr gehört. Und ich bin mir sicher, ich werde auch dafür noch eine Lösung finden damit umzugehen.

So, dass war jetzt die Überarbeitung von dem alten Beitrag, da dieser echt unterirdisch war.

Das Ende habe ich nicht überarbeitet, da mir das nicht so wichtig ist. Und hier habe ich auch inhaltlich versucht nichts zu verändern, sondern wollte nur die Form verbessern. Tschuldigung, falls hier nach wie vor viele Rechtschreibfehler drin sein sollten, Word zeigt mir keine mehr an und ihr wisst wie schlecht ich in Deutsch bin! ;)


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Nur noch 9 Monate

04:02, 16.04.2009 .. Geschrieben von Anonymous
Hallo Simon!
Dein Blog ist sehr interessant. Ich finde deine Entscheidung für ein Jahr nach Malaysia zu gehen mutig und gut. Kopf hoch und noch viele gute Erfahrungen für das weitere Leben.

Bernd S.

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