Mein Auslandsjahr in Malaysia

"Familien Urlaub"

08:15, 20.04.2009 .. 0 Kommentar(e) .. Link

Und eine weite Woche ist ins Land gezogen, hier in Malaysia, wie auch in Deutschland und allen anderen Ländern dieser Welt. Und es wird jetzt wieder Zeit für einen neuen Blog-Eintrag meinerseits. Ich hoffe, ich bekomme diesmal wieder einen halbwegs ordentlichen und strukturierten Eintrag hin. Anfangen möchte ich heute, mit einer Sache, über die ich beim letzten Mal vergessen hatte, zu schreiben. Nämlich über meine Zeit hier während des Ski-Urlaubes von meinem Vater und meiner Schwester in Deutschland. –Das war keine einfache Zeit für mich! Es war nicht so, dass ich in Tränen ausgebrochen bin, weil ich wusste, dass diese jetzt in ihren Urlaub fahren. Doch es war ein komisches und ungutes Gefühl, zu wissen, dass jetzt ein Teil meiner Familie in den Familienurlaub ohne mich fährt. Ich, habe denen das von ganzem Herzen gegönnt, ich meine es ist nun wirklich ihr gutes Recht auch ohne mich in den Urlaub zu fahren, doch es war nicht einfach für mich. Es gab Momente, in denen ich in der Schule saß und habe mir gedacht habe, dass in diesem Moment wieder eine Piste herunter gefahren wird, die wir all die Jahre zuvor zusammen herunter gefahren sind. So etwas tut in gewissem Maße weh und hat mich auch traurig gemacht. Dazu kam noch das Gefühl, weiter Weg als zuvor von den beiden zu sein. Ich weiß natürlich, dass dies nicht so war und auch wenn es doch so gewesen sein sollte, wären die par Hundert Kilometer, die vielleicht gewesen sind, nicht wirklich ausschlaggeben. Doch es hat mir irgendwie das Gefühl gegeben abgeschnitten und getrennt von denen zu sein. Das ist ganz schwer zu beschreiben, aber es war auf jeden Fall  kein schönes Gefühl. Und vor allem macht mir das ein wenig Angst vor den Sommerferien. Da dies hier nur eine Woche war und daraus werden in den Sommerferien 6. Dies noch zu dazu! Komme ich aber nun zu meiner letzten Woche. Die letzte Woche war grundsätzlich eine sehr schöne, in der ich viel Spaß und Freude hatte, doch es gab auch 2 oder 3 Momente, in denen ich wieder ziemliches Heimweh hatte. Das ist lange nicht mehr so schlimm, wie es am Anfang war, doch ich möchte, dass ihr wisst, dass dieses Gefühl nach wie vor vorhanden ist. Doch manchmal ist das auch meine „Schuld“, da ich mich „darauf einlasse“ über zu Hause nachzudenken. Doch manchmal brauche ich das einfach. Weil ich sonst Angst habe zu „vergessen“. Und ich sage mir dann, dass es der Preis dafür ist, dass es zu solchen Momenten und Situationen kommt. Und es ist nun wahrlich kein großer, wenn ich dafür nur lernen muss mit meinen Gefühlen umzugehen. Doch dadurch und durch andere Dinge gibt es immer Mal wieder den ein oder anderen schweren Moment! Aber grundsätzlich wird mein Alltag hier von Spaß und Freude bestimmt.                                                                                                                                                  Von andern Austauschschülern, die wissen, wie es mir hier am Anfang „ergangen“ ist, werde ich oft gefragt, wie ich meine schwere Zeit überwunden habe und aus meinen Problemen wieder rausgekommen bin. –Ich glaube, dass ich nirgendwo „rausgekommen“ bin, sondern ich habe das Loch, welches ich mir selbst geschaufelt hatte, wieder zugeschüttet. Meine Familie meine Schule und mein Umfeld ist nicht grundlegend anders, als zu der Zeit, in der ich hier angekommen bin. Doch ich habe am Anfang Gründe dafür gebraucht, dass es mir hier so schlecht geht. Und diese habe ich natürlich in überall gefunden. Denn wenn man Probleme wirklich sucht, dann findet man diese auch. Doch irgendwann habe ich dann angefangen, die positiven Dinge in all diesen Sachen zu sehen. Und dadurch ist mir klar geworden, wie gut es mir hier doch eigentlich geht. Ich meine, dass ich nicht alles haben kann ist mir klar, aber ich habe schon sehr viel, finde ich. Ich habe mir gesagt, dass das meine Familie ist und diese mit keiner anderen zu vergleichen ist. Mit der Zeit habe ich dann auch meine eigenen Taktiken und Methoden entwickelt mit Situationen und Problemen umzugehen. Dabei war es natürlich nicht so, dass ich immer auf Anhieb sofort eine Lösung für das anstehende Problem gefunden hatte, sondern ich musste oft sehr viele verschiedene Dinge ausprobiert, bis ich zu einer zufriedenstellenden Lösung gekommen war. Manche von den Dingen, die ich ausprobiert habe, haben es sogar verschlimmert, doch ich habe gelernt, wenn man weiter sucht und neue Dinge ausprobiert, dann findet man irgendwann eine Lösung. Diese Lösungen können ganz einfache sein, wie zum Beispiel Musik hören, wenn man sich alleine Fühlt, aber auch sehr komplizierte, wie zum Beispiel bestimmte Denkmuster, bei starkem Heimweh oder Selbstzweifel. Es gibt 2 Dinge, die mir auf dem Weg zu solchen Lösungen super helfen und geholfen haben. Das eine ist der Wille, wirklich eine Lösung finden zu wollen, den wie schon irgendein Kluger Kopf gesagt hat:“Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg“ und das stimmt. Es gibt manche Dinge, die brauchen ihre Zeit, doch mit Geduld und dem Willen kriegt man das fast alles hin. -Das andere, was mir oft hilft und richtig gut tut, ist die Kommunikation mit anderen Austauschschülern. Das ist, wie ich finde, eins der tollsten Dinge an AFS. In jeder Woche, schreibe, rede oder telefoniere ich mit anderen AFS Austauschschülern. Und es ist unglaublich wie wir uns von einem halben Meter (beim Unterhalten) bis über tausende Kilometer hinweg(beim Chatten) verstehen und uns gegenseitig helfen. Und das obwohl wir uns vorher teilweise gar nicht oder nur für wenige Tage gesehen haben reden und schreiben wir miteinander, als ob wir uns schon seit Jahren kennen würden. Das ist ein tolles Gefühl der Gemeinschaft.

So, jetzt komme ich zu dem, was ich letzte Woche erlebt habe. Ich habe recht viel telefoniert, so ziemlich jeden Abend bis auf Samstag und Sonntag. Dann war ich mit meiner Schulmannschaft in einer andern Schule für ein Fußballspiel und habe dort nicht schlecht gestaunt, als die auf einmal angefangen haben mit mir „deutsch“ zu reden. Das war sehr lustig, auch wenn ich in solchen Situationen oft nachdenken muss, was den die normalen Antworten auf solche einfachen Fragen sind. Am Donnerstag bin ich dann mit zu einer Diskussionsrunde meiner Klassenkameraden gegangen. Das war eine Art Wettbewerb, in welchem wir eine Runde weitergekommen sind. Diese Woche findet dann an einer anderen Schule das Halbfinale statt. Da freue ich mich schon drauf, weil das ziemlich gut war. Diesen Freitag hatte ich ein Badminton Match und obwohl ich gar nicht so schlecht gespielt habe, hatte ich schon nach der ersten Runde keine Chance mehr, da die Chinesen das einfach zu gut können. Aber das war trotzdem sehr lustig, wie während meiner Spiele die ganze Halle nur auf meinen Platz geschaut hat und bei jedem Punkt, den ich gemacht hatte, am toben war. Ich musste dabei jedes Mal schmunzeln und meine Gegner sind dabei hoch rot angelaufen. Doch ich habe es immerhin geschafft einen Inder zu besiegen! :P  Am Samstag dann sind wir meine Mutter aus dem Krankenhaus in Penang abholen gefahren. Die ist dort von meinem Vater Donnerstagnacht gegen 2 Uhr hingefahren worden, weil diese Schmerzen im Rücken hatte oder so. Und den Sonntag habe ich komplett damit verbracht das Defizit in meinem Tagebuch aufzuholen. So, dann komme ich hier auch zu meinem Ende und habe noch eine Bitte: Ich freue mich über alle Tipps, die ihr mir hier zu dem Blog gebt und wenn irgendjemand möchte, dass ich Mal über ein bestimmtes Thema scheiben soll, dann bitte bei mir melden. Und genau so könnt ihr das natürlich auch machen, wenn ich was geschrieben habe, was gar nicht geht.

Bis nächste Woche,

Euer Simon


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