Katzenrettung in Bad Schallerbach

01:33, 2.02.2012 [0 Kommentare] [Link]

Wie ihr sicher schon mitbekommen habt, haben wir seit etwa Oktober versucht eine unserer im September kastrieren Katzendamen einzufangen. Sie tauchte eines Tages plötzlich mit einer Verletzung am Bein auf. Leider scheiterten Einfangversuche mit Einzelfalle, Mehrfachfalle und mit der Hand.
Nach dem letzten Einfangversuch traute sie sich dann lange nicht zur Fütterung heran, geschweige denn zur Futterstellenbetreuerin.
In der Zwischenzeit belastete die Katze das Beinchen dann doch wieder...
Nun seit etwa 2 Wochen kommt die Katze wieder ganz nah heran, lässt sich zwar streicheln, aber an hochheben oder nehmen ist nicht zu denken. Vorige Woche bekam ich dann den Anruf von Sabrina, dass der Fuß deutlich schlechter geworden ist. Er ist viel dicker und es sieht nach einer Fleischwunde aus und die Katze steigt nur gar nicht mehr drauf.
Also versuchten wir unser Glück mit Unterstützung von Patricia vom Tierheim Wels mittels Kescher. Leider missglückte der Versuch und wir mussten abbrechen.

Heute haben wir uns wieder um 20 Uhr an der Futterstelle getroffen.. Diesmal ein paar Meter von der Futterstelle entfernt. Mit Sedalin bewaffnet, wollten wir die Katze heute endlich erwischen.
Die Dosis haben wir sicherheitshalber für 5 kg gewählt. Plan war: wir jubeln der Katze das Sedalin unter und beschäftigen sie so lange am Futterplatz, bis das Mittel wirkt, sie betäubt ist und keine so gute Reaktion mehr hat und dann sollte Sabrina den Kescher drüberschmeissen und Patricia und ich springen aus dem Auto und helfen ihr und bugsieren die Katze in die vorbereitete Box.. Soweit der Plan...

Wir haben also das Futter in einem eigenen Schüsserl angemischt, haben die Kescher ins Auto von Sabrina geladen und sind dann mit ihrem Auto an die Futterstelle rüber. Sabrina ist ausgestiegen wie immer, wurde auch schon von den Katzen erwartet und begann zu füttern.
Sie hat dann der verletzten Katze genau das Schüsserl vor die Nase gestellt und wir stellten fest, dass unsere Befürchtung, dass die Katze das Medikament rausschmecken und verschmähen würde, unbegründet waren. Sie fraß es mit Appetit.. Patricia schaute auf die Uhr.. Es verging Minute um Minute und schon nach 8 Minuten merkte man, dass sie nicht mehr ganz so schnell in der Reaktion war. Blöd nur, dass die Katze das auch gemerkt hat.
Sie setzte sich etwas weiter weg von der Futterstelle, putzte sich.. Hockte sich dann hin, kam dann nochmal kurz zur Futterstelle, verschwand dann wieder hinter einem Anhänger.. Und schliesslich.. War sie weg..
Genau das, was nicht passieren sollte...

Also gingen wir mit Taschenlampe und Kescher auf die Suche.. Und suchten und suchten ... (an dieser Stelle wär ein Katzensuchhund angebracht gewesen) Langsam bekamen wir Panik, dass wir sie nicht finden würden... wir haben alles abgesucht.. Den Schuppen, hinter den Holzstössen.. Rundherum.. In den Sträuchern usw.. Keine Katze zu finden, auch waren keine Geräusche zu hören wo man darauf schliessen hätte können wo sie sich versteckt hält.
Es verging mind. Eine halbe Stunde, als ich nochmal im Stadel alles absuchte und unter einen Tisch leuchtete.. Und da sass sie... Etwas benommen aber leider noch zu gut beisammen, um zu flüchten.
Sie flüchtete dann hinter einem Bretterhaufen... und dort sass sie in der Falle,.. Es gab nur 2 Ein- bzw. Ausgänge und nun fing das Geduldsspiel an..
Die beiden “Löcher” verbarrikadierten wir mit den Keschern, war aber nicht so einfach, weil alles sehr eng und verwinkelt war.
Patricia holte dann lange Stangen um die Katze in eine Richtung rauszutreiben.. Sie kam zwar immer ziemlich nah ans Ende, drehte dann jedoch immer wieder um. Auch als Sabrina auf den Holzstoss kletterte und oben herumsprang, hat sie nicht herauslaufen lassen.
Wir hockten schliesslich 1 1/2 Stunden vor den Löchern... bis sie endlich an einem Ende mit dem Kopf herausschaute.. Natürlich an meinem Ende *g* Da ich aber weder mit Kescher noch mit dem Handfang von Katzen sehr geübt bin, hab ich Patricia um Hilfe gebeten und die schaffte es tatsächlich die Katze herauszuklauben... sie wurde sofort im Kescher eingepackt und Sabrina und ich holten die Transportbox, wo wir sie dann verstauten..

Ich muss echt sagen.. Ohne Patricia hätte ich null Chancen gehabt die Katze zu erwischen, vielen vielen liebe Dank für die Hilfe!!! *niederknie und anbet*
gegen 22 Uhr gab ich dann der Tierärztin Bescheid, dass wir auf dem Weg zu ihr waren.
Dort angekommen sahen wir erst das ganze Ausmaß der Verletzung :-( der Fuß total dick mit mehreren offenen Stellen und offensichtlich stark entzunden.
2 Röntgenbilder zeigten dann, dass es sich wohl um eine stark entzündete Bisswunde handeln musste, die Entzündung hat im Endeffekt schon Teile der Fußknochen aufgelöst (die sind gar nicht mehr vorhanden)

Mietze wurde nun erstmal mit Antibiotika versorgt, Wunde wurde gereinigt.. Jetzt muss erstmal die Entzündung abklingen und dann wird weiter geschaut.. Unter Umständen muss der Fuß abgenommen werden, derzeit wäre das aber sowieso nicht möglich wegen der starken Infektion.
Die Katze hat übrigens 2,60 kg und ist sehr mager, muss also unbedingt auch noch aufgepäppelt werden.
So und nun heul ich fast vor Freude, dass wir sie ENDLICH einfangen konnten.. Und ich werd mir nun ein Gläschen vom Rotweinlikör schenken, den wir von unserem Pfarrer Franz Zeiger bekommen haben (damit uns beim Fangen nicht kalt wird :D) da brauch ich jetzt wirklich ein Schlückchen davon ;-)
Ich hab dann noch Patricia heimgebracht und um ca. Mitternacht war ich dann auch endlich zu Hause.. So und nun geniess ich das Glaserl noch und schlaf dann hoffentlich schnell ein :-)

 

hinter diesem Bretterverschlag hatte sich die Katze verschanzt...

 

 der vordere Ein- bzw. Ausgang.. alles sehr eng.. konnte nur durch am-Boden-Kriechen erreicht werden, da alles verstellt war.. — hier: Gemeinde Bad Schallerbach.

 

der hintere Ein- bzw. Ausgang des Bretterverschlags... der Ziegel war natürlich extrem doof, aber nicht wegzubewegen. hinter diesem Ziegel konnte Patricia Bartik die Katze dann hervorholen.. (ohne Sedierung wär sie wohl von ihr zerlegt worden)

in diesem schmalen Schlurf (hinter dem Bretterverschlag an der Wand) hatte sie sich verschanzt.. rankommen -> unmöglich

 

erste Begutachtung der Wunde...

im rechten Bereich sieht man deutlich die Stelle, wo sich der Knochen aufgelöst hat :-(

im unteren Bereich der Pfote sieht man deutlich, dass der Knochen fehlt -> hat sich aufgelöst aufgrund der heftigen Entzündung


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