Schweineversuche ethisch vertretbar?
16.01.2010

Im Ötztal sind wissenschaftliche Tierversuche durchgeführt worden, im Zuge dessen Schweine (unter Narkose) als Lawinenopfer herhalten mussten. Schweine eignen sich besonders für Versuche, weil sie in etwa vergleichbare Bedingungen bieten; siehe etwa Herzklappen vom Schwein, Kreislaufbedingungen ähnlich dem Menschen. Meines Wissens werden Schweine auch bei der Ausbildung von Ärzten verwendet. Die Versuche führten geplant zum Tode der Schweine. Wegen Medienrummels und Tierschutzvereinen wurde die Versuche schließlich abgebrochen.

Sind diese Versuche ethisch vertretbar? Ein Annäherungsversuch:

Zu welchem Zweck wurden die Schweine geopfert? Um wissenschaftliche Ergebnisse zu bekommen. Zu welchem Zweck werden normalerweise Schweine geopfert? Um sie aufzu(fr)essen. Ich nehm nun mal an, dass ich nicht der Einzige bin, der den Zweck wissenschaftlicher Ergebnisse höher einstuft, als den Zweck, Schweine aufzuessen. Deswegen denk ich mal, dass jeder fleisch(fr)essende Mensch nicht berechtigt ist, diese Versuche zu kritisieren. Das wär Heuchelei.

Wissenschaftliche Versuche werden nicht aufs Geratewohl gemacht, sondern benötigen lange und intensiv Vorbereitungszeit. Ebenso eine ausreichende Fallzahl, um die Ergebnisse aussagekräftig zu machen. Durch den Abbruch der Versuche ist diese Anzahl anscheinend nicht erreicht worden, damit dürfte der Tod der bis dahin verendeten Schweine umsonst gewesen sein. Primär hätte ich die Schuld an dieser Tatsache den Tierschützern zugeschrieben. Aber eigentlich sinds die Wissenschaftler selber, sie hätten die Versuche zu Ende bringen müssen.

Angesichts der oft verheerende Zustände an Schlachthöfen hatten diese Schweine im Ötztal aufgrund der Narkose noch einen sanften Tod. Zur Frage, ob man Tiere überhaupt töten darf, sag ich mal nix: Solange die Menschen sich gegenseitig abmurksen, ihre Nachkommen umbringen, werde ich mich sicher nicht wegen der Tiere aufregen. Vielleicht sollten sich die Tierschützer mal für das "Tier Mensch" so einsetzen, schließlich sehen manche Tierschützer ja keinen Unterschied zwischen Menschen und Tieren. (Obwohl die Sonderstellung des Menschen auf der Welt offensichtlich ist, oder hat schon jemand mal ein Tier gesehen, welches Physik, Chemie oder sonstige Wissenschaften betreibt; etwa Geisteswissenschaften? Oder noch besser: Hat jemand schon mal ein Tier gesehen, welches sich für den Tierschutz einsetzt?).

Ein konsequenter Tierschützer dürfte keine Verkehrsmittel benutzen (wegen der auf der Windschutzscheibe verendeten Tiere), nicht mal zu Fuss unterwegs sein (Gefahr des Zertretens von kleinen Tieren) usw.

regulus

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Turiner Grabtuch, ein Schwindel?
18.12.2009

Ich bin soeben über die Meldung von Südtirol Online gestolpert, dass man Karten für die Ausstellung des Turiner Grabtuches erwerben kann. Es soll sich um das Grabtuch von Jesus handeln, er soll der darauf abgebildete Mann sein.

Die meisten wissenschaftlichen Untersuchungen haben aber ergeben, dass dieses Grabtuch aus dem Mittelalter stammt, also nicht aus der Zeit Jesu Christi. Das Grabtuch selbst ist wohl kein Schwindel, dieses Tuch aber als Grabtuch Jesu darzustellen sehr wohl.

Was soll man also von diesem Grabtuch halten? Im Prinzip nichts. Ich halte dieses Grabtuch als völlig irrelevant für den Glauben. Wenn der Glaube von so einem Tuch abhängt, tja dann läuft meines Erachtens  was falsch.

regulus

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Religionfreiheit, Atheismus, Gott und das Kruzifix der "Politiker"
14.11.2009

Relgionsfreiheit versteh ich in 2fachem Sinne:

Einmal Frei-Sein von (irgendwelcher) Religion und das andere Mal Freiheit, eine Religion auszuüben. Hierin muss sicher unterschieden werden. Kompliziert wird die ganze Angelegenheit dann, wenn man feststellt, dass es eigentlich keine "richtige" Definition von Religion gibt. Man kann zwar beschreiben, wodurch Relgion gekennzeichnet ist, aber eine allgemein anerkannte Definition gibt es nicht, weil Religion so komplex ist und auch überall anders verstanden wird. Meines Wissens gibt es in vielen Sprachen gar keinen gleichwertigen Ausdruck. Entweder sind die entsprechenden Ausdrücke zu weit oder zu eng. Dann wird es aber auch schwierig, gemeinsam über eine Religion zu diskutieren.

Atheismus

Atheisten verneinen, dass es so was wie einen Gott gibt und begründen das durch die Vernunft.

Gibt es einen Gott oder nicht?

Das ist nun die Frage. Ich bin der Meinung dass die Chancen 50:50 stehen. Weder kann man die Existenz Gottes beweisen noch die Nicht-Existenz Gottes. Es gibt vernünftige (rationale) Argumente, die für eine Existenz Gottes sprechen, ebenso gibt es aber auch vernünftige Argumente, die gegen die Existenz Gottes sprechen. Welchen Argumenten man nun mehr Gewicht zuordnet, dementsprechend wird das (subjektive) Ergebnis ausfallen.

Ich selber kann mir die Welt besser erklären, wenn ich an eine Existenz Gottes annehmen. Warum ist denn alles so, wie es ist, und nicht anders? Warum ist überhaupt "etwas"? Die geistigen Fähigkeiten bloß auf Materie zurückzuführen, ist für mich ebenso nicht stimmig/plausibel.

Kruzifixurteil und Politik

Laut bekanntem Urteil dürf(t)en in den öffentlichen Klassenzimmern keine Kruzifixe mehr hängen. Diesbzüglich finde ich noch keine schlagkräftigen Gründe FÜR oder DAGEGEN. Wohl aber sollten die Politiker sich nicht drüber äußern. Ihr Eintreten für die Kruzifixe, sie, die doch vielfach völlig gegen christliche Grundsätze verstoßen, das passt einfach nicht zusammen. Das ist Heuchelei, das find ich schlimmer als die Abnahme der Kruzifixe in den Klassen.

Die Jungen Grünen behaupten in ihrem Beitrag Kreuz ja, Kopftuch nein: "Religion ist Privatsache". Dem kann ich nicht zustimmen. Religion war immer schon Relgion "einer Gemeinschaft". Religion kann von einer Gemeinschaft nicht getrennt werden.

regulus

wahllose Beiträge zum Kruzifixurteil (müssen nicht unbedingt meine Meinung widerspiegeln):

http://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=3587

http://younggreens.blog.de/2009/11/03/kreuz-kopftuch-7302123/

http://www.stol.it/Artikel/Politik/Lokal/SVP-bringt-Antrag-fuer-Kreuze-in-Klassenzimmern-ein

http://www.schuetzen.com/html/news/treplies.asp?message=849

http://www.stol.it/Artikel/Chronik/Kreuze-in-Schulen-Finnische-Beschwerdefuehrerin-von-Wirbel-ueberrascht

http://www.provinz.bz.it/lpa/service/285.asp?redas=yes&aktuelles_action=4&aktuelles_article_id=313714

http://www.die-freiheitlichen.com/index.php/unsere-arbeit/pressemitteilungen/1662-europaeischer-gerichtshof-moechte-politik-ersetzen

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Soldaten vs. Zivilisten vs. Frauen und so....
3.11.2009

Die Leidtragenden sind immer die Zivilisten? Nur was ist denn ein Zivlist?

Zivilist zu sein, scheint eine potentielle Eigenschaft von Menschen zu sein:

  • Mensch unter Waffen = Soldat = darf im Kriegsfall abgeknallt werden, moralisch gerechtfertigt (?)
  • Mensch nicht unter Waffen = Zivilist = darf/dürfte im Kriegsfall nicht abgeknallt werden

Wie ist das nun bei Menschen, die nicht Soldaten sein wollen, sondern Zivilisten; aber nicht Zivilisten sein dürfen und unter die Waffen gezwungen werden? Das interessiert niemanden, sie dürfen abgeknallt werden (?). Umgekehrt mischen sich Soldaten unter die Zivilisten, um sie für ihre Interessen zu benützen. Alles zusammen bescheuerte Angelegenheit. Kommen Soldaten ums Leben, war ihr Job daran schuld, kommen Zivilisten um, kommt es zu einem Aufschrei. Dabei sind alle beide Menschen, aber offensichtlich mit verschiedenen Eigenschaften, die eine größere Rolle zu spielen scheinen, als die Menschen selber.

Dann wären da noch die Frauen und Kinder. Moralisch gesehen sollten diese eher geschont werden als Männer. Warum eigentlich? Wie war das doch gleich mit der Chancengleichheit und Gleichberechtigung? Ich mein, ich find es gut, dass sie eher geschont werden, aber Begründung? Und dass alle Kinder lieb sind, das vergeht einem beim Anblick von Kindersoldaten sicher. Schon den Film Blood Diamond gesehen?

regulus

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mobile Menschen und Nomadentum
20.10.2009

"Immer wieder hört man die Fordrung, die Menschen müßten mobiler werden, um das Anwachsen der Arbeitslosigkeit zu verhindern. Mobiler werden heißt, den Arbeitsplatz, den Wohnort alle paar Jahre zu wechseln. Nur noch Arbeitsverträge für die Dauer einiger Jahre zu haben. Kein eigenes Haus mehr besitzen zu können, keinen Freundeskreis mehr zu haben. Es bedeutet den Zusammenbruch der Kommunikation, das Ende der Kultur. Es ist ein Rückschritt weit hinter das Nomadentum. Denn die Nomaden waren zwar auch nicht bodenständig, aber sie sind wenigstens im geschlossenen sozialen Verband umhergezogen." (aus: Das TOP Quark, Picasso und Mercedes-Benz oder was ist Physik? von Hans Graßmann, S.242)

Netter Vergleich. Das was bei uns "IN" gilt, nämlich flexibel und mobil sein, ist/soll ein Rückschritt hinter das Nomadentum. So kann man es auch sehen.

Ähnlich dem, wenn man hinter Nordic Walking das Bedürfnis sieht, sich wieder (wie die Tiere) auf allen Vieren fortzubewegen ;)

regulus

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ähem, alles klar?
19.08.2009

"Diese Bedingungen konstituieren bei weitem keine Intension, sondern sind allesamt extensional: Sie implizieren Operationen einer sukzessiven Ausrichtung an der Abszisse oder Linearisierung, die die intensiven Ordinaten in raum-zeitliche und energetische Koordinaten überführen, Operationen, die die somit abgegrenzten Komplexe miteinander in Korrespondenz bringen.[...]"

ich halt mich nicht für ganz blöd, aber bitte was ist das denn???

Dieser Satz stammt aus dem Buch "Was ist Philosophie?" von Gilles Deleuze und Guattari. Dies ist eigentlich ein berühmtes Buch, aber echt mühsam. Teilweise verstehe ich nur Bahnhof, so wie beim oben zitierten Satz.

regulus

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Warum ist "alles"?
13.06.2009
Warum ist "alles" und nicht vielmehr "nichts"?

Diese Frage in all ihrer Bedeutsamkeit fährt mir so ab und zu durch alle Knochen, heute auch wieder, für ein paar Sekunden. Viele Menschen haben sich damit beschäftigt und viele tun es auch heute. Aber Antwort? mir nicht wirklich eine bekannt.

Es bleibt das Staunen.

regulus
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Galilei und die heutige Kirche
6.06.2009
irgendwie scheint die heutige Kirche immer noch nicht ganz klar zu kommen mit Galileo Galilei. Der heutige Beitrag in den Dolomiten mutet etwas komisch an.


Man hat damals also "nur" verlangt, dass ein Wissenschaftler seine exakte Beschreibung als Hypothese vertritt. Das ist von einem Wissenschaftler wohl etwas viel verlangt, sofern er sich seiner Sache ganz sicher ist. Außerdem wurde Galilei unter Folterandrohung zum Widerruf gezwungen, obwohl er in der Sache eigentlich nur für die Lehre des Kopernikus eingetreten ist.

regulus
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