Pearl Jam: Live At The Gorge
Daß Pearl Jam gerne mal ein Live-Album raus bringen, ist ja nichts neues. Mittlerweile gibt es zu jedem (!) Konzert ein offizielles (!!) Bootleg. Für diejenigen, die das jeweilige Konzert besucht haben, sicher ein tolles Erinnerungsstück. Für diejenigen unter uns, die lieber einen allgemeinen Überblick über das Spektrum der Band haben wollen oder gerne mal das ein oder andere selten gespielte Lied hören möchten, ohne dutzende – mitunter sehr lohnenswerte – Pearl Jam-Konzerte zu besuchen, ist "Live at the Gorge" mit seinen sieben (!!!) CDs, auf denen fast 100 (!!!!!) Songs zu finden sind, unverzichtbar. Aber nicht nur für die bietet dieses Grunge-Feuerwerk alles, was man sich wünschen kann.
Die schick gestaltete Box beinhaltet drei komplette Konzerte aus den Jahren 2005 und 2006, welche im Gorge Amphitheater in den USA stattfanden. Die Setlists variieren, für Pearl Jam typisch, bei jedem Gig extrem, so daß man mit den Mitschnitten dieser drei Konzerte so gut wie jedes Herz zum leuchten bringen wird. Es ist ohne Frage eine Tagesaufgabe, sich dieses Album mit seinen acht Stunden Laufzeit anzuhören, aber wenn man einmal angefangen hat, will man auch nicht mehr aufhören.
Ergriffen hört man zu, wenn Eddie Vedder in "Alive" davon singt, wie er vom Tod seines leiblichen Vaters erfährt, in "Love Boat Captain" versucht, die Ereignisse um das Roskilde-Festival 2000 zu verarbeiten oder in "World Wide Suicide" den Irak-Krieg anklagt. Pearl Jam sind die letzte übrig gebliebene Größe aus dem Grunge-Mekka Seattle. Ein Dinosaurier, der lange noch nicht dem Aussterben nahe ist, immer noch in der Lage ist, über sich selbst hinaus zu wachsen und der eine der eindrucksvollsten Livebands dieses Planeten darstellt. "Live at the Gorge" lässt daran keinen Zweifel.
Pearl Jam-Konzerte zählen nicht umsonst zu denen, die man so schnell nicht vergisst. Es ist beachtlich, wie sehr sich Publikum und Band im gegenseitigen Wechsel und auch jeweils untereinander achten und schätzen, selten hat man so eine extrem geschlossene Einheit gesehen. Diese beeindruckende Nähe spürt man auch auf diesem Opus mehr als deutlich.
"Live at the Gorge" ist nicht nur ein Album für fortgeschrittene Hardcore-Fans. Es ist ein Album für jeden. Es spricht jeden an und es reißt jeden mit. Genau so, wie es ein reales Pearl Jam-Konzert auch tut. Wer daran jetzt zweifelt, höre sich bitte dieses Meisterwerk an und gehe danach gefälligst auf ein Pearl Jam-Konzert seiner Wahl. Bitte.
Anspieltipps: CD I bis VII
Tracklist:
Sept 1st 2005:
CD I:
01. I Believe in Miracles
02. Small Town
03. Off He Goes
04. Low Light
05. Man of the Hour
06. I Am Mine
07. Crazy Mary
08. Black
09. Hard to Imagine
CD II:
01. Given to Fly
02. Last Exit
03. Save You
04. Do the Evolution
05. Alone
06. Sad
07. Even Flow
08. Not for You
09. Corduroy
CD III:
01. Encore Break
02. Love Boat Captain
03. Insignificance
04. Better Man
05. Rearviewmirror
06. I Won't Back Down
07. Last Kiss
08. Crown of Thorns
09. Blood
10. Yellow Ledbetter
11. Baba O'Riley
July 22nd 2006:
CD IV:
01. Wash
02. Corduroy
03. Hail Hail
04. World Wide Suicide
05. Severed Hand
06. Given to Fly
07. Small Town
08. Even Flow
09. Down
CD V:
01. Encore Break
02. Footsteps
03. Once
04. Alive
05. State of Love and Trust
06. Crown of Thorns
07. Leash
08. Porch
09. Last Kiss
10. Inside Job
11. Go
12. Baba O'Riley
13. Dirty Frank
14. Rockin' in the Free World
15. Yellow Ledbetter
July 23rd 2006:
CD VI:
01. Severed Hand
02. Corduroy
03. World Wide Suicide
04. God's Dice
05. Animal
06. Do the Evolution
07. In Hiding
08. Green Disease
09. Even Flow
CD VII:
01. Encore Break
02. I Won't Back Down
03. Life Wasted
04. Big Wave
05. Satan's Bed
06. Spin the Black Circle
07. Alive
08. Given to Fly
09. Little Wing
10. Crazy Mary
11. Comatose
12. Fuckin' Up
13. Yellow Ledbetter
Spielzeit: 480:00 Minuten
Bewertung: 10 von 10 Punkten
Label: Warner
Release: 22.06.2007
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