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The Reason: Things Couldn't Be Better


"Things Couldn't Be Better" – nach diesem Titel klingen zumindest die ersten Zeilen des dritten Albums von The Reason absolut nicht. "The world before me / and the wall behind me / I don't know which side I'm on." Auf den ersten Blick scheint es, als habe es sich die Band auf die Fahnen geschrieben, in ihren Texten das genaue Gegenteil des Albumtitels zu propagieren. Offeriert wird das jedoch nur durch die ersten drei Zeilen. "But it's the right one for me" heißt es nämlich weiter. Dazu begleitet ein komplett akustisches Stück, das schon so verspielt klingt, dass man bereits jetzt genau weiß, dass diese Band bei den Aufnahmen des Albums auf jeden Fall eins hatte: Spaß. Das überträgt sich natürlich umgehend.

So schnell und überraschend wie "My Broken Legs" das Album einleitet, so schnell und überraschend verschwindet es nach knapp über einer Minute Spielzeit auch wieder und macht Platz für das vom Titel her sicher passendere "This Is Just The Beginning." "Things Couldn't Be Better" ist zu diesem Zeitpunkt gerade mal eineinhalb Lieder alt, aber prompt ist klar: The Reason reihen sich ein in die Liste der vielen, vielen großartigen kanadischen Bands, von denen man in Deutschland viel zu wenig weiß, wenngleich man eigentlich sollte.

Und das, obwohl – einige mögen an dieser Stelle sicher sagen: gerade weil – sie vor allem stimmlich oftmals sehr nah in die Gegend von Quakfrosch Benjamin Kowalewicz und ähnlichen Exemplaren heran reichen. Bis auf den Produzenten und einige stimmliche Affinitäten hat die Musik von The Reason allerdings eher wenig mit Billy Talent zu tun.

Der wohl offenkundigste Widerspruch zu eben genannten: The Reason kann man sich länger als zehn Minuten am Stück anhören. Ein ganzes Album lang sogar und das gar mehrmals hintereinander. Immer wieder fragt man sich dabei stutzig, warum – ja verdammt, warum nur – diese Band in deutschen Landen bisher so unbekannt ist. Spätestens seit dem Duett "We're so beyond this" mit Sara von den in Deutschland durchaus wohl bekannten Zwillingsschwestern Tegan & Sara hätte man doch mit etwas Resonanz rechnen dürfen. Vielleicht liegt es daran, dass "We're so beyond this" bisher lediglich Radiopräsenz genießt und erst mit "Things Couldn't Be Better" offiziell hier veröffentlicht wird. So oder so, gehört werden sollte es ohne Frage.

Fazit: The Reason nicht vor der Unbekanntheit zu bewahren, wäre eine ungeheure Verschwendung von Ressourcen, denn – so albern diese Phrase auch klingt – sie haben es drauf. Es ist durchaus wünschenswert, dass eine möglichst große Menge an Menschen diesen charmanten Mix aus lautem Hardcore-Geschrei und soften Pop-Synthies zu Ohren bekommt. Vielleicht sollte man tatsächlich nach Kanada auswandern.

Anspieltipps: My Broken Legs, This Is Just The Beginning, All I Ever Wanted, Unquestionable, We're so beyond this, This Is Taking Forever, Sleepyhead

Tracklist:
01. My Broken Legs
02. This Is Just The Beginning
03. All I Ever Wanted
04. Unquestionable
05. Is It Just Me?
06. This Is Where We Go It Alone
07. If My Tongue Could Talk
08. We're So Beyond This
09. This Is Taking Forever
10. I Felt A Song Inside Me
11. Sleepyhead
12. Reset The Breaker
Spielzeit: 40:30 Minuten

Bewertung: 9 von 10 Punkten
Label: Smallman Records
Release: 28.03.2008


Kategorie: Alben.
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