Musikjournalismus
(nach VÖ sortiert)
Albencover kommen bald wieder!
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Beatsteaks: B-Seite
Zack! Es hat lange gedauert, doch nach nunmehr zehnjährigem Bandbestehen ist sie nun endlich "ready to rock": Die erste Beatsteaks-Doppel-DVD. Und die hat es in sich.
Auf der ersten DVD erfährt man in der ca. einstündigen Dokumentation "B-Seite – Der Film" alles, was man bisher nicht über die Band wusste. Alles, aber auch wirklich alles vom ersten Album "48/49" bis zur aktuellen CD "Smack Smash" wird dokumentiert. So erfährt man zum Beispiel, dass die ehemaligen Bandmitglieder Ali und Steffi die Band verließen, weil sie verrückt geworden sind und wie und warum es dazu kam, dass die Beatsteaks Vorband der legendären Sex Pistols wurden. Neben speziell für die DVD geführten Interviews mit den einzelnen Bandmitgliedern verweisen auch witzige Animationen und Aufnahmen aus der jeweiligen Zeit auf die Geschehnisse in der Bandgeschichte.
Neben dem Film befindet sich auf der ersten DVD zudem ein "Making of Smack Smash", das schon der Erstauflage von "Smack Smash" als Extra-DVD beilag. In diesem Making of wird eindrucksvoll erklärt, wie aus anfänglich 2365 Songideen erst 16 und später dann 12 Songs für das Album entstanden. Die Dokumentation ist knapp 25 Minuten lang und weiht auch in die teils obskuren Aufnahmemethoden und Studiorituale der Beatsteaks ein – MC Hammer lässt grüßen.
Zusätzlich zu diesen beiden Filmen sind auf der ersten DVD alle bisher erschienenen Musikvideos der Beatsteaks sowie ein Making of zu "Hello Joe" zu finden. Wie auch die beiden Filme, werden auf Wunsch alle Videos von den Beatsteaks persönlich kommentiert.
Als Sahnehäubchen dieser DVD gibt es dann noch die Rubrik "beat tv", die verschiedene Fernsehauftritte der Beatsteaks zeigt. Besonders sehenswert sind hier die onyx.tv-Outtakes, bei denen sich Peter und Torsten nicht dazu aufraffen können, einen Beitrag vernünftig anzusagen.
Die zweite DVD darf durchaus als Live-DVD angesehen werden. Der Hauptteil besteht aus 19 Livesongs, die von drei verschiedenen Konzerten aus dem Jahre 2004 aufgenommen und zusammengeschnitten wurden (11x Berlin – Deutschlandhalle, 5x Hannover – Capitol, 3x Taubertal-Festival). Anders als bei vielen anderen Live-DVDs fällt dieser Umstand hier aber nicht negativ aus, da die Ausschnitte nicht einfach nur plump und lieblos zusammengeschnitten sind, sondern es zum Teil richtig gute Übergänge zwischen den einzelnen Locations gibt, sodass man es nicht als aus dem Zusammenhang gerissen empfindet. Die Taubertal-Songs dienen als Zugabenblock nach dem eigentlichen Konzert. Das Konzert wird von vorne bis hinten komplett von Sänger Arnim und Schlagzeuger Thomas kommentiert, die sich auch nicht davor scheuen, explizit auf Textfehler und Verspieler anderer Bandmitglieder und auch der eigenen Person hinzuweisen.
Als besonderes Highlight des Konzertteils ist hier wohl das stimmungsvolle "Hey Du" zu nennen, das zu Beginn und zu Ende einzig und allein von Gitarrist Peter vorgetragen wird, lediglich im Mittelteil geht das Licht auch für die anderen vier Bandmitglieder an, ansonsten ist es komplett dunkel in der Halle, nur ein einziger Scheinwerfer ist auf Peter gerichtet. Weitere Highlights sind "Frieda und die Bomben" mit Jan von Turbostaat, "To be Strong" mit Flo und Rüde von den Sportfreunden Stiller, "Hello Joe" und "Monster" mit den ehemaligen Bläsern der Butlers und "Loyal to None" mit erstmals auf einem Beatsteaks-Konzert eingesetzten Pyroeffekten.
Besonderes Schmankerl sind auf dieser DVD die vier zusätzlichen Live-Versionen von "Schlecht" aus vergangenen Zeiten. Zudem gibt es als weiteres Special mit dem die ärzte-Klassiker "Zu spät" noch einen deutschen Evergreen zu bewundern, den die Beatsteaks in der Deutschlandhalle zusammen mit Fettes Brot vorgetragen haben.
Zusätzlich enthält diese DVD noch vier Songs vom Hurricane-Festival 2005, während denen man erfährt, was es damit auf sich hat, dass Angus Young, Dee Dee Ramone, Ringo Starr, Farin Urlaub und Prince gleichzeitig auf der Bühne stehen und wie man ein komplettes Festival-Publikum dazu bringt, sich während eines Songs auf den Boden zu setzen.
Außerdem sind im "Bonus"-Bereich weitere kurze Konzertausschnitte aus vergangenen Jahren zu sehen – unter anderem auch Teile des legendären LKW-Gigs im Berliner Mauerpark mit einem nicht unbekannten deutschen Gitarristen als Gastsänger und einem ebenfalls nicht unbekannten Schlagzeuger der gleichen Band im Publikum.
Alles in allem bietet diese Doppel-DVD auch bei genauerem Hinsehen keinerlei Kritikpunkte. Meine wirklich hohen Ansprüche wurden durchweg befriedigt, der Sound ist überwiegend klar und laut - einfach grandios (wobei ein Special-Feature zugegebenermaßen alles andere als ohrenfreundlich ist, was aber zum Glück nicht an der Band liegt). Die Kameraführung ist nicht zu hektisch, aber immer noch schnell genug, um die Power eines Beatsteaks-Konzerts glaubwürdig wiederzugeben. Es wird deutlich, dass die Beatsteaks nicht zu Unrecht als die beste deutsche Liveband bezeichnet werden.
Der Umfang dieser DVDs ist überwältigend. Man merkt deutlich, dass die Band viel Zeit und Liebe in dieses Werk gesteckt hat. Allein die Gastauftritte lassen sich sehen: Thumb, Köfte von Mad Sin, Turbostaat, Jan Delay, Fettes Brot, Fünf Sterne Deluxe, Sportfreunde Stiller, die ärzte, die ehemaligen Bläser der Butlers, Jürgen Vogel und – last but not least – die Teenagers. Verzeiht mir, wenn ich jemanden vergessen habe, aber die Liste ist wirklich lang.
Wer sich beeilt, bekommt noch die Limited Edition im Pappschuber mit wirklich schickem, doppelseitigem Poster. Und ihr solltet euch wirklich beeilen. Kaufen, einlegen und genießen. Bamm!
Anspieltipps: DVD I: B-Seite - Der Film, Summer, I don't care as long as you sing, Hello Joe-Making of, onyx-Outtakes, DVD II: Frieda und die Bomben, Badfish, Monster, Schlecht, Hey Du, Loyal to None, Let me in, Torsten in Treptow, Teenagers Columbiahalle
Tracklist:
DVD I:
· B-Seite - Der Film:
01. Intro
02. 48/49
03. Die Steffi-Story
04. Jetzt gehts weiter mit Thomas
05. Launched
06. Ein neuer Mann am Bass
07. Living Targets
08. Let me in
10. Moses
11. Hand in hand
12. Abspann
· Videos:
01. Panic
02. Shiny Shoes
03. Summer
04. Let me in
05. Hand in Hand
06. I don't care as long as you sing
08. Hello Joe (+ Making of)
09. Frieda und die Bomben
· beat-tv:
01. VIVA-Featuring
02. onyx-Outtakes
03. MTV Award
04. Polen singt (Woodstock 2005=
· Making of Smack Smash
DVD II:
· Live Berlin / Hannover / Taubertal:
01. Summer
02. Ain't Complaining
03. Atomic Love
04. Unminded
05. Frieda und die Bomben
06. Not Ready to Rock
07. Badfish
08. I don't care as long as you sing
09. Schlecht:
· im SO 36
· in Kassel
· auf MTV Campus
· im Lindenpark
10. To be Strong
11. Indifferent
12. Hello Joe
13. Monster
14. Hey Du
15. Shiny Shoes
16. Loyal to None
17. Hand in Hand
18. Kings of Metal
19. Let me in
· Hurricane-Festival 2005:
01. What's coming over you
02. Panic
03. Hand in Hand
04. Let me in
· Bonus:
01. LKW-Gig im Mauerpark
02. Big Attack bei MTV Select
03. 1. Konzert
04. Trompetensolo Locke 19.12.1996
05. Torsten in Treptow
06. Uncle Sallys Party im BKA Zelt 13.12.1996
07. Shut up Stand up im Knaack
08. Teenagers Columbiahalle
Spielzeit: 265 Minuten
Bewertung: 10 von 10 Punkten
Label: Epitaph (Warner)
Release: 25.11.2005
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Kategorie: DVDs. |
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Green Day: Bullet in a Bible
Von Green Day erwartet mittlerweile vermutlich jeder eine hochklassige - nein, eine erstklassige - Produktion. Erst recht, wenn es um eine Live-DVD geht. Vorweg: Diese erstklassige Produktion ist mit "Bullet in a Bible" nicht gegeben.
Aber von Anfang an: Glücklich über eine Live-DVD, legt man diese ein und erfreut sich der ersten Töne von "American Idiot" und des beeindruckenden Anblicks von Milton Keynes (England), wo das Konzert aufgenommen wurde. Kraftvoll und vielversprechend legt die Band los, doch spätestens nach dem fünften "England!" und dem dritten "Allright!", die sich bereits im ersten Song andeuten, erreicht auch der geduligste Mensch irgendwann sein Maximum. Man ist versucht, die Skip-Taste zu betätigen, aber das ist bei einer DVD immer etwas schlecht. Also schaut man notgedrungen weiter.
Irgendwann kommt der Gedanke: Hey, sind Green Day live nicht eigentlich immer zu viert? Ja, das sind sie. Auf dieser DVD augenscheinlich nicht. Tré Cool, Mike Dirnt und vor allem der bis zum Erbrechen immer wieder angezoomte Billy Joe Armstrong nehmen fast die gesamte Aufmerksamkeit in Anspruch. Jason White, der zweite Gitarrist, von dem man nach wie vor nicht so richtig weiß, was er eigentlich genau mit der Band zu tun hat, taucht höchstens mal am Bildschirmrand auf, wenn Armstrong ausnahmsweise mal nicht achtfach vergrößert erscheint.
So kommt es dann auch, dass schon "American Idiot" die Fronten klar klärt: Billy Joe Armstrong stellt sich mit seiner Gitarre - die er für den Moment übrigens nicht braucht, weil White für ihn die Drecksarbeit übernimmt und das markante Riff bis zum Zerbersten spielt - auf den riesigen, ins Publikum ragenden Steg und lässt sich feiern, als hätte er gerade das beste und längste Gitarrensolo der Welt gespielt. Davon träumt er vermutlich nachts.
Nachdem man die ersten viereinhalb Minuten mit Müh und Not überstanden hat, hofft man beim zweiten Track auf Besserung. Doch daraus wird nichts, denn erstmal kommt ein komischer Interview-Einspieler, dessen Inhalt ganz offensichtlich nicht wirklich relevant ist, wenn man das Konzert gucken möchte. Zu dem Zeitpunkt, wenn man alle Knöpfe der DVD-Fernbedienung erst nacheinander und dann gleichzeitig gedrückt hat, ist klar: der Mist lässt sich nicht ausschalten. An dieser Stelle wurde "Bullet in a Bible" ohne Wenn und Aber aus meinem DVD-Player entfernt.
Nach einer mehrtägigen absoluten Verweigerung wurde der zweite Versuch gestartet, um wenigstens mal alles vom Konzert gesehen zu haben. Durch das ständige Betätigen der Skip-Taste bei Einsetzen der Zwischenfilmchen gerät das Konzert jedoch jedes Mal wieder aus dem Fluss. Dazu kommt, dass es noch einen weiteren nervigen und dauerhaften Nebeneffekt gibt: das Bild wechselt unaufhörlich und in unerkennbarem Rhythmus und Zusammenhang zwischen Schwarzweiß- und Farbbildern.
"Boulevard of Broken Dreams", der Hit zu Erscheinen der DVD, fängt gar nicht erst mit Live-Bildern an, sondern zeigt die Band - konkret also drei Viertel der Band - in einem dem Videoclip ähnlichen Umfeld, bis dann nach einigen Sekunden erst wieder auf die Livebilder umgeschaltet wird. Auch dieses "Feature" lässt sich - welch Überraschung - nicht unterdrücken.
Zu erwähnen ist vielleicht noch, daß das Konzert - sofern es denn das gesamte Konzert ist, denn im Booklet ist ein als Hase kostümierter Mensch zu sehen, der auf der DVD mysteriöserweise nicht einmal im Ansatz auftaucht - mit 14 Songs und knapp über 60 Minuten Spielzeit äußerst kurz.
Durch diese extremen Einschränkungen hat man dann auch keine Lust mehr, die weiteren Aspekte dieser DVD zu entdecken. Einzig die beiliegende CD, die zum Glück nur das Konzert und keine nervigen "Zusatzfeatures" beinhaltet, bietet einen kleinen Lichtblick. Insgesamt ist diese DVD ein klarer Fehlschuss.
Anspieltipps: American Idiot, Jesus of Suburbia, Basket Case
Tracklist:
01. American Idiot
02. Jesus Of Suburbia
03. Holiday
04. Are We The Waiting
05. St. Jimmy
06. Longview
07. Hitchin' A Ride
08. Brain Stew
09. Basket Case
10. King For A Day / Shout
11. Wake Me Up When September Ends
12. Minority
13. Boulevard Of Broken Dreams
14. Good Riddance (Time Of Your Life)
Spielzeit: 65:12 Minuten
Bewertung: 3.5 von 10 Punkten
Label: Warner
Release: 11.11.2005
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Kategorie: DVDs. |
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