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EU-Erweiterung, die Erste
21:31, 12.02.2007
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Wir leben in einer globalisierten Welt. Nich erst seit der "einen Billion Dollar" von Andreas Eschbach ist mir das bekannt. Wollen unsere Staatschefs aber jemanden an den eigenen bereits erschlossenen Honigtöpfen teilhaben lassen, dann geht zumeist ein Aufschrei durch die Reihen der bewusst falsch informierten oder des Denkens nicht fähigen Schichten der Bevölkerung und nicht wenige - z.T. ewig Gestrige - schlagen politisches Kleingeld daraus.Wie ist es sonst zu erklären, dass ein EU-Beitritt der Türkei einer schier unheilverkündenden Bedrohung des christlichen Abendlandes gleich kommt. Na gut, ich räume ein, da gibt es Probleme mit Menschenrechten und die sind noch nicht gelöst, ein gutes Argument! Vielfach höre ich aber des öfteren, dass die Türkei nicht zu Europa gehört. Zugegeben, der Großteil ihres Teritoriums liegt jenseits des Posporus' und das entscheidet über die Zugehörigkeit zu Europa. Vor etlichen tausend Jahren haben die Griechen (die aus Kleinasien kamen) diese willkürliche Grenze festgelegt, und heute haben die Türken den Salat. Was aber steckt hinter dem Argument wirklich? Angst vor alles niedermachenden Mordbrennern des Mittelalters? Zugegeben, Europa hat eine Vergangenheit im Mittelalter, als viele Ländereien von Muselmanen besetzt waren und viele unserer Bräuche zielen darauf ab, diese Epoche im kollektiven Gedächtnis zu bewahren: Kranzelreiten, Türkenstechen, Geschichten von eingemauerten Türken hier, von gefangenen Türken, die den Abzug wg. Alkoholgenuss verschlafen hatten dort. Gemeinsam ist diesem Kulturgut, dass die vertriebenen Eroberer nicht gut wegkommen. Sie scheinen weder besonders klug, noch diszipliniert, noch sonst irgendwie herausragend gewesen zu sein. Es fragt sich nur, wie sie jemals den Weg bis zu den Toren Wiens meistern konnten, und das in einer Zeit, als die Österreicher den Kaffee noch nicht kannten und auch viele zivilisatorische Errungenschaften - wie z.B. Körperhygiene in unseren Breiten eher als absonderlich galten - nicht so bei den "dummen Muselmanen". Was also wollen wir erwarten, bei der über Generationen hinweg gepflegten Haltung, den Türken weit überlegen zu sein? Und dann, dann kamen sie wieder, diesmal nicht als Mordbrenner, sondern als geduldete, weil billige Arbeitskräfte für die Wirtschaftlokomotive Deutschland nach dem 2. Weltkrieg. Ein klein wenig davon hat auch Österreich profitiert. Und Mitteleuropa ward eingenommen von tausenden fleißigen und leicht zufrieden zu stellenden Hassans und Mustafas. Dass sie Ihre Familien noch mitbrachten, war bestenfalls ärgerlich und die zweite Generation, die die Türkei oft nur von Urlauben her kennt, unsere Staatsbürgerschaft bereits durch Geburt erwirkt hat, soll sich doch intgrieren, dann können wir vielleicht - aber auch nur vielleicht - darüber hinweg sehen, dass ihr Haar und ihre Augen dunkel sind, solange sie sich halt anpassen, ihre Töchter nicht umbringen und ihre Frauen gefälligst kein Kopftuch aufsetzen. Die Türkei mag jenseits des Posporus liegen, aber viele Europäer sind heute türkischstämmig. Die Türken mögen im Mittelalter ihre Religion mit Feuer und Schwert auch in Teile Europas getragen haben, Tatsache ist, dass Sie breits nach dem 1. Welkrieg eine Trennung von Staat und Religion verankerten und das ist weit mehr als wir Österreicher in der 1. Republik zu Stande brachten, wo man nur dann z.B. als Kindergärtnerin eingestellt wurde, wenn man katholischen Bekenntnisses war. Jetzt haben wir die Chance, durch einen EU-Beitritt den seit mehr als 80 Jahren westlich orientierten Staat, der uns über Jahre hinweg billige Arbeitskräfte lieferte, an Bord zu holen. Nutzen wir die Chance, vielleicht - nämlich dann, wenn Ankara zu Hause mal sauber macht und sich endlich europäisch verhält. Aber wird dann der türkische Hilfsarbeiter noch genau so billig und willig sein, wie vorher? Wir haben ja heute schon/noch immer Angst vor den Arbeitskräften aus Ländern, die wir bereits aufgenommen haben. Wie die Vergangenheit zeigt, ist eine EU-Erweiterung in erster Linie ein Bereicherung für die Mächtigen in der Wirtschaftswelt: Neue Absatzmärkte ohne Eintrittsbarrieren, niedrige, lockende Steuersätze, billige Arbeitskräfte in den Steuerparadiesen, denn in die Kernländer lassen wir sie vorerst ja nicht,... Was hat die Türkei davon, wenn sie EU-Mitglied wird? Als eines der wenigen Länder des islamischen Kulturkreises, das westlich orientiert ist, hätte sie zum ersten Mal seit dem Mittelalter wirklich Anschluss an Europa (wobei ich mich manchmal frage, ob das so erstrebenswert ist), hätte hier auch etwas mitzureden und die westlich orientierten Politiker müssten nicht befürchten von eigenen islamistisch-orientierten Parteien in Richtung islamischen Staat gedrängt zu werden, was ja angeblich weder die USA noch Europa will. Tja, es wird halt kein Weg daran vorbei führen, unsere Wirtschaftmagnaten zu befriedigen, als den gemeinsamen Wirtschaftraum zu vergrößern. Manchmal habe ich das Gefühl, eine Heuschreckenplage zieht weiter gen Osten. Hier ist alles abgegrast, die mittelbetriebliche Infrastruktur zerstört, die Kleinbetriebe unrentabel geworden und die Großen ziehen weiter. Zurück bleiben die langsam ausgezuzelten EU-Bürger, die sich keinen Sozialstaat mehr leisten können, deren Butter jetzt doch wieder mehr als 10,- öS kostet und für die eigentlich nicht wirklich viel besser wurde, weder mit dem EU-Beitritt (siehe Transitvertrag etc) noch mit dem TEuro, der ja im Schnitt nicht wirklich zu einer Verteuerung führte, denn Dienstleistungen, PCs und Produkte, die Unternehmen benötigen, wurden ja billiger, während Lebensmittel, Wohnen, Heizung etc. kräftig anzog (der Euro, für den ich dazumals 13,7603 öS geben musste, hatte bereits wenige Monate nach der Umstellung nur mehr eine Kaufkraft von 10,- öS). Verbesserungsmassnahmen: Die sind heute wirklich schwer zu finden, denn wir stecken ja mitten drin im EU-Schlamassel ohne Backdoor hinaus. Also war wäre zu tun: 1. Froh sein, wenn wir erweitern können, dann ziehen die Heuschrecken wenigstens auch weiter ;-) 2. regionale KMUs fördern, einerseits durch politische Maßnahmen, andererseits durch Konsumentenmacht (heimisches kaufen). 3. nicht ins Hirn scheißen lassen, von Heißmachern, die uns einzureden veruchen, was gut für uns ist. Mit ein bisschen Nachdenken weiß das meistens auch schon ein Volksschüler. Ich weiß, ich weiß, so richtig zufrieden bin ich mit dem Blogg heute auch nicht. Eigentlich wollte ich über die Beitrittsverhandlungen mit Serbien schreiben und bin dann bei der Türkei hängengeblieben um dann meine Unzufriedenheit mit der EU zum besten zu geben. Also ich schätze jetz ist es angebracht zu sagen TO BE CONTINUED .... Error-Susi Kommentar hinterlassen { Vorherige Seite } { Seite 7 von 13 } { Nächste Seite } |
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