Vancouver

Fauler Post

16:00, 1.11.2009 7 Kommentare Link

Ich weiss ja, ich sollte schreiben, was so in Vancouver los ist und so...

Aber was soll's (Warnung: Wer Mathe/Physik/Sachkunde nicht in der zweiten Klasse abgewählt hat, könnte bleibende Schäden davontragen.):

 

Bei näherer Betrachtung reichen wahrscheinlich auch zwei Wochen Unterricht in Textil und Sport um einen hierfür überzuqualifizieren.

Zu meiner Rechtfertigung: es gibt hier viel so Alternativ-Schnickschnack und irgendwie geht davon ne perverse Faszination aus. Ist also irgendwie ein Eintrag über meine Erfahrungen in Vancouver...

 

Irgendwie.



Kurze Anfrage

13:27, 21.10.2009 2 Kommentare Link

Können wir BITTE dafür sorgen, dass die ihren Preis für humanitäre Arbeit nicht doch noch ausgerechnet an "Homöopathen ohne Grenzen" verleihen??

Ich meine, natürlich ist es gut, wenn arme Leute in Afrika Wasser bekommen, aber doch besser literweise und nicht als Tropfen unter die Zunge...



Regen in Vancouver! Einwohner geschockt!

18:22, 4.10.2009 2 Kommentare Link

Am Dienstag hat es geregnet.

Wie inzwischen bekannt sein sollte, kommt das in Vancouver gelegentlich vor. In etwas, das ich hier mal die unnachahmliche kanadische Art nennen möchte, war Vancouver völlig unvorbereitet. Zugegeben, der Regen war recht stark, aber dass der Kreisverkehr vor unserem Institut nach einer halben Stunde so aussah hat mich doch überrascht:

Ich musste zum Haupteingang waten...

Als ich dann von dort zum ISAC-Gebäude, wo ich arbeite, wollte, erwartete mich dieses Bild:

Wir entschieden uns dann dafür, im Verwaltungsgebäude zu warten und unsere Socken zu trocknen. Nachdem es nach einer Stunde nicht besser wurde, sind wir dann wieder nach Hause.

Das gemeine ist, dass ich, obwohl ich natürlich weiss, dass Kälte nicht zu Erkältungen führt, am nächsten Tag krank war. Was hilft einem solches Wissen, wenn der eigene Körper das Memo nicht liest?

 

Was noch... Dafür, dass ich nie schreibe, staut sich erschreckend wenig Erzählenswertes an.

Mein Computer ist noch kaputt, meine Arbeit ist hauptsächlich Programmierung (wir bauen jetzt nach und nach die Datenerfassung aller Arbeitsgruppen um uns herum mit unserer schnieken neuen Software nach) und wir arbeiten an einem neuen Detektor, der an das Prinzip von TACTIC angelehnt ist, aber für Neutronenexperimente konzipiert ist.

Zu diesem Zweck werden wir Ende November nach Los Alamos fahren, um an der dortigen Neutronenquelle zu messen. Vorher sind natürlich noch allerlei Sicherheitsklimmzüge zu machen, damit die dort halbwegs sicher sein können, dass wir keine Terroristen sind. Interessanterweise entscheidet sich der Grad der Verdächtigkeit nicht anhand der Staatsbürgerschaft, sondern des Geburtsortes. Zum Beispiel wird uns vermutlich ein gebürtiger Ägypter begleiten, der seit 25 Jahren Kanadier ist. Glücklicherweise gilt Ägypten anscheinend nicht als verdächtig. Wie viele Alarmglocken der Name Ahmed Hussein auslöst, werden wir noch sehen...



Ich verstehe nicht...

19:23, 26.07.2009 15 Kommentare Link
wie Leute Twitter benutzen können.
Ich kann mir ja nicht mal vorstellen, wöchentlich einen Blogeintrag zu schreiben...

Ich mache jetzt mal so was ähnliches. Ein paar zusammenhanglose Absätze, allerdings alle auf einmal.

Simon war hier. Nur für 6 Tage, aber dafür haben wir eine Menge geschafft. Wir waren in Victoria, sind von dort mit der Fähre nach Seattle gefahren und mit dem Bus zurück nach Vancouver. Außerdem waren wir bei "Bard on the Beach" hier in Vancouver, dort werden jeden Sommer Shakespeare-Stücke im Zelt aufgeführt. Wir haben "A Comedy of Errors" gesehen, und wenn mir nochmal einer kommt und die Nase über "Unterhaltungsautoren" wie Pratchett oder Adams im Gegensatz zu "Literaten" rümpft, kann ich auf diese Klamotte verweisen. Nicht, dass ich Shakespeare herabwürdigen wollte, es ist schon ein sehr ansprechendes Stück; aber was den eigentlichen Plot angeht, habe ich schon sehr viel komplexere Komödien gesehen.

Mein Computer ist immer noch kaputt. Toshiba kann ihn nur reparieren (theoretisch, praktisch offensichtlich nicht), ein Austausch muss über den Händler (Mediamarkt) laufen. Praktisch bedeutet das: Ich schicke meinen Computer nach Deutschland zu einer Person meines Vertrauens, die damit zu Mediamarkt geht. Die sehen, dass er kaputt ist und schicken ihn an Toshiba. Dann bekomme ich entweder ein Ersatzgerät, das natürlich wieder irgendwie hierher muss, oder -wenn ich Glück habe- mein Geld zurück. Im Zweifelsfall aber auch das wieder als Gutschrift, so dass ich hier wieder nichts damit anfangen kann...

Neulich war ich mal wieder am Wreck Beach (der Strand mit dem Biber), zum ersten Mal bei Badewetter. Ich bin tatsächlich jetzt erst das erste Mal im Pazifik geschwommen (genaugenommen in der Georgia Strait, ungefähr so Pazifik wie die Nordsee Atlantik ist).
Der Strand ist "clothes optional" (jaja, Kanada, nicht USA...), d.h. Badehosenträger werden auch nicht gesteinigt, was ich ganz vernünftig finde. Bei einigen der Herren, die da rumstanden, hatte man aber dennoch den Eindruck, sie seien hauptsächlich da, um ihr zugegeben eindrucksvolles Gemächt zu präsentieren. Irgendwie musste ich an dieses Video denken, das ich vor einer Weile gesehen hatte:



Diese Schnecken finde ich übrigens häufig nachts vor meiner Eingangstür. Wahrscheinlich laufe ich irgendwann mit dem Gesicht in so eine Aktion und kreische wie ein kleines Mädchen. Was mich etwas überrascht hat, war dass auch auf dem recht holprigen Wanderweg, der von diesem Strand losgeht, mehrere nackte Männer unterwegs waren. Ich dachte an die üblichen Notaufnahmegeschichten: "Naja, ich war nackt wandern... Und ich bin ausgerutscht... und da war dieser Stock..."

Europareise

20:22, 15.06.2009 5 Kommentare Link
Und ich war so stolz auf mich...
Schon im Zug vom Frankfurter Flughafen nach Göttingen zu meiner Mutter habe ich einen Blogeintrag geschrieben.
Und dann habe ich es nicht auf die Reihe bekommen, ihn auch zu posten.
Hier also der Post-Reise-Post:

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Mittwoch, 27.5.2009

Bin da.

Ich hab's also nach Deutschland geschafft.
Einige kurze Gedanken zur Reise:
1) Wer auch immer der Meinung war, dass es doch ne Superidee wäre, die Sitze von Transatlantikflugzeugen mit Kunstleder zu beziehen... Sagen wir, Meinungsfreiheit hat auch ihre Grenzen.
2) Ich habe keine Beweise, aber irgendwie glaube ich, dass der, der beschlossen hat, auf solchen Flügen Bohnensalat zu servieren, mit dem Kunstlederheini verwandt ist.
3) Es gab ja weiss Gott auch lahme Buffy-Folgen, aber Twilight kommt einem vor, als hätte eine vierzehnjährige Schülerpraktikantin am Buffy-Set in der Mittagspause heimlich mit irgendwelchen Leuten von der Strasse ihr sterbenslangweiliges Fanskript verfilmt. Ausserdem ist da so viel falsch! Man könnte meinen, die hätten keine Ahnung, wie Vampire wirklich sind. Das vermittelt den Leuten doch völlig falsche Vorstellungen.
4) Ich habe trotz aller Vorurteile versucht, mich in meinen zwei Stunden in Frankfurt etwas umzuschauen. Aber ich hatte ja keine Ahnung! Das ist ja noch viel hässlicher als ich dachte! Der "City"-Ausgang des Bahnhofs spuckt einen zwischen ranzigen Dönerbuden, Puffs und Sex-Shops aus. In Richtung echte Innenstadt muss man da erstmal durch, dann wird's aber noch schlimmer: statt Besoffener wimmelt es dann plötzlich von Schlipsträgern. Der Bankerbefall von Frankfurt ist echt erschreckend, als ob es nicht ausreichen würde, dass da überall Hessen sind!

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Was ist seitdem passiert? Naja, die ganze Europareise halt.
Den ersten Tag bei meiner Mutter habe ich zu einen guten Teil vergammelt. Am nächsten wollten wir einen Ausflug machen, stattdessen bekam ich einen Hexenschuss.
So schleppte ich mich dann die nächsten Tage durch Wendhausen, Hannover und Berlin, konnte mich aber doch mit erfreulich vielen treffen.

Das Poster für die Konferenz habe ich natürlich erst im letzten Moment fertig bekommen und einen Tag vor dem Abflug nach Italien in Tübingen gedruckt. Ist aber ganz gut geworden.
Dann kam Italien.
Die Konferenz war sehr gelungen, die Unterkunft war OK (ich musste zwar das Zimmer mit zwei weiteren Studenten teilen, aber wenigstens kannte ich die beiden.) Das Essen war überraschen mäßig. Zwar nicht furchtbar, aber in Italien erwartet man einfach besseres.
Wenigstens musste man auf der Strasse um sein Leben bangen, sonst wäre mein ganzes Italienbild den Bach runtergegangen.

Was mich beeindruckt hat, waren die Leute, von denen ich mein Essen bekam, also Bedienungen in Restaurants oder Mensafeen. Beide erweckten grundsätzlich den Eindruck, es sei eine unerhörte Zumutung, dass ich in ihr Etablissement kam und dann auch noch etwas von ihnen wollte. Dieser Effekt war bei mir besonders stark, weil ich kein Italienisch spreche; aber auch sonst habe ich die Kellner außer den Stammrentnern niemandem zulächeln sehen.
Den Vogel abgeschossen hat dann die Kassiererin in den Kantine, bei der ich nichts kaufen durfte. Wir hatten Wertmarken für die Mittagsmahlzeiten, welche grundsätzlich aus erstem Gang, zweitem Gang, kalter Platte und Obst bestehen. Dabei ist der erste Gang normalerweise Pasta, der zweite dann ein Stück Fleisch oder so (ohne Beilagen). An einem Tag begab es sich, dass die zur Wahl stehenden zweiten Gänge beide ganz gut aussahen. Ich entschied mich also, statt eines ersten Gangs einen weiteren zweiten zu nehmen, auch auf die Gefahr hin, dass ich diesen evtl. würde bezahlen müssen. Pustekuchen! Der Verwaltungsakt der Essensausgabe sieht keinen Austausch der Gänge vor. Mir blieb nichts anderes übrig, als einen der beiden Teller zurückzustellen. (Von meinem Platz aus konnte ich ihn da minutenlang stehen sehen, wahrscheinlich wurde er dann irgendwann weggeschmissen. Meine Mahlzeit bestand also aus einem trockenen Schuhsohlenschnitzel. Immerhin hatte ich aus der Desserttheke widerrechtlich einen Mozzarella mitnehmen können. Die standen zwar da in der Kühltheke, waren aber sonst immer abgedeckt. Wenn ich sage, dass dieser Mozzarella zu den geschmacksintensivsten Dingen gehörte, die ich dort bekam, sollte das nicht als Qualitätsmerkmal des Käses verstanden werden.

In Rom habe ich dann am letzten Abend sehr gut gegessen...

Der Rückflug hatte wieder Kunstleder, aber keine Bohnen und keine Teenievampire.

Aussenseiter überholt USA!

19:03, 30.04.2009 4 Kommentare Link
OK, die Italiener haben gewonnen...
Dies gehört zu der Konferenz, wo ich hinwill.

So lange hing noch keiner am Cliff

18:27, 30.04.2009 0 Kommentare Link
Ich habe beschlossen, die Bilder nochmal aufzuteilen. Erstmal gibt es den Rest von Christians Besuch.

Wie ihr euch vielleicht gedacht habt, erreichten wir die Insel in der Tat unbeschadet. Vom Fähranleger aus fuhren wir mit dem Bus nach Victoria, der Haupstadt von BC. Diese ist etwas älter und ein vielfaches europäischer als Vancouver. Hier zum Beispiel das Parlamentsgebäude, das dem Hannoveraner Rathaus zum verwechseln ähnlich sieht:


An der gleichen Bucht, die als Freizeithafen dient, befindet sich (neben dem Grossteil der Innenstadt) das Empress Hotel:


Viel englischer bekommt man es ausserhalb Englands kaum. Entsprechend kann man in diesem -selbstverständlich sündhaft teuren- Hotel sehr gepflegt seinen Cream Tea nehmen, allerdings war uns selbst das zu teuer. (Nicht das der Preis tatsächlich irgendwo drangestanden hätte, aber das ist ja meist Zeichen genug.) Einen Blick auf den Tea Room konnten wir aber dennoch erhaschen:


Von Victoria aus ging es dann zum Whale Watching, leider keine Buckelwale, aber ordentlich Orkas und Tümmler:


Nun wollten wir natürlich auch etwas Landschaft sehen, fuhren also so weit, wie uns der ÖPNV trug (nicht besonders weit...) in einen der zahlreichen Naturparks.




Auf der Rückreise hielten wir noch bei den Butchart Gardens, angeblich eine der Hauptattraktionen der Insel. Ein hübscher Park, nicht besonders riesig, kann meiner Meinung nach solchen Anblicken wie eben nicht das Wasser reichen.


Ich nehme allerdings auch an, dass wir Europäer solche Parks einfach eher kennen als die Kanadier, so dass sie einem nicht ganz so atemberaubend vorkommen. Jedenfalls nicht $25-atemberaubend...

Soviel dazu, mehr demnächst.

Lebenszeichen

20:13, 28.04.2009 10 Kommentare Link
Falls das hier überhaupt noch jemand liest...
Ich lebe noch.
In letzter Zeit war aber wieder so einiges, so dass ich abends einfach keinen Bock mehr hatte. Ein richtiger Blogger werde ich wohl nie, ständig schreiben, was mir so widerfährt ist einfach nicht meins...

Na gut, also was war denn so alles...

Wie einige von euch wissen, habe ich Anfang März meinen Computer in Reparatur geschickt. Drei Wochen später kam er wieder und hatte einen neuen Defekt. Gestern ist er wieder in meine Richtung losgeschickt worden, mit etwas Glück kriege ich ihn noch diese Woche. Ob er dann natürlich intakt ist, wissen die Götter.

Dann war im April mein Vater zu Besuch, wir haben einiges unternommen, obwohl ich arbeiten musste, und es sind ein Haufen schöner Bilder dabei rausgekommen. Ich habe mir fest vorgenommen, in den nächsten Tagen eine Auswahl online zu stellen, zusammen mit der überfälligen Fortsetzung der Bilder von Christians und meiner Mutter Besuchen. (Ich glaube, das ist grammatisch so richtig.)
Wenn also nicht bald was kommt, steigt mir ordentlich aufs Dach.

In den letzten paar Tagen des Hierseins meines Vaters hatten wir dann zum ersten Mal seit ich hier bin am Triumf Strahl in TACTIC. War zwar nur ordinäres 12C (Feld-, Wald- und Wiesenkohlenstoff), aber zum Testen reicht's. Alles in allem lief das ganze recht gut, allerdings auch deswegen, weil es nicht so sehr auf Ergebnisse ankam, es war mehr ein Herumprobieren. Ende Juni wird es dann ernster, das erste Mal radioaktiver Strahl.
Vorher werde ich vermutlich ein bisschen in Deutschland sein, 8.-12.6. ist eine Konferenz in Italien, zu der ich will, wenn's klappt versuche ich die zwei Wochen vorher in Deutschland zu sein.

Was sonst noch?
Die Allgegenwärtigkeit von Religion auf diesem Kontinent und die Tatsache, dass ich nach einem Jahr hier ausser Ulrike und Götz im Prinzip immer noch niemanden kannte, hat mich bewogen, mich jetzt mehr oder weniger regelmässig mit anderen Atheisten zu treffen. Ist eigentlich nur ein ganz normales Kneipe-Gehen, aber da mich mein Atheismus im Moment ziemlich interessiert, hat man da was zu reden. (Meist nicht mehr als ein Viertel der Zeit, sonst verschiedenes...)
Der Organisator dieser Treffen hat einen Brettspieleladen, wo ich entsprechend in letzter Zeit auch häufiger bin und spiele.
Ausserdem bin ich beim Center for Inquiry, da geht es um die Förderung einer naturalistischen Weltanschauung und um Skepsis bei so schönen Dingen wie Homöopathie, Akupunktur und anderen Hokuspokus. Im Moment leider etwas zu medizinlastig für meinen Geschmack, es gibt auch genug Spinner in anderen Bereichen. Jedenfalls gibt es da Vorträge und so Zeug.

OK, noch was leichtes zum Abschluss.
Erinnert ihr euch noch an das "In God we trust"-Nummernschild aus Indiana? Und wie wir das alle ziemlich furchtbar fanden?


... where the future is being made TODAY!

08:53, 3.03.2009 5 Kommentare Link
Ich war gestern im Baumarkt und habe mir etwas unglaubliches gekauft: einen Duschkopf mit Schlauch!
Stellt euch einen ganz normalen Duschkopf vor, nur dass er anstatt direkt an dem Rohr, das aus der Wand kommt, über einen flexiblen Schlauch mit diesem verbunden ist. Man kann ihn also in die Hand nehmen, sich die Unmentionables abbrausen, man kann sogar nach dem Duschen die Duschwanne ohne Zuhilfenahme eines Zahnputzbechers ausspülen.

Ich weiss, für euch in der alten Welt ist das schwer vorzustellen, ihr sagt jetzt wahrscheinlich: "Bitte Lars, hör auf, davon zu reden! Geschichten von solchen Wunderdingen machen mir Angst!", aber auch ihr könnt euch nicht ewig vor dem Fortschritt verschliessen. Wer weiss, was als nächstes auf uns wartet? Raketenautos? Papierloser Transfer von Geld? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Quartalsbericht

18:46, 1.03.2009 2 Kommentare Link
Na gut, dann woll'n wir mal...

Irgendwie konnte ich mich in letzter Zeit einfach nicht zum Schreiben aufraffen, tut mir leid.

Am besten fange ich hinten an, sonst erreiche ich die Gegenwart womöglich nie; also:

Gerade bin ich von einer kurzen Europareise zurückgekommen, oder zumindest von dem Ort im Translink-Tarifgebiet, der dem am nächsten kommt: IKEA. Kann ich wirklich nur empfehlen, wenn einen von euch im fernen Ausland das Heimweh überkommt, zehn Minuten IKEA und man denkt, man ist in Tempelhof (oder wo auch immer), nennen wir es Köttbullar-Effekt. (Das soll nicht heissen, dass ich im Moment vom Heimweh geplagt wäre, aber Daim-Torte kann auch so nicht schaden.)
Nachdem ich ja nun eine Wohnung habe, muss ich ja unbedingt diverses Kleinzeugs kaufen. Auch mal was anderes, Nippes bei IKEA kaufen, weil er wirklich fehlt, nicht nur weil dieser Kartoffelschäler so billig ist und überhaupt unserer zuhause ja nun auch wirklich nicht mehr schön ist. Möbel habe ich keine gekauft, hauptsächlich weil das mit dem Bus schwierig ist und Lieferung $50+ kostet.

Dafür war ich gestern bei einem Moving Sale (fällt mir grade keine passende deutsche Bezeichnung ein, Umzugsverkauf?, Wohnungsflohmarkt?) und habe einen Stuhl und ein paar Holzkisten als Bücherregale erstanden. Als ich zum Bus wollte (ich hatte mir eine überraschend funktionale Konstruktion aus Rucksack, Schnur und Stuhl gemacht, um diesen zu erreichen), bot mir eine andere Kundin einfach so an, mich zu fahren. Kanada...

Im Laufe der Woche haben wir TACTIC wieder aufgebaut und getestet, und alles funktioniert! Das ist das erste Mal nach einem Transport. Dann versuchte ich, auf unserem DAQ-Rechner (Data Acquisition) eine Ubuntu-Partition einzurichten, da wir mit dem installierten Scientific Linux unzufrieden sind. Hauptsächlich, weil es sich um ein zur Hälfte selbstzusammengeklöppeltes System handelt, das sich jeglicher Wartung durch Uneingeweihte wirkungsvoll entzieht. Leider geht das soweit, dass meine Partitionierung einer völling systemunabhängigen Datenpartition das RAID beschädigt hat (wer nicht weiss, was das ist, sollte sich keine Sorgen machen; ist nicht wirklich wichtig.) Um nun nicht noch mehr den Unmut der hiesigen Computermenschen auf mich zu ziehen, habe ich mein Vorhaben nun erstmal aufgegeben. Im Gegenzug müssen diese jetzt halt, wann immer wir was nicht hinbekommen, parat stehen.

Sonst noch was hier? Nö, nicht so richtig. Also Notre Dame:
Wir hatten keinen Deut mehr Freizeit als letztes Mal, aber irgendwie war es alles sehr viel entspannter. Als wir ankamen, waren -30°C (OK, in dem Bereich ist C oder F fast egal...) und es blieb eigentlich die ganze Zeit kalt und verschneit.


Wir waren wieder in der Bude mit der lauten Heizung, aber wenigstens war der nasse Fleck vor der Waschmaschine weg und tauchte erst kurz vor unserer Abreise wieder auf. Ausserdem waren wir diesmal je zwei in so einer Bude, so dass zumindest Türen zwischen den Schlafbereichen waren.
Das Telefonbuch lag noch da, wo ich es liegen gelassen hatte.

Das Experiment ging soweit glatt. Natürlich war ein GEM kaputt (s.o.) und TACTIC musste geöffnet werden, aber sonst alles in Butter.


So sieht der Ionenstrahl TACTIC:


Das heisst eigentlich nicht, denn erstens ist es dunkel in TACTIC und zweitens können Ionen gar nicht sehen.

Nachdem wir fertig waren, wurde alles in Rekordzeit eingepackt, so dass wir noch ein paar Tage in Chicago hatten. (Gefühlt brauchten wir die Hälft der Zeit, um mit dem Zug dort hinzukommen, Durchschnittstempo 25 km/h.)
Ein paar Impressionen der Stadt:





Was wir in Notre Dame an Komfort vermisst hatten, machten wir diese beiden Nächte wett. Auf Empfehlung eines Kollegen aus ND buchten wir unser Hotel bei Priceline: man gibt an, welche Art Hotel man sucht und wieviel man bezahlen will; falls entsprechende Zimmer unterhalb dieses Preises zu bekommen sind, bekommt man sie, muss aber den vollen gebotenen Preis zahlen. Das Nette dabei ist, dass teure Hotels so ihre unbelegten Zimmer verramschen. Wir hatten also jeder eine Zweiraumsuite im Hilton für $80.

Wir waren nun nicht ewig da, haben aber zumindest drei Attraktionen geschafft: die Aussicht vom Hancock-Tower (s.o.), ein Blues-Konzert und das Field-Museum, ein riesiges Natur- und Frühgeschichtemuseum.


Dann ging's zurück nach Vancouver, wo wider Erwarten die Sonne schien.


Ach ja, in ND ging mein Computer kaputt. Nicht völlig, aber jetzt ist er in Reparatur. Dankenswerterweise leiht mir Ulrike solange ihren alten. Dessen Tastaturlayout ist französischsprachige Schweiz, es gibt Umlaute, aber seltsamerweise kein Eszet. Also Julia: ich habe aus gutem Grund mehrfach fälschlicherweise "ss" benutzt, ich hoffe, du lässt das gelten.

Besorgniserrregend

07:06, 13.01.2009 8 Kommentare Link
Muss wohl Jetlag sein, wurde ich doch heute um 5:30 wach und konnte nicht mehr einschlafen!
Und da das Internet grade mal geht, dachte ich natürlich an euch...

Der Flug war in Ordnung, natürlich konnte ich nicht schlafen, aber dafür hatte ich wieder dieses neumoderne Entertainmentsystem mit eigenem Bildschirm und Filmauswahl. So konnte ich einige Rückstände aufholen, unter anderem endlich "Little Miss Sunshine", der ja wirklich super ist.

Vancouver begrüßte mich wie ein junger Hund, es versuchte mir in möglichst kurzer Zeit alles in Erinnerung zu rufen, was mir so gefehlt hatte.
Das Schmadderwetter versteht sich dabei von selbst, aber das erste, was ich sah, als ich den Flughafen verließ war ein ganz normaler funktionsfähiger Zebrastreifen, auf dem ein Mann mit Warnweste und Trillerpfeife den Verkehr regelte. Dann mit dem Bus nach Hause. Es scheint, als sei unter Vancouveraner Busfahrern eine Sonderform des Tourette-Syndroms verbreitet, die sich nicht in einer Vielzahl von Tics wie dem plötzlichen Ausrufen unflätiger Worte sondern ausschließlich durch Beinspasmen äußert. Mit einem Koffer und zwei Taschen macht so eine von Vollgas und Vollbremsung gezeichnete Reise im gut gefüllten Bus natürlich besonders viel Spaß.

Gestern im TRIUMF durften wir dann feststellen, dass unsere Sachen noch nicht nach Notre Dame geschickt wurden, obwohl sie Freitag da sein müssen (wir fliegen am Donnerstag). Aber warum auch, wenn man doch auch Super-Express-Versand für gerade mal den vierfachen Preis oder so bekommen kann. Auch sonst müssen natürlich noch jede Menge Dinge Last-Minute erledigt werden.

Und meine Kreditkarte ist auch nicht da.

Doch nicht ganz abgeschnitten von der Welt

20:45, 3.12.2008 2 Kommentare Link
Wie ich bereits vielen schrieb, bin ich umgezogen und jetzt nur auf der Arbeit zu erreichen.

Oder so dachte ich. Jetzt habe ich hier doch noch einen öffentlichen Hotspot gefunden (niemand sonst würde doch ein ungesichertes WLAN haben.)

Für VOIP-Telefonate ist die Verbindung zu unstet, aber zumindest Mail und Jabber/Skypechat geht. Kann aber sein, dass die Nachb... ähm, dieses Cafe irgendwann abends schließt und ich nicht ständig Verbindung habe.

Finally, a little quiet time...

01:02, 23.11.2008 10 Kommentare Link
Ich habe mal wieder Nachtschicht und es fällt mir daher deutlich leichter, mich zum Schreiben zu bewegen.
Die Sommerausflugsberichte sind jetzt schon so lange aufgeschoben, dass sie gut noch länger warten können, erstmal sollte ich erzählen, was in letzter Zeit so ist.

Verschiedenes.

Zunächst mal habe ich mir ne neue Wohnung gesucht, weil mir mein Zimmerchen auf Dauer doch zu klein wurde, aber die Wohnungssuche gestaltet sich hier gar nicht so einfach, vor allem, weil Leute hier wirklich alles als Wohnraum vermieten würden und die Preise in keinem merklichen Zusammenhang mit der Qualität stehen.
Jetzt habe ich also ab 1.12. eine eigentlich zu teure Kellerwohnung, aber die hat zwei Zimmer, Küche, Bad, was bedeutet, dass ich nicht nur nicht neben dem Kühlschrank schlafen muss, sondern sogar ein Wohnzimmer habe, in dem nicht meine Klamotten über nem Stuhl hängen. Mal sehen, was daraus wird. Ich muss keinen Jahresvertrag unterschreiben, was ein weiterer Vorteil ist; könnte ja sein, dass ich was wesentlich besseres finde.
Die Wohnung ist nicht weit von meiner jetzigen, also relativ weit vom TRIUMF, dafür in Fußreichweite von relativ vielen Läden, Kneipen etc.

Was die Arbeit angeht, habe ich mich damit befasst, herauszufinden, was wir in Notre Dame gemessen haben. Ich habe also berechnet wie das elektrische Feld in TACTIC aussieht und mit unserem Studenten aus Konstanz (keine Ahnung, warum wir ständig Studenten aus Konstanz haben) Monte-Carlo-simuliert, was die Elektronen darin machen. Das Programm heißt Garfield, falls das wirklich jemanden interessiert.
Schon bei der Berechnung des Feldes stellte sich allerdings ein Problem heraus:

VORSICHT, PHYSIK! Ich nehme es keinem (naja, fast keinem) übel, wenn er an dieser Stelle aufhört zu lesen.

TACTIC ist zylindersymmetrisch, und um das voll auszunutzen, sollte das Feld ebenfalls zylindrisch sein. Bei einem einfachen Zylinderkondensator (das ist TACTIC im Prinzip) ist es nun aber so, dass das Feld an den Stirnflächen anders ist als im Inneren. Um dies zu kompensieren, baut man Ringelektroden an die Stirnflächen, die auf eine Spannung gelegt werden, welche dem Potential im Inneren des Zylinders am entsprechenden Radius entspricht. (Diese Ringe sind auf dem Bild auf dieser Seite zu sehen: http://tactic.triumf.ca/tour/index.php.)
Wenn Ihr nun Euren Zylinderkondensator richtig im Kopf habt (wenn nicht, berechnet ihn halt schnell), fällt Euch auf, dass das Potential logarithmisch mit dem Radius abfällt. Entsprechend müssten auch die Widerstände an den Ringelektroden dimensioniert sein. Blöderweise ist diese Erkenntnis offensichtlich irgendwo auf dem Weg vom Entwurf zum Bau von TACTIC verloren gegangen und die Widerstände sind stattdessen identisch. Das Feld, mit dem wir gemessen haben, sieht also so aus:



Das ist ein Längsschnitt durch TACTIC, das Ganze ist rotationssymmetrisch zur senkrechten Achse links.

Wir werden also wohl nicht so viel wie erhofft mit unseren Daten aus Notre Dame anfangen können.

Nun ja.

Im Januar messen wir nochmal, mit richtigen Widerständen, aber vorher bin ich über Weihnachten und Silvester wieder in Deutschland.

Aber wer weiß, vielleicht schreibe ich ja nochmal was.

Kanada vs. USA

14:28, 18.10.2008 4 Kommentare Link
Erinnert ihr euch noch, wie ich mich beschwert habe, dass Kanada bzw. Vancouver nicht so britisch ist, wie ich erwartet hatte? Dass es im Grunde doch genauso sei wie die USA?
*MÖÖÖÖP!!!* *FAHAAALSCH!!!*

Kanada unterscheidet sich von den USA ungefähr genauso stark wie von Deutschland, es liegt nur auf halbem Weg in der gleichen Richtung.

Einige auffällige Unterschiede/Beobachtungen:

Während in Vancouver an beinahe jeder Kreuzung eine Ampel steht, die in der Regel einen Fußgängerknopf hat, ist augenscheinlich die vorgesehene Methode die vierspurige South Bend Ave zu überqueren, in sein Auto zu steigen, die 1 1/2 km bis zur nächsten Ampel zu fahren, dort zu wenden und auf der anderen Straßenseite zurückzukommen.

Nationalflaggen (Schätzwerte):
  Mittlerer Abstand in m
Fläche in m^2
deutsche Stadt 3000 2
Vancouver 1000 2
South Bend 200 20?


Auch wenn das Standardnummernschild für Autos in Indiana so aussieht:


Fahren mindestens drei Viertel mit diesem Sonderschild rum, das ohne Aufpreis zu haben ist:


In Deutschland hat ein Haus in aller Regel eine Zentralheizung mit Thermostaten in jedem Zimmer.
In meinem Wohnhaus in Vancouver haben wir eine Zentralheizung mit einem Thermostat.
In unserer Unterkunft in South Bend hatten wir eine Klimaanlage mit einem Thermostat, der regelt, indem er, wenn es zu kalt wird, das ohrenbetäubende Heizgebläse einschaltet. Geschwindigkeitsregelung gibt es nicht. In der Universität nicht anders.

An der Universität Notre Dame laufen zu jedem beliebigen Zeitpunkt 2/3 der Studenten in Sportklamotten rum. Wenn man an "Home Game Days" ohne Notre Dame Fighting Irish Devotionalien aufgegriffen wird, droht Zuchthaus. (Anders kann ich mir das nicht erklären.)

Schließlich:
Fällt irgendjemandem eine Möglichkeit ein, das stereotypische Bild, das man von den USA hat, besser in einem einzigen Bild einzufangen als dieses Telefonbuch, das in unserer Unterkunft lag?


PS: Durftet ihr da mitabstimmen?

Wieder da

19:02, 14.10.2008 1 Kommentare Link
Die Fortsetzung unserer Serie muss vertagt werden.
Ich war einen Monat in den USA und bin grade wiedergekommen. (Ihr wisst ja, dass man von dort aus nicht kommunizieren darf.)
Wenn ich wieder bei Bewusstsein bin, schreibe ich was.

Christians Besuch 1

10:48, 13.09.2008 9 Kommentare Link
Bilder also. Nun gut, hier sind ein paar von Christians Besuch bei mir.

Zunächst einige Impressionen von Vancouver, die wir hier noch nicht hatten:


Vancouver, wie es gerne und häufig gezeigt wird,


Vancouver, wie es an anderer Stelle (nicht allzu weit) aussieht. (In dieser Gegend sind auch sehr viele Obdachlose und Junkies, aber man muss ja nicht auch noch deren Bilder veröffentlichen.)

Ein weiterer wichtiger Teil ist Chinatown (wobei heutzutage der asiatische Bevölkerungsanteil in vielen anderen Gegenden der Stadt nur unmerklich geringer ist.):



Von der alten Tram, wie sie im Burnaby Village Museum steht, gibt es auch zwei Exemplare, mit denen man fahren kann:


Und, weil es so schön war, nochmal ein "Haus", diesmal im Rohbau, damit man die massive Bausubstanz mal sehen kann:


Jetzt erstmal nur noch der Cliffhanger:


Wird die Überfahrt nach Vancouver Island gelingen?
Wird das dynamische Duo die Hauptstadt British Columbias erreichen?
Gibt es dort überhaupt Cliffs, an denen man hängen könnte?

Mehr dazu beim nächsten Mal!
Nenenenenenenenenenenenenenenene Blog-gen!

Ihr habt ja Recht...

12:17, 7.09.2008 5 Kommentare Link
Tut mir leid, aber irgendwie klappt das zur Zeit nicht mit den Blogeinträgen.
Es gibt am TRIUMF tatsächlich zur Zeit wesentlich mehr zu tun, da wir am 18. September für vier Wochen zum Messen zur Notre Dame University fahren und bis dahin alles ausprobiert, funktionierend und hingeschickt sein muss. Somit habe ich abends noch weniger Lust als sonst, noch literarisch tätig zu werden.
Außerdem will ich Euch ja eigentlich die Bilder von meinen Ausflügen mit meinen Besuchern zeigen, dafür müsste ich sie aber durchsehen und für's Netz präparieren -> Arbeit.

Ich werde aber versuchen, demnächst was richtiges zu schreiben, vermutlich ist ja weniger zu tun, wenn TACTIC erstmal weggeschickt ist.

Zusammenfassend lässt sich aber sagen, dass sich hier doch so einiges besichtigen lässt und es vor schöner Gegend nur so wimmelt. Wenn Ihr mich also besuchen wollt, lohnt sich das nicht ausschließlich ob meiner Gesellschaft. Man kann natürlich Pech haben und so wie meine Mutter 10 von 14 Tagen im Regen verbringen.

Bis später dann, vielleicht auch noch heute Abend, wer weiß.

Rückmeldung

10:35, 1.08.2008 9 Kommentare Link
Ja, ich bin wieder da. Allerdings habe ich in den nächsten vier Wochen ständig Besuch, so dass ich wohl auch da nicht allzu viel schreiben werde.
Der Flug war ereignislos, leider wurde unser schlauer "Christian und ich nehmen den gleichen Flug, dann kann man sich unterhalten"-Plan dadurch erschwert, dass ich in Reihe 12 und er in Reihe 35 saßen. Irgendwie wollten die anderen Passagiere nicht, dass wir uns da unterhalten.
Das einzige weitere Ärgernis war, dass die gleiche Simpsons-Folge wie auf dem Hinflug gezeigt wurde.
Soviel erstmal dazu, bis demnächst.

Das Schlimmste verhindern

20:00, 30.06.2008 8 Kommentare Link
So, damit mich nächsten Dienstag in Berlin kein Lynchmob erwartet, will ich doch endlich mal wieder was schreiben. Ich bin halt in letzter Zeit abends immer so matschig, dass ich keine Lust mehr habe, außerdem halte ich vieles nicht für besonders interessant. Aber das soll mich heute nicht aufhalten.

Also, was habe ich in letzter Zeit gemacht?

Zunächst arbeitsmäßig:
Ich habe mich der Programmierung von FPGAs auseinandergesetzt. Das sind Chips, die in der Lage sind, "auf Knopfdruck" eine digitale Schaltung darzustellen. D. h., anders als ein Computerprozessor, dessen Architektur festliegt und auf dem Software läuft, ändert man hier die Hardware selbst, was in einer sehr schnelllen Digitalelektronik resultiert. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit eines Prozessors hängt ab von seiner Taktfrequenz; ein FPGA ist nicht getaktet, die einzige Geschwindigkeitsbegrenzung ist die physikalische Schaltzeit der Transistoren.
Da haben wir dann aber auch das Problem. Ohne Taktung werden die Verarbeitungszeiten verschiedener Teile eines "Programms" plötzlich zu wichtigen Parametern. Es gibt auf dieser Ebene auch keine echten Datentypen, wie man sie von anderen Programmiersprachen kennt; das höchste der Gefühle ist eine Reihe von Bits, die parallel behandelt werden. So kann es nun passieren, dass zum Beispiel bei einer Vergleichsfunktion ( a > b ) nicht nur die beiden zu vergleichenden Werte nicht gleichzeitig ankommen, selbst die einzelnen Bits der Werte kommen zu verschiedenen Zeiten, so dass statt einer sieben zum Beispiel in kurzer Folge die Werte 4-6-7 anliegen. Das macht diese ganze Geschichte ziemlich ermüdend.
Glücklicherweise haben wir jetzt jemanden, der damit umgehen kann und das in Zukunft für uns erledigen soll, so dass dieser Kelch an mir vorüber geht.

Ansonsten hatte ich eine unglaublich ereignislose Nachtschicht und meine zweite wurde abgeblasen, weil ein Teil des Beschleunigers den Geist aufgegeben hat.

Freizeit:
Da es in letzter Zeit weniger regnet, war ich auch mehr unterwegs, wenn auch meist nicht zu besonders aufregenden Orten. Einmal habe ich die Stadt verlassen, weil in einer Nachbarstadt namens Langley ein Jazz Open-Air war, da bin ich mit dem Bus richtig an Weiden vorbeigefahren! (Ich erwähnte ja glaube ich schon mal, dass man hier durch vier bis sechs Städte reisen kann ohne jemals zu merken, dass man eine verlässt.)
Letzte Woche war dann in Vancouver selbst Jazzfest, wo ich mir dann auch ein bisschen was angehört habe. Das wichtigste ist immer, das Programm durchzugehen und alles wegzustreichen, das Worte wie innovativ oder faszinierend enthält, sonst bekommt man diesen Intelektuellen-Jazz, bei dem man nicht mitschnippt sondern sich nachdenklich über den Bart streicht.

Sonst noch was? Nicht so richtig. Rumgelaufen, paarmal im Pub gewesen oder Sushi gegessen, ferngesehen, gelesen, so Zeuch halt.

OK, dann für die, die nicht ganz so gut informiert sind, nochmal die Eckdaten meiner Tournee:
Ich komme an 4. Juli in Hildesheim an, gehe am 5. zum Abitreffen und am 6. nach Hannover. Am Dienstag den 8. komme ich dann nach Berlin und werde da etwa eine Woche bleiben. Die Woche danach verbringe ich dann in Wendhausen. Dann fahre ich noch zu meinen Großeltern und am 30. wieder hierher.
Gut, ich hoffe, viele von euch zu treffen, bis dann,
Lars

PS: Wird ja jetzt wohl ne Weile Funkstille sein, es sei denn, mir fällt bis Donnerstag noch was ein.

Noch ne Nachtschicht

02:52, 6.06.2008 17 Kommentare Link
OK, wieder ne ereignislose Nachtschicht, also wieder ein Eintrag.

Also: ISAC

Was ich hier mache, nennt sich ja nukleare Astrophysik. Wir befassen uns also mit Kernreaktionen, wie sie in Sternen oder auch exotischeren astronomischen Objekten von Bedeutung sind.
Die Elementsynthese, also die Erzeugung von Elementen aus anderen durch Kernfusion geht in der Regel nicht so einfach, wie man es sich vorstellen könnte. Schon die Erzeugung von Helium geschieht hauptsächlich über einen Reaktionszyklus, den sogenannten CNO-Zyklus. Ähnlich ist es auch bei anderen Reaktionen. Um die Produktionsrate bestimmen zu können, muss man demnach alle oder zumindest die wichtigen Reaktionen eines solchen Zyklus untersuchen.
Das macht man meist mit Beschleunigern. Man hat ein Target, das in der Regel aus dem schwereren Reaktionspartner besteht, und beschießt dieses zum Beispiel mit Protonen.
Nun ist es fast immer so, dass die eine oder andere Reaktion eines solchen Zyklus von instabilen (radioaktiven) Kernen ausgeht. Aus radioaktivem Material lässt sich nun nur dann ein benutzbares Target herstellen, wenn die Lebensdauer mindestens Stunden beträgt, selbst dann muss man sich noch sehr beeilen.

Darum dreht man bei ISAC den Spieß um. Als Target verwendet man den stabilen Reaktionspartner, häufig Wasserstoff oder Helium als Gas, die radioaktiven Kerne werden mithilfe des TRIUMF-Protonenstrahls erzeugt, in einen weiteren Beschleuniger gespeist und auf das Target geschossen. In diesem Fall muss die Lebensdauer nur noch von der Größenordnung der Zeit sein, die das Projektil von der Erzeugung bis zum Target braucht, also Richtung Millisekunden. Damit stehen uns also ganz andere Reaktionen offen.

In Teil 3 folgt: TACTIC

PS: Ihr habt gefragt, also erkläre ich. Selber Schuld sage ich da. SEL-BER SCHULD.

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