"Was bin ich" oder welches Schweinerl hättens denn gern?

13:13, 19.05.2008. Von Thox

Heute habe ich mich in so eine Online Kontakterei eingetragen und als ich zum ersten Feld kam wo in etwa stand: Beschreiben Sie sich selbst ... , da stand ich doch gleich mal auf dem Schlauch. Ich ging bis dato davon aus die anderen können das besser. Schliesslcih gucken die mich den ganzen Tag an. Irgendwie habe ich da keine Ahnung wer ich eigentlich bin und definiere mich aus den Reaktionen und Aussagen der Anderen. Als ich damals gegen Ende Schulzeit, als es auf die Matura (Abitur heisst das in Deutschland glaub ich) zuging, mal langsam entscheiden musste was ich studieren wollte, da hatte ich eigentlich überhaupt keine Ahnung. Ok, das stimmt nur zur Hälfte. Ich kokettierte damals mit Mikro- und Nanotechnik, aber das konnte man nur in Lausanne in der französischen Schweiz studieren. Dass mein Französisch damals nicht gerade erste Sahne war schlussendlich bloss eine Ausrede. Praktisch alle Vorlesungen  wären in Englisch gewesen.
Eigentlich waren es 2 Faktoren die mich schliesslich haben Physik, Mathematik und Informatik wählen lassen.
Zum Einen wäre da meine Freundin gewesen. Meine erste Freundin wohlgemerkt. Ich war da ein Spätzünder und ich hätte nie im Leben alleine nach Lausanne gehen können. Ich hatte meine andere Hälfte gefunden und wollte sie nie mehr im Leben loslassen.
Zum zweiten ist meine Umgebung (Familie und Bekannte undsoweiter) ziemlich darauf angesprungen als ich mal laut über Physik nachdachte. Des sei doch genau das Richtige für mich. Das würde mir doch genau entsprechen. Tja, da dachte ich mir, wenn die das alle so sagen, dann wirds schon stimmen.
Und ich kanns irgendwie bis heute nicht, postulieren was ich will. Entweder weiss ichs tatsächlich nicht (selten), oder aber ich weiss es zwar, aber ich glaube nicht, dass ich es durchsetzen sollte oder dürfte (häufig).
Mir sind Andere immer wichtiger als ich mir selber und für mich hat das so bisher gestimmt. Was daraus jeweils geworden ist hat dann allerdings nicht so gestimmt. Für mich nehmen sich viele Menschen selbst viel zu wichtig, ich will nicht auch so sein. Wenn mir jemand ein “so bin ich  halt, friss oder stirb” an den Kopf wirft” bin ich etwas unangenehm berührt. Aber offenbar ist das Leben so. Mach was Du willst, nimm Dir was Du willst und je mehr Du Dich auslebst, desto mehr wirst Du dafür geachtet, eine Art Sozialdarwinismus wo nur der Stärkste (oder Rücksichtsloseste) überlebt. So werd ich für Andre zum rückgratlosen Gesellen ohne eigene Meinung. Oder eben “lieb und nett und harmlos und öde”. Story of my life!