Timbuktu

Tam Tam

02:09, 28.04.2008 2 Kommentare Link
Ich trommle, also bin ich.
Das ist vielleicht einer der Hauptgründe diese Stadt zu lieben. Jeden Sonntag, wenn das Wetter es zulässt, also vor allem im Fühling/Sommer, gibt es am Fuße des Mont Royal, im Parc Mont Royal,Tam Tam. Will sagen: auf einer Fläche von vl.  500 mal 500 Metern trifft sich vorwiegend der jüngere Teil der Bevölkerung, und es wird celebriert. Und zwar das Leben. Das Motiv sind die Trommeln. Ununterbrochenes tam tam. Vielleicht eine Hundertschaft von Trommlern, versträut über das Areal, mit verschiedenen Schwerpunkten. Angeführt vom Kern, einer Truppe von Reggae-Rasta-Typen. Und alle fühlen den Rhythmus. Es wird getanzt, im Rhythmus der Trommeln. Extase. Ein orgiastisches Massenerlebnis. Jeder macht was er kann oder nicht kann. Ein einziger Jahrmarkt der Eitelkeiten. Hier gibt es alles was es gibt, und was es nicht gibt. Seiltänzer, Feuerspucker, Jongleure jedweder Art. Eine Ansammlung von Artisten. Durchtrainierte Körper in Hülle und Fülle. Woimmer man auch hinschaut, es wird ein Spektakel dargeboten. Muskelpakete jonglieren riesige Fässer auf ihrenen stählernen Körpern, zarterer Geschöpfe tanzen,  einen Hullahupf-reifen um ihrern Körper kreisend. Weiter oben am Hang werden die unglaublichsten Künste mit Getränkedosen und Flaschen aufgeführt, welche durch den Einsatz von Armen,Beinen, Ellenbogen,Schultern usw. am Körper entlangtetanzt werden. Nicht  alles klappt perfekt. Man übt halt. Eine regelrechter open-air-mitmach-zirkus. Jeder ist akzeptiert. Woanders brannded Applaus auf,weil sich soeben eine Menschenpyramide aufgetürmt hat. Alles ist im Fluss. Und jeder celebriert vor allem sich selbst, und alle zusammen das Leben. Alles untermalt vom ständigen tam tam. Zwischendurch steigen andere Instrumente, Trompeten, Saxophone usw  ein. Und man wird mitgerissen.Ich wollte eigentlich nur kurz  vorbeischauen, und bin stundenlang geblieben, auf meinem Fahrradrahmen trommelnd.
Und alle zusammen fühlen, daß sie am Leben sind. tam ta tam tam, tam ta tam tam.
Nirgends auf der Welt habe ich übrigens jemals einen stärkerern Marihuanageruch in der öffentlichkeit wahrgenommen als an diesem Ort.
Es wird Abend, es dämmert, der Hunger treibt einen Heim, und alle Welt  weiss, daß man sich wiedersieht, am nächsten Sonntag. - Es ist halt eine andere Art von Gottesdienst, wie mir dünkt.

Man suche auf youtube einfach mal nach Montreal tam tam

so,muss mir jetzt ne Trommel kaufen ;-)
der basti

eine Explosion - kein Anschlag - und alles blüht

18:05, 22.04.2008 2 Kommentare Link
Warum ich Dir nicht schreibe fragst Du das und bist doch auch der Gelehrten einer...

Das Wetter hier ist unglaublich!
Ich komm im Oktober an, da ist es noch affenheiß. Dann wirds echt rasch echt kalt. Zeitweilig minus 25 Grad. Dann liegen vier bis fünf Monate Schnee. Und ich meine Schnee. Das könnt ihr euch ja gar nicht vorstellen. Die ganze Stadt ein einziges Schneeräumungskommando.  Die haben hier einen ganzen Fuhrpark von Schnneräumungsfahrzeugen. Und das Deneigement, da muss Millionen kosten. Die sind da teilweise überhaupt nicht mir fertig geworden. Das war hier der schneereichste Winter seit mehr als 30 Jahren. Und als der Winter schon fast vorbei war, gabs nochmal einen Schneesturm. Es war ein Sonntag. Am morgen lag praktisch kein Schnnee, weil die ja ununterbrochen damit beschäftigt sind den wegzuräumen. Und wenn es dann schon längere Zeit nicht mehr geschneit hat, dann sind die Strassen und Bürgersteige auch einigermaßen frei, nur an den Gehwegrändern türmt sich dann meterhoch der Schnee. Jedenfalls lag am besagten Sonntagmorgen so gut wie kein Schnnee. Am abend lag soviel, daß das Deneigement 2 Wochen dauert. Im Verlaufe des Tages herrschten Sichtweiten von weniger als 20 Metern aufgrund des Schnnesturmes. Einfach geil! Also für die Autofahrer wohl weniger.
Dann ist es langsam schon März, April, und die Temperaturen liegen immer noch so um die Null Grad. Mal 6 Grad, und man denkt: Boah, was ist das warm heute. Und dabei scheint aber häufig die Sonne. Hab einige unsagbar schöne Wintertage gesehen. Ich erinnere mich zum Beispiel an den Tag, an dem ich umgezogen in. Anfang Januar.  Minus 19 Grad. Aber superblauer Himmel. Wolkenlos. Glasklar. Die Luft schneidend kalt. Einfach traumhaft. Nur längere Zeit hält man das auch nicht aus. Da war ich zum Beispiel so Mitte Februar in Québec. Anlässlich des carneval de Québec. Alle Welt ist auf der Straße. Bei minus 25 Grad. Mit 2 langen Unterehosen, 2 Paar Socken, 2 langen Unterhemden, ein T-Shirt, einen Pulli, einer Strickjacke und einen Mantel, das geht. Doch Trotz Handschuhe fangen vl. nach 30 bis 40 Minuten die Finger an wehzutun, die Zehen freilich auch, und von der Nase wollen wir mal gar nicht sprechen.
Jedenfalls ist es dann langsam April, man hat so um die 5 bis 8 Grad, manchmal wird es nochmal so richtig kalt, aber der Schnne schmilzt so langsam. Die Straßen und Bürgersteige sind schon seit zwei drei Wochen schneefrei. Aber überall liegen noch risiege Schneehaufen, die so ihre Zeit zum schmelzen brauchen. Man läuft zwar bereits schon seit längerem ohne Handschuhe rum, benutzt aber durchaus noch seinen Schal. Dann, mitte April, ein paar Tage vorher hat es durchaus noch einmal kurz geschneit, innerhalb zweier Tage die völlige Explosion, und alles kehrt sich um. Als ich letzte Woche Dienstag noch mit meinen Bruder sprach, da war es hier noch recht kalt, im vergleich mit Deutschland. In der Sonne zwar schon ganz angenehm, aber doch noch sehr sehr frisch. Obschon ich auch sagen muss, dass ich vl vor einem Monat an einem Sonntagmorgen mal auf den Montroyal gestiegen bin, und dort liess es sich in der Sonne auch schon ganz gut aushalten. Und 2 Tage nach dem Gespräch mit meinem Bruder war es dann plötzlich schlagartig warm. Oder man empfindet das nur so, weil es so lange so kalt war. Aber nein, es war wirklich warm. Ich bin im T-Shirt rumgeaufen, viele Leute schon mit nacktem Oberkörper, letzte Woche Donnerstag habe ich schon Leute mit Sonnenbrand gesehen. Es ist wie eine gewaltige Explosoin, alles blüht auf, die ganze Stadt auf der Strasse, und man fragt sich, in welchen Löchern die Leute alle in den letzten Monaten gesteckt haben. Viele Leute in kurzen Sachen, fast alle mit Sonnenbrille, eine einzige Erleicherung nach diesem Winter, und alle haben gute Laune. Urlaubsstimmung. Und alles ist gut.
Und gestern habe ich endlich mein Fahrrad fertiggestellt, welches ich mir hier zusammengebaut habe. Und ich setzte mich also zum ersten Mal seit mehr als 6 Monaten auf ein Fahrrad, trete in die Pedale, und es ist schöner als fliegen, damit durch die Strassen zu rauschen, und nun kann ich hoffen, und ich atme frei. Ich hatte eine herrlichen Empfang, wie die Fahrer bei der Tour de France, denn gestern hat das hiesige Hockey-Team, die Canadiens, unverhofft die 4 von 7 Serie gegen Boston gewonnen und ist somit eine Runde weiter im Sturm auf den Stanley-cup. Und alle waren im großen Siesgestaumel, die Straßen von tausenden von Menschen und Autos blockiert, an jeder Kreuzung regelt die Polizei den Verkehr, und ich rausch mit meinem Fahrrad mitten dadurch......

Zwischenzeitlich habe ich mal als Videospiel-Tester gearbeitet, genauer gesagt als testeur de localisation, wil sagen ich mußte das Deutsch in Videospielen überprüfen, was ich allerdings gehasst habe. So arbeite ich momentan wieder im Lager. Und verdiene wieder nur so etwa den Minestlohn. Werd mich mal nach was anderess umsehen.

so, das wars ersma
bis dann dann

der basti

DANKE !!!

19:58, 17.03.2008 0 Kommentare Link
Danke fuer die Geburtstagswunesche!

jetzt mal nen bisschen negatives, aber: c`est pas grave

19:22, 20.12.2007 6 Kommentare Link

Der naechste, der noch mal was gegen das deutsche Gesundheitssystem sagt, kriegt eine auf die Fresse :-) Und das ist mein voller Ernst.

Bestimmte Sachen bringen nur 3 von 10000 Mann zustande. Und ich bin einer davon. So habe ich mir einmal mit der Naehmaschine meiner Mutter durch meinen Daumennagel genaeht. Ja, richtig: Autsch! Zweimal habe ich mir sogar den Nagel meines Zeigefingers ausgerissen, was auch sehr schmerzhaft ist. Es war auch immer die gleiche Sitiation. Zu zweit sitzend auf einem Skateboard einen Abhang runter, und dabei ist mir irgendwie recht haufig ein Finger unter eine der Rollen geraten... Jedenfalls kann man sehen, dass ich every now and then irgendeine Dummheit mit unschoenen Folgen fuer mein koerperliches Wohlbefinden begehe. Und kuerzlich war es eben wieder einmal so weit. Freitag(14.12.), um genau zu sein. Irgendwie hatte ich das Gefuehl, in Eile zu sein, und so habe ich mir Abends nach der Dusche zur selben Zeit die Ohren mit einem Wattestaebchen gereinigt und ein T-Shirt angezogen. Also eigentlich hatte ich das T-Shirt schon uerbgestreift und wollte es nur noch mal zurechtruecken, als ich mit meiner rechten Schulter gegen das sich noch in meinem rechten Ohr befindliche Wattestaebchen gestossen bin, woraufhin dasselbe volle Kanne in mein Ohr gerammt wurde. Richtig: AUTSCH! Denn am Trommelfell war dann erstmal Ende. Oder eben auch nicht.  Jedenfalls Hoellenschmerz, ein wenig Blut, ein komischer Druck auf dem rechten Ohr, und, natuerlich, Funkstille. Scheisse! Was jetzt. Erstmal ins Krankenhaus. Sind ja nur 5 Minuten zu Fuss. Ich komm da also an, ist gerade so etwa 22 Uhr. Da kommt man da also mit dem was man fuer einen medizinischen Notfall haelt an, muss man ersma eine Nummer ziehen! Dann wird die Nummer irgendwann auch einmal aufgerufen, und dann darf man mit einer Krankenschwester! sprechen. Die entscheidet dann ueber die Dringlichkeit. Dann muss man im Wartezimmer platz nehmen. Und dann wartet man, und wartet man und wartet man und wartet man, bis um 5 Uhr 15 am naechsten Morgen sich dann endlich ein Arzt findet, der sich die Sache mal kurz angucken kann(denn das Wartezimmer ist ja noch immer voller Leute, und es gibt nur einen Arzt). So, Mathe-LKler voran. Wie lange habe ich mitten in der Nacht, hungrig und muede, noch immer im unklaren ueber die etwaigen langfristigen folgen meines Unfalls auf einen Arzt gewartet. Richtig. Lange. Sehr lange. Mir ist mittlerweile auch klar, warum diese amerikanischen Krankenhauser immer einen Sicherheitsdiens haben. Weil alle paar Stunden irgend ein "Patient" ausrastet und rumschreit: Ich warte jetzt schon sieben Stunden auf den Arzt, 7 STUNDEN! Und immer wenn irgendeine Krankenschwester dann  mal die Guete hat vorbeizuschauen, wird aufbegehrt. Ich habe mich dann auch lautstark beteiligt. Was das denn fuer ein Scheiss Gesundheitssystem hier waere, wo sind wir denn hier, in der dritten Welt, oder was? Da wird man ja im Gaza-Streifen eher behandelt( allerdings dann aber auch meistens mit einer Schusswunde. Die haben eh Priotitaet). Das ist ja unglaublich hier, UNGLAUBLICh. Gut, immerhin weiss ich jetzt, was dritte welt auf franzoesisch heisst.

Das ist im uebrigen Nivau 9: Sich mit einer hinter einer Glasscheibe sitzenden Krankenschwester auf franzoesisch verstaendigen zu muessen,die man aber nur ganz schlecht versteht, da sie auf einer fremeden Sprache redet und sich ein Ohr eben verabscheidet hat. Aber, ich habs geschafft. Bin ganz stolz auf mich. Habe mittlerweile auf franzoesisch ein Bankkonto eroeffnet, die Notaufnahme uberstanden und mir von einem Apotheker die Medikamenteneinnahme erklaeren lassen. Mehr braucht man eigentlich nicht zu koennen.

Jedenfalls sachte der Arzt, dass da jetzt ein Loch im Trommelfell sei, aber das gibt sich schon wieder. Habe jetzt allerdings auch einen Krankenschein. Ich mein, gut, sieht nen bisschen bloed aus, da hasste gerade da angefangen zu arbeiten, und hast schon nen Krankenschein. Aber okay, da machse nix. Is auch alles halb so wild. C`est pas grave.

Das ist ueberhaupt mein absoluter Lieblingssatz hier. C`est pas grave. In Deutschland ist irgendwie immer alles schlimm. Jede Muecke wird zum Elefanten aufgeblasen, immer alles einen Tick ueberdreht, immer alles sofort eine Katastrophe. Und hier eben nicht. Hier ist alles easy. C`est pas grave. Ça arrive. Zum Beispiel auf der Arbeit, im Lager. Sebastian, wenn dir mal was hinfaellt und kaputt geht, mach dir keinen Kopp, is nich schlimm, das passiert. Und weiter geht das Leben. Das mag ich sehr. C`est pas grave, das ist der Satz, den ich hier jeden Tag am haufigsten hoere. Und den ich auch selber gern benutze. Und das hat selbst Einfluss auf deine Einstellung. Alles wird entspannter. In Deutschland  haette ich mich noch tierisch aufgeregt ueber dieses doofe Ohrengeschichte, aber hier ist das nur halb so wild. Ça arrive, und weiter gehts.

Ja, die Arbeit ist ganz okay. Ich mein, gut, ist jetzt keine intellektuelle Arbeit oder so, aber ich verdiene. Die Kollegen sind nett, und ich denke, es ist auch nicht ganz verkehrt um Franzoeisch zu lernen, wenn man sich den ganzen Tag auf der Arbeit irgendwie verstaendigen muss. Okay, jeder, der schon mal im Lager geabreitet hat, weiss, dass man da jetzt nicht gearde den ganzen Tag diskutiert :-)

Im Januar muss ich umziehen, weil ich nur zur Untermiete wohne. Im Zimmer von Marie-Hélene, welche im Januar aus Latein-Amerika zurueckkehrt. Weil ich aber aufgrunde meiner Arbeit (muss um viertel vor sechs aufstehen und komme manchmal erst gegen 21 uhr nach Hause, weil ich nach der Arbeit bisweilen noch Konversation auf franzoesisch habe) weder Lust noch Zeit hatte, grossartig nach einer neuen WG zu suchen, habe ich einfach die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen und ohne mir die Sache vorher anzuschauen entschieden, mit einer Freundin meiner jetzigen WG-Genossinnen zusammenzuziehen, die sich gerade eben ein Appartement gekauft hat. Das war alles perfekt. Nur 2 Minuten bis zur Metro. Liegt auf der selben Metro-Linie wie meine Arbeit, ist also auch viel naeher an meiner Arbeit. Gut, ist zwar ein wenig teuerer als derzeit mein Zimmer, aber okay. Gestern habe ich mir die Sache dann zum ersten Mal angeguckt. Und ich muss sagen: Das was ich an meiner neuen Wohnng mag ist, dass es wirklich nur 2 Minuten bis zur Metro sind. Was im Winter hier verdammt wichtig ist, da es arschkalt werden kann. Was ich nicht mag ist, dass man sich das Elend auch nicht laenger als 2 Minuten mit angucken kann. Die Gegend ist sowas von schaebig und trostlos. Ein einziges Trauerspiel. Eher sowasw wie ein Industriegebiet. Und die Wohnung, naja. Koennte groesser sein. Das nennt man die Katze im Sack kaufen. Kann gut gehen, muss aber nicht. Naja, werd mir das erst noch mal genau angucken wenn die Wohnung eingerichtet ist und so, und vl. ist es dann ja auch ganz ertraeglich. Und wenn nicht, dann zieh ich halt alsbald wieder um. C`est pas grave.

Ach, und Edna, momentan mache ich mir wirklich Gedanken, wie ich es bewerkstelligen kann noch ein wenig laenger hier zu bleiben, wenn in 9 ein halb Monaten meine Arbeitsberechtigung auslauft.
Aber wie man am Beispiel Gesundheitswesen sehen kann, ist auch hier wahrlich nicht alles Gold, was glaenzt. Vielleicht glaenzt nicht einmal sehr vieles. Jedenfalls zieht mich im Moment nicht all zu viel nach Deutschland zurueck, aber wer weiss schon, was morgen ist.

der basti

 




lifesign, die erste

17:23, 28.11.2007 8 Kommentare Link

Okay,

weil sich in letzter Zeit in die Anfragen gehaeuft haben: ja, ich lebe noch. Und zwar sehr gut.

Brauche allerdings noch ein wenig Zeit fuer mich.

Ich bin jetzt mittlerweile fast 2 Monate in Montréal, und so langsam geht es mir praechtig. Habe so manchen lieben Menschen hier kennengelernt. Die Leute sind so unglaublich freundlich hier. Richtig zutraulich und offen. Nur ein Beispiel. Vielleicht kennt der eine oder andere Couchsurfing.com, die, so wurerde ich meinen, billigste Art des Reisens. Da war ich am letzten Wochenende in Quéebec, um mir diese wunderschoene Stadt anzugucken, wusste allerdings bei der Abfahrt noch nicht, wo ich pennen wuerde. Ich mein klar, nen Hostel ware ne Option gewesen, aber eigentlich wolllte ich nicht so viel ausgeben. Und auf der fahrt lern ich son Maedel kennen (wir sassen im selben Auto, denn ich bin mit Allo Stop nach Québec gefahren. Ich liebe Allo Stop! das ist so was wie die Mitfahrzentrale, nur besser. Denn das ganze lauft praktisch ueber ne Agentur. Allo Stop eben. Wenn mich nicht alles taeuscht heisst Allo Stop so viel wie: "daumen hoch; ey,  hallo, du, ja, du,  STOP!  bitte nimm mich mit." Und da muss man einmal 6 Dollar Mitgliedsgebuehr fuer ein Jahr zahlen, und dann gehts los. Diese Agentur kann man anrufen, aber ich ziehe es vor da einfach vorbei zu gehen, und dann haben die da einen Thresen, hinter dem 8 Mann oder so am Telefon haengen, und an den Wanden haben die so eine Art Karteikarten haengen, schoen nach einem System geordnet, wo alle verfuegbaren Fahrten verzeichnet sind. Und dann sagt man: Tach, ich moechte morgen frueh gerne nach Québec fahren, und am spaeten Sonntag Abend wieder zurueck. Habt ihr da was? Und dann geht sie zur Wand, schaut nach, und sagt: Morgen frueh, 10 Uhr, Métro Station Mont Royal. Ist das Okay? Jau, ist super. Alors, du faehst mit Charles, gruener Toyota was weiss ich.  - Ich finde das so viel besser als uebers Internet. Das ist viel zuverlaessiger und sicherer. Denn wenn Charles nicht kommt, kriegt er Aerger mit Allo Stop. Und das ist auch gar nicht teuer. Pro Fahrt zahlt man nach Québec 16 Dollar. Das sind so vl 12 Euro oder so. Und davon gehen 6 an Allo Stop, und 10 an Charles. I love it.

So, das war, was man eine Abschweifung nennt. Da fahr ich also nach Québec, unter anderem auch um nen Freund von mir zu besuchen. Ist nen 36 jaehriger Ire, den ich hier in Montreal im Hostel kennengelernt habe. Ich dachte erst er sei ein Oesterreicher. Ich sass da so mit meinen Deutsch-Franzoesisch-Woerterbuch, was er gesehen hat, und da kommt er zu mir und sagt: Doa scha an, si san Deutscher? Jepp! Und si, Sie san Schweizer, oder Oesterreicher. Ich bin Ire! Ah, Wie das? Und das ist so. Der Typ ist Reisefuehrer in Irland, und spricht English, Gaelisch, Spanisch, und ein hervorragendes Deutsch. Also eigentlich Wienerisch. Hat dort 3 Jahre gelebt, um Deutsch zu lernen. Und jetzt ist er hier, um Franzoesisch zu lernen. Und der geht richtig ab. Der ist erst 1 1/2 Monate hier, und spricht schon! Und als er ankam, kannte er kein einziges Wort. Und das motiviert mich, das zieht mich mit. So steh ich bisweilen um 8 auf und geh in die Bibliothek um Franzoesisch zu studieren. Und habe mir jetzt endlich auch Leute fuer Konversation auf Franzoesisch gesucht. Also, da fahr ich nach Québec, und meine Mitpassagierin, welche recht eigentlich eine gebuertige Québecerin ist fragt mich: Und dein irischer Freund, wo in Québec wohnt der? Keine ahnung, weiss nicht ma, wo ich die nacht penne. Ey, kann Dir die Nummer vonner Freundin von mir geben, die macht Couchsurfing. Hey, das ist perfekt. Also ruf ich sie an, und sie sacht, hey ja, kein problem, komm vorbei. und das ist nicht alles. da kennt sie mich gerade 20 minuten, und sie muss los, und ich auch, und da gibt sie mir den Schluessel zu ihrer Bude!  Hey, das ist unglaublich: Sie kennt mich ueberhaupt rein gar nicht, hat weder den Namen von mir, noch ne Telefonnummer - nichts!- und gibt mir einfach so den Schluessel! Und so was erlebt man hier staendig. So was von freundlich die Leute!

Un das das ist ueberhaupt auch die Erfahrung, die ich hier gemacht habe. Erstens: es ist niemals zu spaet. ( Der Ire zum Beispiel hat erst mit 26 Jahren angefangen Deutsch zu lernen)

zweitens, und das ist wirklich so: man muss einfach nur mal los laufen, und alles andere ergibt sich dann schon ganz von selbst.

also, alles easy. lebe mittlerweile seit einem monat oder so in ner Wg, und fange gerade an in Montréal wurzeln zu schlagen. Denke, ich habe endlich Arbeit. Zwar nur im Lager bei so was aehnlichem wie Karstadt, aber immerhin, es wird so gerade eben meine Ausgabe decken. Und was viel besseres kann ich jetzt auch noch nicht erwarten. Ich mein, ich sprech weder gut Franzoesich, noch ein hervorragendes Englisch(noch nicht), und in dieser Stadt wird oft perfekte Bilingualitaet erwartet. Zumindest wenn man service a la clientele machen moechte. Diese stadt ist eh voll Krass. Zwei sprachen nebeneinander, in ein und derselben Stadt. Ich mein, klar, Franzoesisch ist die Hauptsprache, etwa 70-80% Franzoesisch-Muttersprachler. der Rest Englisch, oder Chinesisch, Italienisch Deutsch, was weiss ich. Und ich weiss genau: Wenn ich etwa an der Metrostation Papineau aussteige, und jemanden auf franzoesich nach der Uhrzeit frage, dann antwortet er in franzoesisch. Okay, in wirklichkeit anwortert er in Quebecois. Und fahre ich dann 4 Metro-Staionen weiter und wiederhole das Schauspiel, dann lautet die Antwort sehr wahrscheinlich: Hae? oder oh, it`s five past three. das ist unglaublich. Und unglaublich verwirrend, wenn man hier die sprache lernen will. Das ist so ein Sprachenbrei in meinem Kopf aus Deutsch, English und Franzoesisch. Weiss noch nicht so genau ob das bedeutet dass ich englisch und franzoesisch lernen werde, oder keine der beiden Sprachen.

Wie gesagt, hab dan  also endlich einen Job, und ich bin happy. Hab super glueck gehabt mit der Chefin des human ressources departement bei meinem Arbeitgeber. War super freundlich, und die sind dann immer ganz angetan, wenn man Franzoesisch lernen will. Also hat sie mich angestellt, und wenn in ein paar Monaten mein Franzoesisch besser sein sollte, und das wird es, dann kann ich aufsteigen und service a la clientele machen.

so, koennte noch so viel schreiben, aber mache jetzt erstmal Schluss

der basti

uebrigens: das freundlichste, herzlichste, tollste, eine super-fuehl-dich-wie-zuhause-atomsphaere-ereugende, du-bist-hier-echt-willkommen hostel der welt ist definitv in Montréal. Auberge Alternative, Vieux Montréal, Rue St Pierre. Ist so was von empfehlenswert.



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