study abroad in london

Chaos in der U-Bahn

03:20, 28.09.2010 .. 0 Kommentar(e) .. Link

Nach dem Gammeltag wollten wir wieder etwas unternehmen und verabredeten uns „schon“ um 12 Uhr an der Victoria Station um mit dem Bus nach Windsor zu fahren. Ich war eigentlich nicht besonders begeistert von der Idee, weil es meiner Meinung nach noch genug in London selbst zu sehen gibt und wir für die Busfahrt nach Windsor nochmal extra Geld bezahlen müssen, aber ich hatte zugesagt ohne groß nachzudenken und wollte nicht kurz vorher absagen. Es sollte aber ganz anders kommen…
Als ich von meiner Behausung bis zum Bahnhof gelaufen war, musste ich feststellen, dass der Zug am Sonntag nicht fährt. Ich musste mir also einen Bus suchen, um irgendwie zu einer Station zu gelangen, von der ich dann zum Treffpunkt fahren konnte. Wie bereits einmal erwähnt kommen die Busse in London nur sehr langsam voran, und außerdem brauchte ich auch einige Zeit um den passenden Bus zu finden. Ich wusste also, dass ich mich ordentlich verspäten würde, konnte aber den Anderen nicht Bescheid geben, weil ich hier über kein funktionierendes Handy verfüge. Meinen Vertrag mit T-Mobile konnte ich für die Zeit meines Aufenthaltes in London aussetzten, was ich sehr praktisch finde, allerdings würde es mich fast 100 Euro kosten, mein Handy für eine andere Simkarte freizuschalten. Wenn man es positiv ausdrücken möchte, kann man sagen, dass man ohne Handy ein ganz neues Lebensgefühl kennenlernt. Jedenfalls musste ich meine Freunde schließlich ungefähr eine halbe Stunde lang in der U-Bahn Station von Victoria auf mich warten lassen, ohne mich bei Ihnen melden zu können. Als ich dann nach einer nervigen fahrt dort ankam, wartete allerdings nur Eine der Beiden auf mich. Der Andere hatte, wie sich später herausstellte, noch mehr Pech auf mich und kam noch eine halbe Stunde später als ich. Nach diesem wenig erfreulichen Beginn des Tages hatte ich noch weniger Lust auf den Ausflug, und wie ich einem Gespräch mit meinem Kollegen entnehmen konnte, ging es ihm ähnlich. Eigentlich wollte nur unsere Kameradin nach Windsor, wir wollten sie jetzt aber beide nicht mehr hängen lassen. Jedenfalls eigentlich nicht. Als wir aber dann den stündlich fahrenden Bus um wenige Minuten verpasst hatten, verging uns der Spaß an der ganzen Sache endgültig. Zunächst gingen wir noch gemeinsam zum ganz in der Nähe gelegenen Buckingham Palace, weil wir alle Drei nicht eine knappe Stunde auf den nächsten Bus warten wollten, beim Anblick dieses Gebäudes und des daneben liegenden Parks entschlossen wir Zwei uns aber den Tag lieber dort zu verbringen. Unsere Kommilitonin schien auch gar nicht weiter traurig darüber zu sein und machte sich alleine auf den Weg nach Windsor. Wir hingegen schlenderten durch den Park und bewunderten die vielen Denkmäler, die eindrucksvollen Bauten und die lächerlichen Wachen, die überall rumspazieren. Danach trieb es uns wieder in die Stadt und ein zweites Mal nach Westminster. Dies ist für mich der beeindruckenste Ort in London! Bis dahin war der Tag dann doch noch ganz schön, doch als wir die Themse überquerten, änderte sich das Wetter fast schlagartig und es wurde kalt, grau, regnerisch und windig. Wir wollten uns die Laune nicht verderben lassen und schlenderten auf der anderen Seite der Themse entlang, doch irgendwann zwang uns das Wetter in die Knie und wir entschlossen uns nach einigem Hin und Her dazu, zu der Unterkunft meines Kollegen zu fahren, etwas zu essen und einen Film zu schauen. Die folgende Fahrt war der eindeutig unerfreulichste Teil meines bisherigen Aufenthalts. Anscheinend werden die Wochenenden in London dazu genutzt, an den U-Bahnen irgendwelche Arbeiten zu verrichten. Der Gedanke, den Berufsverkehr zu schützen, scheint mir sehr vernünftig und zeugt von Bürgerfreundlichkeit und praktischem Denken, von der wir in Deutschland wohl nur träumen können. Das konnte uns allerdings nur wenig trösten, als wir gefühlte Stunden auf die U-Bahn warten mussten, die sich dann völlig überfüllt im Schneckentempo fortbewegte, an jeder Station ewig lange hielt und auch nur einen Teil der üblichen Strecke fuhr, so dass wir wieder auf einen Bus umsteigen mussten. Mittlerweile plagten uns auch Hunger und Durst und ich begann Kopfschmerzen zu bekommen. Als wir dann endlich angekommen waren, etwas gegessen und getrunken und den Film gesehen hatten, ging es mir zwar wieder gut, aber ich musste mich ja auch wieder auf den Heimweg machen. Um es kurz zu machen, der Heimweg war noch viel schlimmer. Um nur eine Situation zu nennen, die typisch für meinen Heimweg und den ganzen Tag war, kann ich erzählen wie ich etwa 30 Minuten am Bahnsteig saß, während fortwährend drei Minuten als Ankunftszeit für die nächste Bahn angezeigt wurden, bis dann ein Mann kam und allen Wartenden verkündete, dass nun doch überhaupt keine Bahn mehr kommen würde. Zu allem Überfluss war dann irgendwann auch noch der Akku meines Mp3-Players leer. Irgendwie konnte ich mich dann doch wieder ein bisschen freuen, als ich mit diversen Bussen überhaupt noch nach Hause gekommen war. Hätte ich das Alles gewusst, wäre ich von Vorne herein zu Hause geblieben…  

Notiz an mich: Am Wochenende nicht U-Bahn fahren!!!

Am nächsten Tag, also heute, oder jetzt irgendwie schon wieder gestern, gab es dann auch schon wieder Probleme in der U-Bahn, weil irgendwo ein defekter Zug den ganzen Verkehr aufhielt. Aber kein Vergleich zum Sonntag. Ansonsten war der Tag aber wieder toll, auch wenn ich nicht viel gemacht habe. Wir waren nur etwas essen und kurz im Pub, und jetzt freue ich mich auf Morgen, bzw. auf gleich, wenn die Einführungstage der Uni endlich beginnen.
Zum Glück wird es da wohl keine Veranstaltungen am Wochenende geben…

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